Gasmangel: Auswirkungen & Vorsorge

  • "Der Markt" hat die Jahre davor ohne zutun geklappt. Voriges Jahr haben diverse Firmen nichts in die Speicher füllen wollen, weil der Preis zu hoch war für "den Marktteilnehmer".


    Der Markt hat die Gasspeicher an die Russen verkauft... das ist ja politisch ja auch komplett dumm gewesen.

    Die Speicher waren im Dezember normal gefüllt, mit Ausnahme der Speicher in der Hand von Astora, die waren nahezu leer.


    Jetzt kann man überlegen, warum wohl die Tochter eines russischen Staatskonzerns die Gasspeicher nicht aufgefüllt hat und die Kapazitäten dem Markt vorenthalten hat. Hmmm...


    ja, im Rückblick war es natürlich saudämlich die Gasspeicher auch noch an Gazprom zu verkaufen.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • In den letzten vier Wochen hat sich der russische Anteil an Deutschlands Importen wie folgt verändert.


    Steinkohle: Von 50% auf 25% (Plan: 0% bis Herbst 2022)

    Öl: Von 35% auf 25% (Plan: 17% bis Sommer 2022)

    Erdgas: Von 55% auf 40% (Plan: 0% ab Sommer 2024)


    Quelle: Video auf welt.de (lässt sich nicht direkt verlinken)


    Selbst wenn es also zu keiner Unterbrechung käme (was man derzeit nicht sagen kann) scheint es wohl so oder so darauf hinaus zu laufen, dass man innerhalb von 2 Jahren die Abhängigkeit von Russlands Energieimporten weitgehend abschaffen will


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Man muss noch ergänzen, dass das auch daran liegt, dass man den Deutschen einfach nicht zumuten kann, weniger zu heizen. Dann soll lieber die Industrie kollabieren, bevor ich mir daheim dicke Socken und 'nen Pullover anziehen muss.


    Erst gestern war in der Welt ein großer Aufmahr, dass die Wohnungen quasi sofort verschimmeln, wenn man weniger heizt.


    ich heize seit vielen Jahren deutlich weniger als üblich (ca. 50% Einsparung gegenüber dem Durchschnittsverbrauch) und bei mir schimmelt nichts. Man muss halt mehrmals am Tag lüften (sollte man sio oder so), ein gutes (analoges!) Hygrometer schadet nicht und im Badezimmer hab ich einen Luftentfeuchter.


    Meine Raumheizung ist seit einer ganzen Weile aus. Bei dem Dauersonnenschein kommt genug Wärme über die Südfenster. Im Büro hab ich nur Nordfenster. Da hab ich mittlerweile halt ne Fleecejacke an.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Erstens brauchst du keine Heizung ausmachen, dafür sind die Thermostate da um bei Sonnenschein an zu springen. Allerdings muss ein sauberer hydraulischer Abgleich vorher gemacht worden und auch die Heizkennungslinie stimmen, was beides meistens nicht der Fall ist.


    Zweitens Altbau ohne Isolation, schimmelt sehr wohl, wenn zu wenig geheizt wird, besonders hinter Möbeln, Gardinen usw, und an den Kältebrücken. Du bist ja nicht derjenige der die Schäden bezahlen musst.


    Habe ich genau gehabt bei Mietern eines Hauses aus den 50er Jahren, Dach ist OK und Fenster neu. Nur die wollen eben Öl sparen Resultat es schimmelt. Gelüftet wurde auch nicht, weil das verbraucht ja (halt ein bisschen Grün angehaucht die Mieter), obwohl ich eine Lüftung genau aus diesem Grund eingebaut habe um die Feuchtigkeit raus zu kriegen bei einem Altbau der jetzt dicht ist. Fazit Maler Kosten mehre tausend Franken.

  • Erstens brauchst du keine Heizung ausmachen, dafür sind die Thermostate da um bei Sonnenschein an zu springen. Allerdings muss ein sauberer hydraulischer Abgleich vorher gemacht worden und auch die Heizkennungslinie stimmen, was beides meistens nicht der Fall ist.

    Ja, ich drehe das Thermostat auf Frostschutz und im Gegensatz zu 90% der Deutschen weiß ich sogar, wie ein Thermostat funktioniert. (Nein: Es wid nicht schneller warm, wenn man auf 5 stellt ;-) )


    Heizung aus machen ist hier Umgangssprache.


    Habe ich genau gehabt bei Mietern eines Hauses aus den 50er Jahren, Dach ist OK und Fenster neu. Nur die wollen eben Öl sparen Resultat es schimmelt. Gelüftet wurde auch nicht,

    Ja, man muss es halt ricjhtig machen.

