Wie sich die Masse bei Nahrungsmittelknappheit verhält

  • Der Titel "Wie sich die Masse bei Nahrungsmittelknappheit verhält" ist vielleicht etwas irreführend. Aber die Bilder, die mir meine BEVA heute morgen vom Kaufland-Parkplatz geschickt hat, lässt für den Fall der Fälle das Schlimmste befürchten. Bereits um viertel nach sieben absoluter Ausnahmezustand vor und im Kaufland im Nachbarort, nichts geht mehr. Bereits bei den Bildern friert es mich eiskalt ins Gesicht. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie das im SHTF Fall aussehen würde, wenn Angst und / oder Panik um sich greifen 8| Da möchte ich dann definitiv woanders sein und meine Familie davon weit weg wissen...


    Trotzdem bringen mich solche Szenarien immer ins Grübeln. Selbst wenn mein Vorratskeller gut gefüllt wäre (und das ist er bei Weitem noch nicht wunschgemäß), wie gehts dann weiter? Denn wenn alles um Dich herum Hunger hat und bei Dir aus der Hütte duftet es als Einzigstes nach leckerem Dosenfutter... =O

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Puh, ich war heute auch noch kurz außer Haus, weil... naja, die Wein-Versorgung über die Feiertage muss Sichergestellt sein :-P


    HÖLLE!!


    Es ging zu wie ... naja... Ausnahmezustand halt 2,5 Tage ohne Rewe-Kühlschrank... um Himmels willen.... das Ende der Welt... Ich bin dann zu einem Laden von dem ich wusste, dass er generell wenig frequentiert ist.


    Aber ja, im SHTF-Fall darfst eigentlich keine Fenster aufmachen wenn du kochst, oder du hängst dir Aktiv-Kohlefilter in die Abluft oder sonst was.

    Oder du bist a) bereit mit der kompletten hungrigen Nachbarscheift zu teilen, oder b) du machst andere unschöne Dinge (wo mir wirklich graust vor!).


    Die große Frage: WAS mache ich, wenn die Nachbarn mit ihren zwei kleinen hungrigen Kindern bei mir auf der Schwelle stehen und um Essen betteln, oder noch schlimmer es einfordern??

    Und... gebe ich ihnen was, dann kommen die anderen 400 Nachbarn auch?!


    Miese Zeiten würde mein Sohn da sagen....

    Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.


    Albrecht Müller

  • Wenn man vor Feiertagen solche Szenen beobachten muss, hat man selbst schon was falsch gemacht. ;)


    Ich setze an solchen Tagen keinen Fuß vor die Tür. Vorräte sind zur Genüge da. Fehlt irgendeine bestimmte Zutat dann gibt es halt was anderes zu essen. Da muss man mit sich selbst strikt sein.

  • Naja Ben.


    Wir haben unsere Einkäufe auch bereits letzte Woche erledigt und müssten theoretisch unser Haus bis Neujahr nicht mehr verlassen.


    Aber es gibt ja auch noch ein paar frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse, die ich nicht eine Woche im Voraus kaufen möchte, wenn es nicht nötig ist.

    Und auch das Brot hole ich gerne am Morgen frisch beim Bäcker. Das hat sich bei mir als "Ferienritual" ergeben: Morgenspaziergang und frisches Brot holen.


    Von daher bin ich auch einer, der diese Szenarien betrachtet. Und manchmal hat es auch was befriedigendes, wenn alle um dich herum gestresst übervolle Einkaufswagen umher schieben und du selbst brauchst für deine paar wenigen Dinge nicht mal einen Einkaufskorb. ^^

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Ist ja auch nur meine Sicht der Dinge. Ich gestehe anderen ihre eigene Sichtweise zu. :)


    Frisches Obst habe ich immer da und sonst eingefroren. Brot backe ich auch selbst und habe einiges eingefroren.

  • Ich setze an solchen Tagen keinen Fuß vor die Tür. Vorräte sind zur Genüge da.

    Yep :P:thumbup:


    Gerade sind für Morgen & die Tage 3,5kg Wildschweingulasch am auftauen, dazu hausgemachte Spätzle und Kartoffelklöße mit eingeweckten Pilzen, Zwiebeln und Speck sowie Rotkraut und Preiselbeeren als Beilage, dazu gereicht nen feinen 2017er Rieslingkabinett oder/und Landbier und als lecker Nachtisch Bratäpfel mit Marzipankirschmarmeladenmandelfüllung...


