Häuser gegen Ausschreitungen und Krawalle absichern

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    Ich würde evtl sogar so weit gehen die Sache von Innen mit einem 20cm Überstand direkt am Mauerwerk anzubringen.So sieht das Haus von aussen erstmal nicht so aus als ob der Besitzer "Schutzbedürftige Werte" hat ! Halt völlig Normal - und mit rausreissen wirds dann auf Grund der Grösse auch schwierig !

    Bin da auch am Überlegen. Vielleicht sollte man das situationsbedingt sehen.

    Wenn der absolute Monstersturm aufzieht und die gesamte Nachbarschaft ihre Buden wetterfest machen, würde ich auch von aussen schützen.

    Im Falle von marodierenden Banden oder dgl. eher den Stealth - Modus anwenden und von Ihnen schützen um von außen möglichst nicht aufzufallen.

    Wenn die Tiefe der Fenster- und Türlaibungen es hergeben, könnte man mittels Spreizen von innen arbeiten.


    Vorteil, die Zuschnitte wären für beide Anwendungsfälle die gleichen. Die Spreizen könnten im Fall „Unwetter“ auch von außen eingesetzt werden. Ich gehe mal nicht davon aus, dass die in diesem Fall jemand wegnimmt.


    Grundsätzlich sehe ich bei Fenstern und Türen jedoch den mechanischen Einbruchschutz als wichtig an. Wir diskutieren ja den Ausnahmefall, der Grundschutz ist jeden Tag sinnvoll.


    Was z.B. der Sonnenschutz leisten kann - oder eben nicht - sieht man in diesem Video


  • Eine Verteidigung in der Tiefe halte ich auf jeden Fall für sinnvoll.


    Ob das nun ein abschließbarer Dachboden oder stabile Türen im Haus sind oder ein übersichtliches Treppenhaus...

    Der Einbrecher soll nicht schon gewonnen haben, wenn er die supersichere Eingangstür "unerwarteterweise" überwunden hat.



    Nick

  • Ich möchte die Romantik etwas beleuchten, der Notwehrparagraph erlaubt zwar jedermann einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff abzuwehren. Mit der Wahl der Mittel bist Du aber sehr beschränkt. Ein am Bett liegendener (z.B. waffenähnlicher) Gegenstand erfüllt in diesem Zusammenhang den Vorsatz. Das pikante ist "gegenwärtig" und "Angriff". Trägt der Verursacher (z.B. Eindringling) Spuren davon, wirst Du nachweisen müssen, daß Du den Kollegen nicht vorsätzlich angegriffen hast. Das ist auch das Problem einer SV Situation gegen eine Kleingruppe in Partylaune.


    Tritt diese Situation in einer eher "rechtsfreien" Situation auf, wird wohl eher der Verursacher Dich mundtot machen, und zwar mit allen Mitteln.

    Nicht wirklich. Der Notwehrparagraph sieht als Kriterium, ob die Gegenwehrmaßnahme "geeignet" war, den gegenwärtigen Angriff zu beenden und nicht grob unverhältnismäßig war. Eine Rechtsgüterabwägung wird dem Angegriffenen nicht auferlegt. Selbst bei grober Überziehung (Notwehrexzess) greift die Strafbefreiung, wenn die Überziehung aus Angst, Schrecken oder Verwirrung entstanden war, und nicht aus Wut oder Bestrafungswillen. Also wenn ich einen Einbrecher, der plötzlich in meinem Schlafzimmer steht und mich jäh aus dem Schlaf reisst, in Panik töte, greift der Exzessparagraf. Aber nicht, wenn ich hinter ihm herlaufe und ihm in den Rücken schieße. Und dass ich ne legale Waffe zu hause habe, selbst wenn sie neben dem Bett liegt, beweist keineswegs meinen Vorsatz, sondern höchstens mein Angsthase sein. Und das ist meine Sache.

  • Bei den USA vs. Deutschland Vergleich sollte man nicht vergessen, dass praktisch alle Modernen Häuser in Deutschland einen Rolladen haben (siehe Post von transalp). Sowas ist in den USA völlig unbekannt. Daher werden dort die Fenster bei einem nahenden Sturm mit Sperrholz abgedeckt um das Glas zu schützen.

    Zum Thema Notwehr. Sowas eskaliert gerne in endlose "Was wäre wenn..." Fragen.

    Die Aussage von whswhs "Ein am Bett liegendener (z.B. waffenähnlicher) Gegenstand erfüllt in diesem Zusammenhang den Vorsatz." ist aber kompletter Unsinn. Wenn das so in Deutschland bei einer Waffensachkunde oder einem Jagdkurs gelehrt wird hätte ich gerne per PM die Ausbildungsstätte.

