Fast die Hälfte der Bevölkerung will gemäss Umfrage weiterhin keinen Notvorrat

  • Eine im Sommer durchgeführte Online-Umfrage zum Ernährungs-, Bewegungs- und Gesundheitsverhalten der Bevölkerung in der Schweiz während des Lockdowns liefert auch Erkenntnisse zur Vorratshaltung. Vor dem Lockdown hatten über zwei Drittel der Befragten immer oder meistens Lebensmittel als Vorrat zuhause. Knapp die Hälfte der Befragten hatte immer oder meistens einen Vorrat an Wasser.


    Während des Lockdowns (13. März bis 26. April 2020) wurden zwar Lebensmittel angehäuft. Dies geschah aber vielfach, weil die Leute weniger häufig einkaufen gingen. Fast die Hälfte der Befragten änderte ihr Verhalten gegenüber Vorräten nicht, da keine Engpässe bei Lebensmitteln erkennbar gewesen seien


    Seit dem Lockdown kennen 56 Prozent der Befragten die Empfehlungen für einen Notvorrat. 18 Prozent davon gaben an, dass sie erst während der COVID-19-Krise auf das Thema Notvorrat aufmerksam wurden. 44 Prozent haben die Absicht, auch künftig einen Lebensmittel- und/oder Wassernotvorrat zu halten. Laut der Umfrage, die das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) durchführen liess, gaben ebenso viele der Befragten an, weiterhin keinen Vorrat anlegen zu wollen.

  • Schon gut das sich Umfragen mit dem Thema beschäftigen.

    Es wäre interessant gewesen die Gründe zu erfragen - warum Leute dieser Meinung sind....

    Das tut ja weder weh , noch ist es eine "erhebliche" Arbeit...


    Die 3 Leute die ich in meinem Leben dazu "beschwatzt" habe bestätigten mir nach einer gewissen Zeit das ihre Erfahrungen eher positiv sind :


    - Ich muss jetzt nicht mehr so oft in den Laden

    - Spontaner Besuch am Wochenende,kein Problem mit dem Dinner / Grillen

    - hätte nicht gedacht das wir das so günstig hinkriegen


    Ab und zu hatte ich auch zu hören bekommen das sich die Leute durch diese "BVS" Flyer bevormundet vorkommen,so mit dem Nachsatz " was geht die denn an was ich zu Hause habe"


    Evtl. ist das von den entsprechenden Stellen nur "falsch" beworben. Die sollten evtl. ihre Strategie überdenken und Vorratshaltung in sozialen Netzwerken "cool" machen ...

  • Interessant, nur bin ich mir über die Beweggründe einiger Zeitgenossen die den Knall wohl nicht gehört haben unschlüssig.

    Bei vielen dürften es in Wahrheit die finanziellen Hintergründe sein. Die leben von der Hand in den Mund. Da bleibt nichts über, vor allem nicht bei Familien oder Alleinerziehende. Stichwort, verdeckte Armut. Können aber die wenigsten zugeben.

    Die zweite Gruppe dürften die sein die sonst schon auf unsere Kosten leben. Einhergehend mit fehlender Bildung und mechanischen Gehirnen. "Der Staat muss für mich schauen."

    Und dann noch die, die ihr Geld lieber nach wie vor für das neuste Handy, Riesen TV oder sonst was ausgeben.


    Gut finde ich dass sich jedoch immer mehr Menschen mit dem Gedanken des Notvorrates auseinander setzen und wenigstens für ein paar Tage was zu beissen haben. Leider wird das bei den meisten nach der Pandemie wieder in Vergessenheit geraten oder als unwichtig erachtet.


    Aber eben, jeder ist seines Glückes Schmied und muss es selber wissen.


    Kommt mir ein wenig vor wie wenn man einem armen einen Fisch gibt (ein paar Liter Wasser im Keller) statt ihm das fischen beizubringen. (Wie reinigt man Wasser. Welche Möglichkeiten sind praktikabel, welche nicht.)


    Das wäre aber eine Hohlschuld. Die Gesellschaft ist inzwischen zu einer erwarteten Bringschuld gewechselt.

    Haarus!

  • Bei meinen Gesprächen mit Bekannten wurden mir meist folgende Punkte genannt, warum kein Vorrat angeschafft wird:


    1. (Vermeintlich) kein Platz

    2. Sehen keine reale Gefahr und somit Nutzen

    3. Angst davor, dass das alles schlecht wird und das Geld so beim Fenster rausgeschmissen wird

  • Bei meinen Gesprächen mit Bekannten wurden mir meist folgende Punkte genannt, warum kein Vorrat angeschafft wird:


    1. (Vermeintlich) kein Platz

    2. Sehen keine reale Gefahr und somit Nutzen

    3. Angst davor, dass das alles schlecht wird und das Geld so beim Fenster rausgeschmissen wird

    Also, das mit dem "kein Platz" ist auch in der kleinsten Großstadtwohnung nur eine Frage der Organisation des Raumes. Da fehlt vielen aber einfach die Phantasie.