    Die angesprochenen Tage gibts dann Restevarianten davon und was meine "normale" Speißekammer + Fleisch/FischTK hergibt könnte ich noch locker 10 Gäste mit allerlei Leckereien als Viergängemenüe aufgetischt - glatt bis zum Jahresende mit durchfüttern:!:


    Es lebe die 5. Todsünde und damit :)


    WH2019.jpg

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü

  • Musste heute aus anderen Gründen auch nochmal in die Stadt und konnte das Schauspiel auch bestaunen. Schon irre, wie sich die Massen da über die Supermarktparkplätze wälzen. Zum Glück haben wir einen festen Einkaufsrhythmus, zum Supermarkt oder Discounter geht es maximal 1x im Monat. Frisches bekommen wir bei uns zum Glück noch im Dorf beim Metzger, Bäcker und im Dorfladen. Ebenso Getränke und Mehl gibts im Nachbarort im Mühlenladen. Ohne Parkplatzchaos. Beim Bäcker haben wir ein Brötchenabo, d.h. samstags ist die Tüte mit Brezeln/Brötchen und ein Brot vorgepack, wir brauchen es nur noch abholen. Geniale Sache, nutzen gefühlt 80% der Kunden. Dadurch geht das Einkaufen fix im kleine Lade, auch bei viel Andrang. Beim Metzger nutzen wir vor Festtagen die Möglichkeit der Vorbestellung und dann ist auch da schnell eingekauft (ok, die gesparte Zeit geht dann mit dem einen oder anderen Schwatz im Laden wieder drauf...).


    Grüsse

    Tom

  • Also ich glaube ich wohne im falschen Ort. Klar war ich heute einkaufen, das Fleisch für Weihnachten habe ich gerne frisch. Aber von Chaos oder überlaufen bei uns keine Spur. Etwas mehr als normal, aber weit weg von Chaos und übervollen Geschäften. Aber hier ist das wohl normal mit dem rechtzeitigen Einkaufen. Ist mir schon öfters aufgefallen.

  • Ich war heute in der Stadt unterwegs, wenn auch nicht einkaufen. Den Verkehr auf den Straßen und die Passantenfrequenz fand ich eigentlich erstaunlich niedrig. Allerdings war ich auch eher in der Innenstadt und nicht in der Grünen-Wiese-Zone, wo die meisten Supermärkte stehen.


    Mir wird auch der geistige Nährwert dessen nicht ganz klar, dass sich hier einige Mitschreiber in schöner Regelmäßigkeit vor diversen Festtagen über den bekannten Ansturm auf die Geschäfte empören. Ist nun mal so.


    Ich finde den Vergleich zu einer eventuellen Notsituation auch nicht zwingend zutreffend. Konservenfutter ist nun mal nicht jedermanns Sache zu Weihnachten, für eine Gefriertruhe beitet nicht jede Wohnung Platz und manche Lebensmittel sind eben nicht mehr so lecker, wenn ich die beim üblichen Wocheneinkauf am Samstag besorge und sie dann am Zweiten Feiertag am Donnerstag verbrauchen will. Da führt dann für den Einkauf kaum etwas am heutigen Tag vorbei. Und wenn ich dann noch arbeiten muss und das nur in die ersten zwei Stunden nach Ladenöffnung und die letzten drei vor Feierabend gequetscht bekomme, führt kaum etwas an den Kundenmassen vorbei.


    Natürlich dürfte es bei gravierenden Versorgungsunterbrechungen an den noch mit Lebensmitteln versehenen Märkten zu unschönen Szenen kommen, aber ich bezweifle, dass der Festtagseinkauf ein nur annäherndes Bild dessen abgibt.


    In diesem Sinn wünsche ich allseits ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest!

  • Interessant fand ich gestern das im süddeutschen Raum Probleme beim Bezahlen mit EC und Kreditkarten bestanden. Ging leider kaum durch die Presse. Meine Frau war in mehreren größeren Lebensmittel Discountern. Alle haben irgendwann die elektronischen Zahlmöglichkeiten eingestellt. Was durchaus zu größerem Chaos führte.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Ich setze keinen Fuss, eine Woche vor Weihnachten in einen Laden. Was nicht da ist bleibt wo es ist bis nach Weihnachten.

