Einkochen, auf die "Alte" Art

  • Danke für den Hinweis zum unterschiedlichen Pektingehalt. Jetzt verstehe ich auch, warum es unterschiedliche Einmachzucker gibt ... ^^


    Der Hinweis, dass die Früchte hart bleiben, wenn der Zucker zu früh eingefüllt wird, war mir auch neu. So lernt man immer was Neues dazu.

  • Danke für den Hinweis zum unterschiedlichen Pektingehalt. Jetzt verstehe ich auch, warum es unterschiedliche Einmachzucker gibt ... ^^

    Ich glaube, da geht es eher um die Absenkung des Zuckergehalts in der Marmelade. Man bekommt im Supermarkt auch reines Pektin in kleinen Beuteln. Davon setze ich immer ein bisschen was zu, insbesondere bei Früchten, die selbst wenig Pektin mitbringen.

  • Gelierzucker 1:1 oder 1:2 oder noch 1:3 bedeutet nur das die Marmelade weniger Zucker aufweist. Je mehr Zucker sich in der Marmelade befindet, je Haltbarer ist die Marmelade. 1:1 ist quasie ein paar Jahre haltbar, wo hingegen 2:1 etwa 1 Jahr, und 1:3 nur ein paar Wochen haltbar sein sollen. Das kann sich nach unten oder oben auch verändern. Kommt auch darauf an wie sauber man gearbeitet hat, denn das ist das A und O beim einkochen, einwecken.

    Und das ist was ich vorher schon gesagt habe, jeder hat so seine Erfahrungen gemacht, aber es hilft einem Neuling nichts, wenn jeder seine Erfahrungen aufzählt. Das mag stimmen, aber der nächste hat damit schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb lieber auf die Profis achteten und denen Glauben schenken. Weck ist solch ein Profie, und das schon seit Jahrzehnten.

    Ich will hier keinen angreifen für seine Art des Einmachens, aber gerade ein Neuling sollte dem Profie den Vorrang geben und selber Fehler machen. Denn nur daraus lernt er.

    Also bitte nicht böse sein, ich weiß das ihr es alle gut meint, aber damit ist Papa nicht geholfen. Er soll ja Spass daran haben, vor allem seine Frau. Wenn aber zu Anfang gleich zwei drei Fehlschlege sind, geht die gute Laune schnell in den Keller und das war es dann.

    Und noch eins, ich werbe für das Buch weil ich es für das beste halte was der Markt seit Jahren hergibt, und das in fast unveränderter Art. Sicher wirkt es in machen Passagen veraltet und verstaubt. Das heißt aber nicht das es deswegen schlecht ist. Generationen von Einkochern beweisen es. Und NEIN ich bekomme kein Geld für die Werbung.

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  • Der Papa hat auch eine Mutti und die schenkt ihm das Weck-Einkochbuch zum Geburtstag - das war das Ergebnis des gestrigen Telefonats, nachdem sich die erste Verwunderung (das willst DU probieren??) gelegt hatte ^^ Ich danke Euch allen für die Tipps und Hinweise!

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • :thumbup:


    Und wenn du Gefallen am Einkochen gefunden hast, schau mal in deiner regionalen Zeitung unter "zu verschenken", da stehen immer mal wieder Einweckgläser drin, die die Leute nicht mehr haben wollen. So hab ich auch meine Bestände wieder aufgestockt,und viele hier auch.

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  • Gelierzucker 1:1 oder 1:2 oder noch 1:3 bedeutet nur das die Marmelade weniger Zucker aufweist. Je mehr Zucker sich in der Marmelade befindet, je Haltbarer ist die Marmelade. 1:1 ist quasie ein paar Jahre haltbar, wo hingegen 2:1 etwa 1 Jahr, und 1:3 nur ein paar Wochen haltbar sein sollen. Das kann sich nach unten oder oben auch verändern. Kommt auch darauf an wie sauber man gearbeitet hat, denn das ist das A und O beim einkochen, einwecken.

    Ich verwende bevorzugt Einmachzucker 1:3, weil damit die Marmeladen nicht ganz so süß werden. Die Haltbarkeit ist nach eigener Erfahrung mindestens ein Jahr.


    Meines Wissens unterscheiden sich die Zuckerarten nur in der Menge der Pektine und v.a. der Ameisensäure, die den 1:2 und 1:3 Zuckern zugesetzt ist. Man braucht weniger Zucker, bei gleicher Obstmenge, hat dafür aber etwas mehr von den anderen beiden Stoffen. Muss jeder selbst wissen. ;-)

  • 1:1 Gelierzucker bedeutet bei 1kg Obst - 1kg Zucker;

    1:2 Gelierzucker bedeutet bei 1 kg Obst- 0,5kg Zucker usw.