    Der Punkt 2 ist das typische "Augen zu und durch"-Gebaren... Was ich nicht sehe, sieht mich auch nicht.

    Und auch der letzte Punkt ist nur eine Frage der Organisation. Aber was erwartet man von Zeitgenossen, die Lebensmittel deswegen wegschmeißen, weil sie den "tödlich ab"-Zeitpunkt erreicht haben...

  • Ich denke die Leute interessiert es einfach nicht. Und sie sehen keinen Grund warum es in den Fokus rücken sollte. Ich habe früher auch immer Just-in-time gekauft und ich habe mir keine Gedanken darum gemacht, dass es anders gehen könnte. Es war halt normal für die Woche einzukaufen. In großen Mengen haben wir nur wenig Dinge gehabt. Kleinere Mengen Nudeln, Reis und Honig ja. Aber sonst? Erst als ich selbst auf die Idee kam mehr einzulagern, merkte ich wie praktisch das doch ist aus den vollen schöpfen zu können und nicht immer gleich einkaufen zu müssen.

  • Bei vielen dürften es in Wahrheit die finanziellen Hintergründe sein. Die leben von der Hand in den Mund. Da bleibt nichts über, vor allem nicht bei Familien oder Alleinerziehende. Stichwort, verdeckte Armut. Können aber die wenigsten zugeben.

    Also ich denke nicht, dass das Finanzielle wirklich jemanden davon abhalten kann einen Notvorrat anzulegen. Menschen in extremer Armut mal außen vor gelassen.


    Denn auch mit geringem Haushaltsbudget kaufe ich eben bei jedem Einkauf ein bisschen mehr. Kostet wenige Euro pro Einkauf mehr und in 6 Monaten habe ich so dennoch einen guten Notvorrat angelegt.

  • Ich denke, dass das von Fall zu Fall unterschiedlich ist. Einen Teil der Leute interessiert das nicht, andere haben dafür keinen Platz (wir selbst relativ wenig, aber das schöpfen wir aus) und andere haben Angst, dass die Reserven schlecht werden.

  • Die Punkte 1 bis 3 wurden auch manchmal genau in der Reihenfolge von den selben Personen verwendet, um zu argumentieren, wenn man ihnen Lösungen für Platz (z. B. Platz unter der Küche hinter Abdeckblende nutzen) und Reale Gefahr (Verweis auf Gefahr Blackout, 2x KKW Unglück in 25 Jahren, etc.) gegeben hat. ^^

  • Schlimm finde ich, dass es so beratungsresistente Leute gibt, bei denen trotz mehrmaliger häuslicher Quarantäne keinerlei Umdenken stattgefunden hat.


    Eine solche "Person" ist mir da recht negativ in Erinnerung geblieben. Bei deren erster Quarantäne habe ich die Bestellung telefonisch entgegengenommen, dafür das eingeforderte WhatsApp zu installieren, habe ich verweigert. Ich habe mehrmals im Telefonat bei einigen Positionen nachgefragt, obs nicht "ein bischen mehr sein darf", aber nein, "das wird dann zu teuer". Mein Einwand, dass die Quarantäne in jedem Fall 14 Tage dauern wird und es da durchaus auch Empfehlungen vom BBK gäbe... :see_no_evil_monkey::hear_no_evil_monkey:


    Nach 4 Tagen dann der Anruf, ich müsste jetzt aber dringend sehr bald wieder einkaufen fahren, weil "ist ja fast nix mehr von den guten Sachen da und das Waschmittel ist auch aus". Dumm nur, dass mein Auto etwas länger als geplant beim Kundendienst war :grinning_squinting_face:. Offenbar gabs dann einen Kollegen, der die besagte "Person" auch einmal belieferte, das muss aber das gleiche Spiel gewesen sein - schon nach nur 3 Tagen kam nämlich der nächste Anruf bei mir :face_with_rolling_eyes: auch war das vom Kollegen gekaufte Waschmittel nicht genehm :zipper_mouth_face:

    Als dieser Person dann die zweite Quarantäne angeordnet wurde, war ich leiderleider "dienstlich" für 14 Tage weg :smiling_face_with_horns::smiling_face_with_halo:


    Nicht falsch verstehen... ich bin durchaus für einige Quarantäne-Patienten aus dem näheren und weiteren Umfeld einkaufen gegangen, aber bei allen anderen war ich nicht der einzige Ansprechpartner, und die hatten ausserdem ihre Vorratsplanung gut im Griff - schon alleine, um Freunden und Nachbarn damit nicht allzu oft auf die Nerven gehen zu müssen. Mit eben einer unrühmlichen Ausnahme...

