Szenario für Hauskauf oder Miete

  • Meine BEVA arbeitet seit ca. 13 Jahren in der Buchhaltung im Bereich Hausverwaltung. Die ersten vier Jahre in einer kleinen HV mit 3 Personen und danach bis heute in einer größeren mit ca. 12 bis 15 Personen hier vor Ort (Bergisches Städtedreieck W-SG-RS).

    Vor einigen Wochen unterhielten wir uns wieder über die Mieter. Sie bucht dort u.a. die monatlichen Einzüge bzw. Überweisungen.


    Ihre Erfahrung der "Zahlungen": Anfangs in der aktuellen HV (vor ca. 8 bis 9 Jahren) gab es kaum Zahlungen "vom Amt". In den letzten drei / vier Jahren hat sich das extrem gedreht. Aktuell kommen bei den Mietern bis zu 60% die Mietzahlungen vom Amt!

    Anekdoten sind aber kein Beweis, noch nicht mal ein Indikator. Das darf man nicht verwechseln. Wäre ich Vermieter in München würde ich behaupten, der Verdienst der Leute würde geradezu explodieren, weil die sich immer höhere Mieten leisten können und wollen.


    Mir fehlt gerade der passende Suchbegriff, daher als Notlösung mal alle Bezieher von ALG II. Darunter sollten dann auch die Familienmitglieder sein und auch die "Aufstocker", das wird ja alles darunter subsumiert (allerdings nicht die Bezieher von Sozialgeld ohne Anspruch auf ALG II). Die Zahlen sind gefallen:


    https://de.statista.com/statis…jahresdurchschnittswerte/


    Was sich erhöht hat ist die Anzahl der Leute, die "Grundsicherung" im Alter benötigt, aber in absoluten Zahlen bewegt sich das in Deutschland immer noch um die 1% herum, es ist also kein Massenphänomen:


    https://bilder.t-online.de/b/8…ten-jahren-gestiegen-.jpg


    Und die Ursache dafür ist ja u.a. der demografische Wandel bzw Brüche in der Erwerbsbiografie im Osten und das weit verbreitete Lebensmodell der Frau als Heimchen im Westen und gerade den demografischen Wandel kann man eben nicht wegdiskutieren oder wegwünschen, man kann ihn höchstens leugnen (so wie die Politik vor den Wahlen), nur davon geht es nicht weg. Das ist einfach unsere Zukunft, dass die gesetzliche Rente nur noch eine Säule der Altersvorsorge sein kann.

    Das ist seit 30 Jahren bekannt, wer das jetzt immer noch nicht verstanden hat und sich nicht darauf vorbereitet muss dann eben im Alter die Konsequenzen tragen.


    Der demografische Wandel wir auch Einfluss auf die Wohnungspreise haben, allerdings hat sich ja die Nachfrage nach preiswertem 2015 nochmal stark erhöht durch die Migration, das hatte so vermutlich kaum einer auf dem Schirm.


    Eine Strategie kann z.B. auch sein, dass man im Alter seinen Besitzstand verkleinert und wieder Wohngemeinschaften bildet und sich dann eben mit 4-5 Leuten die Miete teilt (und ggf die Pflegekraft und die Haushaltshilfe). Dazu muss man natürlich auch der Typ sein, aber lieber als Altersheim wär mir das auf alle Fälle. Aber auch das wäre dann eher ein Mietmodell, ein modernes super schickes 200m² Haus im Grünen dürfte sich nur sehr bedingt für sowas eigenen. (man kann es natürlich verkaufen, wenn es einem gehört....)


    MfG

  • tomduly

    Was die Wasserversorgung angeht, so hast Du völlig Recht, aber das wird hier ja auf alles Grundeigentum gleichermaßen zutreffen und ist nach meinem Erachten jetzt schon ein Problem.

    Ich war diese Woche im Raum Prenzlau/Schwedt unterwegs und fand es extremst trocken. Einige Teiche und Seen waren entweder ganz trocken oder der Wasserspiegel war so stark gesunken, daß der Bootsanleger 2 m aus dem Wasser raus stand.

