Backen im Blumentopf

  • Test


    Backen im Blumentopf


    Heute starten Murmeltierchen und meine Wenigkeit eine kleine Versuchsreihe zum Thema Nahrungszubereitung in der Krise. Ziel ist herauszufinden was mit Teelichtern geht und was nicht.

    Dazu war ich letztens bei Landfuxx Terrakotta einkaufen. Zwei verschieden große Untersetzer, einen großen Blumentopf und Abstandshalter.

    Wir versuchen gerade ein einfaches Weißbrot zu backen. 500 Gramm Mehl, Trockenhefe, Salz, Zucker. Dazu werden 9 Teelichter zum Backen benutzt, geplante Zeit des Versuches 2 Stunden.


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    Ich melde mich also in ca. 2 Stunden wieder. Mal sehen ob die etwa 360 Watt ausreichen ein Pfund Brot zu backen. Zu mindestens ist schon jetzt kurz nach Start eine kleine Erhöhung der Raumtemperatur spürbar.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Hmmm, dauert wohl doch etwas länger. Luftschlitz unten zu breit? Das Brot muss weiter hoch ins obere Drittel? Mehr Kerzen?

    Überlegungen hebe ich mir für später auf. Ich lasse das jetzt genau so bis die Teelichter ausgehen und präsentiere euch dann das Ergebnis. Sollte es unbefriedigend sein kann ich beim näxten Mal immer noch etwas ändern. Egal wie es wird, ich lasse euch gerne daran teilhaben. Es reicht ja wenn ich die Fehler produziere und ausmerze, dann haben es eventuelle Nachahmer leichter.

    Wenn erst einmal Brote gelingen ist ein Grillhähnchen geplant. Eine Pizza wäre dann sicherlich auch möglich. Bin halt für jeden Blödsinn zu haben, mal sehen wie weit ich diesen Spaß treiben kann.;)


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    114 Grad sind jetzt nicht die Welle, schau mer mol.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Miesegrau ()

  • Ergebnis & Fazit


    Die Teelichter sind abgebrannt und das Brot ist fertig. Backdauer ca. 4 Stunden. Oben noch sehr hell und unten ein wenig arg dunkel. Aber es ist durchgebacken, locker und genießbar. Schmeckt sogar gut.


    Ich werde ein Drahtgestell für den Blumentopfofen bauen um das Backwerk mehr in das obere Drittels zu bekommen. Dadurch erhoffe ich mir mehr Oberhitze und eine etwas kürzere Backzeit.


    Achso, die Bilders.


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    Es ist also durchaus möglich mit 9 Teelichtern im Blumentopf ein Pfund Brot zu backen. Da der Ofen außen ca. 112 Grad erreicht heizt er für die Betriebsdauer gleich durch seine Strahlungswärme die Bude mit, war deutlich zu spüren. Der nächste Versuch folgt in Kürze.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • ...ist ein Grillhähnchen geplant

    Yep Danke Miesegrau Deine Umsetzungen in Anwendung sind echt Klasse & Lehrreich hatte ich HIER auch schonmal was zu geschrieben!


    ...Schmeckt sogar gut.

    Hattest Du kein Problem mit einer Paraffinnote als Beigeschmack? Bei Hühnchen machte sich das echt stark bemerkbar, vielleicht wegen dem Fett!

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü

  • Die Idee Ansicht ist nicht schlecht, und wie man sieht auch praktikabel. Was mich stört sind aber die Mengen an Teelichtern die man da verbraucht. Klar die Dinger gibt es ja eigentlich auch recht günstig. Aber auch da, wie bei vielen anderen Dingen, gibt es viele die grottenschlecht sind. Wir haben schon vermehrt welche gehabt die nach ein paar Sekunden ausgingen, und sich nicht mehr anzünden ließen. Da helfen auch keine Massen an Teelichtern, nur weil sie so billig waren. Ich hatte das Glück mir zu der Zeit selber welche herzustellen, so mussten sie nicht als Anmachhilfe im Ofen verschwinden, denn zu mehr waren sie nicht nutze

    Allerdings in einem Notfall, wo man nicht weiß wie lange der dauert, sollte man mit allem was man an Vorräten hat sorgsam umgehen. Dazu gehören auch für mich Kerzen. Sicher habe ich ein paar hundert, hauptsächlich selber hergestellt aus Wachsresten. Aber wo bekomme ich Wachsreste in einem Notfall her.

