... wenn in der Krise das Internet noch funktioniert?

  • Ich habe letzes Wochenende mit den kleinen mal wieder in unserem Wald "survivelt", und gezeigt, dass man sich mit "jagen und sammeln" von Kleintieren und Pflänzchen auch ganz gut ernähren könnte, wenn es denn sein müsste.


    Eigentlich ging ich davon aus, dass diese Nahrungsquelle recht sicher ist, da das Wissen, was man futtern kann, und was einen umbringt... sagen wir mal... nicht mehr sooo verbreitet ist.


    Wenn aber jetzt die Nahrung knapp wird, und nur ein einziger Mensch trompetet in seiner Gruppe raus, ... "hey die Frucht schmeckt voll toll!" mit Bild und Ortsangabe, dann werden Scharen von Menschen den Wald plattreten, und da helfen vermutlich auch keine "Betreten verboten"-Schilder.


    Dass sich dabei einige trotzdem vergiften ändert nichts an der Problematik, dass die Wiesen, Seen und Wälder ganz schnell leer sind.


    Wie seht ihr die Problematik bei einer Horde von 100 Milionen Menschen, die alle über das Internet die besten Futterstellen im Wald austauschen?

    Was für Probleme gibt das für uns für den Durchschnittsprepper? Welche Gelegenheiten?


    Der "einsame" Lagerplatz kann plötzlich total überlaufen sein.

    An einem Bunker, in dem schon seit 30 Jahren niemand mehr war, bilden sich Menschentrauben, weil sich einer, der vor 30 Jahre da war, daran erinnert.

    Wild wird nicht mehr auf seinen üblichen Wechseln unterwegs sein, sondern verstört in der Gegend rumrennen.

    Der Sichere Ort wurde von einem Geocacher entdeckt, und es betteln plötzlich hunderte von Menschen in der Zufahrt.


    Oder läuft es wie bei Corona, dass irgendwelche Hypes um Klopapier die Menschen davon abhalten, uns in die Quere zu kommen?



    Nick

  • Auch wenn das Internet nicht mehr funktionieren würde. Ich bin der Meinung, dass man im DACH-Raum in einer Krise nicht im Wald überleben könnte.

    Zwar bin ich kein Waldläufer und habe diesbezüglich keine empirischen Erfahrungen. Jedoch kommt meine Einschätzung von den beiden Punkten "Nahrung" und "Wärme im kalten Jahreszeiten".


    Vielleicht kann man das in östlicheren Gefilden noch bewerkstelligen, dass man im Wald monatelang unbemerkt leben kann.

    Aber in unseren Ländern trampeln schnell viele Leute durch den Wald weil sie Brennholz für den modischen Schwedenofen suchen oder weil sie das Gefühl haben, sie könnten mit einem bisher nie benutzten Bogen rasch ein Reh erlegen.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

    Einmal editiert, zuletzt von Chuck Noland ()

  • Ein ähnliches Thema hatten wir hier schon mal: Gedanken zum Überleben im Wald


    Wer in einer umfassenden Krise alleine aus den Ressourcen des Waldes heraus überleben zu können glaubt, lebt an der Realität vorbei. Sicher können Jagen und Sammeln eine wichtige Ergänzung sein, aber es kann kein Konzept funktionieren, das ohne diese Quellen zusammenbricht.


    Dafür braucht es auch meiner Meinung nach kein Internet. Zumindest bei uns in der Gegend muss man heute schon bei einigen Früchten verdammt schnell sein, wenn andere einem nicht zuvorkommen sollen. Das gilt vielleicht mehr bei Beeren als bei Äpfeln, aber grundsätzlich werden die Ressourcen schon genutzt. Dazu sind einfach zu viele Leute mit Hunden, Jogger oder einfach nur Rentner mit viel Freizeit in der Gegend unterwegs. Mitten im Wald mag das zwar etwas anders sein. Aber wirklich große Waldgebiete, die von den umliegenden Orten nicht freizeitmäßig genutzt werden, sind ziemlich selten.

