Großflächige Stromausfälle in Texas

  • Und je länger der Spaß in Texas dauert, desto größer wird die Zahl der Betroffenen. Mittlerweile sollen es Millionen ohne Strom sein: Quelle Welt Artikel. Man versucht mit rotierenden Abschaltungen das Netz am Laufen zu halten. Es wurden Wärmezentren eingerichtet. Viele Windräder, die wohl in Texas einen nicht unerheblichen Teil des Stroms liefern, sind eingefroren.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Man versucht mit rotierenden Abschaltungen das Netz am Laufen zu halten.

    Das wurde bereits wieder verworfen. Die Kapazitäten reichen nur für die kritische Infrastruktur. Viele Haushalte haben seit über 24h keinen Strom und damit keinen Heizung.

  • Das wurde bereits wieder verworfen. Die Kapazitäten reichen nur für die kritische Infrastruktur. Viele Haushalte haben seit über 24h keinen Strom und damit keinen Heizung.

    Bei der geringen Isolation typischer US-amerikanischer Häuser, insbesondere in den Südstaaten ist in der Tat sehr dramatisch. Abgesehen vom Schutz vor Wind, Regen und Schnee könnte man genauso gut auch im Freien den Tag verbringen.

    Und die Tatsache, dass auch in den USA, ähnlich wie in Frankreich, mit Strom statt zum Beispiel Öl, Kohle, Gas etc. geheizt wird macht das nicht einfacher. Eine grundsätzlich gute Idee, wenn der Strom hierfür zu einem nicht geringen Teil aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Eine doofe Idee, wenn dafür dann die Windräder einfrieren, die Solarpaneele mit Schnee bedeckt sind und/oder die Sonne von Wolken verdeckt wird...

  • UrbanTrapper Ich wollte das exakt gleiche schreiben. Wir haben im Studium mal grob den Aufbau von amerikanischen Standarthäuschen angeguckt. Extrem dünne Wände aus Spahnholzplatten mit, wenn überhaupt, Papierflockenisolation und einfach verglaste Fenster sind dort teilweise wirklich noch Standard. Auch Fenster, die nicht vollständig schliessen, weil sie keine Dichtung haben etc. Wenn da die Heizung ausfällt ist fertig lustig.

    Da können wir in Mitteleuropa wirklich von Glück reden mit unserem Ausbaustandart.

    Improvisation ist, wenn niemand die Vorbereitung bemerkt.

  • Da können wir in Mitteleuropa wirklich von Glück reden mit unserem Ausbaustandart.

    Ja, bei uns im Spitzboden haben wir aktuell knapp 6°C. Im darunterliegenden Dachstudie, ohne die Raumheizungen, lediglich mit den Wasserbettheizungen, knapp 19°C. Gut, wir lassen meist die Tür zum Obergeschoss auf, so dass die warme Luft aufsteigen kann.

  • Das wurde bereits wieder verworfen. Die Kapazitäten reichen nur für die kritische Infrastruktur. Viele Haushalte haben seit über 24h keinen Strom und damit keinen Heizung.

    In den Nachrichten dort drüben laufen teils im Dauerlauf die Hinweise keinen Generator in geschlossenen Räumen zu betreiben und auch nicht Feuer oder Kohlegrills oder sonstwas in Räumen zu betreiben oder wie auch gehört, den Stromgenerator direkt im Wohnraum zu betreiben. Dazu Hinweise, das Wasser aus den Wasserleitungen abzulassen und andere Tips, inkl. was kann passieren kann, wenn die Wasserleitungen in den Häusern bersten und so weiter. Oft haben die Haushalte kein Wasser.


    Teils gibts dort soviel Sturm, das die Stromleitungen dort sich kurz berühren mit einem entsprechenden Feuerwerk, sieht imposant aus, was ein Handyvideo wurde dann von dem lokalen Nachrichtensender auch ausgestrahlt mit dem Hinweis die Häuser nicht zu verlassen und sich von den ganzen Stromleitungen fern zu halten.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Bei der geringen Isolation typischer US-amerikanischer Häuser, insbesondere in den Südstaaten ist in der Tat sehr dramatisch. Abgesehen vom Schutz vor Wind, Regen und Schnee könnte man genauso gut auch im Freien den Tag verbringen.

