COVID-19: News & Informationen

  • Ganz genau!


    Nun fordert aber in Deutschland der Präsident der Ärztekommissionschlagmichtotvereinigung, dass Politiker denen die Vorgaben für die Triage machen sollen...

  • Jung vor alt, schlau vor dumm, fleißig vor faul, reich vor arm, ....solche Vorgaben sind nicht nur etisch problematisch sondern auch politisch tötliche.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Jung vor alt, schlau vor dumm, fleißig vor faul, reich vor arm, ....solche Vorgaben sind nicht nur etisch problematisch sondern auch politisch tötliche.

    ja, verhindert aber die Entscheidung Privatpatient vor Kassenpatient ...

    Gottes sind Wogen und Wind, Segel aber und Steuer, daß ihr den Hafen gewinnt, sind euer. (Gorch Fock)



  • Nämlich aussortieren...

    Und genau das war es nicht. Es wurde niemand "aus"sortiert. Unter Triage versteht man gemeinhin, dass diejenigen nicht behandelt werden, für die eine geringe Überlebenschance besteht.


    Genau das ist in Sachsen nicht passiert. Es wurden diejenigen mit den knappen Ressourcen versorgt, die es am nötigsten hatten, und andere, die ohne diese Versorgung in keiner großen Gefahr schwebten, wurden nicht bzw. später versorgt. Das ist genau das, was Tag für Tag in jeder Notaufnahme passiert, nur dass da in der Regel die Arbeitszeit der Ärzte der limitierende Faktor ist.


    Mag sein, dass das im Fachjargon auch schon eine Triage ist. Dass allerdings dieser Begriff in der Berichterstattung so in den Fokus gerückt wurde, ist nach meiner Auffassung eine unnötige Zuspitzung.

  • Beim Militär bedeutet Triage, wer in welcher Reihenfolge behandelt wird.

    Zuerst werden die behandelt, die eine reelle Überlebenchance haben, dann diejenigen, die überleben könnten, und die anderen..........

    Triagiert wird in JEDER Notaufnahme! Und damit letztlich auch im Krankenhaus allgemein.


    Als ich vor etlichen Jahren mit einer Platzwunde am Kinn in nächstgelegene Notaufnahme fuhr hing im Wartebereich ein Schild, dass die Behandlungsreihenfolge aufgrund medizinischer Dringlichkeit geschieht und nicht anhand der Reihenfolge der Aufnahme in der Notaufnahme.


    Und auch bei dem einen oder anderen Arzt oder Zahnarzt hängt im Empfangsbereich oder dem Wartezimmer ein Schild mit ähnlichem Inhalt.


    Was sollen Ärzte auch anderes machen als nach medizinischer Dringlichkeit zu behandeln? Drei Minuten ohne Sauerstoff ist ein Teil der Dreierregel. Wenn also jemand im Wartezimmer ein A/B-Problem entwickelt, soll der Arzt dann sagen "Sorry, es sind noch fünf Patienten vor ihnen dran. Halten Sie einfach solange die Luft an..."?

    Oder wenn jemand mit einer starken Blutung in die Notaufnahme kommt... "Hier der Korken Kaliber 08/15, einfach in die Wunde drücken. Ich muss erstmal fünf Patienten mit Pillepalle-Schnupfen erklären, dass sie keinen Arzt brauchen, sondern einfach nur ein paar Tage Ruhe, viel Schlaf, viel (heißes) Trinken, klassische Großmütter-gegen-Erkältung-Medizin... "


    Triage hört sich aufgrund seines militärischen/katastrophenmedizinischen Ursprungs halt nur unheimlich grausam an für Leute, die mit dem Tod, schwerer Krankheit und Verletzung und gleichzeitigem Mangel an Ressourcen (Material und Personal) keine Berührung haben und daher auch entsprechend Schiss haben. Horror-/Splatter-/Zombie-/Kriegsfilme und sowas gucken ist das eine, aber das dann im realen Leben zu erleben ist dann für viele doch weit außerhalb ihrer Komfortzone.

  • Es gibt allerdings schon gewisse , subtilere Methoden , um ein Überlaufen von Intensivstationen zu verhindern .