  • Aber wirklich große Waldgebiete, die von den umliegenden Orten nicht freizeitmäßig genutzt werden, sind ziemlich selten.

    Und sie sind leicht aufspürbar. Ich habe mal mit Google maps einfach so aus der Vogelperspektive wenig bevölkerte Landstriche abgegrast, und nach eben solchen Waldgebieten gesucht. Und was ich kann, kann jeder, der sich einen Nachmittag Zeit nimmt. Und das ist der Unterschied zu früher ohne Internet. Ich könnte mir gut vorstellen, dass solche "einsamen" Örtchen dann plötzlich total überlaufen sind.



    Nick

  • Ich könnte mir gut vorstellen, dass solche "einsamen" Örtchen dann plötzlich total überlaufen sind.



    Nick

    Meine Erfahrung aus dem lockdown: Im Großraum Wien waren Horden von Menschen in Wäldern unterwegs, wo ich die Jahre davor noch nie auch nur einen Menschen gesehen habe. Mit dem öffnen der Baumärkte kam die Einsamkeit wieder zurück.
    Welche Hilfsmittel da zur Hand genommen wurden um diese zu finden ist letztendlich egal, es ist davon auszugehen das dies auch ohne Internet so wiederholen würde.
    Ich hatte davor zwei Ideen wie ein Konzept für einen SO für mich aussehen könnte. Beide Ideen zeigen Mängel. Also muss ich dies neu überdenken.

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • Zwar bin ich kein Waldläufer und habe diesbezüglich keine empirischen Erfahrungen. Jedoch kommt meine Einschätzung von den beiden Punkten "Nahrung" und "Wärme im kalten Jahreszeiten".

    Da ich zu den Leuten gehöre die viel im Wald unterwegs sind bzw. genau weiß wo man was findet das Essbar ist kann ich Dir nur recht geben !


    Erstmal werden viele Leute Probleme haben etwas essbares überhaupt zu erkennen,bzw. von den Dopplgängern auszusortieren. Wenn man Bärlauch und Maiglöckchen verwechselt oder Champignons nicht von Knollenblätterpilzen unterscheiden kann...als Nachtisch dann noch ne Portion Tollkirschen mampft - hat sichs sowieso erledigt.


    Erschwerend kommt dazu das man um sich nennenswerte Kalorien aus dem Wald zu suchen meist mehr davon verbraucht als man findet. Und Saisonbedingt " richtig was zu holen" ist sowieso nur im Herbst. ( Jagd und Wild hiervon ausgenommen )


    Momentan würde das Menü nicht viel hergeben,Beeren,Früchte ect. sind erst in der Blüte usw. Einige Blattgemüse wie Löwenzahn und Giersch wird man finden,dazu fängt man sich eine dicke Portion Froschschenkel usw. als süssen Nachtisch lutscht man dann etwas Nektar aus den Blüten von Taubnesseln.


    Aber eine Kalorienbombe die auch noch Magenfüllemd wird geht anders:evil:


    Wer sich nicht auskennt,das nicht langfristig mit Vorratshaltung plant,haltbarmachen und lagern kann ect. wird "im Wald" eher nicht satt+glücklich sein ;)


    Wer möchte kann sich ja hier mal etwas reinlesen,das ist ein recht genauer Überblick was aktuell Wächst bzw. zu finden ist :


    https://www.kostbarenatur.net/…nte-kalender-zum-sammeln/

  • Außerdem wird diese „Waldromantik“ getrübt von:


    Eigentümern, Besitzern, Jagdausübungsberechtigten, Anwohnern in der Nähe, Zeitdruck, Angst, Wetter, Tageszeit (überwiegend eher Nacht, Dämmerung in der man sich bewegen muss) etc.


    Alleine die Bewegungsmuster und das eigene Verhalten werden dann durch zig Faktoren beeinflusst, die die meisten gar nicht bedenken und die massiv Einfluss auf den Erfolg bei der Nahrungsbeschaffung hat.


    Das hat mit einem normalen Waldspaziergang halt nichts, aber auch gar nichts mehr gemein.