    Si vis pacem, para bellum.

  • Nicht falsch verstehen... ich bin durchaus für einige Quarantäne-Patienten aus dem näheren und weiteren Umfeld einkaufen gegangen, aber bei allen anderen war ich nicht der einzige Ansprechpartner, und die hatten ausserdem ihre Vorratsplanung gut im Griff - schon alleine, um Freunden und Nachbarn damit nicht allzu oft auf die Nerven gehen zu müssen. Mit eben einer unrühmlichen Ausnahme...

    Tja, es gibt Leute aus dem Ort, in dem ich wohne, für die würde ich nicht einkaufen. Und schon gar nicht für eine zweiwöchige Quarantäne. Und es gibt Freunde, da würden meine BEVA und ich es machen, selbst wenn wir dafür 200 km die einfache Strecke fahren müssten. Okay, zum einen sind jene Menschen, die man als norddeutscher wirklich als Freunde betrachtet und zum anderen sind die so vernünftig, dass sie die ersten Wochen aus ihren eigenen Vorräten schöpfen können und zuerst das Netzwerk vor Ort hierfür aktiviert hätten. Und wenn die an uns herantreten, dann ist Holland wirklich in Not... 😉


    Die Pandemie ist eine gute Gelegenheit, auch mal an sich zu denken und zu lernen, Nein zu sagen. 😇😉 Etwas, das ich als grundsätzlich altruistisch veranlagter Mensch viel zu selten mache in manchen Situationen...

  • Hängt wohl auch irgendwie von der Topographie und dem Alter ab.

    In mmeiner Gegend sind es vor allem die Personen welche mit dem in meiner Jugend üblichen Slogan (Kluger Rat - Notvorrat) der Regierung aufgewachsen sind die auch nie ganz aufgehört haben wenigstens für einige Tage etwas Essbares zu Hause zu lagern. Hier auf dem Land sowieso.

    Bei vielen Jüngeren sehe ich dass sich die Methode des stetig Verfügbaren 1-Click Online-Einkaufs wohl so dermassen etabliert hat dass man sich gar nicht vorstellen kann etwas nicht just-in-Time gelifert zu bekommen. Dort beginnt die Apokalypse dann schon bei 10 Minuten ohne Internet und 5 Minuten Stromausfall.

    Was mir aber in letzter Zeit bei meinen Einkäufen (gekühlte Frischwaren hole ich 1 mal die Woche) auffällt ist dass vermehrt lange haltbare Lebensmittel die Einkaufswagen füllen.

    In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist eine Vorratshaltung spätestens seit dem Frühjahr 2020 ein Thema. Im vergangenen Jahr habe ich doch einige Male die Notvorratsliste auf Anfrage herausgegeben und bei den Meisten wurde das aufgestockt.

    Natürlich weiss ich nicht wie es in den Vorratsschränken mir unbekannter Personen aussieht.

    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

    Benjamin Franklin

  • Mein Einwand, dass die Quarantäne in jedem Fall 14 Tage dauern wird und es da durchaus auch Empfehlungen vom BBK gäbe... :see_no_evil_monkey::hear_no_evil_monkey:


    Als dieser Person dann die zweite Quarantäne angeordnet wurde, war ich leiderleider "dienstlich" für 14 Tage weg :smiling_face_with_horns::smiling_face_with_halo:

    Recht hast Du! Haste im Prinzip genau richtig gemacht.


    Eine Kleinigkeit hätte ich jedoch anders gemacht: ich hätte meine Weigerung nicht mit einer Dienstreise kaschiert, sondern hätte den wahren Grund geradeheraus genannt. Dass, wenn man angewiesen ist auf die Hilfe von anderen, man halt auch schauen sollte, dass man sie so selten wie möglich in Anspruch nehmen muss, um nicht zu nerven und die Hilfsbereitschaft nicht überzustrapazieren. Und dass man dann halt auch mal zufrieden sein muss, wenn das Gebrachte ein wenig abweicht von dem, was man sonst immer kauft. Oder wenn sonstige Dienste vielleicht nicht so perfekt verrichtet werden, wie wenn man es selbst hätte tun können. Wer da rummäkelt (statt Fünfe gerade sein zu lassen und sich herzlich zu bedanken), der ist undankbar - und kann sehen, wo er bleibt. Vor allen Dingen, wenn man ja schon drauf hingewiesen hat, dass der Notstand ja noch länger dauern wird und man drum für eine längere Zeit Nahrung und Dinge des täglichen Gebrauchs bevorraten sollte. Du hast sogar auf die Empfehlung des BBK hingewiesen. Ja mei, wenn das einem Wurscht ist, dann muss so jemand halt mal am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man nix mehr zuhause hat und man die "Dienstboten" vergrault hat.