    Da muß dem gesetzliche Betreuer oder Bevollmächtigte eines schwerkranken, nicht mehr ansprechbaren Patienten, der keine einschlägige Patientenverfügung mehr hat , nur klargemacht werden , daß eine intensivmedizinische Behandlung keinen Sinn mehr macht , und die Palliativ-Behandlung jetzt angezeigt ist.


    Mal sollte dann derzeit in den einschlägigen Übersichten dann nachschauen, ob denn zur Zeit im betroffenen Krankenhaus überhaupt noch ein Intensivbett frei ist ....


    Gestern aktuell von einem Beteiligten mitbekommen.

  • Da muß dem gesetzliche Betreuer oder Bevollmächtigte eines schwerkranken, nicht mehr ansprechbaren Patienten, der keine einschlägige Patientenverfügung mehr hat , nur klargemacht werden , daß eine intensivmedizinische Behandlung keinen Sinn mehr macht , und die Palliativ-Behandlung jetzt angezeigt ist.

    so einfach ist das Thema anscheinend nicht:

    https://www.allgemeinarzt-onli…ten-eine-straftat-1646474



    dann doch gleich mal eine Patientenverfügung vorsorglich festlegen, bevor was nicht so läuft wie ihr euch das vorgestellt habt

    https://www.bundesgesundheitsm…/patientenverfuegung.html





    und hier kann man alles mal in Ruhe dazu nachlesen ist ja fast WOE :

    Triage – Wikipedia

    oder 

    Triage - DocCheck Flexikon

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Ich empfinde die Verwendung des Begriffs Triage, wo sie gar nicht zur Anwendung kam, als unnötige Panikmache.

    Was soll das?

    Es wurde niemand zum Sterben "aussortiert", sondern es wurde nur, wie sonst auch, nach Dringlichkeit behandelt.

    Diese Ärzte mussten in ihrer gesamten Laufbahn sicherlich noch nie wirklich triagieren.

    Wie kann dieser oberste Ärztefuzzi von Nichtmedizinern verlangen, daß sie Medizinern sagen, wie sie, sollte dieser Fall doch irgendwann eintreten, vorgehen sollen?

    Das Übernehmen von Verantwortung scheint eine aussterbende Tugend zu sein.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Habe heute von einem größeren Krankenhaus im SW von DE (genauer darf ich da jetzt nicht werden) erfahren: Beatmungsplätze an der grenze, ECMO komplett voll. Hier im Landkreis geisterten Zahlen rum von 10 freien Intensivplätzen - bei zwei großen Kliniken und weiteren mindestens 2 kleineren. In der Statistik sind es wahrscheinlich ein paar mehr - die kurzzeitig aktivierbaren - wenn das Personal dann auch da ist und sonst alles passt. Im Nachbarbezirk (Leitstellenmäßig) werden schon Kräfte im Rahmen des Katastrophenschutzes aktiviert (Reinigung, Essensausgabe, letztlich Entlastung um das ausgebildete Personal am Patienten zu halten).

    So im Gesamtbild kratzen wir jetzt mehr an den Grenzen des Machbaren als in der ersten Welle.

  • So im Gesamtbild kratzen wir jetzt mehr an den Grenzen des Machbaren als in der ersten Welle.

    In der erste Welle war das verfügbare Personal aber noch weitestgehend verfügbar, frisch und ausgeruht. Und ist motiviert in den "Krieg gegen Corona" gezogen, wie jeder Krieg der letzten 120 Jahre begann: "Weihnachten sind wir wieder zu Hause und der Krieg ist vorbei..."


    Über die Zeit wurde aber auch das Personal mal krank. Nicht unbedingt Corona. Gibt ja auch noch andere Krankheiten. Oder ist stellenweise tatsächlich ausgebrannt und erschöpft. Und Urlaub muss der Erholung und Gesunderhaltung der Arbeitskräfte wegen aber auch irgendwann genommen werden und kann nicht beliebig ins nächste Jahr übertragen werden. Mal abgesehen davon, dass dies dann die Personaldecke in 2021 noch mehr verschlimmern würde oder das "Urlaub ins nächste Jahr schieben" dann halt mit Urlaub aus 2021 mit "Urlaub aus 2021 nach 2022" verschieben beantwortet würde...