    Bez. der Heizung ist das natürlich auch ein Thema. Wir haben damals (2003) in unserem Wohnbereich komplett Fussbodenheizung verlegen lassen, Ferner haben wir damals eine komplette Innenschale neu hochziehen lassen, ohne die ursprüngliche innere Struktur signifikant zu verändern. 2014 kamen dann noch einmal knapp 200qm Fussbodenheizungsfläche hinzu. (Für Gästewohnung etc).

    Ich überlege mittelfristig vielleicht auch auf Wärmepumpe umzu rüsten.


    Gruß


    Tid

  • Der demografische Wandel wir auch Einfluss auf die Wohnungspreise haben, allerdings hat sich ja die Nachfrage nach preiswertem 2015 nochmal stark erhöht durch die Migration, das hatte so vermutlich kaum einer auf dem Schirm.

    Was auch keiner auf dem Schirm hat, und was in kaum einer Statistik auftaucht, sind die vielen leer stehenden Wohnungen, wo einfach die Vermieter keinen Bock haben sich mit der nervigen Vermieterei herumzuschlagen, und ihre Immobilien deswegen leer stehen lassen. Oder wo es keinen Sinn macht viel Geld in eine Sanierung zu stecken, die sich erst in vielleicht 624 Jahren auszahlt. Da gibts vermögende Witwen, die lieber verreisen, und ab uns an mal so eine Ruine verticken.

    Ich kenne einen Fall, da hat der Hausbesitzer/Vermieter den Heizkessel im Keller rausreißen lassen, und hat anstelle 20 Gasetagenthermen, in jede Wohnung eine, eingebaut. Einfach nur, weil er nicht mehr der Inkassodepp sein wollte, der bei seinen Mietern die Verbrauchskosten für die Anlage beitreiben muß.


    Zu den französischen Schlössern:

    Auch bei uns bietet der Staat (auch für Prepper) geeignete Baudenkmäler zum Kauf an. Hier z.B. mal die Seite für BW: https://rp.baden-wuerttemberg.…rkauf/Seiten/default.aspx Wie ich hier schon in früheren Beiträgen geschrieben habe brauchts da halt entsprechend Kreativität und Phantasie.

    Und entweder Millionär oder Bastler. Im Idealfall beides. Und natürlich auch Fan, dann in so einer Denkmal-Hütte seinen Lebensmittelpunkt zu finden.

    Da ist ja alles dabei: Komplette Bruchbuden, Ruinen, Wassertürme und was nicht alles. Oft auch am A. der Welt. Man muß nicht vermögend sein, oft gibts die Dinger schon für 1 Euro.

    Aber, jetzt kommt der große Haken:

    Wer beim Wort "Denkmalpflege" an Konfrontation denkt, liegt falsch. Der staatliche Denkmalpfleger ist nicht der Feind, sondern derjeneige der die staatlichen Zuschüsse her schafft, bzw. die Bewilligung unterstützt. In der Regel ist neben der Finanzierung, ein Sanierungs- und ein Nutzungskonzept vorzulegen. Ja abgelegener und mistiger die Bude, um so geringer die Anforderungen. Bei uns hier in der Nähe gibts z.B. eine komplette schon lange leer stehende Reha-Klinik für lau. Bad Berneck, Siemens Kurklinik. oder wem das zu groß ist: Hotel Bube, auch dort. Zu abgelegen? Vor einigen Tagen gabs den ehemaligen Wasserturm Stadtmitte Heidenheim zum Verkauf, usw. Wer was direkt bei sich zu Hause, vor Ort, sucht, spricht einfach mal mit dem örtlichen Energie-Wasser-sonstwas-Versorger. Die haben oft abgerockte Gebäude im Bestand, die sie gern los hätten.

  • Matteo

    Genau so ist es ;), man kann recht preiswert solche Immobilien schießen. 2013 hatten wir mal wieder so Ideen uns wohnraummäßig zu vergrößern. Unsere Wahl fiel dann auf eine ehemalige Kommandant aus dem Jahre 1936. Ich hatte das damals recht ausführlich im Hsp gepostet. Das Gebäude ist auf der Frontseite ca. 50m lang, der Seit Flügel misst 40m. Wohnfläche ca 1600qm.

    Da wir das von der Bima kaufen mussten, mussten wir auch ein entsprechendes Nutzungskonzept vorlegen. Unser Idee war, denn Hof zwischen den Flügeln großzügig zu überdachen und im Seitenflugel dann einen Kammermusiksaal einzubauen, um das Objekt kulturell nutzen zu können.