  • Hier noch mal ein ganz anderer Ansatz für eine "Nichtbevorratung" bzw. dieses Umfrageergebnis:


    ANGST & VERDRÄNGEN


    Das bedeutet ein Abschieben unangenehmer oder schmerzlicher Erfahrungen ins Unbewusste nach dem Motto:


    "Aus dem Auge... aus dem Sinn!"


    Oder in der Sprache der bei meinem Ansatz anzuwendenden Psychoanalyse:

    Eine Verschiebung vom Ich, dem bewusst zugänglichen Teil des Selbst, zum Es, in dem die Triebe und der Sprache nur schwer zugängliche Informationen gespeichert sind und damit eben dieser fatale Verdrängungsmechanismus außerhalb des Bewusstseins stattfindet.


    Die Verdrängung ist zwar ein ganz fundamentaler Abwehrmechanismus, der dem Menschen das seelische Überleben ermöglicht, denn sie hält bedrohliche oder tabuisierte Vorstellungen und Erfahrungen vom Bewusstsein fern. Allerdings ist hier die Verdrängung bei der Idee oder Auseinandersetzung einer möglichen katastrophalen Krisensituation und einer sinnvollen Vorbereitung, eben auch mit Bevorratung darauf leider kontraproduktiv und falsch in der Annahme, setzte ich mich nicht mit einem solch möglichen Szenario auseinander, wird es auch nicht eintreten und ist ja auch bei Kindern bekannt mit der Bettdecke und dem bösen Ungeheuer. Wie tief unrationell das verankert ist, lernt z.B. jeder Feuerwehrmann um eben bei einem Hausbrand auch unter dem Bett oder in Schränken nach "sich versteckenden Überlebenden" zu suchen. Selbst bei dieser konkreten Gefahr des Verbrennens wird "Verdrängen" als Option in den Vordergrund gerückt und folgend begründet:


    "Wenn ich es nicht sehe... ist es auch nicht da!"


    Wie einfach wird es also dann erst einem ängstlichen Bewusstsein fallen, den Gedanken an eine Not- Krisensituation in der Zukunft zu verdrängen?


    Freud schrieb, dass etwas verdrängt wurde, ließe sich recht einfach im Gespräch erkennen. Man „bekommt einen Widerstand zu spüren, welcher sich der analytischen Arbeit widersetzt und einen Erinnerungsausfall vorschiebt, um sie zu vereiteln“. Konkret heißt das: Wird eine Frage nur zögerlich, langsam oder gar nicht beantwortet, gibt es einen inneren Widerstand. Kostet die Beantwortung der Frage zudem Kraft und ist von starken emotionalen Reaktionen begleitet, dann wurden Inhalte verdrängt. Diese These wurde auch durch neuere Forschungsansätze bis hin zu Hirnscans soweit bestätigt.


    Kennt wohl jeder "Prepper" wenn ein eigentlich sachlich geführtes Gespräch über diese Thematik plötzlich emotional aggressiv vom Gegenüber wird und man dann recht schnell als Spinner bezeichnet wird der zu viel Zombiefilme gesehen oder dystopische Romane gelesen hat. Übrigens ist das in den meisten Fällen nicht einmal böse von den betreffenden Leuten gemeint, sondern eine eben auch unbewusste Hirnfunktion und man selbst hat halt im Sinne von „diagnostischen Assoziation“ nur einen Trigger betätigt.


    "Da mir solch eine mögliche Krisensituation Angst macht... Verdränge ich diese, ohne mich damit auseinanderzusetzen oder gar zu Handeln!"


    und als leider eine ebenso dumme wie menschliche Reaktion darauf...


    "Der Überbringer einer schlechten Nachricht oder hier, einer möglichen schlechten Zukunft... ist der Bösewicht und hat es jetzt herbeigelockt!" 


    Auch das würde halt die Ergebnisse dieser Befragungen erklären, obwohl man meinen sollte, das eben gerade die momentan erlebte Pandemiekrise doch ein Überdenken und damit ein Umdenken auch im Sinne einer vernünftigen Eigenbevorratung ein anderes Resultat erbringen müsste...