  • Es sind nicht mehr allzuviel Kapazitäten frei. Wird das eigentlich in der normalen Presse ala Tagesschau berichtet? In Nordhessen ist noch einiges frei, aber das kann sich sehr schnell nähern, sobald alles dort hoch gefahren werden muss.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Bei den Helios Kliniken (großer Klinikverband in D-Land) kann man über die homepage für jede Klinik eine PDF finden,

    wo die tagesaktuellen Fälle (Patienten) je nach Schwere aufgelistet sind. Da sieht es gar nicht sooo schlecht aus.

  • Habe heute von einem größeren Krankenhaus im SW von DE (genauer darf ich da jetzt nicht werden) erfahren: Beatmungsplätze an der grenze, ECMO komplett voll. Hier im Landkreis geisterten Zahlen rum von 10 freien Intensivplätzen - bei zwei großen Kliniken und weiteren mindestens 2 kleineren. In der Statistik sind es wahrscheinlich ein paar mehr - die kurzzeitig aktivierbaren - wenn das Personal dann auch da ist und sonst alles passt. Im Nachbarbezirk (Leitstellenmäßig) werden schon Kräfte im Rahmen des Katastrophenschutzes aktiviert (Reinigung, Essensausgabe, letztlich Entlastung um das ausgebildete Personal am Patienten zu halten).

    So im Gesamtbild kratzen wir jetzt mehr an den Grenzen des Machbaren als in der ersten Welle.


    Bei uns sieht es zahlenmäßig ähnlich aus. Wenn man sich die aufgeschlüsselten Zahlen genauer anschaut, dann sind rund 10% der Beatmungsplätze und rund 20% der Intensivplätze durch Covid19-Patienten belegt. Die restlichen 80% bzw. 90% dann folglich Belegungen durch das normale Tagesgeschäft.

  • Bei uns sieht es zahlenmäßig ähnlich aus. Wenn man sich die aufgeschlüsselten Zahlen genauer anschaut, dann sind rund 10% der Beatmungsplätze und rund 20% der Intensivplätze durch Covid19-Patienten belegt. Die restlichen 80% bzw. 90% dann folglich Belegungen durch das normale Tagesgeschäft.

    10% Beatmungsplätze, 20% Gesamtkapazität für Covid19-Patienten... Das hört sich doch nach einer "entspannten Lage" an? Nein? Ein Intensivmediziner erzählte mir kürzlich, dass der Pflegeaufwand für Covid19-Patienten höher ist als für "normale ITS-Patienten. Das fängt ja schon beim Vollschutz an. Normalerweise reicht es auf der ITS aus, Schutzkleidung anzuziehen, um den PATIENTEN vor anderen Keimen zu schützen.

    Bei Corona ist es allerdings der Patient selbst, von dem auch eine Infektionsgefahr ausgeht.


    Und die Kollegin, die im Krankenhaus auf der "Corona-Station" eingesetzt wird, betont immer wieder: das ist KEIN Spaß! Corona ist eine hochinfektiöse Krankheit. Natürlich kann man Glück haben und hat einen milden Verlauf. Aber auch die ansonsten gesunden, jungen und fitten können von einem schweren Verlauf betroffen sein.

  • schon mal überlegt, wie die 5 RTW belegt werden, wenn ein Flugzeug mit 250 Menschen abstürzt?

    Okay, kann auch sein dass 7 RTW vor Ort sind und noch 2 KTWs kommen.

  • Habe heute von einem größeren Krankenhaus im SW von DE (genauer darf ich da jetzt nicht werden) erfahren: Beatmungsplätze an der grenze, ECMO komplett voll. Hier im Landkreis geisterten Zahlen rum von 10 freien Intensivplätzen - bei zwei großen Kliniken und weiteren mindestens 2 kleineren. In der Statistik sind es wahrscheinlich ein paar mehr - die kurzzeitig aktivierbaren - wenn das Personal dann auch da ist und sonst alles passt. Im Nachbarbezirk (Leitstellenmäßig) werden schon Kräfte im Rahmen des Katastrophenschutzes aktiviert (Reinigung, Essensausgabe, letztlich Entlastung um das ausgebildete Personal am Patienten zu halten).

