Eigenes Niederspannungsnetz 230v

  • Ich habe ein eigenes Niederspannungsnetz(230v)inclusive 20kv Transformator, rund 1km Leitungen, mehreren abgeschlossenen Gebäuden usw.

    Auf mehreren der Gebäuden befinden sich PV Anlagen (rund 350kwp) und ein Anschluss ist eine 75kw Biogasanlage.

    Unterm Strich habe ich also mehr als genug eigene Energien auf dem Hof. Mein Problem ist jetzt aber das durch die verschiedenen einspeisepunkte keine „normale“ Notstrom Lösung funktioniert.

    Im Moment greife ich dafür auf ein 80kva Notstromaggregat zurück. Für meine bisherigen Stromausfälle war das auch ausreichend.

    Nun frage ich Mich aber wie ich mich auf ein echtes „Blackout“ Szenario vorbereiten könnte.

    Mein Gedanke dazu war jetzt folgender:

    Im Ernstfall könnte ich den 20kv netztrenner des Transformators betätigen und damit mein niederspannungsnetz abtrennen.

    Wenn ich dann eine Art „netzstabilisator“ zuschalten könnte der:

    1. überflüssigen Strom „verheizt“

    2. an die Biogasanlage Leistungsanforderungen sendet

    3. kurzzeitige lastspitzen abfängt (bis die Biogasanlage nachgeregelt hat.

    4.beim starten die nötige Netzfrequenz bereitstellt damit PV und Biogas sich starten lassen.


    Dabei wäre meine Anforderung an die Puffer Kapazität nicht hoch, da die Biogasanlage höchstens 1min für einen lastwechsel braucht und PV 90% der Zeit (über Tag und auch im Winter ) genug Strom für das netzt zur Verfügung stellt.

    Kennt jemand einen Anbieter der So was im Programm hat oder Elektriker die passende Angebote machen können?

    Im kern brauche ich ja nur einen 10kwh Akku mit 50kw wechselrichter der Melden kann ob grade Strom gezogen oder gespeichert wird und einen frequenzwächter der bei zu hoher netzfrequenz Lasten zuschalten kann (dafür dachte ich an erdkabel als quasi Heizdraht )

    Was hättet ihr für Ideen zum Thema?

  • Sobald es das Budget hergibt möchte ich meine Solaranlage optimieren,

    als Firma für eine Beratung und ggf. den Bezug der Komponenten habe ich mir https://www.mitzner-energie.de/ herausgesucht.


    Bisher noch keinen Kontakt gehabt, aber die Homepage vermittelt den Eindruck dass die - zumindest für mein Vorhaben - die Expertise haben sollten.

    If you are looking to government for the answer, you obviously don´t understand the problem.

  • Die Geräte von Victron kann man meines Wissens nach parallel betreiben und da sie aus der Seefahrt kommen sind sie komplett inselfähig. So kämst Du auf die geforderte Leistung. Dazu gibt es von Victron auch Energiezähler die die Richtung feststellen können und Schaltausgänge haben sie auch. Die paar Akkus stellen dann das geringere Problem dar. Allerdings wäre das nicht wirklich ein Schnäppchen.

    Einfache Erdkabel zum Verheizen sehe ich kritischer. Die sind mit der Ummantelung nicht dafür gemacht. Dann würde ich die Wärme lieber für die Biogasanlage oder einen großen Warmwasserspeicher, Betonwärmespeicher oder Latentwärmespeicher nutzen. Gut Isoliert kannst Du so die Energie zumindest einige Tage bis Wochen speichern.

    Alternativ vielleicht die Wasserstoffanlage von Picea. Die könnte man dann vielleicht auch noch als Tankstelle zweckentfremden.

  • Wärme habe ich im Überflusses aus der Biogasanlage.