    Um es auf den Punkt zu bringen, der Versuch von Bärchen ist super und bedarf keiner Kritik, weil es eben klappt. Dennoch würde ich einen Guseisen oder Römertopf vorziehen, Mit Holzresten befeuert kein Problem und ergiebt in etwa das selbe Ergebniss.

  • Hab heute früh wieder ein Stück von dem Brot gegessen. Paraffingeschmack war nicht festzustellen. Mit Teelichtern habe ich bezüglich der Qualität noch keine negativen Erfahrungen gemacht, auch bei den billigen nicht. Ich habe von den Dingern jede Menge eingelagert und benutze sie auch.


    Eine Verschwendung von Ressourcen kann ich auch nicht wirklich erkennen. Nehmen wir mal an eine Packung Teelichter a 100 Stück kosten 2 Euro. Ich nehme davon 10 Stück (20 Cent) und kann damit ein Brot backen und mit den ca. 400 Watt für 4 Stunden einen Raum etwas erwärmen. Für 2 Euronen kann ich das genau 10 Mal machen! Mir fällt spontan jetzt keine andere Variante ein wo der Kosten/Nutzen Faktor so hoch ist.


    Und genau deswegen werde ich hier weiter experimentieren. Bin sehr dankbar für Inputs ala derSchü die mich/uns bei diesem Thema weiter bringen. Außerdem macht mir die ganze Sache wirklich Spaß, wenn dabei ein brauchbares Konzept heraus kommt um so besser.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Auf Inspiration von Lunatiks habe ich auch vor kurzem einen ähnlichen Versuch gemacht. Bei mir war es ein Topf im Topf Experiment. Also Ein Alutopf auf Abstandshaltern (Musterbeutelklammernn in den Topf geworfen) innerhalb eines "normalen" Topfes. Der Alutopf war noch oben hin offen. Da ich kein Gestell für den Aufbau hatte, habe ich ein Stövchen aus Keramik verwendet. Da passten leider nur 5 Teelichter rein. Die haben dann circa 4 Stunden gebrannt. Ergebnis war nicht so dolle. Der Teig war zwar durch, aber das Brot ist anfangs sagenhaft aufgegangen und dann total eingefallen.

    Es folgte ein weiterer Versuch mit 6 Teelichtern auf einem improvisierten gestell. Diesmal war es auch weniger Teig damit der nicht am Deckel kleben bleibt. Aber auch dies war noch nicht befriedigend. Auch dort ist das Brot wieder extrem eingefallen - aber zumindest wäre es essbar gewesen. Mit einem Löffel hätte man den Brotteig rauslöffeln können. Vermutlich braucht es einfach mehr Hitze (wie bei Miesgrau) und evtl. ein optimiertes Rezept bei dem sich das Teigvolumen nicht so stark ändert.

    Als Zutaten hatte ich (für den zweiten Versuch mit weniger Teig) 100ml Wasser, 1 EL Öl, 1/2TL Salz 175g Mehl, 1TL Zucker und ein halbes Päckchen Trockenhefe.


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    Miesegrau : Bin gespannt auf die Fortsetzung deiner Experimente :)

  • Backen im Blumentopf

    gut für drinnen



    Mit Holzresten befeuert kein Problem und ergiebt in etwa das selbe Ergebniss.

    aber ned jeder kann drinnen ein offenes Feuer machen,


    Der Vorteil beim Holz wird aber sein, das man leichter rankommt als an Teelichter - im Fall der Fälle


    aber gut zu wissen das es auch mit Teelichtern klappt.

    Möglicherweise geht das Backen ja auch noch mit ganz anderen Methoden … probieren geht über studieren

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Schlussendlich geht es ja darum, mit sehr einfachen und im Hause leicht lagerfähigen Mitteln eine halbwegs geniessbare Mahlzeit zuzubereiten wenn die herkömmlichen Mittel aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zu Verfügung stehen.