    Wer Probleem dmait hat (die allermeisten) kauft oder leiht sich mal für eine Weile ein CO2 Messgerät und ein gutes Hygrometer (am besten Haarhygrometer, ich finde die von Fischer super, die billigen digitalen zeigen nach einer Weile einfach irgendwas an, wenn der Sensor mal verrstaubt ist)


    Im ungedämmten Gebäude wäre es dann noch gut, wenn man mit einem IR Thermoemter mal in die Ecken misst und Kondensationsfeuchte versteht, aber das ist schon recht kompliziert. Es gibt aber auch Geräte, die sogar das auswerten können und einem anzeigen, wann man lüften soll.


    ich selbst hab ne Wärmebildkamera, da hab ich mir das einmal im Winter mit einem Blick angeschaut, wo die kritischen Ecken sind und gut is es. wie gesgat, in meinen bisherigen beiden wohnungen habe ich exakt Null Probleme. Kritisch ist das baezimmer, wo ich mrgens dusche und dann natürlich das feuchte Badetuch rum hängt. das bekomme ich nicht sinnvoll weg gelüftet, daher ein Luftentfeuchter, der dort für 1-2 Stunden läuft (braucht 70W) und alles ist gut.


    Bevor man den Leuten Angst einredet sollte man ihnen besser erklären, wie es richtig geht.


    Mir ist klar, dass man das als Vermieter anders seiht. Die heizkosten sind ein durchlaufender Posten und natürlich ist es einem als Vermiter liebr, wenn 100 Leute einfach stupide durchheizen, wie wenn 100 sparsame Leute drin sind und nur einer kann's nicht und hat Schimmel in der Bude.

    Aber auch als Vermiter kann man zumindest versuchen aufzuklären.


    Dass das viele trotzdem nicht tun oder einfach nicht kapieren, weil bei Physik einfach das Gehirn automatisch blockiert, das weiß ich auch.


    In Russland gibt es nicht wenige wohnungen ohne Thrmoatte. Da reguliert man die Temperartur im Winter über das Fenster. Das sollte auch nicht der Anspruch sein.


    bei Dämmung geben ich Dir teilweise recht. Im Neubau sind die Vorschriften heute so, dass sich die letzten cm an Dämmung oftmals garnicht mehr sinnvoll rechnen lassen, sowohl ökomomisch als auch ökologisch. Hängt natürlich vom Einzelfall ab.

    Passivhäuser sind im Grunde eher zu dick gedämmt, zumindest dann, wenn man dennoch eine "richtige" Heizung einbaut (was bei quasi allen mir bekannten PH bei uns der Fall ist) und wenn man z.B. Polystyrol als Dämmmaterial verwendet.


    Dennoch ist ein PH energetisch immer noch weitaus besser als der unsanierte Altbaubestand, das ist jammern auf hohem Niveau. Und man kann PH auch ohne Polystyrol bauen, z.B. mit dicken Hohlziegelwänden mit sehr langer Nutzungsdauer, dann sind die Bilanz auch wieder sehr gut aus.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Hat sich jemand schon mal detailliert Gedanken dazu gemacht, was ein russischer Energie-Lieferstopp für die deutschen Privathaushalte im Winter bedeuten würde?


    Laut https://de.statista.com/statis…ach-abnehmergruppen-2009/ verbrauchen die Privathaushalte circa 30 % des Erdgases in Deutschland. Bedeutet für mich im Umkehrschluss, wenn priorisiert erst Industrie und Handel abgeklemmt werden und Russland 40 % unseres Bedarfs deckt, dass auf jeden Fall genug zum Heizen der Haushalte bleiben würde, oder? Andererseits lassen sich ja auch Gesetze und Verordnungen jederzeit ändern…


    Mal angenommen, man würde tatsächlich den Privathaushalten das Gas abdrehen: was ist dann? Wenn viele auf die Idee kommen, dann mit Strom zu heizen, zum Beispiel über Backofen, Herdplatte, Heizstrahler etc., bekommen wir auch massive Probleme mit der Stromversorgung.


    Für wie wahrscheinlich haltet ihr es, dass man den Privathaushalten das Gas abdrehen würde? Und wäre in dem Fall der Fallback auf zum Beispiel Heizstrahler eine Alternative, oder kann man sich das abschminken?