    Und die Tatsache, dass auch in den USA, ähnlich wie in Frankreich, mit Strom statt zum Beispiel Öl, Kohle, Gas etc. geheizt wird macht das nicht einfacher.

    Die Häuser kosten dafür nur ein Bruchteil wie hier. Und über viele Jahre hat sich da etabliert. Obwohl die Isolation von Haus zu Haus sehr schwanken kann. Es gibt durchaus Leute, die viel Wert auf Isolation gelegt haben und manche oft auch aus Kostengründen nicht. Die wenigen Häuser, die wirklich nur ähnlich einer größeres europäischen Gartenhütte entsprechen sind natürlich extrem arm dran, wie auch die ganzen Trailer-Parks.


    Ein großes Problem ist auch das Stromnetz dort generell. Sie haben kein Maschennetz wie wir und oft liegt auch kein Drehstrom an. Dort wird 110V und 220V einphasig gelegt und das wars. Die Querschnitte sind teils sogar kleiner. Man kann in einem 0815 US Haushalt keine 3500W einfach mal ziehen, das geht nicht. Dazu muss entsprechend ein Anschluss her, der dann in der Küche liegt für den Herd. Die Räume sind oft mit 10A 110V abgesichert, wenn jemand Geld in die Hand genommen hat 16A 110V. Da kann man nicht einfach mal so im Schlaf- oder Wohnzimmer einen Heizlüfter betreiben. Bzw. wenn dann halt einen mit weniger Leistung.


    Wenn das dazugehörige Kraftwerk heruntergefahren wird oder die Hauptleitung unterbrochen ist, ist der Strom weg. Da haben die Bereiche keine Mehrfachversorgung über mehrere Leitungen, vielleicht teils in Großstädten mittlerweile aber das ist aufgrund der Landesgröße dort alles ganz anders organisiert. Daher sind auch Stromausfälle dort generell durchaus üblicher.


    Naja, und die Temperaturen dort erreichen dort ein Extrem, dass es dort viele Jahre nicht mehr gab. Einige Jahrzehnte, wenn ich den Beitrag noch richtig im Kopf hab.


    Kann man allen nur alles gute wünschen und dass sie da corona-frei und warm durch die Zeit kommen.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • UrbanTrapper I[...] Extrem dünne Wände aus Spahnholzplatten mit, wenn überhaupt, Papierflockenisolation und einfach verglaste Fenster sind dort teilweise wirklich noch Standard. Auch Fenster, die nicht vollständig schliessen, weil sie keine Dichtung haben etc. Wenn da die Heizung ausfällt ist fertig lustig.

    [...]

    Dafür kostet da drüben ein EFH aber eben auch nur im 5stelligen Bereich. Bei uns gibts dafür eine Gartenhütte+ oder eine Garage. Irgendwo muss der Unterschied ja herkommen :)

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    Bertold Brecht

  • Dafür kostet da drüben ein EFH aber eben auch nur im 5stelligen Bereich. Bei uns gibts dafür eine Gartenhütte+ oder eine Garage. Irgendwo muss der Unterschied ja herkommen :)

    Gibt es bei uns auch mit den Fertigteilhäusern. Meine Eltern haben sich 1989 ein Fertigteilhaus hingestellt. Günstiger als Ziegelmassiv, schneller gebaut, aber dafür auch nicht so langlebig. Nach spätestens 30 bis 50 Jahren sind einige Reparaturen nötig, besonders am Dach.

  • Dafür kostet da drüben ein EFH aber eben auch nur im 5stelligen Bereich. Bei uns gibts dafür eine Gartenhütte+ oder eine Garage. Irgendwo muss der Unterschied ja herkommen :)

    Das ist aber auch der US-amerikanischen Mentalität hinsichtlich (beruflicher) Mobilität geschuldet. Wer, überspitzt formuliert, heute an der Ostküste und morgen an der Westküste arbeitet, setzt sich keine Hütte hin, die für Generationen gebaut ist, sondern lediglich für zehn, fünfzehn Jahre ein Heim bieten soll. Wenn überhaupt.:rolleyes: Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wofür ich mich mehr erwärmen soll. Für die Variante "möglichst billig", dafür kann sich jeder auch mit dem schmalsten Geldbeutel eine eigene Hütte leisten oder auf modernem Stand hinsichtlich Elektrik, thermischer Isolation und Heiztechnik und dafür dann nur für "die besser Verdienenden"...