    Das war auch alles rund scheiterte dann an Landkreis und Bima: Bima verkauft nur, wenn Landkreis der Nutzungspländerung zustimmt, Landkreis macht das nur, wenn Bima verkauft. Wir haben dann drei Monate rumgemacht, aber es kam von keiner Seite zur Entscheidung. Dann saß ich irgendwann im Wohnzimmer, das ich in dieser Form in der Kommandant nicht hätte einrichten können u d sagte mir, das die mich mal können. Nun zerfällt das Objekt ganz langsam. Wäre toll gewesen, weil es großzügig unterbunkert war.


    Aber, wie @ Cephalotus schon schrieb ist es eine Frage des persönlichen Entwürfe, nach dem man lebt.

    Was allerdings auch stimmt, ist die Altersfrage. Vor 10 Jahren habe ich das noc h ganz anders betrachtet, mittlerweile denke ich aber auch oft darüber nach,. Die Kinder sind allerspätestens in 10 Jahren hier raus und dann sitzen wir, so Gott will, alleine in einem recht großen Haus.

    Deswegen würde ich heute versuchen entweder was richtig fettes Ala Schloß, Burg etc zu kaufen oder aber ein kleines Haus mit 130-140qm Fläche.


    Gruß


    Tid

  • Deswegen würde ich heute versuchen entweder was richtig fettes Ala Schloß, Burg etc zu kaufen oder aber ein kleines Haus mit 130-140qm Fläche.

    Zum kleinen Haus mit 130-140 qm Fläche: Alles was mit dem Mainstream zu tun hat ist halt extrem stark nachgefragt und meist zu teuer.

    Deswegen hab ich ja, auch aus Preppersicht vorgeschlagen, einfach mal auch das Unmögliche zu denken. Das Preppen findet ja zuerst im Kopf statt, sollte es jedenfalls.

    Aus aktueller Covid19-Sicht ist der gesamte Faden mit den "potentiellen Fluchtländern" für die Tonne. Wie man aktuell sieht, man kommt da ja gar nicht erst hin. Deswegen bin ich der Meinung, man sollte, wenigstens solange irgendmöglich, sein Heim entsprechend einrichten. Dazu sollte möglichst das Heim auch passen. Wenn erst bewaffnete, marodierende Horden durch die Straßen ziehen ist das zu spät. Geht schon los, z.B. hier: https://www.news24.com/SouthAf…to-protect-shops-20200422

    Also:

    - Umnutzung einer Gewerbeimmobile. Z.B. eine ehem. Tankstelle. Natürlich brauchts dazu eine Genehmigung, kein Thema. Absolut das Ding für Freunde amerikanischer Allradtechnik, ala Morlock Motors und Co. Auch die Bundeswehr verscheuert nicht mehr benötigte Miltärobjekte. Nicht nur Vebeg mit alter Technik, gleiches gibts auch für Gebäude, usw.

    - Baudenkmal - Wen es interessiert gibt mal "Koschyk" und "Schloß Goldkronach" ein. Wer für, der Öffentlichkeit gelegentlich zur Verfügung gestellte Baudenkmäler, saniert, dafür gibst satt extra Kohle zur Renovierung. Brauchts so gut wie kein eigenes Geld zu.

    So wie es hier TID mit der Komandantur gegangen ist, ist natürlich Sch... Unbedingt muß man einen der an der Entscheidung beteiligten Schlipsträger für sein Ding begeistern, sonst wird das nix. Die Siemens Kurklinik in Bad Berneck ist übrigens kein Baudenkmal mehr, wie ich zuerst dachte, sondern derzeit bei "Lost Places" zu finden, also Abbruch.

    Man muß ja nicht mal unbedingt Eigentümer der Immobile sein. Es werden sog. "Housekeeper" gesucht. Industrieanlagen, Kliniken und auch Privathäuser suchen nach Bewohnern.

    Einer meiner Bekannten betreut als Hausmeister ganzjährig eine Millionärsvilla in Kampen auf Sylt. Er wohnt dort mit seiner Familie, schneidet Rasen und Hecken. Sorgt dafür das der Kühlschrank gefüllt ist, wenn sein Chef kommt, für ein paar Tage im Jahr, und schiebt ansonsten ein nicht übermäßig gut bezahlte, aber extrem ruhige Kugel und kann seinen Hobbies nachgehen.