    Ich erinnere mich an zusammengeschossene Menschen, die in der Nacht von einem Feld zurück kamen mit den wenigen „Vorräten“ die gesammelt wurden.

    Die serbischen Soldaten hatten nur darauf gewartet und sich einen Spaß daraus gemacht...


    Träumereien und bittere Realität sind zweierlei.

  • ... wenn in der Krise das Internet noch funktioniert?

    Netflix gucken, Pizza essen, Whisky saufen. #WirbleibenzuHause


    8o

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Ich sehe das funktionierende Internet als deutlichen Vorteil.

    In der aktuellen Krise hat sich gezeigt, dass wir früher in den Krisenmodus schalten als die Durchschnittsbevölkerung, auch wenn einige Verhaltensmuster durchaus idetisch waren (Vorräte aufstocken: mehr Nudeln, Seife usw.).


    Als Prepper denkst du manchmal einen Schritt voraus. Mit etwas Glück nutzt du die Informationen im Internet, nach denen die anderen erst ein paar Tage später suchen.

    Während du nach wenig besuchten Waldstücken suchst, um morgen früh dort zu sein, googlen andere vielleicht auch schon danach, was es im Wald gerade zu holen gibt. Aber viele von ihnen werden feststellen, dass sie mit den Pflanzenbestimmung überfordert sind und erstmal ein Bestimmungsbuch bestellen, welches man mitnehmen kann. Dann hast du zwei Tage gewonnen. Und gegen die, die nach einem Bild suchen, bist du ohnehin deutlich im Vorteil, wenn du jetzt schon viele Pflanzen kennst.


    Ich denke, das lässt sich auch auf andere Beispiele übertragen, wo du eher einen Vorteil als einen Nachteil durch das Internet hättest.

  • Wer sich nicht auskennt,das nicht langfristig mit Vorratshaltung plant,haltbarmachen und lagern kann ect. wird "im Wald" eher nicht satt+glücklich sein

    Das ist doch alles kein Problem: "Wenn Burger King zu hat, gehe ich eben zu McDonalds!"*


    * Originalzitat eines mir bekannten Erwachsenen am Anfang der Coronakrose auf meine vorsichtigen Hinweise auf notwendige Nahrungsmittelvorsorge. Aufgrund weiterer Erlebnisse ist mir heute bewusst, dass er das damals ernst gemeint hat.

    Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.

  • Und gegen die, die nach einem Bild suchen, bist du ohnehin deutlich im Vorteil, wenn du jetzt schon viele Pflanzen kennst.


    Warum hält sich immer noch der Gerücht. man könne mit einen Bild in Bestimmungsbuch eine ernsthafte Menge an Nahrung finden?


    Am einfachsten sich blühende Pflanzen bestimmen. Also sind da da abgebildet. Nur sowas sammelt man vielleicht für einen Tee, aber nicht um etwas zu essen zu haben. Da hätte man die Pflanze im Jahr vorher sammel müssen, nachdem sie die Speichwurzel ausgebildt haben, oder im Jungstadium, wo sie noch schmecken und nicht verholzt sind. Oder die Früchte, usw.


    Und wenn man dann seine Zielpflanzen sicher bestimmen kann, muß man noch die Stellen kennen, was sich das sammeln lohnt.



    Was dann ganz ohne Internet passieren wird, wenn man jeden Tag mit vollen Körben nach Hause kommt, wenn alle Kohldampf schieben, man hat ganz schnell viele Stalker und nach 2 Tagen sind die Sammelstellen leer gegrast. Und schon mehrmals erlebt, das die Beständen dann so zerstört sind, das man in den nächste Jahren dort nichts mehr sammel kann.

  • Leute vergesst es aus dem Wald oder vom Wegesrand Nahrung zu besorgen. Das kann noch das fahrende Volk, aber wir nicht mehr, oder nur bedingt. Auch macht es wenig Sinn sich mit einem Buch in den Wald zu setzen, um zu sehen was man essen kann. Selbst das Wissen über einige Pflanzen das man in den Jahren so mitbekommen hat, füllt nicht deinen Magen, oder den deiner Familie. Da werdet ihr jämmerlich verhungern.