    Was die Isolierung der erdkabel angeht, was solls, wenn die auf 75cm vergraben sind würde selbst mit geschmolzener Isolierung kein Problem bestehen :winking_face:


    Was die wechselrichter angeht, meinem Verständnis nach helfen mir da die „normalen“ wechselrichter kaum da diese bei Wegfall des netztes ja aus Sicherheitsgründen abschalten, ich brauche eine Lösung die Frequenzabhänig auch zurück ins netzt speist um zu Puffern.

    Normale Insel wechselrichter helfen da leider auch nicht da ich mein Netz am laufen halten muss nicht nur einzelne Anschlüsse als Insel

  • Im kern brauche ich ja nur

    "NUR" :face_with_tongue: :face_with_tongue: :face_with_tongue:


    Victron Quattro gibts in 48V/15kVA/230V, brauchst halt immer im Dreierpack, pro Phase eines.

    Kannst parallal schalten zwecks deiner Leistung.



    pasted-from-clipboard.png




    Drei-Phasen-Betrieb

    Drei Einheiten können in einer Drei-Phasen-Konfiguration geschaltet werden. Damit jedoch nicht genug: durch Parallelschaltung von bis zu 4 Sätzen aus drei 15 kVA-Einheiten erhält man 144 kW/180 kVA-Wechselrichterleistung oder 2400 A Ladestrom.


    PowerControl – Arbeiten mit begrenzter Generatorleistung, eingeschränktem Land- oder Netzstrom

    Der Quattro ist ein sehr leistungsstarkes Batterie-Ladegerät. Daher nimmt er vom Generator bzw. der Landstromversorgung viel Strom auf (16 A pro 5 kVA Quattro bei 230 VAC). An jedem der Wechselstromeingänge kann eine Strombegrenzung festgelegt werden. Der Quattro nimmt dann Rücksicht auf weitere angeschlossene Wechselstromverbraucher und nutzt zum Laden nur den Strom, der noch „übrig“ ist. So wird verhindert, dass der Generator- oder der Stromnetzanschluss überlastet wird.

    PowerAssist – Erhöhung der Landanschluss- oder Generatorleistung

    Mit dieser Funktion erhält das PowerControl - Prinzip eine neue Dimension, da der Quattro eine zu schwache alternative Quelle unterstützen kann. Lastspitzen treten häufig nur für einen begrenzten Zeitraum auf. In einem solchen Fall stellt der Quattro sicher, dass eine zu schwache Netzstrom- bzw. Generatorleistung sofort durch Energie aus der Batterie kompensiert wird. Wird die Last reduziert, d. h. werden Verbraucher ausgeschaltet, kann die dann wieder ausreichend vorhandene Energie zum Laden der Batterien genutzt werden.

    Solarstrom: Wechselstrom auch bei Netzausfall

    Der Quattro kann sowohl bei nicht netzgekoppelten sowie bei netzgekoppelten PV-Anlagen als auch bei anderen alternativen Energiesystemen eingesetzt werden.
    Es ist eine Software zur Erkennung eines Netzausfalls verfügbar


    Am besten du liest selber mal das Datenblatt durch.


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    Das ist schon ein kleineres Projekt, wo man mal mit einem Elektrotechniker/Energietechniker ein paar Tagessätze für Analyse und Planung berappen kann.

  • Statt die Erde zu heizen würde ich lieber die Erzeugung abregeln (und vorher noch Warmwasser machen).


    Von der Stange wirst Du wohl nichts finden und ein normaler Elektriker dürfte da auch überfordert sein.

    das hat zwei Probleme

    1. die PV Anlagen können zum zuteil nicht abriegeln (die älteste von 2003 hat z.b keinerlei steuerungs Möglichkeit) und wenn ich sowieso in eine „Entsorgung“ des überschüssigen Stroms investieren muss wird es sicher günstiger eine große Lösung zu nutzen statt individuelle für jede Anlage.

