Holz härten

  • Die Frage ist nur, wie nachhaltig und umweltfreundlich das wirklich ist.

    Wenn ich lese, dass das Holz thermisch und chemisch behandelt werden

    muss... Nichtsdestotrotz eine interessante Methode.

  • Wenn man den ganzen Artikel durchliest, kommt man drauf, dass das Holz nur Cellulose liefert, der Rest wird entfernt.

    Zellulose kann man aber auch woanders herholen. Zellulose ist schon ein Polymer, also entwickeln die da mehr oder weniger eine neue Form von Plastik. Wird wohl nie wirtschaftlich konkurrieren können.


    Holz härten kenne ich von Pfählen, die man an der Spitze ankohlt, oder von selbergemachten Pfeilen für Pfeil-und Bogen, die man vorne mit einem Bleistiftspitzer anspitzt und dann ebenfalls kurz ins Feuer hält, bis sie braun werden. Holz wird durch erhitzen härter (aber auch spröder!), falls man das mal in einer Survival-Situation braucht, ist das eine recht einfache Methode.



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Die Frage ist auch, ob dieses Holz als zb. Holzbesteck verkeimt. Bisherige Kochlöffel oder Holzbretter sind in dieser Hinsicht nicht so gut.

  • Die Frage ist auch, ob dieses Holz als zb. Holzbesteck verkeimt. Bisherige Kochlöffel oder Holzbretter sind in dieser Hinsicht nicht so gut.

    Das ist nicht ganz richtig:


    "Holz hat eine poröse Oberfläche und deshalb ist die Versuchung groß, die intensive Reinigung durch den Geschirrspüler zu nutzen. Insbesondere das 70-Grad-Programm soll helfen, Keime auf dem Holz abzutöten. Zum einen ist dies unnötig, weil Holz antibakterielle Eigenschaften hat, besonders

    • Ahorn
    • Buche
    • Eiche
    • Fichte
    • Kiefer
    • Lärche und 
    • Pappel.

    Die im Holz enthaltene Gerbsäure verhindert die Ausbreitung von Bakterien. Auch die poröse Struktur trägt dazu bei – entgegen der landläufigen Meinung. Sie sorgt nicht dafür, dass Keime sich besser halten, sondern nimmt Wasser auf und entzieht Bakterien damit die Lebensgrundlage."


    Quelle:Klick

  • Dafür gibts Pilze, die sich auf Holz sehr wohl fühlen :-)

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Es gibt zu Verkeimung von Holzgeschirr und Besteck unterschiedliche Studien.

    Solange ich selber noch keine Studie gefälscht habe, bin ich lieber auf der sicheren Plastik-Seite.

    Allerdings ersetzt ich auch Plastikschneidbretter mit tiefen Schneidspuren regelmässig, denen trau ich auch nicht mehr.

  • Ahorn zB ist sehr geschlossenporig, gegenüber anderen, meist weicheren, Holzarten. Ist zB gut zu erkennen, wenn zB stark färbende Lebensmittel verarbeitet werden: in das Ahornholz zieht zB Fleischsaft deutlich weniger ein als beispielsweise in Fichte oder dgl.

    Himihergottzagramentzefixallelujamilextamarschscheissglumpfaregtz


    DE/Südhessen

  • iaten verwenden Esstäbchen aus Holz mehrfach.

    die wenigstenEssstäbchen sind aus Holz.

    Sie sind aus Bambus. Und der ist sehr hart und glatt.

    Normales Abwaschen reicht sowohl für diese Stäbchen als auch für Holzbretter und Kochlöffel.

    Wenn ihr Angst vor der Verkeimung habt, solltet ihr auch kein Keramikgeschirr verwenden, denn die Glasur hat immer mikrofeine Risse............

    Man kann es mit der Desinfektion von Allem auch übertreiben.

    Außer bei Menschen, deren Immunsystem nicht oder schlecht funktioniert, trainieren einige Keime dieses.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Ja, Bambus ist streng genommen ein Gras.

    Dann wäre im Sinne des Topics halt das Bambus genannt, das muss dann weniger gehärtet werden und Bambusmesser gibts auch. :)

  • Die Frage ist nur, wie nachhaltig und umweltfreundlich das wirklich ist.

    Wenn ich lese, dass das Holz thermisch und chemisch behandelt werden

    muss... Nichtsdestotrotz eine interessante Methode.