    So im Gesamtbild kratzen wir jetzt mehr an den Grenzen des Machbaren als in der ersten Welle.

    kennt Ihr Bericht das Civid19 Patienten eine ECMO Betreuung überlebt haben?
    Gruß

    Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • @Kcco: Nach diesem Bericht im Ärzteblatt, lag die Sterberate bei Covid-19-Patienten, die mit ECMO therapiert wurden im Frühjahr 2020 noch bei über 90% und inzwischen (September 2020) bei unter 40%.

    Da die ECMO-Therapie extrem aufwändig und teuer ist (wird normalerweise v.a. bei Herz- oder Lungen-OPs angewandt), hat man sie anfangs in der Corona-Pandemie nur sehr zurückhaltend bei Covid-19-Patienten eingesetzt (quasi nur bei schwersten Fällen als allerletztes Mittel), mittlerweile ist sie stärker verbreitet, das macht ein Vergleich der Sterberaten schwierig.


    schon mal überlegt, wie die 5 RTW belegt werden, wenn ein Flugzeug mit 250 Menschen abstürzt?

    Das ist ein halbwegs planbares Szenario, da anders als bei einer Pandemie meistens nur ein solches Flugzeugunglück gleichzeitig passiert, während wir momentan eine flächendeckende Überlastung des Gesundheitswesens beobachten können.


    Wenn ein Flieger bruchlandet (bei einem richtigen Absturz braucht man keine RTWs mehr), dann meistens in Flughafennähe oder auf dem Flughafengelände. Da hat man entsprechende Kapazitäten, wie z.B. den Abrollbehälter AB-MANV, mit dem man in Minutenschnelle einen medizinischen Behandlungsplatz für 50 Patienten inkl. 6 Intensivplätzen direkt am Unfallort zaubern kann. Und gleichzeitig kann man alles an Ressourcen aus der Umgebung an diesen einen Einsatzort werfen, was Räder bzw. Rotorblätter hat. Und da geht trotz gleichzeitigem normalem Einsatzaufkommen durchaus einiges:


    Als bei uns im Städtchen Kirchheim/Teck 2017 Gasalarm an einer Schule ausgelöst wurde und zahlreiche Kinder scheinbar über Vergiftungssymptome klagten, fackelte man nicht lange und die HiOrgs zeigten eindrucksvoll, was man so in kürzester Zeit an Transportkapazität aufbieten kann (am Ende wars der wohl aufwändigste Einsatz wg. Pfefferspray an einer Schule aller Zeiten):

    - 5 Rettungshubschrauber (teilweise wurden 2 Patienten pro Flug transportiert und in halb Süddetuschland verteilt)

    - 8 Notarzteinsatzfahrzeuge

    - 14 Rettungswagen

    - 23 Krankentransportwagen

    - 5 SEG Einheiten (DRK & MHD)

    - 112 Patienten

    - 42 Transporte in Kliniken (20 schwer / 22 leicht)

    - 70 ambulante Behandlungen vor Ort

    - 686 Betroffene (unverletzte Beteiligte)(Quelle: Youtube)


    Grüsse

    Tom

  • da Schreckschussmunition und die per Zusatzlauf zu verschiessenden Leucht- und Knalleffekte zwar auch nur zu Silvester bzw. in akuten Notlagen eingesetzt, aber ganzjährig verkauft werden kann.

    Das wurde wohl beim Verordnen übersehen...

    Ich habe mich eben für meine kleine Silvesterfeier zu zweit mit Knallbonbons (die zum ziehen) und Wunderkerzen eindecken wollen und grad noch den Rest aus einem Verkaufsständer ergattert. Das kann doch nicht wahr sein: Wunderkerzen, Knallerbsen und diese Bonbons scheinen wohl auch dem Verkaufsverbot zu unterliegen. Aber Schreckschußmunition verkaufen ...

    Gottes sind Wogen und Wind, Segel aber und Steuer, daß ihr den Hafen gewinnt, sind euer. (Gorch Fock)