  • Aussage Russland (aus dem Focus-Ticker):


    Das Ukraine-Update: Die Lage am 29. März im Überblick - Was heute passiert ist - FOCUS Online


    "Nach der Entscheidung der G7-Staaten, russische Gaslieferungen nicht mit Rubel bezahlen zu wollen, hat der Kreml erneut gedroht, die Gaslieferungen zu stoppen. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat in einem Interview mit der amerikanischen Fernsehkette PBS die möglichen Schritte Russlands angekündigt: „Keine Bezahlung - kein Gas.“

    Moskau wolle die Antwort der EU abwarten und dann die nächsten Schritte festlegen. „Wir beabsichtigen aber auf keinen Fall, uns als Wohltäter zu zeigen und Westeuropa kostenloses Gas zu liefern“, betonte Peskow. Der Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin warf dem Westen vor, einen totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland entfesselt zu haben.


    „Leider sind diese Umstände höchst unfreundlich“, sagte Peskow zu den Sanktionen. Damit sei man im Bereich eines „totalen Kriegs“ angekommen. „Und wir in Russland empfinden diesen Krieg so, dass die westeuropäischen Länder, die USA, Kanada und Australien einen tatsächlichen Krieg im Handel, in der Wirtschaft führen, sie beschlagnahmen unser Eigentum, unser Bargeld und blockieren unsere Finanzen“, klagte Peskow."


    Das wird jetzt Hardball gespielt werden und wir stehen erst einmal ohne genügend Gaslieferungen dar. Eine Seite wird am Ende die Hosen runterlassen müssen. Das wird für uns in jedem Fall sehr teuer.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Soeben läuft eine Eilmeldung über die Ticker der Nachrichtenredaktionen:


    Eilmeldung 30.03.2022 - 8:32 Uhr

    Bundesregierung ruft Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus

    Die Bundesregierung bereitet sich vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rief deswegen am Mittwoch die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Die Versorgungssicherheit sei weiter gewährleistet.


    (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung)

  • Das Nette bei der aktuellen Berichterstattung ist die Darstellung, daß ja zuerst die Industrie und die Großverbraucher beim Gasbezug abgeschaltet werden,

    da ja die Haushalte einen gesetzlichen Anspruch auf eine Versorgung haben. Hört sich ja ganz nett und beruhigend für den durchschnittlichen Haus-/Wohnungsgasheizer an.

    Nur setzt diese "Gassicherheitsregel" blöderweise voraus, daß auch im nächsten Winter soviel Gas vorhanden ist, daß man alle Haushalte damit versorgen kann. Nur nicht das Problem ansprechen, denn wenn die Massen erst auf die Idee kommen, sich für den nächsten Winter mit 220 V Heizquellen einzudecken und die dann sogar noch zu gebrauchen, steht der Blackout vor der Tür ....


    Irgendwer meinte in irgendeiner Sendung , daß das Problem ist, daß sich von den Herrschenden niemand traut , das Wort "VERZICHT" nur in den Mund zu nehmen.

  • Nur nicht das Problem ansprechen, denn wenn die Massen erst auf die Idee kommen, sich für den nächsten Winter mit 220 V Heizquellen einzudecken und die dann sogar noch zu gebrauchen, steht der Blackout vor der Tür ....

    Da bringst du mich auf etwas. ^^

    aus DE gesendet...

  • Russland stellt Gaszahlung nicht sofort auf Rubel um:

    Russland wird nicht sofort verlangen, dass andere Länder für seine Gasexporte in Rubel zahlen, sagte der Kreml am Mittwoch. Er versprach eine allmähliche Umstellung und sagte, Russland solle an einer Idee arbeiten, die Liste seiner Exporte, die in Rubel bezahlt werden müssen, zu erweitern.

    Also bekommen wir eine Gnadenfrist, hoffentlich nutzen Politik und Wirtschaft die gewonnene Zeit gut.

  • Nur setzt diese "Gassicherheitsregel" blöderweise voraus, daß auch im nächsten Winter soviel Gas vorhanden ist, daß man alle Haushalte damit versorgen kann.

    Rechnerisch sollte das hinkommen, wie ich in einem anderen Thread schrieb. Die Haushalte verbrauchen ca. 30%, d.h. selbst wenn der 55%-Anteil von Russland wegfällt, passt es (in Jahressumme). Die saisonale Verteilung kann ich nicht bewerten.

  • Unser Bundespräsident hat doch sanft den Verzicht angesprochen.


    Wir sollten froh sein, wenn das Gas zuerst die Betriebe erhalten. Sonst kann sich der arbeitslose das Gas nicht leisten. Lieber Arbeit und kalt als arbeitslose und warm finanziert durch den Staat.


    Und eines noch. Da Frau Baerbock keine Juristin ist, ist sie auch keine Völkerrechtlerin. Das ist schon etwas mehr als nur ein Master.