    Ja es stimmt das Internet kann einem behilflich sein so manches Neues zu finden und in sein Wissen und die Handhabe einzureihen. Aber wenn man nicht ständig dabei bleibt verliert man es schnell auch wieder.

    Also Internet ok und das was man aus ihm holen kann, aber man muss täglich auch dabei bleiben, so das es wie eine zweite Haut wird, und wer kann das schon von sich sagen. Selbst ich der viel gelernt, was gartentechnisch angeht schaut immer wieder mal ins Netz. Habe ich was neues oder altes gefunden, schreibe ich es mir auf um es nicht zu vergessen. Am besten probiere ich es gleich aus soweit möglich.

    Das einzigste was einen vor dem Verhungern bewahren kann ist eine gute Vorsorge, und sich das Wissen aneignen wie man säht und pflanzt. Zumindest das Wissen darüber, und damit man es nicht vergisst, legt man ein kleines Stück auf der Fensterbank, Balkon oder im Garten an. das muss nicht riesig sein. Nur man sollte ständig sein Wissen trainieren. Und nicht zu vergessen, immer einen kleinen Samenvorrat haben damit man irgendwo neu anfangen kann.

    Und was viele auch vergessen 75% unserer Pflanzen in Wald und Flur sind giftig oder ungenießbar.

  • Was dann ganz ohne Internet passieren wird, wenn man jeden Tag mit vollen Körben nach Hause kommt, wenn alle Kohldampf schieben, man hat ganz schnell viele Stalker und nach 2 Tagen sind die Sammelstellen leer gegrast. Und schon mehrmals erlebt, das die Beständen dann so zerstört sind, das man in den nächste Jahren dort nichts mehr sammel kann.

    Aktuell heute im Wald entdeckt...

    Ich hatte mich auf die Suche nach evtl. frühen Pfifferlingen gemacht. Nur die Idee schien auch jemand anderes gehabt zu haben.

    Man hatte auf etwa 50m² mit einer Harke das Moos vom Waldboden gekratzt :thumbdown:

    So etwas macht niemand der sich auskennt - denn hier werden wegen der Austrocknung ( 50mm Humus dann Sandboden ) die nächsten Jahre keine Pilze mehr wachsen. Mycel zerstört und den Boden ausgetrocknet. Gefunden haben wird derjenige genau wie ich auch Null - denn es ist halt noch nicht so weit...

    Und nein,es waren leider keine Wildschweine,die reissen auch manchmal den Boden auf - dafür waren die Spuren zu eindeutig und gleichmässig :(

  • Wenn in der Krise das Internet noch funktioniert dann benutze es doch einfach. Du kannst dich selbst informieren wo es was zu holen gibt, andererseits kann zu oft falsche Informationen streuen um zum Beispiel den Mob in eine andere Richtung zu lenken. Wenn auf Facebook steht das der Prepper schon ausgeplündert wurde aber am andern Ende der Stadt noch ein volles Lager entdeckt wurde dann lass die Leute laufen und freue dich.

    Was die Großstädter angeht, die sich im Wald essbare Pflanzen er googeln wollen, die werden dann bald überall dort rumliegen und du kannst von ihnen deine Ausrüstung erweitern.:P

  • Was die Großstädter angeht, die sich im Wald essbare Pflanzen er googeln wollen, die werden dann bald überall dort rumliegen und du kannst von ihnen deine Ausrüstung erweitern.:P


    Soviel stark giftiges gibt es bei uns nicht und nicht und das meiste werden die gleich wieder ausspucken (sehr bitter, brennend usw.).

    Ich würde mir da nicht viel Hoffnung auf neue Ausrüstung machen.

  • Ich dachte auch mehr an die Zeit. Verhungern geht nicht über Nacht.


    P.S. : in dem Fall währe Facebook dein Helfer den die anderen hab ja bestimmt gepostet wo sie gerade verhungern. :/