... Eure Familie auf sich gestellt ist?

  • Durch diesen Thread ist mir ein Gedanke gekommen. Jeder von uns bereitet sich auf die eine oder andere Art auf gewisse Ereignisse vor. Dabei werden Vorräte (Nahrung, Wasser, Medikamente) angelegt, sich Fähigkeiten angeeignet, Material vorgehalten, Maschinen und Werkzeug beschafft, Notstromversorgungen installiert, …


    Aber wie sieht das aus, wenn Eure Familie auf sich gestellt ist? Wenn ihr im Fall der Fälle nicht zuhause seid? Oder schlimmer: nicht mehr nach Hause kommt? Ist Eure Familie überhaupt in der Lage, sich „Eure“ Vorbereitungen zu Nutze zu machen? Dabei will ich noch nicht mal an "Kinder alleine zuhause" denken...


    Ich grüble seit einigen Tagen, denn ich habe zum Beispiel eine BEFA zuhause, die zwar anpackt, aber sie wäre nicht in der Lage ein Notstromaggregat in Betrieb zu nehmen, ebensowenig die Kettensäge anzuwerfen oder schlicht eine Störung der Heizung zu beheben. Das sind Dinge, die sie mir im Alltag immer überlässt (mangels Interesse, mangels Zeit, beliebiger Grund einzufügen).

    Und dabei denke ich noch nicht einmal an die eine oder andere Funkanlage der Mitforisten (mit der ich vermutlich auch nicht klarkommen würde) oder eine Photovoltaik-Inselanlage / Notstromeinspeisung.


    Spinnen wir den Faden weiter. Weiß sonst noch jemand, wo die relevanten Papiere im Fall der Fälle liegen? Wen man bei welchen Fällen zu Rate ziehen oder um Hilfe bitten kann? Wer betankt das Fahrzeug mit einem 20 Liter BW-Kanister, wenn ihr nicht da seid? Kann jemand die schweren Gasflaschen für den Gasherd tauschen? Ist der Weg zum SO (sofern vorhanden) auch ohne Eure Hilfe erreichbar?


    Ich denke, diese Problematik wird vielfach übersehen oder scheitert auch am Desinteresse (ohne es böse zu meinen) der besseren Hälfte. Oft werden unsere Beschaffungen / Vorbereitungen / Planungen belächelt und geduldet, bedienen / nutzen / umsetzen könnten aber nur wir sie. Nur was bringt es dann? Ich denke daran, Leitfäden zu erstellen wenn ich schon eine regelmäßige Unterweisung nicht an die Frau (oder den Mann) bekomme. Bedienungsanleitungen müssten erstellt und ggf. in verständliches Deutsch übersetzt werden.


    Wie habt Ihr das in Eurem Haushalt gelöst?

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Das ist eine wirklich gute und Begründete Frage!


    Ich habe für den Fall dass ich (aus welchen Gründen auch immer) NIE mehr nach Hause komme (oder Aufwache) eine recht ausführliche Liste erstellt wer in diesem Fall wie zu informieren ist.

    Also auch mit Mitgliedsnummern bei Vereinen (zb. ADAC) oder Versicherungen mit Versicherungsscheinnummer (zb. wenn ich einen tödlichen Unfall habe, bin ja schließlich Pendler), so dass meine Frau wenigstens ein wenig Geld bekommt.

    Aber auch welche Bank informiert werden muss, weil ja in diesem Fall dann der Kredit von der Kreditausfall-Versicherung gezahlt werden würde.

    Ich habe zumindest die Gewissheit, dass meine Familie mit meinem Tod schlagartig Schuldenfrei wäre :-)

    Die Liste muss ich mal wieder aktualisieren, die ist halt auch schon wieder 5 Jahre alt.... *seufz*


    Gleichwohl.... meine Frau wüsste sich im großen und ganzen im SHTF (ich glaub der Begriff fehlt noch in der Erklärbär-Datenbank)-Fall ganz gut zu helfen. Obwohl.... meh, auch nicht in allem (aber sie macht eigentlich bei allem gut mit, vor allem bei der Vorratshaltung!)