    Die Rehkeule war in der Tiefkühltruhe, die Knödel wurden selbst gemacht, der Rotkohl kam aus dem Glas. Und die Bratäpfel für den Nachtisch lagen griffbereit auf der Anrichte. Alle Zutaten befanden sich in den entsprechenden Schubladen. Wo ist das Problem.


    Aber ich denke so abwegig ist der Feiertagsansturm mit einem Szenario nicht von der Hand zu weisen. Die Menschen können sich eben nicht mehr vorstellen wie es sein kann wenn die Regale leergefegt sind. Klar sieht man es ab und zu im Fernseh, aber das ist meistens am anderen Ende der Welt, und was juckt es einen. Hier gehe ich um die Ecke und bin im Einkaufsparadies.

    Wie soll ich ein Szenario überstehen, wenn ich hier und jetzt mich nicht im Griff habe und das Obst so friesch sein muss das es den letzten oder vorletzten Tag im Gedrängel geholt werden muss. Auch das angebotene Obst oder Gemüse ist auch nur bedingt frisch. Nicht umsonst wurden so viele neue Sorten gezüchtet die nur nach Aussehen und Haltbarkeit ausgelegt wurden.

  • [...]


    Gerade sind für Morgen & die Tage 3,5kg Wildschweingulasch am auftauen, dazu hausgemachte Spätzle und Kartoffelklöße mit eingeweckten Pilzen, Zwiebeln und Speck sowie Rotkraut und Preiselbeeren als Beilage, dazu gereicht nen feinen 2017er Rieslingkabinett oder/und Landbier und als lecker Nachtisch Bratäpfel mit Marzipankirschmarmeladenmandelfüllung...

    [...]

    Wann müssen wir wo sein?!? :P

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Ich! Ich! Ich! Was anderes scheint es bei vielen nicht zu geben.


    Zwar kein Einkaufsrummel, aber mal auf dem Wertstoffhof: Notarzteinsatz, Herzinfakt eines Mitarbeiters.

    Alle drängeln am Sanka vorbei, um ihren Wertstoff möglichst schnell los zu werden. Ich werde angepöbelt,

    weil ich versuche ein paar Leute zurückzuhalten. Da stirbt grad einer, und die Leute denken an ihren MÜLL!!!!


    Ich kann es sehr gut glauben, dass, wenn die Regale dünner besetzt werden, dass da Menschen totgetrampelt werden.

    Wegen einer Plastikpackung Parmaschinken.

  • Opa Du hast absolut recht! Der Egoismus uffert wirklich extrem aus für mein Empfinden!


    Das Einkaufen ist da wirklich ein Paradebeispiel. Wir gehen jede Woche den Familieneinkauf zusammen zu machen.

    Wenn ich den Einkaufswagen abstelle achte ich darauf, dass er niemanden behindert und jederzeit jemand daran vorbei kommt.

    Aber gefühlt bin ich mit der Einstellung wirklich auf einsamen Posten. Wie oft ich Wägen anderer aus dem Weg schieben muss, weil sie wirklich MITTEN im Gang stehen.... eieiei... ich bin in letzter Zeit dazu übergegangen wenn ich so einen Wagen im Weg habe und der "Besitzer" nicht zu sehen ist, den Wagen komplett woanders ab zu stellen... eine kleine Strafe muss sein!


    Anderes Extrem-Beispiel: Bei uns ist eine Norma und dein DM nebeneinander und deren Eingänge sind auch ca. 8 Meter nur auseinander.

    Davor befindet sich ein großer Parkplatz!

    Aber ein Vollhonk hat wirklich DIREKT vor dein Eingängen geparkt! Das sah dann echt so aus:

    Ego-Parker.jpg


    Ich musste mir wirklich die Augen reiben, weil ich es nicht glauben konnte..... und der stand da nicht nur 5 Minuten, sondern deutlich länger...


    Oder generell beim Verkehr. Ich muss leider beruflich bedingt jeden Tag einfach 35 Km einfach pendeln. Was da auf den Straßen/Autobahnen abgeht ist....