    2. wir reden von 350kwp Leistung. Davon kommen in der Spitze (durch verschiedne Ausrichtungen) etwa 280kw das bedeutet ich könnte pro Stunde bis zu 2300 Liter Wasser zum kochen bringen am Tag (bei 2200kwh 18m3, wenn ich keinen eleganten kochen will macht das wenig Sinn ;). Dazu kommt das ich aus der Biogasanlage reichlich Abwärme habe. Was natürlich nicht gegen heizkartuschen als Backup in jedem Puffer spricht aber in der Praxis machen 20/30kw Leistung in dem Fall wenig Unterschied.


    Die Biogasanlage will ich auch tatsächlich regeln da hier ja Brennstoffverbrauch/Wartung durchaus mit der produzierten Strommenge zusammen hängt.


    Und ja ein „normaler“ Elektriker hilft leider wenig, mit dem hab ich über das Thema schon gesprochen und er hat auch gemeint technisch müsste es gehen er weiß aber auch nicht wer mir die Technik verkaufen kann

  • "NUR" :face_with_tongue: :face_with_tongue: :face_with_tongue:


    Victron Quattro gibts in 48V/15kVA/230V, brauchst halt immer im Dreierpack, pro Phase eines.

    Kannst parallal schalten zwecks deiner Leistung.

    das ist leider nicht was ich brauche da solche wechselrichter zwischen Stromnetz und Hausnetzt hängen, ich suche eine Lösung die mir ein ganzes netzt am laufen hält 🙈

  • Kann den die Biogasanlage auf Inselbetreibe umgeschaltet werden?

    Wenn ja, damit am Einspießepunkt des Notstromer einspeißen.

    als „kleine“ Lösung ja werde ich das nächstes Jahr, zusammen mit einem zweiten BHKW nachrüsten. Mir wäre nur die „große“ Lösung deutlich lieber da so eine Biogasanlage durchaus auch mal ausfallen kann und in einem „Blackout“ Szenario die Ersatzteilversorgung evtl. nicht so sicher ist :winking_face:

  • Guten Morgen Teichhofer,

    hast du das schon gesehen. Der Speicher ist leider zu groß.

    Da gibt es sogar ein Imagevideo von einem Hof.


    https://www.memodo.de/intilion-scalebloc-power-50kw-73kwh


    Falls du da nähere Informationen haben willst kann ich DIr das besorgen.

  • 1. die PV Anlagen können zum zuteil nicht abriegeln (die älteste von 2003 hat z.b keinerlei steuerungs Möglichkeit)


    Die Wechelrichter kann man tauschen. Es gib welche mit einer Bus-Steurung, wo man die Leistung zwischen 0 -100% regel kann.

    Bei mehren Einspeißern in Dein Inselnetzt wirst Du um so eine Lösung nicht wahrscheinlich drumherung kommen. Da fehlt das Netzt, das Lastsprünge puffern kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Henning ()

  • Die Wechelrichter kann man tauschen.

    Nein kann man nicht, meines Wissens nach müssen bei Bestands EEG Anlagen Austauschkomponenten die Spezifikation der ursprünglich verbauten haben sonst erlischt der Anspruch auf den EEG Vergütung


    Was das „Netz als Puffer“ angeht ist das ja genau das was ich anschaffen will, eine Anlage die mein Netz puffert bzw. vor allem Überschüsse „entsorgt“

    Einmal editiert, zuletzt von Teichhofer ()

  • das ist leider nicht was ich brauche da solche wechselrichter zwischen Stromnetz und Hausnetzt hängen, ich suche eine Lösung die mir ein ganzes netzt am laufen hält 🙈

    Und das genau kann Victron, Die sind für die Schifffahrt entstanden und haben dann neben der Inselanlage auch irgendwann Landstrom mit eingeplant. Die können das komplett managen und sind zu 100% inselfähig. Da ist egal ob Strom von außen oder direkt innen am Verbraucherzweig und nebenbei laden sie auch gleich noch den Hochvoltspeicher oder die 48V Akkubank. Dazu haben sie Ausgänge mit denen man bei Überkapazitäten Verbraucher zuschalten kann. Auch wenn sie einzeln deine Last nicht schaffen funktionieren die auch im Parallelbetrieb und im 3 Phasenbetrieb. Wenn Du das mit einem Hersteller hin bekommst dann bestimmt Victron. Andere Anbieter mit dieser Flexibilität sind mir nicht bekannt. Zumal durch dieses Baukastenprinzip kaum alles auf einmal ausfallen kann.

