Lieferschwierigkeiten von Medikamenten wegen Coronavirus

  • Das Problem bei Berichten über LIeferengpässe ist die "selbsterfüllende Prophezeihung". Siehe FFP3-Masken. Alle denken "Oh. Masken werden knapp, geh ich schnell noch welche kaufen." Dummerweise machen dann das auch Leute, die noch nie so ein Ding benutzt haben und vermutlich auch nicht tun werden. Aber sie saugen den Bestand vom Markt ab. So ist das auch mit Medikamenten. Die Sorge vor Produktionsausfällen kann die Leute zu Hamsterkäufen treiben, was die Lage dann schneller und stärker verschärft, als nötig.


    Update: WHO-Chef warnt vor weltweiter Knappheit an Schutzausrüstung (Spiegel)


    Grüsse

    Tom

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • ... na ja, das Thema „Lieferengpässe bei Medikamenten“ ist ja nun schon so lange am kochen, dass selbst Herr Spahn schon laut darüber nachgedacht hat, die Herstellung in Europa wieder attraktiver zu machen ...

    Scheint wohl doch nicht der ultimative Gedanke gewesen zu sein, ausschließlich auf wirtschaftliche Aspekte beim Gesundheitswesen zu setzen ...

    Irgendwie hat die Lektion vom 18.5.1980 noch nicht gesessen! 🤓


    Denkt der ksbulli

    Hier wird das Licht von Hand gemacht ... und der Motor gehört nach hinten!

  • Doch, doch, genau den Ausbruch des Mt. St. Helens hatte ich gemeint. Damals verstopften wegen der Ascheeruptionen in den Werken der Halbleiterproduktion u.a. von intel die Filter. Folge:

    Schlagartige Verknappung von Prozessoren der Serien 8080/8085 und noch einiger anderer Systemkomponenten. Es gab halt nur zwei Werke, die die Wafer herstellten und die konnten mal locker eine halbe Jahresproduktion shreddern. Bis dann die Reinraumproduktion wieder lief, dauerte es fast ein weiteres halbes Jahr. Die Bauteileverknappung hielt AFAIR fast ein Jahr an mit entsprechenden Preisentwicklungen...

    Ich war als junger Werkstudent seinerzeit in einer Abteilung für Steuerungsbau und Elektronikentwicklung zuständig für die Beschaffung. War nicht lustig ...


    Die Parallele zur Pharmaproduktion heute:

    Die Herstellung der Wirkstoffe konzentriert sich in den Händen von zwei oder drei Werken in einer Region. Es geschieht eine Katastrophe und die gesamte Welt erhält keine Medikamente mehr ...

    Gut, die Branche ist eine andere, die Produkte sind andere, die Gründe für die räumliche Konzentration der Herstellung sind andere und die Katastrophe ist eine andere, aber der Mechanismus ist der selbe:

    Katastrophe vor Ort legt die Versorgung mit Vorprodukten einer essenziellen Branche lahm - und zwar weltweit ...


    Denkt der ksbulli, über den Zaun blickend ...

    Hier wird das Licht von Hand gemacht ... und der Motor gehört nach hinten!

  • Gab es das selbe Muster nicht auch schon vor gut 10 Jahren als ein lokales Hochwasser den Hersteller für die Mechanik in den Festplatten betraf und und deshalb die Festplattenpreise sich fast verdoppelten.


    Derzeit betrifft mich der Corona Virus auch den die Firma wartet auf Vorprodukte aus China.