Wer von euch würde sich freiwillig eine Corona App installieren, bzw. hat das schon gemacht?

  • Das nimmst du jetzt genau woher? Gibt es schon Erfahrungswerte?

    mir persönlich sind noch keine Erfahrungen mit der noch nicht erschienen App bekannt. Ich gehe davon aus das die Handys den Abstand zueinander durch die Signalstärke des Bluetoothsignals schätzen. Diese ist aber nicht immer gleich! Wenn 2 Handys nebeneinander in der Luft schweben würden, dann könnten sie ungestört die empfangende Sendeleistung messen und den Abstand bestimmen. Wenn eins der Geräte sich jetzt dreht und damit die Ausrichtung der Antenne verändert aber nicht den Abstand werden beide Geräte trotzdem den Abstand als einen andere bestimmen. Und was ist wenn jemand dazwischen steht, oder eine Wand, stehe ich mit der Person rücken an Rücken oder küsse ich sie, ist die Person hinter der Wand an der ich gerade lehne, was ist wenn 50 Telefone in einer U-Bahn sind; stören die sich gegenseitig? Der Abstand wird größer angezeigt wenn ich das Telefon in der Tasche habe als wenn ich es in der Luft halte. Wird der Radfahrer der mir entgegen hustet überhaupt erfasst? Viele Fragen und Ungenauigkeiten. Mit GPS oder WLAN wird es aber auch nicht genauer.


    Andere Frage: ich soll eine App installieren die dauerhaft Bluetooth anmacht, scannt und automatisch kopplungen annimmt?

    Einmal editiert, zuletzt von Concideratus () aus folgendem Grund: Autokorrektur ist schlauer als ich.

  • Sowas musst du für Leute wie mich dazu schreiben. Ich bin Ostwestfale und der Ostwestfale geht zum Lachen in den Keller. ^^

    Aber auch nur, wenn das Licht aus ist... :D


    Ich merke es mir für das nächste Mal. ;)

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Mit GPS oder WLAN wird es aber auch nicht genauer

    Mit GPS würde es tatsächlich genauer gehen. Das GPS-Signal hat isoliert betrachtet zwar einen relativ großen Fehler (+/- 15m bis +/- 2m je nach Bedingungen), aber mit einem differentiellen GPS-Signal kommt man auf eine Genauigkeit von wenigen cm. Das liegt daran, dass der gemessene Fehler des GPS-Signals nicht unabhängig von der aktuellen Position des Empfängers ist. Zwei nebeneinander stehende GPS-Empfänger bekommen also auch ungefähr denselben Fehler rein. Wenn man jetzt die Differenz der beiden berechnet, dann fliegt der Fehler wieder raus.


    Effektiv könnte das so ablaufen, dass die Handys regelmäßig ihre Position per GPS messen und den anderen Geräten per Bluetooth mitteilen. Die vergleichen die übermittelte Position mit ihrer eigenen und stellen so fest, ob der andere direkt neben einem steht oder noch ein paar Meter weiter entfernt ist.

  • Ich meine es nicht so Besserwisserisch wie es vielleicht rübergekommen ist. Es ist bestimmt eine technische Lösung realisierbar, ich bin nur nicht sicher ob sie mir besser gefällt.

    Man könnte zu den Bluetooth Schätzungen dasselbe mit WLAN machen, alles mit differentiellen GPS kombinieren und über die Beschleunigungs- und Lichtsensoren interpretieren ob das Handy in der Tasche ist oder in der Hand. Um die Daten in der zentralen Datenbank zu präzisieren müssen dann noch die Bilder aller Überwachungskameras ausgewertet werden. Darauf ist schließlich zu erkennen wer wie lange und wie dicht mit wem zusammen war. Dann fehlen noch Wetterdaten um die Flugbahnen der Tröpfchen in der Luft einschätzen zu können. Um das auch langfristig zuortnen zu können und so die Infektionsketten nachverfolgen zu können müssen die Bewegungs- und Kontaktprofile mindestens 5 Jahre gespeichert werden.


    Es gibt für alles eine Lösung....:/:saint:

  • Zum Glück hab ich kein smartes Phone.


    Hätte ich eins wäre die Antwort ein schlichtes "Never!"

    1984 is not an instruction manual!