  • ich würde Victron selbst anfragen.


    Entweder sie machen es selbst, lehnen es ab aus technischen Gründen (dann würde ich die Sache nochmal überdenken) oder sie empfehlen dir jemanden, der sich mit ihren Systemen auskennt.


    Von einem klassischen Elektriker oder PV-Bauer wurde ich mir da nichts erwarten, und es ist zu viel Geld als dass man da "herumbasteln" sollte à la Jugend forscht...

  • die PV Anlagen können zum zuteil nicht abriegeln (die älteste von 2003 hat z.b keinerlei steuerungs Möglichkeit)

    Haben diese PV Anlagen einen NA-Schutz? Sofern der als eigenes Gerät im Schaltkasten ausgeführt ist (was ich bei dem Alter und der Leistung vermute) kann man den meist auch ferngesteuert auslösen und somit die Anlage vom Netz nehmen. Das ist besser als die Energie loszuwerden zu versuchen.

    Was mir an Fachwissen und Intelligenz fehlt mach ich mit (hier könnte ihr Produkt stehen) wieder weg.

    aus DE B/BB

  • Uhm... das glaub ich so nicht. Jede Netzgekoppelte PV Anlage muss seit Urzeiten "Netzkonform" arbeiten und damit über externen oder internen NA Schutz verfügen. Aufgrund des Alters kann ich mir aber nicht vorstellen dass dieser "fernsteuerbar" ist, sonder nur stump Grenzwerte überwacht und ggf. auslöst.


    Aber (theoretisch) könnte man mit entsp. Aufwand das Problem über die Netzfrequenz lösen. Alte PV Anlagen waren auf 50,2Hz Abschaltung ausgelegt. Neuere schalten (wenn ich richtig informiert bin) erst bei 51,5 Hz komplett ab, und reduzieren davor ihren Output.

    Wenn du nun in der Lage bist die Frequen deines Netzes zu steuern, könntest du auf dem Weg die Alt PV Anlagen zu/abschalten....


    Oder anders herum, wenn deine Alt PV´s zuviel einspeisen, treiben sie die Netzfrequenz hoch, und müssten sich dann selbst abschalten...


    Victron löst so in der Art auch das Problem mit "unintelligenten" PV Wechselrichtern.

  • Phasenschieflasten, Blindstromkompensation & Co ist Dir alles bekannt, wie man das in Deiner Insel löst? Brauchst Du Redundanzen?


    Die bisher genannten kleinen Speicher sind in der Lage, solche extremen Wechsellastbedingungen (z.B. durchziehende Bewölkung) auch eine Weile thermisch zu verkraften?


    Ich würde mich bei sowas lieber an Profis wenden, nur ein Beispiel:


    Home - ADS-TEC Energy (adstec-energy.com)


    Natürlich ist momentan ein saublöder Zeitpunkt dafür, jetzt wollen nämlich alle und einige zahlen derzeit auch fast jeden Preis. das musst Du dann auch tun.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Nein kann man nicht, meines Wissens nach müssen bei Bestands EEG Anlagen Austauschkomponenten die Spezifikation der ursprünglich verbauten haben sonst erlischt der Anspruch auf den EEG Vergütung

    Das betrifft nur die Module. Die Module sind der generator.


    Problematisch sind ältere Anlagen mit dünnschivht Module, da die eine Erdung benözih, was nur Trafo WR vertragen. Die gibt es netzgeführt kaum neu.


    Bei altanlagen können die kurzen strings es schwieriger machen einen aktuellen passr den wr zu finden. Ggf kann man aber auch zwei strings in Reihe schalten, wenn diese auf <500V ausgelegt waren

    aus DE gesendet....