    Sagen wir so:

    Ich werde mir jetzt zeitnah eine Dashcam für vorne und Hinten besorgen, denn die Einstellung "Die Straße gehört MIR!" der meisten Autofahrer ist oft einfach nur Lebensgefährlich.


    Ok... mein Empörungspegel steigt gerade wieder an... muss was anderes machen!

    Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.


    Albrecht Müller

  • So sehr ich die Abneigung der Meisten gegenüber solchem Rummel und Weihnachts(kauf)rausch verstehen kann. So sehr kann ich jedem nur empfehlen diesen oder ähnlichen regelmäßig auch mitzuerleben.


    Es wird zwar immer versucht die Einstellung "Ich will meine Ruhe, ich will ein Haus im Wald und bloß keinem anderem Menschen begegnen!" als charakterliche Stärke zu verkaufen, ich habe aber meine Schwierigkeiten diese als solche zu sehen, auch wenn ich selber manchmal zu solchen Wunschträumen neige.


    Wenn es zum SHTF-Fall kommt und man gezwungen ist das Haus für kurze oder längere Zeit zu verlassen und sich in größere Ansammlungen von Menschen zu begeben, ist es sicher nicht hilfreich, wenn man wegen völliger Reizüberflutung und oder innerlichem Stress nicht mehr handlungsfähig ist oder bleibt und sich oder seine Liebsten nicht mehr adäquat im Auge behalten kann. Die Fähigkeiten in Menschenmassen den Überblick zu behalten, entspannt zu bleiben und sich womöglich auch noch sozial zu verhalten sehe ich durchaus als wichtig an.

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    Es wird zwar immer versucht die Einstellung "Ich will meine Ruhe, ich will ein Haus im Wald und bloß keinem anderem Menschen begegnen!" als charakterliche Stärke zu verkaufen, ich habe aber meine Schwierigkeiten diese als solche zu sehen, auch wenn ich selber manchmal zu solchen Wunschträumen neige.

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    Ich sehe das gleich wie Stickstoff.

    Auch ich mag meinen ruhigen Rückzugsort (Garten), an dem ich mich ungestört erholen will.


    Wenn ich dann so Sätze lese in der Art wie "Die anderen Menschen sind mir völlig egal" oder "Ich will ja in Ruhe gelassen und von niemandem belästigt werden", komme ich manchmal schon ein wenig ins Grübeln. (Ich habe hier niemanden zitiert, nur zwei Verallgemeinerungen wiedergegeben.)

    Gilt diese Devise dann auch noch, wenn man aus irgendwelchen Gründen auf Rettungskräfte angewiesen ist? Sollen die einem dann auch in Ruhe lassen?

    Hier ist man dann sicher froh, wenn die hoffentlich nicht die selbe Einstellung wie man selbst haben.


    Auch für mich ist die Fähigkeit, sich in grossen Menschenmassen zu bewegen, das Verhalten einzelner oder mehrerer abschätzen zu können und in einem Gedrängel nicht gleich komplett durchzudrehen, preppertechnisch wertvoll.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Vorab, für mich gibt es nichts Schöneres als abends, oder wann auch immer sich die Zeit dazu findet, irgendwo in Ruhe alleine meinen eigenen Dingen nachgehen zu können. Große Menschenmengen sind für mich anstrengend, ABER ich finde es sogar fatal wenn sich jemand wirklich komplett von der Gesellschaft abkapselt. Sicherlich wird es Gründe dafür geben wenn jemand diesen Weg für sich gewählt hat und aktuell mag es durchaus gut funktionieren, aber wenn wir den Faden weiter spinnen und bis zu dem Punkt gehen an welchem das System zusammenbricht und man eben nicht mehr nur sein Geld vorzeigen muss um das Gewünschte zu bekommen, spätestens dann wird es für Einzelgänger schwierig. Ich hoffe dann für jeden, dass ein stabiles soziales Netzwerk vorhanden ist in welchem sich gegenseitig geholfen wird. Ein solches erst aufzubauen wenn man sich bisher aus allem raus genommen hat halte ich für unmöglich, denn es erfordert dann nicht zuletzt einen eventuell sogar kompletten Wechsel im Denken.