  • Matteo bin voll bei Dir, was das Out of the Box denken angeht.

    Mit der 130-140qm Immobilie dachtenich zum Beispiel an ein gutes Siedlungshaus aus den 50-60er Jahre, auf keinen Fall jünger, das möglichst schon draußen mit großem Grundstück (3000-4000qm).

    Da kannst Du dann relativ günstig schon gut zaubern, was die Vorbereitung angeht.

    Was die BW Immobilien angeht hast Du fast immer das Problem, das sie als Bebauung im Aussenbereich gelten. Wenn Du langfristig für das Objekt eine Perspektive haben willst, solltest Du also zusehen, daß das Teil in den Bebauungsplan aufgenommen wird und da wird es dann schwierig und teuer.

    Bei unserem Beispiel liegt das Haus ca 50m hinter der ehemaligen Kaserneneinfahrt und damit im Außenbereich. Wir hätten dann auf unsere Kosten die Straße inkl. Erschließung von Kanal, Wasser, Strom etc. Um 100m in die Kaserne verlängern lassen müssen

    Hierzu hätte der Muna-Zaun auf einer Länge von 400m umgesetzt werden müssen.

    Wir hatten den Landrat damals mit im Boot, das nützte aber alles nix :-(.


    Gruß


    Tid

  • Aus aktueller Covid19-Sicht ist der gesamte Faden mit den "potentiellen Fluchtländern" für die Tonne. Wie man aktuell sieht, man kommt da ja gar nicht erst hin.


    Das war eine Frage des Timing. Und Covid-19 ist nun nun wirklich mit Ansage gekommen.

    Als ich mich ins Home-Office verabschiedet hatte, gab es bei meinen Chef noch große Verwunderung.


    Womit ich nicht gerechnet hatte, war das Vorgehen gegen Zweitwohnungsbesitzer. Als ich vor 2 Jahre nach einen Haus gesucht hatte, habe ich mir auch viel in McPom angeschaut. Ist dann zum Glück was in der Thüringer Pampa (keine Touristischen Gegend) geworden.

    Prepermässig hat sich am Haus noch nichts getan aber der Garten ist am laufen und es hier jetzt wesentlich angenehmer als in meiner Mietwohnung in der Grosstadt.


    Aber auch hier gab es bei der Gemeinde diese Woche 2 Masken nur für Leute mit Erstwohnsitz zu kaufen.


    Das Verbot des Aufhaltens in Ferienhäuser gib es auch in anderen Ländern z.B. Norwegen. Da hätte man auch bei rechtzeitiger Anreise ein Problem.

    Einmal editiert, zuletzt von Henning ()

  • Das war eine Frage des Timing. Und Covid-19 ist nun nun wirklich mit Ansage gekommen.

    Womit ich nicht gerechnet hatte, war das Vorgehen gegen Zweitwohnungsbesitzer.

    Das Timing ist nicht so das große Problem. Sollte man es rechtzeitig zu seinem SO geschafft haben, kann folgendes passieren: Der Nachbar verpetzt Dich. Die Polizei kommt, und man muß sofort abreisen: Siehe Artikel hier: https://www.spiegel.de/panoram…7b-48b8-9407-caba5224412d

    Als Nichtjurist war ich der Meinung, dass viele dieser Covid19-Anordnungen verfassungsrechtlich bedenklich sind, da ja Grundrechte betroffen sind, und einer ernsthaften juristischen Prüfung nicht standhalten. Aber falsch gedacht: Die meisten dieser Anordnungen wurden inzwischen von den Gerichten bestätigt. Gibt einige wenige Ausnahmen: https://www.spiegel.de/panoram…cf-4d8b-8317-dcb3f48dae43

    Ein hartnäckiger Rechtsanwalt läßt sich die Ablehnung des AG Greifswald: http://www.fuesser.de/fileadmi…s_OVG_M-V_v._9.4.2020.pdf so nicht gefallen und hat ein Normenkontrollverfahren angeleiert: http://www.fuesser.de/service/…cklenburg-vorpommern.html

    Aus meiner Sicht als juristischer Laie hat er gute Karten, da die Begründung der Greifswalder so nicht halten wird. Aber bis das Ganze durch ist, werden die Einschränkungen eh wieder aufgehoben?