    Einmal editiert, zuletzt von Schlack ()

  • In den letzten Diskussionen die ich hierzu verfolgt hatte wurde mehrmals genannt dass ein Kontakt erst als solcher gezählt wird wenn er für 15 Minuten bestand. Das ist jetzt allerdings schon ein paar Tage her, weiß nicht ob das noch immer aktuell ist..

    Der Bodycheck mit dem keuchenden Jogger in der Bahnunterführung würde also garnicht gewertet. Auch die freundliche hundertprozentig gesunde Nachbarin im Aldi die zwischen den wartenden Einkaufswagenschlangen an der Kasse nach den Angeboten schaut, wird nicht gezählt.

    Die falsch positiven Alarme werden sich da vermutlich in Grenzen halten.

    Ich würde die App nur nutzen wenn sie

    1) open source ist

    2) dezentral ohne Server arbeitet

    3) nicht mehr Daten (lokal) gespeichert werden als unbedingt nötig.

    Auch wenn ich selbst den Code nicht prüfen kann, so glaube ich schon dass zb. der Chaos Computer Club grobe Fehler oder gar Hintertürchen aufdecken würde.

  • Jeder Netzbetreiber, Smartphonehersteller und Betreiber von Apps mit Standortlokalisation kann heute solchen Missbrauch betreiben.

    Dazu braucht es keine neue App oder ähnliches.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Abgesehen davon, dass mein Phone nicht Smart ist, hatte ich heute im Bezug auf Bluetooth eh den Rätseltag meines Lebens...


    (Wieso findet der Bluetooth-Dongle bei der Installation am PC alle ausgeschaltenen Bluetooth-Geräte im Raum, aber das eine eingeschaltene und zudem gewünschte, nicht?)

    Bezogen auf die App:

    hätte ich ein Smartphone, der Code der App wäre Open Source, die Daten würden nur im wirklich notwendigen Maß dezentral erhoben und ausserdem auch verschlüsselt, zöge ich es in Erwägung.

    Da ich aber ausserhalb meines Haushalts nur minimalste Sozialkontakte habe, die sich ausserdem wunderbar mit anständiger Maske und/oder 2 Metern Abstand bewältigen lassen, wären meine Daten wohl ausserordentlich uninteressant.


    Vincent

    wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es mit mir nun schon 3 Leute, die ein Uralthandy nutzen - da es diese Option in der Umfrage nicht gibt, habe ich nicht mit abgestimmt.

  • Grundsätzlich ja, wenn einige Rahmenbedingungen erfüllt sind:

    - Verwendete ID 100% anonym (also nicht MAC Adresse und ein paar Bit Pseudozufall)

    - natürlich OpenSource (und zwar so, dass man ohne jahrelange Praxis eine lauffähige Version bauen kann)

    ganz Serverlos geht es nicht, man will ja auch erfahren wenn es tatsächlich einen Match gibt. Das ist aber auch ein kritischer Punkt, wie das konkret funktionieren soll. Beispiel: die APP macht alle 5 Minuten einen Request, ob an dabei ist - alleine durch die IP Adressen wäre schon ein zeitliches Profil Zuhaus<->Unterwegs möglich. Wahrscheinlich noch einiges mehr.


    Ab hier spinne ich technisch rum:

    - HTTP Verbindung zu einem zentralen Server sehe ich kritisch

    - irgendwas verlässliches und verteiltes muss her

    - schnell und einfach wäre DNS, Replikation funktioniert seit Jahrzehnten, man kann hunderte Server betreiben

    Ablauf

    - Test ist positiv: App gibt die Kontakte an den zentralen Server. Wie wird das kontrolliert? nicht dass manche auf die Idee kommen sich fälschlich positiv zu melden - auf dem Testergebnis gibt es einen QR Code, signiert. die generierte ID wird zusammen mit dem signierten Testergebnis übertragen. Frei sind 3 Eintragungen/Registrierungen pro Testergebnis (Privathandy, Firmenhandy...), mehr nur auf Rückfrage (könnte ja jemand in einen Chat stellen "meldet euch mal positiv...")

    - jetzt steht ja die Quarantäne an - die Zahl der Kontakte also gegen Null tendieren. Soll die APP trotzdem weiter sammeln? Vom Sinn her ja, aber abschaltbar


    - wie erfährt nun ein Anderer von dem Kontakt?