    Auch wenn Teelichter jetzt nicht gerade zu meinen bevorzugten Gerätschaften zählen finde ich jedoch Miesegrau 's Versuch sehr kreativ und offenbar erfolgreich. Kreativität und Querdenken ist auch das was bleibt wenn sonst alles weg ist.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Hi Miesegrau,


    klasse und erfolgreicher Versuch der bestimmt gut geschmeckt hat nicht nur dem bezaubertem ÖPi ;) ... super & danke :):thumbup:


    Übrigens ist/war Deine erreichte Kerntemperatur von 85 Grad völlig ausreichend für Hühnchen auch wenn vermutlich auf dem von Dir benutzten Thermometer über 90 Grad verzeichnet ist (hab glaub ich genau das Selbe vom Aldi) Wäre aber durchaus interessant, ob die Gradzahl mit einem mehr an Kerzen, ist ja noch genug Platz aufem Unterteller, wie hoch noch zu steigern ist/wäre?


    Kann mir durchaus mit Topf im inneren hier auch über Reis/Kartoffeln garen, Linsen/Bohneneintopf oder Gulasch usw. viele weitere Gerichte vorstellen!


    Apropos Nebeneffekt Heizleistung! HIER mal ne Bauanleitung (Bedank an die Pfadfinder aus Suelz) für eine Blumentopfheizung mit HIER nochmal als anschaulicher Clip sowie sogar Überprüfung der Heizleistung in dem nachfolgenden CLIP Ist natürlich nix für die gesamte Bude aufzuheizen aber in einer ähnlichen Variante mit 24Stunden/Grabkerzen von mir tatsächlich im vorderen Fußraum aufgestellt im 124erKombi als Standheizung beim Wintercamping erfolgreich benutzt und anstatt -12 Grad mollig warme +8 zum dann schlafen gehen zu haben, entscheidend angenehmer sowie über Nacht auf jedenfall "Erfrierungssicher" und für die anwesenden Mädel's wohl der Hauptgrund bei mir zu übernachten...:!:

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    Gruß derSchü

  • Super Idee. Werde ich in den kommenden Tagen nachbauen! Eventuell gleich mehrere, damit die immerhungrige BEVA auch was zu Essen abbekommt und ich schauen kann, wie der Effekt auf die Raumtemperatur ist, für den Fall eines Heizungs- oder Stromausfalls.

    Ich kannte das vorher nicht und finde es richtig genial, mit so einfachen Mitteln eine Wärmequelle inkl. Backmöglichkeit herstellen zu können. Danke für den Thread und die Bilder!

  • ist der Blumentopf nach dee Aktion innen komplett sauber oder hat man rußproblene?


    Wenn man den Topf dämmt, könnten auch schon 5-6 Teelichter genügen

  • Auch ich habe diesen Winter den Versuch mal gewagt.

    Leider war mein erstes Brot nicht so der Hit.

    Sehr wahrscheinlich lag es an den folgenden zwei Fehlern: Ich habe mit 1kg Mehl wohl einen zu grossen Teig für meinen Topf angesetzt. In meiner Angst, dass das Brot nicht komplett durchbacken könnte, habe ich ganze 10 Teelichter verwendet.


    Fazit: Die obere Hälfte konnte man essen. Die untere Hälfte musste ich über Nacht in Wasser einweichen lassen, bevor ich sie vom Teller lösen konnte.


    Ich könnte es eigentlich wieder mal versuchen, mit nur 500 g Mehl und weniger Kerzen.

    Für ein ganzes Hühnchen ist mein Topf zu klein, resp. läuft oben zu sehr zusammen.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Heute habe ich es nochmals versucht, doch mit leichten Veränderungen.

    Ich habe nur 6 statt 10 Kerzen verwendet und diese ganz aussen am Rand platziert. Dadurch wird der Teig indirekt und nicht von direkt unterhalb erhitzt.

    Ausserdem habe ich den Unterteller, wo der Teig drauf liegt, leicht mit Sonnenblumenöl eingefettet. Daran habe ich letztes Mal nicht gedacht.

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    Fazit meiner Familie: Das nächste Mal genau gleich machen.

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    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Hallo!


    Ich wäre von selbst nie auf die Idee gekommen, mit sowas Brot zu backen, aber das ist ja einmal echt eine tolle Idee. Eignet sich das für alle Brotsorten und welche Teelichter sind besonders dafür geeignet? Ich glaube ich würde so etwas auch einmal probieren. So spart man einiges an Strom und während einem Stromausfall kann man auch noch essen machen für die Familie. Finde ich super


    Danke für den Tipp!