    Ich denke mal, gerade für Prepper ist die Beobachtung derartiger Verfahren wichtig, da einem ja konkret verboten wird, sich in seinen eigenen 4 Wänden aufzuhalten. Auch wenns nur der Zweitwohnsitz ist.


    @TID "Was die BW Immobilien angeht hast Du fast immer das Problem, das sie als Bebauung im Aussenbereich gelten. Wenn Du langfristig für das Objekt eine Perspektive haben willst, solltest Du also zusehen, daß das Teil in den Bebauungsplan aufgenommen wird und da wird es dann schwierig und teuer."

    Dazu fällt mir das sog. "Landwirtschaftlich privilegierte Vorhaben" ein, daß es in einigen Bundesländern gibt: Ein Bekannter von mir hat das geschafft. Einige Ziegen und Hühner angeschafft. Der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft beigetreten. Landwirt im Hauptberuf angemeldet. Dann den Fortbestand der Landwirtschaft gegenüber der Behörde herausgestellt. Und schon konnte er neben seinem vorhandenen alten winzigen Bauernhaus ein schickes Wohnhaus für seinen Sohn errichten. Ist ein langdauernder steiniger Weg, aber alles legal.

  • Wenn ich das so lese, bin ich sehr froh, daß wir uns damals bei der Auswahl für unseren Altersruhesitz, doch nicht für Deutschland entschieden haben.

    Und genauso froh, daß wir die Immobilien dort verkauften.

    Wir leben ziemlich einsam und genaus so wollten wir es.

    Die nächsten Städte mit Einkaufsmöglichkeiten sind jeweils genau 9 km entfernt. Erreichbar über eine Straße, die auch heute noch den Namen nicht wirklich verdient. Aber auch das wussten wir ja vorher.

    Sobald wir das Grundstück hatten, liessen wir einen Tiefbrunnen ( 130 m ) bohren und Strom von der Straße zum Grundstück legen ( 750 m ).

    Nachdem ein Baumeister gefunden war, bekam der den Bauplan, eigener Entwurf und Zeichnung, in die Hand gedrückt und schon ging es los.

    Grundplatte mit Ringanker, Wände doppelt gemauert aus Vollziegeln mit Absperrplane zum Boden gegen Feuchtigkeit, hölzerner Dachstuhl ( Walmdach ), Dach mit Tejuelones, darüber Ziegel, die man in Europa als "Mönch und Nonne" bezeichnet, dazu eine 2-Kammer-Sickergrube.

    Nach einem Jahr stand das Haus und wir zogen ein.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • So pauschal kannst du das nicht sagen. Es gibt immer für und wieder.

    Auch wenn du in Paraguay als Ausländer Grund und Boden erwerben kannst bleibst du trotzdem Ausländer oder habt ihr euch die Staatsbürgerschaft besorgt?

    Kostenlose Gesundheitsversorgung und deren Qualität? Wenn der Staat Kohle benötigt bist du unter den ersten die Enteignet werden. Als Weißer bist du automatisch der Reiche und das macht dich zur Zielscheibe.


    Ich bin in Europa auch nicht zufrieden, aber es gibt halt auch Vorteile - eben wie genannt das Gesundheits- und Sozialsystem. Und in der Abgeschiedenheit machst du dir in DACH weniger Sorgen um Banditen.


    Laufende Kosten sind auch so ein Punkt. Selbst wenn dir die Hütte in DACH gehört, die monatlichen Kosten und Abgaben sind je nach Größe 300-400€. Da kommst du in Südamerika vermutlich unter 100€ weg.


    Im Ausland wäre ich da schon sehr vorsichig mit Immobilienkauf, lieber bei einem vertrauenswürdigem Vermieter etwas langfrisitg mieten. Aber ich nehme mal an, dass du die entsprechenden Bekanntschaften hattest um den Hausbau zu realisieren.

  • Also wir sind derzeit in Deutschland sehr sehr zufrieden. Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt ebenfalls ca. 9km südlich, nur die Straße wird wohl etwas besser sein, als es bei TejuJagua dsr Fall sein dürfte ;).