    Naja, die thermische Behandlung von Holz ist schon etliche zehntausend Jahre alt und nun nicht gerade die Neuheit.


    Was die chemische Bearbeitung angeht: huh, böses Natriumhydroxid und Natriumsulfit, damit man Lignin und Hemicellulose. 🙄 Okay, ich gebe zu, das Prozesswasser würde ich auch nicht gerade trinken wollen und ungeklärt in die Pampa ablassen sollte man das auch nicht. Aber solche Anlagen haben für gewöhnlich schon aus eigenem Interesse eigene Wasseraufbereitungsanlagen. Und sei es nur für das demineralisierte Wasser.


    Man müsste sich mal im Detail folgendes anschauen:

    1. Wieviel Frischwasser verbraucht ein solches Holzmesser im Vergleich zu einem herkömmlichen aus Edelstahl und einem solchen aus Kunststoff? 
    2. Welche Ressourcen und welche Mengen benötigen sie (unabhängig vom Wasser)? 
    3. Wie haltbar und spülmaschinengeeignet sind sie tatsächlich gegenüber Edelstahlbesteck? 

    Ich könnte mir vorstellen, dass dieses neuartige Holzbesteck gar nicht mal so schlecht in der Bilanz abschneiden dürfte.


    Und wenn die Vorteile sich bestätigen sollten, wäre das ein interessanter Innovationsschub für die Ultra Light Trekking Szene. Und damit auch für die Packlisten der BOBs dieser Welt.

    aus DE gesendet... 

  • Und wenn die Vorteile sich bestätigen sollten, wäre das ein interessanter Innovationsschub für die Ultra Light Trekking Szene. Und damit auch für die Packlisten der BOBs dieser Welt.

    Was spricht gegen einen Titan-Göffel, den ich einmal kaufe und theoretisch bis in die Unendlichkeit nutzen kann? Dazu mein Taschenmesser und ich bin ess-bereit :)

  • Gegen einen Titan-Göffel spricht prinzipiell nichts. Essbesteck aus diesem speziell gehärtetem Holz kann ich theoretisch aber auch dann noch herstellen, wenn die titanfördernden Länder die "Schaufeln niederlegen" oder absurd hohe Preise für den Rohstoff verlangen.

    Das eine muss nicht schlechter sein als das andere. Ich ziehe nur gerne mehrere Aspekte in meine Überlegungen mit ein. Auch wenn ich meine Frau damit regelmäßig in den Wahnsinn treibe. 🤪🤣

    aus DE gesendet... 

  • Thema Nachhaltigkeit

    Ich benutze das Besteck meiner Oma, Mutter und Schwiegermutter.

    Lediglich einige Messer hat es in der Spülmaschne zerlegt, aber da gehören Messer eh nicht rein.

  • Die Frage ist auch, ob dieses Holz als zb. Holzbesteck verkeimt. Bisherige Kochlöffel oder Holzbretter sind in dieser Hinsicht nicht so gut.

    Kochlöffel im Topf im Wasserdampf lassen, hilft gegen die Keime enorm. Wer frittiert, dann sie auch mal etwas in siedenes Öl halten. Der Kochlöffel nimmt dann weniger Wasser auf später und zugleich sind Keime etc. tot. Dazu erhöht es die Haltbarkeit, härtet den Kochlöffel. Man muss ja nicht alles reinhalten, halt die vordere Hälfte.


    Holzbretter abspülen feucht in ein ebenso feuchtes Handtuch wickeln und in der Mikrowelle langsam erhitzen. Irgendwas auf so 60 Grad. Wenns bissl dampft ausdampfen lassen. Keime sind alle tot.


    Man kann es mit der Desinfektion von Allem auch übertreiben.

    Außer bei Menschen, deren Immunsystem nicht oder schlecht funktioniert, trainieren einige Keime dieses.

    Da stimme ich dir zu. Ich lache immer innerlich, wenn man mit Flächendesinfektion die Aerosole von Corona "bekämpfen" will. Können auch Weihwasser versprühen....


    Thema Nachhaltigkeit

    Ich benutze das Besteck meiner Oma, Mutter und Schwiegermutter.

    Ich auch, hab noch nie Besteck im Leben gekauft. Habe von Oma, Freunden und meinen Eltern alles zusammen, was ich je brauchen kann. Es wurde in der Vergangenheit oft viel gekauft. Das typische Sonntagsbesteck in den 70igern. Das ist ein sehr gutes Alltagsset. Und so weiter.