    Meine Kinder... die zwei Großen wissen zumindest wo und wie die Vorräte aufgeteilt sind, aber was alles in den BOBs ist und wie dies zu nutzen ist (zb. die Wasserfilter) puh... ne, nicht wirklich!


    Verflixt, da hab ich jetzt Nachholbedarf! Ich wollte eh mal eine Liste schreiben welche Abläufe zu tun sind wie zum Beispiel bei einem großflächigen Stromausfall (so schnell wie möglich alles mögliche mit Wasser füllen usw!).


    Danke PapaHotel für die Erinnerung... wieder nix mit ruhigem Wochenende!

    Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.


    Albrecht Müller

  • Gute Frage, bringst mich ins grübeln....


    Also nicht nach Hause kommen sehe ich hier nicht wirklich. Wir sind tagsüber 6 km auseinander, das sollte zu schaffen sein.

    Einzig Hochwasser an dem Arbeitsplatz meiner Frau könnte schwierig werden.

    Aber da wird schon vorher die Altstadt gesperrt, so dass man erst gar nicht reinkommt.


    Schweres Werkzeug hab ich kaum, und mit Bohrmaschine und Akkuschrauber kann sie umgehen.

    Wenns schwieriger wird, dann setze ich auf die Hausgemeinschaft. Die ist bei uns 3 Parteien super.

    Alle jünger und kräftiger, ein Formenbauer und ein ein selbtständiger Zimmermann mit eigener Werkstatt.

    Das sollte erst mal ausreichen.


    Gas, Petroleumkocher und Lampe kann sie bedienen. Am Funk hat sie leider kein Interesse.

    Das kann dann der Formenbauer übernehmen. Er ist CB Funker.


    Ansonsten gibts bei mir nix sonderlich kompliziertes zu bewerkstelligen.


    Ich setz im Notfall wirklich auf die Hausgemeinschaft.

    Das sollte dann einigermaßen gut gehen.


    meint

    der Boxer

    Das Leben ist das, was dazwischen kommt, wenn man alles geplant hat

  • Ich grüble seit einigen Tagen, denn ich habe zum Beispiel eine BEFA zuhause, die zwar anpackt, aber sie wäre nicht in der Lage ein Notstromaggregat in Betrieb zu nehmen, ebensowenig die Kettensäge anzuwerfen oder schlicht eine Störung der Heizung zu beheben. Das sind Dinge, die sie mir im Alltag immer überlässt (mangels Interesse, mangels Zeit, beliebiger Grund einzufügen).


    1. Frau (und größere Kinder) das ganze ein paar mal unter Anleitung machen lassen. Das Argument "willst Du dann frieren und im Dunkel sitzen") hatte gezogen. Mit ein wenig Glück finden sie dann auch ein bischen Spaß an der Technik.


    2. Nachbarn um Hilfe bitten.

  • Es mangelt der Dame einwandfrei an Interesse + technischen Kenntnissen....


    Die offensichtlich überdurchschnittlich vorhandenen Mengen an Gedöns werden im Falle meines natürlichen, aber auch unnatürlichen Ablebens Flüche und völliges Unverständnis auf Jahre hinaus erzeugen....


    Ich kann froh sein, wenn sie mich einäschern lässt, und im Friedwald hinter einen Baum kippt, dann brauchen sie aus Wut über das Vermächtnis nicht den Grabstein umtreten.....

  • Auch wenn meine Frau vom Großteil meiner Vorbereitungen nichts weiß, so ist sie dennoch in der Lage an einen Teil des Vorrats zu kommen und diesen zuzubereiten. Wasser ist bei uns generell kein Problem. Beim Strom ist sie aufgeschmissen.

    Der Rest wird sich wohl ergeben, schließlich wachsen wir alle in extremen Situationen aus uns heraus.


    Gruß Heiko

  • Ich werde meine Frau nicht zu Schusswaffen oder Motorsägen überreden können (oft genug probiert), aber sie *kann* mit einer Axt, Beil und Säge im Notfall umgehen, und eine Saufeder liegt seit einem Einbruchsversuch in unser Haus auch neben ihrem Bett.