    Wer seinen SO in einem anderen Bundesland oder gar im Ausland erwirbt weiß nun das das schwierig ist. Das war zwar schon vorher klar, nun aber gewiss.

    Schließlich muss man ihn auch erreichen können, sonst nutzt er nicht.


    Gruß


    Tid

  • Ich bezahle für meinen Terreno im Jahr ca. 70 € Grundsteuer, das Haus kostet nicht extra. Egal wie groß, egal ob eins draufsteht, wie viele oder ob nicht.

    Was u.U. sehr teuer wird ist die obligatorische Einzäunung,

    Da kommen bei 5 Kilometer Zaun schon einige Kosten zusammen.

    Unsere Straße wird aktuell mit einem Kopfsteinpflaster versehen und wird dann höchstwahrscheinlich asphaltiert. Das wird eventuell noch ein Jahr dauern, aber dann passt es.

    Unsere Zufahrt liessen wir vor Kurzem schieben, die war wirklich unter aller Kanone.

    Wir befürchten keine Enteignung. Dahingehend gab und gibt es keine Tendenzen.

    Auch vor Überfällen fürchten wir uns nicht.

    Ich schreibe nicht noch mal warum, weil das sonst wieder gelöscht wird.

    Aber wir und unsere Nachbarn halten zusammen und sind nicht wehrlos. Nur so viel.

    Die Hunde sind auch ein gutes Frühwarnsystem und schrecken ab.

    Vor allem die beiden Rhodesianos machen mit ihren gut 45 kg was her.

    Aber auch die beiden Mädels sind nicht ohne.

    Nur unser alter Straßenhund-Pflegefall wird den Rest seiner Tage die meiste Zeit ruhig in seinem Korb verbringen.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Unsere Wahl fiel dann auf eine ehemalige Kommandant aus dem Jahre 1936. Ich hatte das damals recht ausführlich im Hsp gepostet. Das Gebäude ist auf der Frontseite ca. 50m lang, der Seit Flügel misst 40m. Wohnfläche ca 1600qm.

    Spannende Objektgröße, aber mit sowas kann man sich schnell verheben. Ein Freund und sein Bruder verheizen sich seit jahren an einem ähnlich großen Objekt direkt an einem schönenn See gelegen. Habe dort behelfesweise eine Zweiwohnung gemietet und hautnah miterlebt, was alles so im Argen sein kann.


    Man kann ihnen nur wünschen, dass sie alles fertig stellen können und dann mal für 5-10 Mio verkaufen können. Wie eine Investruine aussieht kann man am Nachbargrundstück schauen, wo ein windige Geschäftemacher Eigentumswohnungen für 0,5-2 MIo EUR das Stück verkauft hat und dann so einen Betonklumpen hingebaut hat und nun pleite ist..


    Frei nach dem Motto: "Das erste Haus baust du für deinen Feind das zweite für deinen Freund und das dritte für dich selbst."

    Bin ich schon wieder neugierig auf Immobilien. Erstes Haus war mit meinen Eltern zusammen inkl. Jahrelanger Funkstille, dann eigenes Haus >100 Jahre alt im Denkmalschutzgebiet, wo man in die Pojektkosten jetzt jahrelangen Rechtsstreit mit der EX zzgl. massiver Unterhaltkosten mit einrechnen müsste.

    Naja, die Erfahrungen kann mir keiner nehmen und ich weiß nun, dass Hanf, Lehm und Stroh echt coole Baustoffe sind und wie ich diese verabeiten muss.


    Zwischenzeitlich hab ich mal in Richtung Transportable Tiny Houses geschaut, aber da bräuchte ich drei vond er Sort, um keine Platzangst zu haben.


    Für das Haus Nr. drei ist der derzeitige Markt völlig überhitzt, aber recherchiere in Richtung Genossenshcaft d.h. das Objekt gehört mir dann nur zum Teil, aber wenn man sowas gründet kann man der Rahmenbedingungen maßgeblich mitgestalten.

    Als Mieter muss man sich leider mit dem abfinden, wie es ist. Bei dem Komplett leerem Süddach und meinen zwei Mini-PV-Modulen am Fenster träenn einem da schon die Augen...


