ZDF WISO, Blackout in Deutschland - Horrorszenario oder reale Gefahr ?

  • Hi,


    habe ich nebenbei gesehen. Zeit würde ich dafür nicht verschwenden.


    Wenn ich Typen höre, die den Klimawandel bedrohlicher als einen Blackout empfinden, könnte mich fast Mitleid beschleichen. Aber nur fast.


    VG Herzhaus

  • und jetzt hat es die BILD auch im Programm …


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    Schönen Abend, Transalp

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

  • und jetzt hat es die BILD auch im Programm …

    Wenn es in der Bild steht, muss es a) stimmen und b) steht Doomsday unmittelbar bevor. Die Bild interviewt ja die Toten immer als Erste... *Zynismus off*

    aus DE gesendet...

  • Ich hab mir grad beides angesehen - die WISO-Doku fand ich durchaus informativ. Ich hab da nur 2 Ideologen gesehen (der Klimablogger und die Blonde :nauseated_face:), der Rest waren aber alles ziemliche Realisten.


    Jaaa, die Bild. Das, was der Konstantin da so von sich gibt, ist noch nichtmal so unsachlich, aber was die Bild-Stimme aus dem Off draus macht und wie das kommentiert wird :speak_no_evil_monkey:

    BY/DE

    Si vis pacem, para bellum.

  • Ich weigere mich Clicks für Bild zu geben.

    Die Wiso Reportage fand ich aber größtenteils ganz gut. Allerdings war es kaum auszuhalten das anzusehen. Die Gefahr ist uns hier ja nun schon bewusst, aber das so geballt von sehr kompetenten Leuten zu hören ist bedrückend. Schade war, dass man nicht auf die Polemisierung des Themas durch Stereotypen verzichten konnte, wie den verstrahlten Klimaliebhaber (Graslutscher-ernsthaft?), den Politiker mit Lobbyistenhintergrund und die etwas weltfremd anmutende Umweltökonomin (?).


    Eine Aussagen fand ich sehr treffend:

    1. Dass die Diskussion über die Energiewende viel zu ideologisch und politisch geführt wird und nicht sachgerecht.

    2. Unser sozialer Friede steht auf dem Spiel, wenn wir das nicht vernünftig angehen (Wortlaut: Die Kosten dürfen nicht weiter steigen)


    Wenn sowas im Abendprogramm läuft, habe ich zumindest die leise Hoffnung, dass das Ausmaß des Problemes ankommt und man uns schonend vorbereiten will, dass wir eventuell doch Atomkraft brauchen. Ich bin kein Fan davon unsere altersschwachen Anlagen weiterlaufen zu lassen. Aber was nützt es nun. Und vielleicht wäre es schlauer in sicherere Kernenergie zu investieren, als LNG-Farmen in Afrika zu bauen und uns in neue Abhängigkeiten zu werfen. Zumindest sollte man da auch ergebnisoffen prüfen, ob das eine Option ist.

    Bedrückend war auch, dass der gute Mann, der das Netz stabil halten sollte bei der Frage, ob man bei einer Dunkelflaute das Netz noch stabil halten könne aussah, als wolle er in Tränen ausbrechen und erst einmal um Worte rang.

    Hoffnung machten die vielen sehr kompetent wirkenden Unternehmer und Fachleute. Mit solchen Leuten kriegen wir das hin. Aber man muss dann bitte auch auf sie hören und das tun, was nötig ist. Fazit wie eigentlich fast überall: Mehr Fakten, mehr Wissenschaft, mehr Fachwissen und weniger Emotionen und Meinungsmache.

  • Ich weigere mich Clicks für Bild zu geben.

    … was ich gut verstehen kann.


    Aber die Verdichtung auf verschiedenen Kanälen - allein diese Woche - ist schon bemerkenswert, ist sicher auch ein wenig dem Sommerloch geschuldet.


    Egal, Hauptsache die Leute sorgen vor.


    Auch im Büro. Bei sehr vielen Projekten hatte ich das Thema BO angesprochen, allein schon deshalb, das es in der VDE-Normung mittlerweile fixiert ist, dass dieses Thema bearbeitet werden muss.


    Hat kaum jemand interessiert. Jetzt kommen in laufenden Projekten auf einmal die Anfragen.

    Ich bekomme mittlerweile eine Flashback.


    Zum Thema Bild. Ich war tatsächlich neugierig, v.a. wie die das Thema anlegen. Und man bedenke die Reichweite.


    Schönen Tag, Transalp

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

  • Nun ja, die Kritik basiert ja neben dem bekannten Argumenten a la "Nachts scheint die Sonne nicht" vor allem darauf, dass der Wasserstoff für Deutschland fehlt.


    Hier mal ne Studie dazu:

    https://energiesysteme-zukunft…s/Analyse_Wasserstoff.pdf


    Blackout gab es früher auch und wird es in Zukunft auch wieder geben, das sind einfach unerwartete Ereignisse und Fehler. Wäre es nicht unerwartet wäre es auch kein Blackout.