  • ...greift der Exzessparagraf....

    kannst Du diese Aussage hinsichtlich §33 StGB belegen?

    Eine legale Waffe wirst Du in einer solchen Situation nicht benutzen wollen, das Du ja über in diesem Fall über GrundKenntnisse und Sachverstand der Aufbewahrung verfügen solltest.

    Allein handeln gegen einen noch nicht begonnen Angriff hebelt das aus.

    Im SV Thread ist das ganz gut analysiert worden. Sicher, ein romanisches Thema, ähnlich dem waldbiwak. Ausgehend von der am Anfang beschriebenen US Situation wäre das aber egal, wenn 10...15 Mann mit AR15 und AK47 auf dem Grundstück sind.

  • Bei den USA vs. Deutschland Vergleich sollte man nicht vergessen, dass praktisch alle Modernen Häuser in Deutschland einen Rolladen haben (siehe Post von transalp). Sowas ist in den USA völlig unbekannt. Daher werden dort die Fenster bei einem nahenden Sturm mit Sperrholz abgedeckt um das Glas zu schützen.
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    Wobei mein Glaser mich angehalten hat, bei einem Sturm immer die Rollläden zu öffnen, da die Fensterscheiben deutlich stabiler und widerstandsfähiger gegen Wind und umherfliegende Gegenstände sind, als ein Rollladen. Und wenn er geschlossen wird, dann muss er vollständig geschlossen werden, um dem Wind keine Möglichkeit des "Daruntergreifens" zu geben.


    Selbst meine Alu-Rollläden bieten keinen Einbruchschutz, da der Schwachpunkt die Laufschiene ist. Diese ist schlicht mit je drei Schrauben in der Laibung verdübelt. Meines Erachtens bieten "normale" Rollläden lediglich einen Sichtschutz, jedoch keinen nennenswerten Wetterschutz (außer gegen Regentropfen) und so gut wie keinen Einbruchschutz.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • ist aber kompletter Unsinn. Wenn das so in Deutschland bei einer Waffensachkunde oder einem Jagdkurs gelehrt wird hätte ich gerne per PM die Ausbildungsstätte.

    Warst Du bei der WSK mal pullern? Normalerweise hast Du das, was Du bei der Jagd benutzt, ordentlich verschlossen bei der letzten "Begehung" ja vorgezeigt und möglicherweise den Beamten auch den Aufwand entschädigt.

    Hoffe doch entsprechende behördliche Mitleser haben das übersehen, allein diese Aussage lässt an der Zuverlässigkeit zweifeln. Wer einen JS/WBK anstatt einer Zinkplempe vorweisen kann, versteht das.

  • Wobei mein Glaser mich angehalten hat, bei einem Sturm immer die Rollläden zu öffnen, da die Fensterscheiben deutlich stabiler und widerstandsfähiger gegen Wind und umherfliegende Gegenstände sind, als ein Rollladen.

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    Ich erinnere mich noch gut an den verheerenden Hagelsturm im Juli 1984, der ab München runter bis Österreich mit bis zu 10cm Hagelgeschossen gewütet hat... wir haben damals alle Rollläden geschlossen, und dementsprechend sahen die nachher auch aus.

    Nur, hätten wir die Läden nicht geschlossen, wären da (wie bei meiner Großmutter) einige Scheiben zu Bruch gegangen, im Umkreis betrug die Wartezeit auf neue Thermo-Fensterscheiben teilweise 1,5 Monate, der Einbau nicht mitgerechnet. Klar, die Wartezeit auf neue Rollladen-Elemente war ähnlich lange, aber wären die Scheiben gesplittert, wäre das schlimmer als kaputte Rollläden gewesen.


    Bei Oma ging die Reparatur hingegen fix, da das Einscheibenglasfenster waren, und mein Opa doch so einige Scheiben bevorratet und die dann halt zügig neu eingekittet hatte.

  • und mein Opa doch so einige Scheiben bevorratet und die dann halt zügig neu eingekittet hatte.

    Preppen liegt also in der Familie. :P


    Ich sehe das auch so das eine verbeulte Rollade besser ist als eine zerschlagene Scheibe.

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    Ich sehe das auch so das eine verbeulte Rollade besser ist als eine zerschlagene Scheibe.