    Ziel für so ein Projekt wäre min 80% Autarkie bzgl. Strom -Heizugn d.h. Kombination aus Holz und lokal produziertem Sonnenstrom. Dafür braucht man dann aber eine PV-Anlag in Richtung 100-200 kWp mit verschattungsfreien Südfassaden, um dann bei 400-500 m² Wohnfläche mit gut ausgesuchten Nachbarn leben zu können.

  • Für das Haus Nr. drei ist der derzeitige Markt völlig überhitzt, aber recherchiere in Richtung Genossenshcaft d.h. das Objekt gehört mir dann nur zum Teil, aber wenn man sowas gründet kann man der Rahmenbedingungen maßgeblich mitgestalten.

    Von diesen modernen Baugemeinschaften verkrachen sich aber gefühlt mehr im Verlauf des Prozesses als wirklich zum Abschluss des Projekts kommen.

  • ja, da liegt die große Herausforderung. Dahe rmöchte ich ja auch vorher di Rahmbedinungen festlegen und es machen nur Leute mit, die sich diesen unterordnen möchten. Statt übermotivierter Anfangseuphorie und erstmal machen möchte ich da sehr klare Regeln aufstellen, was dann allerdings die Zahl der pot. Mitstreiter massiv reduziert. Aber besser kein Projekt als eins, das dann gegen den Baum gestetzt wird.

  • In der Phase kann es oft schon schwierig werden. Viele Projekte scheitern schon, weil sich die Beteiligten nicht auf die Rahmenbedingungen einigen können. Dann können über die Aushandlung, Finanzierung, Grundstücks- und Architektensuche usw. gerne mal mehr als fünf Jahre ins Land gehen. Zwischenzeitig ändern sich dann Familienverhältnisse und Lebensentwürfe von Beteiligten. Dann muss man deren Ausstieg und den Neueinstieg anderer Beteiligter regeln. Das müssen dann wiederum auch die Banken mitmachen.


    Ich würde mal schätzen, dass mindestens zwei Drittel aller Baugruppenirgendwo auf dem Weg scheitern.

  • Baugenossenschaften sind interessant, weil sie richtig gemacht, von den Einzelschicksalen unberührt funktionsfähig sind. Man darf als einzelner Bauwilliger halt nicht den Fehler machen: "Ich suche Gleichgesinnte, dann gründen wir ne Genossenschaft, in der ICH dann MEIN Bauprojekt verwirklichen kann." Das funktioniert nicht. Eine Genossenschaft ist ein eigenständiges Konstrukt und bei zehn gleich starken Anteilseignern hat jeder auch nur 1/10 der Stimmen. D.h. man muss ein für alle passendes übergeordnetes Ziel definieren und sich dann einbringen und fügen, um dieses Ziel zu erreichen.

  • Wer beim Wort "Denkmalpflege" an Konfrontation denkt, liegt falsch. Der staatliche Denkmalpfleger ist nicht der Feind, sondern derjeneige der die staatlichen Zuschüsse her schafft, bzw. die Bewilligung unterstützt. In der Regel ist neben der Finanzierung, ein Sanierungs- und ein Nutzungskonzept vorzulegen. Ja abgelegener und mistiger die Bude, um so geringer die Anforderungen.

    Nun, das muss dann tatsächlich regional sehr unterschiedlich gehandhabt sein. In der Krummhörn/Ostfriesland verfallen reihenweise ganze Bauernhöfe/Stallgebäude, weil diese unter Denkmalschutz gestellt wurden, die Auflagen und Kosten für eine Sanierung aber völlig absurd sind und in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

  • Als wir 2003 unser reetgedecktes Bauernhaus gekauft haben, war eine der ersten Fragen, die ich hatte, die nach dem Denkmalschutz, die zweite war dann die nach einer möglichen Umnutzung des Wirtschaftsteils als Wohngebäude.

    Denkmalschutz war zum Glück nicht, die Umnutzung des Wirtschaftsteils als Wohneinheit bekamen wir hin, weil wir amtlich nachweisen konnten, daß 1945-1947 Kriegsvertriebene einen Raum im Wirtschaftsteils wohnlich nutzten und damit keine Nutzungsänderung vorlag.

    Lediglich die Schankkonzession konnten wir nicht aufrecht erhalten.


    Gruß


    Tid