  • Onkel und Tante in USA sagten immer: „ Bei uns gibt es die 6 und die 9 Minuten-Häuser“.


    Die einen brennen in 6 Minuten und die anderen in 9 Minuten herunter...

  • Onkel und Tante in USA sagten immer: „ Bei uns gibt es die 6 und die 9 Minuten-Häuser“.


    Die einen brennen in 6 Minuten und die anderen in 9 Minuten herunter...

    ... und die Feuerwehren da drüben tun das Übrige dazu. Wenn ich so manches Video auf YouTube dazu anschaue, da hätte es meinen Ausbilder bei der FFW ins Gesicht gefroren ||

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    Bertold Brecht

  • Die Amis haben halt trotz der höheren Mobilität (intern und bei der Zuwanderung), geringerer staatlicher Förderung und höherer Verstädterung eine um rund ein Drittel höhere Wohneigentumsquote als die Deutschen. Das mag in mancher Hinsicht ein Vorteil sein, geht aber ein Stück weit eben nur durch billige Bausubstanz.

  • Es gibt durchaus Leute, die viel Wert auf Isolation gelegt haben und manche oft auch aus Kostengründen nicht. Die wenigen Häuser, die wirklich nur ähnlich einer größeres europäischen Gartenhütte entsprechen sind natürlich extrem arm dran, wie auch die ganzen Trailer-Parks.

    In USA gibts kanadische Trailer zu kaufen, die weitaus besser wärmegedämmt sind wie unsere europäischen Wohnwagen. Z.B. sowas hier: http://www.bigfootrv.com/bigfo…trailers_2500_series.html mit 1 1/2 Zoll PU-Schaum Außenwänden. Ein Bekannter hat so einen selbstimportierten PickUp-Aufbau, und schwärmt davon in den höchsten Tönen, über die Wintertauglichkeit. Mit Fußbodenheizung, Wasserbett und einem Ford F150 drunter, mit großem Diesel.

    Auch sehr gut wärmegedämmte US-Häuser haben folgendes Problem: Sie sind zwar sehr schnell aufgewärmt, aber genauso schnell wieder kalt, wenn der Energieeintrag fehlt. Das hat mit der fehlenden Wärmespeicherung zu tun wie es die gemauerten Häuser bei uns haben.

    Inzwischen gibt es ja auch bei uns solche Pappschuppen zu kaufen. "Holzständerwerk" heißt das Zauberwort. Mit sehr guter Dämmung, aber eben ohne Speicherung. Werden bei uns staatlich gefördert, aber würde ich so nicht haben wollen.

  • Viele Windräder, die wohl in Texas einen nicht unerheblichen Teil des Stroms liefern, sind eingefroren.

    Das wirft bei mir eine neue Frage auf, wie verhalten sich unsere Windräder bei lang anhaltender Kälte und Frost. Ich habe keine Ahnung in wie weit man unsere Windräder mit den Amerikanischen in dieser Hinsicht vergleichen kann. Interessieren würde es mich trotzdem mal was passieren würde wenn wir mal wirklich wieder etwas länger zweistellige Minusgerade haben.

  • Das wirft bei mir eine neue Frage auf, wie verhalten sich unsere Windräder bei lang anhaltender Kälte und Frost.

    Diese werden durch Zuführen von elektronischer Energie aus dem Netz eisfrei gehalten. Dies muss schon sein allein damit sich kein gefährliches Eis bildet, welches herunterfällt oder beim in Bewegung setzten der Rotoren in die Gegend geschleudert wird.

    Und auch die Betriebstechnik in der Gondel erfordert einen gewissen Frostschutz.

  • Diese werden durch Zuführen von elektronischer Energie aus dem Netz eisfrei gehalten. Dies muss schon sein allein damit sich kein gefährliches Eis bildet, welches herunterfällt oder beim in Bewegung setzten der Rotoren in die Gegend geschleudert wird.

    Und auch die Betriebstechnik in der Gondel erfordert einen gewissen Frostschutz.

    Und das gibt es in den USA nicht?8| Das würde mich doch wohl sehr überraschen.