    Zumindest was Dachfenster neuer Bauart angeht, sind auch die Hersteller entspannt, was Hagelschäden angeht: LINK. Also ich bleibe bei "Rollladen hoch" :) Und dass der Hagel mit so einer Wucht quer daherkommt, dass Scheiben zu Bruch gehen wäre schon recht ungewöhnlich. Aber zumindest bei uns haben wir ohnehin in allen Fenstern durchschlagsichere Folie drin.

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    Bertold Brecht

  • In meinem Elternhaus ist es so, dass alle Scheiben, welche ohne Leiter zugänglich sind über eine Sicherheitsfolie (innen drin) verfügen. Gemäss Hersteller muss man da schon ziemlich lange mit einem Vorschlaghammer dagegen kloppen, bis man drin ist. Rein kommt man zwar bestimmt aber wenn man zu Hause ist hört man das halt auch.

    Auch unser Fensterbauer (wohnt ein paar Häuser weiter) hat uns geraten bei Sturm / Hagel etc. die Rollläden immer oben zu lassen. Wir haben relativ viele Dachfenster und im Anbau auch horizontale Oberlichter. Diese haben bis jetzt allen Hagel (16 Jahre) ohne Beschädigung überstanden. Gerade bei Fenstern ist sparen halt meist nicht wirklich sinnvoll.

    Improvisation ist, wenn niemand die Vorbereitung bemerkt.

  • Wobei mein Glaser mich angehalten hat, bei einem Sturm immer die Rollläden zu öffnen, da die Fensterscheiben deutlich stabiler und widerstandsfähiger gegen Wind und umherfliegende Gegenstände sind, als ein Rollladen.

    Geschäftstüchtig, dieser Glaser!!!

  • In solch einem Fall würde ich Gitterkonstruktionen vorziehen. Die halten auch Wurfgeschosse ab und schützen deine Glasscheiben.

    Holzplatten können angezündet werden, und da heute viele Fenster aus Kunstoff sind brennt gleich deine ganze Bude ab.

    Wobei Kunststofffenster auch ohne vorgelagerte Holzkonstruktion ganz gut brennen dürften...

    Warst Du bei der WSK mal pullern? Normalerweise hast Du das, was Du bei der Jagd benutzt, ordentlich verschlossen bei der letzten "Begehung" ja vorgezeigt und möglicherweise den Beamten auch den Aufwand entschädigt.

    Hoffe doch entsprechende behördliche Mitleser haben das übersehen, allein diese Aussage lässt an der Zuverlässigkeit zweifeln. Wer einen JS/WBK anstatt einer Zinkplempe vorweisen kann, versteht das.

    Ach, wie froh bin ich, in Österreich zu leben. Da kann/darf ich meinen Lieblingsteilchenbeschleuniger (respektive die Aufbewahrungskassette dafür) ganz legal am Bett andübeln. Und im Notfall auch ganz legal dessen Inhalt mit dem Einbrecher teilen...

    Das Dach ist bei 99% aller Häuser die Schwachstelle. Man hebt einfach einige Dachziegeln an - das geht sehr leise. Wer dann noch ein Teppichmesser o.ä. dabei hat dessen schwierigstes Hindernis sind dann etwas Isolierung und eine Dampfsperrenfolie.


    Auch wenn`s jetzt hier nicht unbedingt zum Thema Krawalle passt - TejuJagua hat völlig recht,das ist auch etwas woran man denken sollte.

    Zumindest aber über eine vernünftige Sicherung des Zugangs zum Dachboden. Vor allem diese einziehbaren Bodentreppen bieten keinerlei Sicherung gegen das aufdrücken von oben.

    Da sperrt schon ein vernünftiger Riegel ( auch noch preisgünstig ) den Zugang in den Rest vom Haus.

    Da wünsche ich dir bei mir viel Spaß! Die erste Hürde ist, überhaupt mal auf's Dach zu kommen (ohne von Maresi freudig/feurig empfangen zu werden. Dank Wachwauwau stehen die Chancen für eine unbemerkte Annäherung ans Dach extrem schlecht). Dann mal die Dachziegel weg (geht relativ einfach), nur um mal vor einer 5cm starken Platte aus Kokosfasern zu stehen. Wenn die dann mal durch ist, steht man am Dachboden. Dessen Luke von oben nicht zu öffnen ist. Also muss man sich entweder durch eine doppelte (und isolierte) Dachbodenluke arbeiten, oder die Geschoßdecke öffnen. Und beides ist sicher keine leichte Aufgabe, wenn man ständig so ein knallendes/pfeiffendes Geräusch von unten her wahrnimmt. Wobei es zugegebenermaßen mit der Zeit zunehmend leichter wird, durch die Geschoßdecke zu kommen :evil:

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.