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü

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  • Nachbarschaftshilfe ist etwas Schönes und funktioniert bei uns an beiden Wohnsitzen gut.

    Wenn man sich "ausgenützt" fühlt, kann das aber schnell kippen.

    Würde ich auch ärgerlich finden, wenn mich jemand täglich um 2 Semmeln und 5dag Wurst schicken würde und mir erklären will, dass einmal wöchentlich 14 Semmeln und 35dag Wurst zu viel kosten...

    Ich halte mich für sehr hilfsbereit, gehe aber davon aus, dass man mit meiner Hilfsbereitschaft auch sorgsam umgehen.

    Andernfalls schaffe ich durchaus ein "Nein";)

    Macohe muss ich recht geben, will man ein Umdenken erreichen (ganz gebe ich da die Hoffnung nicht auf), sollte man deutlich sagen, warum man sein Hilfsangebot (vorübergehend?) einstellt!

  • Ich sehe auch das "Ich habe einen Anspruch" dahinter. Fordern lohnt sich. Vorbereitet sein lohnt sich nicht. Also man kommt im Allgemeinen mit diesem Verhalten zu Lasten der Allgemeinheit durch.


    Ich meine jetzt nicht die Alten, Kranken, diejenigen, in deren Bereich eine außergewöhnliche Sache vorgefallen ist. Dafür sind wir von den Hilfsorganisationen da, und wir machen das auch ehrenamtlich und gerne. Sondern ich meine definitiv die Schnorrer mit der großen Klappe, die mehr hätten tun können. Die einen dafür dann noch beleidigen usw. - ihr wisst, wen ich meine.

  • "Da mir solch eine mögliche Krisensituation Angst macht... Verdränge ich diese, ohne mich damit auseinanderzusetzen oder gar zu Handeln.

    Ja, der berühmte "Tanz auf dem Vulkan", da gibt es eine Menge Beispiele in der Geschichte.

    Kann man auf dieses Verhalten durch "Belehrung" Einfluss nehmen?

    Ich fürchte, das ist nicht leicht, weil es eng verknüpft ist mit einer grundsätzlichen Charakterigenschaft:

    Gehe ich Probleme welcher Art auch immer tatkräftig an (ich "agiere"), oder stecke ich den Kopf in den Sand, hoffe auf eine Lösung von außen und handle, wenn die ausbleibt und das Wasser bis zum Hals steht, panisch irgendwie (ich reagiere).

    Dieses "Das Problem ist weg, wenn ich es nicht sehe"-Verhalten erinnert mich an meine Katze, die etwas angestellt hatte und, in die Enge getrieben und mich wutschnaubend vor sich sehend, die Augen fest zugedrückt hat. Weg war ich ...:rolling_on_the_floor_laughing::face_with_tears_of_joy::rolling_on_the_floor_laughing:

  • Ich fürchte, das ist nicht leicht, weil es eng verknüpft ist mit einer grundsätzlichen Charakterigenschaft:

    Yep es ist eng verknüpft, allerdings eben nicht mit einer grundsätzlichen "Charaktereigenschaft" sondern mit einem evolutionär ausgebildeten dafür verantwortlichen Hirnbereich und macht damit quasi diese Art von Verhalten nur sehr, sehr bedingt von dem "betroffenen" Menschen steuerbar; allerdings auch nicht völlig unmöglich... eben, wie du schon richtig befürchtest hast... nicht nur nicht leicht, sondern ausgesprochen schwierig!

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

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    Gruß derSchü

  • [...]

    Eine Kleinigkeit hätte ich jedoch anders gemacht: ich hätte meine Weigerung nicht mit einer Dienstreise kaschiert, sondern hätte den wahren Grund geradeheraus genannt. [...]

    Im Prinzip ja - nur war die Ausrede quasi "sozial verträglicher" - blöderweise gibts da nämlich eine gravierende Sprachbarriere, und ich habe schon bei (zu) vielen vermeintlich simplen Sachverhalten ein "versteh ich nix" geernet.


    Aber das dürfte dann der Kollege aus der ersten Quarantäne in deren beider Muttersprache erledigt haben - vermutlich mit einem Verweis auf die zeitgleich von beiden im Herkunftsland Rumänien erlebte Versorgungskrise ab den späten 1970ern*


    * woran man leider auch sehen kann, dass selbst Erfahrung und Alter nicht zwingend klüger machen, nur besser im Verdrängen :face_with_rolling_eyes:

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