    Man darf hier nicht vergessen, auch die beste Bevorratung, Ausrüstung und auch die beste eventuell vorhandene Bewaffnung bringen einem nichts, wenn man, eventuell sogar deutlich, in der Unterzahl ist, oder der Gegenüber deutlich besser ausgerüstet ist. Ist man nun alleine ist man eigentlich immer in der Unterzahl. Zudem spricht sich schnell rum wo alleinstehende Menschen leben. Eine genaue Adresse wird hierzu gar nicht benötigt. Eine ungefähre Ecke und etwas Zeit in die Beobachtung investiert reichen hierzu vollkommen aus. Dies betrifft auch kleine/junge Familien, alte Leute und abgelegene Häuser. Alles potenzielle Opfer da vermeintlich leichte Ziele.


    Da man schlecht komplett unsichtbar sein kann fällt irgendjemandem immer zumindest die reine Anwesenheit auf, auch wenn derjenige sich ansonsten vielleicht sogar noch nie mit den anderen Menschen unterhalten hat und sich auch sonst eher unauffällig verhält. Dieser letzte Punkt fällt sogar besonders negativ auf. Auch wenn heutzutage wenig miteinander gesprochen wird, so findet dennoch ein Mindestmaß an Austausch statt und sei es nur mit denjenigen die einem häufiger begegnen. Ein ausbleibendes "Hallo" reicht da manchmal schon um auf der "mentalen Abschussliste" der Nachbarin zu landen. Und hier beginnt dann der Anfang vom Ende. Der Nährboden für den Nachbarschaftsklatsch ist gelegt und nur schwer wieder zu bereinigen, denn wer interessiert sich heute schon wirklich für die ehrliche Antwort auf "Na? Wie geht es dir heute?" Niemand will hören das es einem heute eventuell nicht so gut geht und schon gar nicht warum. Jeder erwartet die Standardantwort "Gut" und dann geht es auch schon zum belanglosen Smalltalk über.

    Hier wird dann jedoch selten gelobt sondern eigentlich fast immer nur geschimpft und da bietet sich "der mürrische Kauz von gegenüber", neben dem schlechten Wetter und den gestiegenen Spritpreisen, dann wieder hervorragend an. Diese so weitergetragenen Infos verzerren sich mit der Zeit und ziehen Kreise, gelangen in Ohren die plötzlich sehr hellhörig werden und dann geht derjenige eben mal gucken. Ob mit guten oder mit schlechten Absichten ... wird sich aus der Situation ergeben.



    Doch zurück zum Thema:

    Eingekauft wird bei uns rechtzeitig und im Voraus. Sollte doch mal noch etwas wichtiges benötigt werden wird nur genau das besorgt und sonst nichts. Ist jedoch bereits im Eingangsbereich eines Ladens zu erkennen dass es hier viel zu voll ist wird im nächsten Geschäft nachgeschaut, oder eben in den sauren Apfel gebissen und sich angestellt. Hierbei konnte ich letztes Jahr beobachten wie manche Menschen in ihren Gewohnheiten gefangen sind.


    Wir haben in der Nähe ein sehr großes Lebensmittelgeschäft. Im letzten Jahr gingen die Schlangen der mittleren Kassen quer durch den ganzen Laden und haben sich sogar im Bereich der Kühltheken weiter durch die Regale geschlängelt. (Kein Witz! :huh:)

    Als ich mit meinen Mädels durch den Laden lief hatten wir uns anfangs noch gewundert wo die bloß alle anstehen, bekamen durch aufgeschnappte Gesprächsfetzen jedoch schnell ein ungefähres Bild. Als wir schließlich an der unglaublich langen Schlange vorbei weiter zu den Kassen gingen bestätigte sich dieses. Wir sind dann ganz gemütlich bis nach vorne durchgegangen und stellten erstaunt fest, dass die Kassen ganz links und ganz rechts am Rand zwar auch Schlangen besaßen, diese aber tatsächlich lediglich "normale" Längen hatten. Die Leute kamen jedoch größtenteils gar nicht auf die Idee mal zu gucken ob weiter vorne was geht. Die haben sich einfach schon hinten im Laden brav angestellt und geschimpft ... =O


    Im Krisenfall würde zwar sicher kaum noch einer so weit hinten stehen bleiben, aber dieses Verhalten war dennoch interessant.