    Prinzipiell ist ein System basierend auf Solar und Windenergie aber robuster als das bisherige und AKW halte ich in großen blackouts eh für krasse Katastrophenverstärker.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Prinzipiell ist ein System basierend auf Solar und Windenergie aber robuster als das bisherige

    Hi,


    sorry, wie kommst Du denn auf dieses schmale Brett? Den Mitarbeitenden in den Netzleitstellen steht immer öfter der Scheiß auf der Stirn. 2003 gab es zwei Netzeingriffe, jetzt sind es über 1000 pro Jahr, eben weil die Einspeisung der EEG-Anlagen nicht mit hinreichender Genauigkeit prognostiziert werden kann.


    An einen Blackout kann ich mich auch nicht erinnern. Kurz davor standen wir mehrfach, das Netz ist in Teilbereiche mit unterschiedlicher Frequenz zerfallen, es gab auch spannungslose Teilbereiche. Aber ein Blackout? Hast Du da ein Beispiel aus Europa?


    VG Herzhaus

  • Trennung der Leitung über die Ems hat 2006 zum blackout runter bis nach Italien geführt. War wohl ein Fehler beim n-1 Kriterium, wenn ich mich recht entsinne. Google wird sicher was dazu finden.


    Bei Solar+ Wind ist der vollständige Ausfall im grundsätzlichen Konzept enthalten, das heißt zu 99,9% hat man schon Prinzip bedingt zusätzliche Reserven im System. Auch die Insel- und Schwarzstartfähigkeiten solcher System kann Prinzip bedingt recht hoch sein und sie stellen abgeschalten und vom Netz getrennt erstmal kein Risiko dar (bei Biogas etwas anders, aber vor allem natürlich bei AKW)


    Klar gibt es dazwischen Transformationsschmerzen.


    Aber das ist noch lange kein Grund, sich mit benutztem Toilettenpapier das Gesicht abzuwischen. ( ;-) )

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Wenn 15 Millionen Leute in mehreren europäischen Ländern plötzlich und ohne Vorwarnung ohne Strom sind würde ich das einen Blackout nennen.


    Die Bundesnetzagentur auch:


    Bundesnetzagentur - Press - Final report blackout


    Im übrigen erinnere ich mich noch gut daran, dass die diversen Medien am nächsten Tag der Energiewende und vor allem der Windenergie die Schuld zugeschoben haben.


    Die hatte mit dem Ausfall aber nichts zu tun, hat aber seinerzeit die Stabiliserung erschwert durch die automatische Netztrennung und bei identischer Frequenzschwelle. das hat man - meines Wissens - dann auch geändert.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Wenn 15 Millionen Leute in mehreren europäischen Ländern plötzlich und ohne Vorwarnung ohne Strom sind würde ich das einen Blackout nennen.

    Dito.


    Einfaches googeln nach Blackout hilft auch, dann bekommst du mit etwas Hirnschmalz sogar mehr als das Ergebnis aus den letzten Jahren im Europaraum. Ich bereite gerade für meinen Arbeitgeber eine popelige Powerpointpräsentation zum Thema Blackout vor. Die Ergebnisse, wie oft das "eigentlich" immer wieder passiert, aber zu regional begrenzt, als dass wir die Nase daran bekommen oder die Energiebetreiber oder Zeitungen sich bemüßigt fühlen, das zu melden, sind für mich erschreckend.

  • Ich sehe das so: wir haben zwar inzwischen einige Anlagen die Wetter- und Tageszeitabhängig Schwankungen aufweisen. Wir haben aber bei weitem noch kein auf PV und Wind basierendes System. Ein solches sehe ich erst wenn

    - erheblich mehr ausgebaut wird (Faktor 2-3 in allen Kategorien, nur Strombereich, noch ohne Ersatz Industrie/Mobilität)

    - eine Speicherinfrastruktur inklusive Saisonspeicher existiert

    - die Übertragungsnetze angepasst wurden (Nord-Süd Ausbau)

    (- eine Verbrauchssteuerung funktioniert) - das mal in Klammern, siehe weiterer Text

    letzterer Punkt wird schwierig werden. Zumindest wenn man damit in einer Mangellage ernsthaft arbeiten will. Zum Beispiel Meldung an alle Zähler:

    -> "18:00 Aktivierung Notfallprotokoll, alle nicht notwendigen Verbraucher ausschalten, voraussichtlich bis 22:00"

    <- "Bestätigt, habe hier ein Sauerstoffgerät welches 100W dauerhaft benötigt, Licht mit Mindestdimmung benötigt voraussichtlich 30W von 20:00 bis 22:00, Router 20W Dauerlast, Handy und Laptop haben noch genug Akku bis 22:00. Anfrage 2kW/5min für Zubereitung Babynahrung zwischen 19:00 und 20:00"

    -> Freigabe 2kW/5min zwischen 19:15 und 19:30

    <- Benutzer bestätigt die Nutzung im Zeitfenster

    gut, da ist jetzt sehr viel Zukunftsmusik dabei, Ziel hinter dem Szenario ist, auch bei Lagen, bei denen sonst die Lichter ausgingen einen Minimalbetrieb mit den wichtigsten Verbrauchern weiterführen zu können, Heizung (eher keine Stromheizung), Telekommunikation, Licht, erwärmen von Nahrung (kein 3 Stunden Gänsebraten), Kühlung. Scheitern wird das an einem mindestens europaweiten Powerprotokoll (Sicherheit!), smarten Zählern die diesen Namen auch verdienen und nicht zuletzt am Gerätezyklus selbst, eine Nachrüstung für Elektroherde, elektrische Heizgeräte usw. wird es kaum geben. Eine Aufteilung der Stromkreise in wichtig und unwichtig gibt es in der Regel nicht und ein Umbau bedeutet quasi einen Neubau der Elektroinstallation. Vielleicht ginge über flexible Preise noch was (zB. 200Wh/h zum Normalpreis, alles darüber 10€/kWh), praktisch dann eher so: Zähler trennt erst mal, dann manuelle Bestätigung des Notmodus, wäre ja blöd wenn man nicht zuhause ist und das Auto gerade lädt...

    Praktisch denke ich gerade an einen gehärteten, vielleicht etwas abgespeckten MQTT Broker im SmartMeter, Powerline mit geringer Bandbreite (100kBit?, man will ja keine 50 Millionen Störsender haben) [dann ginge auch Eigenverbrauchsoptimierung ohne großen Umbau, aber anderes Thema].


    zurück zum Thema: ein EE basiertes Netz kann stabiler sein als das herkömmliche, mit Ressourcenkonflikten im Hintergrund viel stabiler. Es ist aber noch ein weiter Weg dahin und mit jeder Pause die wir einlegen muss der Rest des Weges schneller zurückgelegt werden. Das Klima ist eine Sache die uns global einen Zeitrahmen vorgibt, aktuell scheint die internationale Politik den Takt vorzugeben, zumindest wenn wir nicht nur eine Abhängigkeit gegen eine andere austauschen wollen. Momentan ärgert uns Putin mit dem Energiehebel, Verstimmungen im nahen Osten oder eine Regierung Trump 2 könnten auch damit spielen wollen.

  • Ich halte nun so nichts von der Mövenpick-Partei, die für jeden die Beine breit macht, der mit einem Geldköfferchen ankommt, aber mit einem Satz hatte Lindner tatsächlich Recht: Erneuerbare Energien sind "Freiheitsenergien". Sie mögen gewisse Herausforderungen an die Netze stellen, aber sie sichern in hohem Maße energiepolitische Unabhängigkeit.

  • Prinzipiell ist ein System basierend auf Solar und Windenergie aber robuster als das bisherige und AKW halte ich in großen blackouts eh für krasse Katastrophenverstärker.

    Hallo, ich glaube auch, dass Du da ein wenig falsch liegst. Das liegt in der Tatsache begründet, dass Grosskraftwerke u.a. die sog. Momentanreserve bilden und mit den großen Schwungmassen der Generatorsätze verhindern, dass die Drehzahl und somit die Netzfrequenz abrupt absinkt. Das europäische Verbundnetz ist „frequenzgeführt“ und verträgt Abweichungen zur 50Hz Netzfrequenz nur im 200mHz Bereich. Wobei 100mHz - Schwankungen - oftmals zur vollen Stunde - durch den Stromhandel begründet ist. Da schrumpft das Toleranzband mal eben um 50%.

    Die großen Schwungmassen wirken also dämpfend auf Frequenzänderungen. Hier gibt es im Netz mittlerweile jede Menge Erklärungen.

    Ich wäre im Übrigen ja schön blöd, wenn ich gegen die erneuerbaren Energien argumentieren würde, ist ja eine Sparte in meinem Berufsleben.

    Es ist halt nur so, nicht alles was gut gemeint ist, ist auch gut gemacht. Wenn man von Elektromobilität über die sog. Energiewende subsumiert, erscheint mir derzeit ein Zeithorizont von 30 - 50 Jahren realistisch.


    Es gibt jede Menge Ideen, Visionen und dergleichen.


    Aber am Ende muß irgendjemand die Kabel in den Boden legen. Und das sind viele, und vieel dickere als z.B. so ein LWL-Kabel für den Breitbandanschluß, dass im Übrigen über Kilometer in Kabelschutzrohre eingeblasen werden kann.


    Und wie lange „breitbanddigitalisieren“ wir schon? 20 Jahre?

    Und wie lange digitalisieren wir noch? Nochmal 20 Jahre?


    Nix für ungut 😉


    Transalp

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!