    Dementsprechend ist der Pektinanteil aber vergrößert.

    Wir lieben 1:2 Gelierzucker, nicht sooo süß, aber auch gut haltbar.

    Hält bei uns nie länger, als ein Jahr!

  • Zucker ist der Stoff der dem Ganzen die Haltbarkeit verleiht. Je weniger Zucker, je weniger haltbar ist die Marmelade. Klar brauche ich dann auch mehr Pektin bei weniger Zucker, aber auch noch Konservierungsstoffe, und ob ich den bei 1:2 oder 1:3 mit mit drin haben will, ist ein anderes Thema. Wenn ich schon meine eigenen Früchte verarbeite, dann bitte auch ohne Konservierungsstoffe, egal wie unbedenklich die auch sein sollen. Und da ist mir der MEHR Zucker egal. Dann nehme ich eben weniger Marmelade aufs Frühstücksbrötchen. Der Geschmack bleibt mir trotzdem erhalten.

    Klar ist die Marmelade bei 1:1 süßer, aber man kann mit etwas mehr Zitronensaft das mildern, macht es so fruchtiger. Außerdem ist Zucker ein Geschmacksträger. Aber ich denke da gehen die Geschmäcker auseinander.

    Und genau das ist es was ich angesprochen habe als ich Papa vorgeschlagen hatte, sich erstmal vom Profie anleiten zu lassen. Danach wird er lernen was für ihn besser ist.

  • Welche anderen Arten des Einweckens gibt es noch, außer mit einem großen Topf?


    Da es sich erstmal um vorsichtige Gehversuche handelt, möchte ich nicht gleich in eine Profi-Ausstattung investieren. Denn wenn BEVA da keinen Bock drauf hat, hab ich schlechte Karten.

    Mein Senf dazu, besser spät als nie: :D


    Du brauchst ein paar Weck-Gläser mit passenden Gummiringen und zwei Klammern pro Glas. Damit kannst du im Prinzip schon testen.


    Statt eines großen Einweck-Topfes habe ich am Anfang nur 1/2-Liter-Gläser gehabt und jeweils drei davon in einem (bereits vorhandenem) 5-Liter-Topf eingeweckt. Wichtig ist dann, dass die Gläser nicht direkt auf dem Topfboden aufliegen, sonst fangen sie an zu springen! Beim Kodi gibt (oder gab) es es Topfuntersetzer aus Metall-Gestänge. Da hatte ich mir die Ecken zurechtgebogen und hatte meinen Untersetzer.


    Alternativ kannst du auch im Backofen einwecken, ganz ohne Topf. Da habe ich persönlich aber keine Erfahrungen mit.


    Von Schraubdeckel-Gläsern rate ich zum Einwecken ab. Weck-Gläser werden mit Klammern erhitzt, dann lässt man sie langsam abkühlen und wenn sie kalt sind, nimmt man die Klammern ab (wichtig!). Der Deckel sitzt jetzt nur noch durch den vorhandenen Unterdruck auf dem Glas. Solange der Deckel fest aufsitzt, ist das Glas auch fest verschlossen. Im Umkehrschluss bedeutet das, sollte der Deckel sich lösen, dann weiß man, dass der Inhalt nicht mehr genießbar ist. Bei Schraubdeckel-Gläsern hat man diesen Indikator nicht. Schraubdeckel-Gläser eignen sich aber gut zum Einmachen von Marmelade, da durch den hohen Zuckergehalt die Marmelade eh nicht so schnell verdirbt.


    Bei den Weck-Gläsern gibt es unterschiedliche Größen und Formen. Da muss im Prinzip jeder für sich selbst entscheiden, welche er braucht. Ich empfehle aber, einheitlich Gläser mit 100 mm Rundrand zu kaufen.

    Vorteile:

    - Sie sind leichter zu befüllen, zu entleeren und zu reinigen.

    - Man braucht nur eine Größe Gummiringe.

    - Die Einweck-Töpfe sind vom Durchmesser her für sieben Gläser mit 100 mm Rundrand pro Ebene ausgelegt.

    - Den als Zubehör erhältlichen Einfülltrichter gibt es nur für 100 mm Rundrand.



    Notwendig sind also:

    - Gläser

    - Gummiringe

    - Klammern



    Als sinnvolles Zubehör empfehle ich:

    - Das Weck-Einkochbuch (kostet glaube ich 12 Euro nochwas ...)

    - Den Glasheber (heiße Gläser mit der Hand aus kochendem Wasser holen, eieiei ...)

    - Den Einfülltrichter (hält den Rand des Glases beim Befüllen sauber; wenn versehentlich Fett drankommt, hält der Gummi nicht dicht)

    - Etiketten (damit die Gläser mit Inhalt und Einkochdatum beschriftet werden können)

  • mirfälltnixein, ich muss dir in einigen deiner Aussagen wiedersprechen.