    - im DNS wird mit der Positivmeldung ein Eintrag angelegt KontaktID.coronaapp.de (z.b. sjftbskjhre.coronaapp.de) mit dem TXT Feld "202005141436"

    - die eigene App macht nun regelmäßig Anfragen nach dem TXT Feld auf eigeneID.coronaapp.de, wenn Fehler oder Leer zurückgegeben wird ist alles OK, wenn das Feld gefüllt ist hat man Datum und Uhrzeit

    - Filtereinstellungen müssen bei der Kontaktübertragung natürlich so eng sein dass möglichst wenige, aber sicher genug um keinen zu übersehen übertragen werden, besser Kontakte die zu alt sind um Relevanz zu haben gleich auf dem Gerät löschen

    - Resolver können "normale" DNS Server sein, vom Provider, Google, selbstbetriebene, zusätzlich kann man welche nur dafür einrichten, die Pflege in der Software wird aber aufwändiger. Zumindest ist auch bei der einfachen Verwendung des normalen DNS Servers kein Zwang mehr zu direktem Kontakt zu einer zentralen Stellen.

    na ich beende da mal meine Nachtgedanken, wenn SAP und Telekom das zusammen machen - da kommt eh ein Ungetüm raus welches sehr geringe Chancen hat auf meine Geräte zu kommen.

  • Nein.

    Und sollte es Pflicht werden, bliebe das SP daheim und das Uraltcelular käme mit auf Tour.


    Wobei ich mir absolut nicht sicher bin, ob sie einen nicht per Gesetz dazu verpflichten können, es mitführen und/oder sich eins anschaffen zu müssen.

    Dann gehe ich allerdings davon aus, daß in diesem Fall eher ein Chip Pflicht wird.

    Ok,ok. Ich setze mir ja freiwillig den Aluhut auf.


    Bei meinem ist Bluetooth ausgeschaltet.

    Wenn ich es recht verstehe, würde diese App es aber selbständig einschalten.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Ich sehe bei meinem 8 Jahre alten Telefon das eine ebenso alte Android-Version hat wenig Sinn drin diese App runterzuladen. Seit ich das erste Mal den Akku eingesetzt habe sind alle Funktionen die das Ding "verraten" könnten ( auch Internet /GPS/Bluetooth/Standort usw.) deaktiviert. Ich nutze keinerlei Apps oder die Internetverbindung. Setze dabei auf Gerätetrennung = Laptop für Internet, Navi im Auto ohne Internetverbindung (TomTom uralt) ,dazu eine anonyme SIM drin...

    Hab das Ding nur wegen der qualitativ besseren Telefonie durch die UMTS Verbindung. Mein Uralt-Handy kam hier im der Gegend an seine Grenze mit dem 2G Empfang, ein 3G fähiges Handy musste her.


    Also App runterlden - Nein.


    Würde bei mir auch keinen Sinn machen,seit etwa 8 Wochen habe ich keine direkten Kontakte mit Menschen gehabt - wenn dann nur draussen und mit mindestens 2m Abstand. Die Kontakte kann ich an einer Hand abzählen, notfalls selbst über eine evtl. Infektion bei mir informieren.


    Nochmal allgemein zu dem Thema :


    Mir erschliesst sich der Sinn der App nicht ganz,das ganze ist erstmal gut gemeint,keine Frage.

    Nur ist bei der riesigen Datenmenge die da produziert würde überhaupt noch jemand in der Lage eine vernünftige Auswertung zu machen ? Das müsste doch schon personell nahezu unmöglich sein. Unser Gesundheitsamt für den gesamten Landkreis hat etwa 30 Mitarbeiter,gehen wir mal davon aus das sich die Hälfte mit den reinkommenden Daten beschäftigen würde :

    Die 15 Leute wollen dann


    - Mich ausfindig machen und informieren

    - meine Kontakte ausfindig machen

    - recherchieren / benachrichtigen / gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen durchsetzen

    - deren Einhaltung kontrollieren


    Ich glaube eher nicht...

  • Das würden wohl eher Algorithmen übernehmen.
    Eventuell würdest du auch kein Telefonanruf erhalten, sondern eine vorgefertigte Standard-sms.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Das ganze ist eine recht komplizierte Angelegenheit, wenn man es richtig machen will.


    Mal die Prüfsteine des CCC für eine Kontaktracing-App:

    ccc prüfsteine


    Wenn sie das alles erfüllt, dann lieber heute als morgen.


    Es ist aber noch keine App am Horizont, die das auch nur Ansatzweise erfüllt.


    Ein Paper über die theoretischen Grundlagen:

    Paper



    Nick