    Es gibt zu Verkeimung von Holzgeschirr und Besteck unterschiedliche Studien.

    Solange ich selber noch keine Studie gefälscht habe, bin ich lieber auf der sicheren Plastik-Seite.

    Allerdings ersetzt ich auch Plastikschneidbretter mit tiefen Schneidspuren regelmässig, denen trau ich auch nicht mehr.

    Ich habe alte Teakholzbretter aus den 70igern nach wie vor im Gebrauch. Super Dinger. Darauf kommt auch mal Hähnchenfleisch oder Schweinefleisch. Dann wirds sauber gemacht... bisher gab es nie Probleme. Die paar Plastikbretter, die ich habe werden mit allerlei beworben, silberbedampft, talalala magie anti bakteria Aufdruck, für mich alles nur Werbung. Tiefe Schneidspuren stören mich jetzt weniger. Irgendwann sind die Plastikbretter völlig unansehnlich und hinüber. Wieso das Teakzeug soviele Jahrzehnte schafft, ich schneide damit ja auch alles mögliche... mhnm.

    ich glaube wir sind viel zu ängstlich, was Hygiene angeht. Durch das ganze Camping und die Erfahrungen von der ein oder anderen Tour habe ich dazu eine andere Sicht entwickelt. Wir machen viel Hokus Pokus, was ziemlich wenig Wirkung auf die Hygiene hat.


    Funktionierender Klassiker: Vor dem Essen und vor der Zubereitung von Speisen, Hände mit schnöder Seife waschen. Und auch nach dem Verwenden des WC.


    Hier an der Arbeit sehe ich täglich, wie oft genau das schon nicht beherzigt wird. Aber dann die Griffe des Einkaufswagens tropfend mit Desinfektion besprühen, aber dafür alle Griffe sämtlicher Sanitäranlagen freudig anfassen und dann Gummibärchen futtern. Also so Kapitel Hygiene mal fast offtopic.


    Mal schauen ob sowas in Zukunft auch in Produktion geht. Den Ansatz finde ich spannend.

    An der ein oder anderen Stelle ist eine Alternative zu Stahl vielleicht eine Sache. Uns gehen die Materialien aus, daher forscht man wohl wiedermal intensiver an weiteren Optionen. Aktuell ist das für mich kein Thema. Holzschrauben werde ich sobald nicht im Baumarkt erwerben. Allerdings ist das Verfahren vielleicht eine Alternative zu dem ein oder anderen Kunststoff. Vielleicht lassen sich hier neue Materialien erzeugen, die man industriell für Gehäuse, Platinen und irgendwas nutzen kann.


    Gruß

    SBB

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • SBB+ ich geb ja zu, dass ich es mit der Küchenhygiene etwas zu genau nehme.

    Bevor mein Mann eine Keimsammelmaschine war hatten wir auch Holzbretter. Jetzt halte ich halt alles möglichst Keimfrei.

    Spülschwämme werden nicht mehr ausgekocht sondern sehr regelmässig ersetzt, Küchenhandtuch nach einem Tag gewechselt, Kühlschrank ständig ausgewaschen ect.

    Ansonsten ist mein Motto: Gesunde Kinder müssen pro Jahr ein Kilo Schokolade und ein Kilo Dreck fressen. Lässt sich auch auf Erwachsene übertragen (nur BEVA ist davon ausgenommen, seufz).

  • Habe mir vor kurzen alte Gabeln und Messer in der Bucht gekauft, für kleines Geld, und die Handgriffe erneuert mit Resten aus Eichenholz. Habe sie extra schlicht und einfach gehalten. Ich liebe diese alten Formen.

    Vielleicht sollte man mehr auf gebrauchte Dinge achten und diese wiederverwenden, als immer neue herzustellen, und sei es auch aus Matterial das gut verfügbar ist.

    Hier kann man sehen wie weit unsere Nachbarn schon sind. Aber auch in Deutschland gibt es schon Gebrachtwarenhäuser. Leider noch viel zu wenige.


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  • Arwed51 mind. 5 Daumen für dich!

    Ich liebe die alten Formen auch, die Gabeln mit langen runden Zinken, die Löffel grösser und die Messer mit der alten langen Schneide.....

    Und wir haben auch viele gebrauchte Möbel, auch ganz bewusst für die Kids angeschafft.

    Motto, da hat das erste Kind das Formaldehyd abbekommen und ist gut für die Umwelt. Nur Matratzen natürlich neu.