    Es geht durchaus auch mit Twist-Off Gläsern, die man in allen Größen und Formen bekommt. Natürlich auch mit den entsprechenden Deckeln. Mittlerweile bin ich wieder ganz von den Weck Gläsern weg und habe sie nur noch welche für Notfälle eingelagert.

    Diese Twist-Off Gläser haben den Vorteil, das sie jederzeit in allen größen zur Verfügung stehen und man sie schnell zur Hand hat, also nicht erst kaufen muss. Auch kann man die Deckel durchaus zwei drei mal benutzen, ohne offene Gläser zu riskieren. Einschlägige Geschäfte, wie Flaschenland oder Reis hat neue Deckel im Angebot. Und die sind nicht teurer wie Gummiringe von Weck die man nur einmal verwenden sollte, da die sich mit der Zeit plattdrücken und ihre elastisität verlieren. Kommt auch darauf an wie lange man sie unter Druck hat.

    Bei Twist-off Gläser kann man durchaus erkennen ob sie Vakuum gezogen haben oder nicht. Wenn der Deckel eine Mulde gebildet hat, ist das Glas Vakuum gezogen. Kann man mit dem Finger den Deckel noch eindrücken und es gibt ein klickendes Geräusch, so ist der Deckel defekt und muss ausgetauscht werden oder das Glas, welches eine schadhafte Stelle hat. Das kann man auch machen wenn nach Monaten oder Jahren man eine Daumenprüfung macht. Ich hab aber auch schon Weckgläser gehabt wo ich nicht bemerkt habe das sie kein Vakuum mehr hatten, aber doch noch so fest mit dem Gummiring verbunden, das man es Geruchmäßig nicht merkte. Erst der Deckeltest beim anheben hat es zu Tage gebracht. Der Inhalt war schon recht verschimmelt.

    Es kommt auch durchaus vor das Weck, wie Twist-Off Gläser noch nach Monaten oder Jahren das Vakuum verlieren. Deshalb mind. alle halbe Jahr die Gläser überprüfen.

    Weck sagt auch das man im Backofen lieber nicht einwecken soll, hat irgendwie mit der Temperatur im Ofen zu tun. Ich hab es noch nie ausprobiert und halte mich da an Wecks Erfahrungen.

    Ein Normalert großer Topf reicht durchaus aus. Man mus auch kein Gestell auf den Topfboden legen. Es reicht auch ein altes Küchen oder Handtuch.

    Da gebe ich mirfälltnixein recht. Die Gläser dürfen den Topfboden nicht berühren.


    Bei Weck gibt es zwei Sorten von Weckgläsern.

    1. Die alten Gläser als Rillen und Flachglas. Beide haben zudem noch verschiedene Deckel. Die Gummiringe aber kann man für alle Sorten verwenden, auch die neuen bauchigen Gläser. Gut ist das man die Alten sie für kleines Geld bekommt,oder sogar verschenkt werden. Diese kann man auch nicht mit den neuen Klammern verwenden. Aber auch für die alten Gläser kann man Klammern, die über das ganzen Glasdeckel gespannt werden, noch kaufen. Meistens findet man diese Gläser als 1 Liter Gläser, geht aber bis zu 2 1/2 rauf. Zudem gab es noch sogenannte Sturzgläser, die wurden meistens für Fleisch und Wurst verwendet.

    Die neuen Gläser haben eine andere Form, etwas bauchig, wobei es auch die neuen als Sturzgläser gibt. Diese neuen Gläser werden mit zwei Klippklammern befestigt.

    Die einzigen Weckgläser die ich momentan noch verwende, sind die 1 Liter Flaschen für Apfelsaft. Die haben eine schöne Form so das man sie auch so auf den Tisch stellen kann und es gibt Plastikdeckel dazu, die luftdicht abschließen.


    Ansonsten ist noch zu sagen das es egal ist was für Gläser man nimmt. Das muss man ausprobieren. Kleine Mengen an Weckgläsern gibt es, zwar überteuert, zur Zeit fast überall. Ist eben Einweckzeit. Gebrauchte Twisst-Off Gläser sind sich noch in der Flaschenkiste die demnächst zum Container soll zu finden.

    Ach ja, man sollte mit der Zeit darauf achten das man möglichst nur eine oder zwei Sorten Gläsersorten hat hat, so reduziert sich das auch mit den Deckeln oder Gummiringen. Sollte man sich für Weck entscheiden dann immer ein paar mehr Deckel besorgen wie Gläser. Ein Deckel rutscht schnell mal aus der Hand und zerbrechen oder haben eine Abspliterung, dann ist er unbrauchbar.


    Ansonsten wünsche ich frohes einkochen und gutes Gelingen.

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