    Also alles halt ein Bisschen weiblicher, aber durchaus vorhanden.


    Dokumente sind bekannt an einem sicheren, bekannten und schnell erreichbaren Ort.


    Und falls ich gar nicht mehr heimkomme: Drei Passwörter sind wichtig: Tresor, Tagebuch und Pornosammlung.

    Alles weitere steht im Tagebuch.


    Ich glaube, man muss Frauen oder Kinder gar nicht dazu zwingen, genau so zu sein, wie man selbst ist. Wenn sie auf ihre Weise die Probleme lösen, ist es vielleicht sogar besser.

  • Bei uns mache ich mir da nicht so große Sorgen - meine Frau verdreht zwar immer wieder die Augen wenn ich Mal wieder was neues habe für Vorrat - Werkzeug, Rucksack usw. Aber schon jetzt ist es so, dass sie sehr froh ist, wenn wir das dann doch Mal brauchen - was auch öfters vorkommt, nur so am Rande.

    Und das ist doch bei vielem so - wir haben früher sehr rustikal Urlaub zusammen gemacht - ohne Strom und Wasser von der Quelle. Von daher weis sie sich definitiv zu helfen. Auch jetzt klappt das gut, klar ist das alles nicht ihre Lieblingsbeschäftigung aber wenns drauf ankommt läufts.

    Was Dokumente und Papiere angeht ist sie sogar noch gründlicher wie ich, das ist berufsbedingt.


    Die Kinder sind noch nicht ganz soweit, aber das entwickelt sich glaube ich ganz von selbst. Beide können immerhin schon mit einem Messer umgehen, die Hühner versorgen usw.


    Ich denke man sollte auch realistisch sein: Wenn ich nicht mehr da bin wird die Welt sich auch weiter drehen und die kommen zurecht - wenn auch mit ein paar Einschränkungen anfangs.

    Dafür bin ich sehr froh und das ist auch ein Hauptziel bei allem was ich so tue - nicht nur im Hinblick auf Previal.


    Gruß

    Bilbo3000

  • ...also bei mir soll die hinterbliebene Familie ja auch ihren Verlust betrauern und an meinem Grab verdammt nochmal weinen 8o


    Nein, im Ernst... darüber hab ich mir auch schon so Gedanken gemacht und versuche soweit möglich natürlich meine BEVA einzubinden, finde daher gerade diesen Thread auch sehr gut geeignet, mal dem eher skeptischen Partner zum durchlesen zu geben um das Nachdenken anzuregen und womöglich sogar die eigene Überzeugungsarbeit zu verstärken! Vielleicht bekommt der Eine oder Andere hier ja auch mal gerade seinen "nicht so" begeisterten/überzeugten Partner dazu, seine durchaus auch kritische Meinung was unsere Beweggründe/Bemühungen angeht zu äußern!


    Zu meinem möglichen Ableben in einem Worstcaseszenario habe ich da den Vorteil, das meine beiden Jung's wenn auch "erst" mit ihren 10&13 Jahren nicht nur interessiert dem Thema zugewandt, sondern auch immer soweit Kindgerecht von mir in Überlebenstechniken und soweit der Handhabe unserer Prepperausrüstungen eingeführt/bespielt/geschult werden/worden sind! Dazu kommen ihre von uns geförderten Eigeninteressen (Feuerwehr/Schulrettungssani/Pfadfinder/Bogenschütze) der Spaß am lesen von Survivalbüchern, sich einfach in der Natur aufzuhalten mit Spurenlesen, Tarnen, richtig Feuer machen, Campen usw. Weswegen ich ihnen deshalb einen guten soweit möglichen Überlebensvorteil voll zutraue und dazu auch gegebenenfalls die Mama mit zu versorgen/unterstützen!


    Tja und daher beruhigt "Six Feet Under" ruhen kann oder halt als proteinreicher Eintopf verwertet werde...

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü

  • Vielleicht war ich nicht konkret genug. Natürlich ist "Ableben" ein Aspekt - allerdings ging es mir mehr um eine erste, heiße Phase, bei der der Prepper nicht anwesend ist oder sein kann.

    Sagen wir, man steckt im EU-Ausland und kommt eben die nächsten Wochen nicht oder nicht so schnell nach Hause, ggf. bei einem großflächigen Blackout. Das würde "zuhause" schon für üble Situationen sorgen, wie wir alle wissen. Da sind dann Testament und Co nicht so wichtig, aber das Know How um die Vorbereitungen der anderen Hälfte wären es durchaus.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Vielleicht war ich nicht konkret genug. Natürlich ist "Ableben" ein Aspekt...

    DontPanic ...lach!


    Schon verstanden, aber Situationsbedingt ist da halt Abwesenheit eben auch beim Ableben gegeben und damit erst mal Wirkungsgleich, wenn dann natürlich schon trauriger und mit langfristigeren Folgen!


    Das mit den Bedienungsanleitungen ist übrigens eine gute Idee, aber da ich so was mal für Maschinenanlagen gemacht habe für übrigens Andere Leute durchaus vom Fach, weiss ich wie schwierig es ist diese so zu erstellen - das Diese auch verstanden werden! Gutes Beispiel ist da eine Wegbeschreibung zu einem nach Hause aus dem Gedächtnis nur in Text zu verfassen für einen total Ortsunkundigen! Hört sich recht einfach an, aber ist zumeist für den "dann zu Gebrauchenden" zumeist echt schwer zu folgen...

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

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    Gruß derSchü

  • Hab den Sohn , der im Haus wohnt bei vielen Dingen eingeweiht - Rest folgt noch :


    OK : Heizung , Vorräte, Geld, Reparaturen Metallbau, Holzbau, Schmiede, Medizinische Hilfe, Holz machen,:D



    noch nötig : Reparaturen Elektro,Elektronik, Photovoltaik, Batteriepflege,Dokumente:huh:


    wobei ich fast zuviel an Photovoltaik und MISA Teil eingelagert habe


    für beide nötig : Gartenbau;(


    Die Frau weiß wo die Vorräte und das Kochwerkzeug sind. Kann auch Einschüren.8)

  • *Neid*


    Also welche Möglichkeiten du so hast! (Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung! :-) )

    Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.


    Albrecht Müller

  • Naja - PapaB - war schon ne Zeit bis zum Jetzt:/


    Sohn ( jüngster) ist Pfadfinder- Mechatroniker für Nutzfahrzeuge und PKW, packt gerne :rolleyes: immer mit an, wenn da


    Haben uns Schmiede gewünscht /erhalten(bezahlbar):D und im nächsten Jahr erfolgt Schmiedehüttenbau||


    Sohn hat am Sonntag mit befreundetem Elektrix die Photovoltaikanlage wieder gangbar gemacht:) vadder ist jetzt mit dem kriechen (60++)


    wir sind auf gutem Wege :P

  • Vorbereitung sollte immer auf dem Szenario fußen, das die gewohnten Ressourcen (Haus, Vorräte, Fahrzeuge etc) nicht verfügbar sind.

    Alles darüber ist dann Luxus.

    Habe ich aber keinen wirklichen autarken Ansatz, der familienfähig ist, dann habe ich in meinen Augen eben nicht vorgesorgt, sondern an unwichtigen Dingen wie Stromversorgung oder irgendwelchen Fahrzeugideen Symptomheilung betrieben ;-).


    Gruß


    TID

  • Ich habe da scheinbar auch Glück mit meiner BEVA Strom Generator kann sie anlassen und ins Haus einspeisen auch klein Fehler suche bekommt sie hin.

    Medikamente haben wir nach Gruppen in verschiedenen Kisten Geordnet, Nahrungsvorräte weiß sie fast alle und Sie kann Feuer machen.

    Auch wenn sie nicht immer begeistert ist kann sie fast alle Sachen Bedienen und einsetzten außerdem planen wir im SHTF mit 13 Personen aus der Familie die auch nicht auf den Kopf gefallen sind.

    Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist !