Wenn nach der Krise alles so ist wie vorher?

  • Hallo zusammen,

    jetzt wo Corona überstanden scheint will meine Freundin die Vorbereitungen wie zum Beispiel Vorräte und Ausrüstung wieder massiv zurückfahren. Ich habe gehofft den Vorbereitungslevel halten zu können, aber je mehr Lockerungen eingeführt werden umso schwieriger wird es für eine Krisenvorbereitung zu argumentieren.

    Habt ihr auch dieses Problem und was kann man dagegen tun?

  • Im Wesentlichen ist unsere Vorratshaltung gegenüber Prä-Corona nicht nennenswert verändert. Im Gegenteil, in einigen Bereichen haben wir die Vorratshaltung hochgefahren.

    Seien es Nitrilhandschuhe, die meine BEVA gerne auch beim Backen und Kochen benutzt, wenn sie rohen Teig oder rohes Gehacktes knetet. Oder seien es Vorräte an frischer Hefe (seit die Verfügbarkeit sich wieder stabilisiert hat, haben wir immer mindestens vier Päckchen Frischhefe im Haus. Das reicht für ein paar Wochen frisches Brot, da meine BEVA im Unterschied zu mir nicht so auf Sauerteigbrot steht).


    Auch hat sich gezeigt, dass wir unser Arbeitszimmer mit moderner Computertechnik ausstatten sollten, um "HomeOffice-arbeitsfähig" zu sein. Die Notebooks sind mit den zweiten Monitoren als Bildschirmerweiterung zwar schon deutlich performanter als vorher und auch die neue SSDs hat bei beiden eine deutliche Leistungssteigerung gebracht (vorher konnte man zwischen dem Starten einer Applikation und dem tatsächlichen Arbeiten mit einer Applikation teilweise nochmal in Ruhe auf Toilette gehen oder sich einen frischen Kaffee oder Tee holen).

    Nächsten Monat wird der erste Arbeitsplatz mit einem neuen Tower ausgerüstet, um auch die nächsten fünf bis zehn Jahre leistungsfähig zu bleiben. Etwas später folgt dann der zweite Arbeitsplatz.

    So richtig im HomeOffice waren weder meine BEVA noch ich. Sie nicht, weil ihr Chef Vorbehalte gegenüber HomeOffice hat, warum auch immer, und deswegen nur für die Schichtübergabe von zu Hause arbeiten durfte oder wenn die letzte Lok in den Stall geschickt war. Und ich war in den letzten drei Monaten nicht einen Tag im HomeOffice, weil keines der drei betriebsinternen Kriterien für HomeOffice erfüllt wurde: mindestens ein Kind unter 12 Jahren zu betreuen, aufgrund behördlicher Anordnung in Corona-Quarantäne oder einer Risikogruppe angehörig (in diesem Fall allerdings nicht pauschal und automatisch, sondern nur auf Wunsch).

    Aber ich bin da ein Freund von "besser haben als brauchen". Deswegen habe ich am Wochenende auch die Fritzbox gegen ein moderneres/aktuelleres Modell ausgetauscht und kann nun endlich auch von extern via VPN auf das NAS zugreife zugreifen, das von einer 8 TB Platte an der Fritzbox dargestellt wird.


    Der Garten hat sich leider nicht so gut entwickelt, wie von meiner BEVA gedacht/erhofft. Vieles ist, aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und gleichzeitig hoher Trockenheit und lange kalten Nächten eingegangen. Aber zumindest die Erbsen haben sich gut entwickelt und meine BEVA hat am Wochenende die erste Charge geerntet und eingefroren.


    Bei allem, was die letzten Wochen und Monate vielleicht an Unannehmlichkeiten gebracht haben, so hat sich doch gezeigt, dass wir beide uns ziemlich glücklich schätzen konnten, keine Gehaltseinbußen aufgrund von Kurzarbeit erfahren zu müssen, wie es Freunde, Nachbarn und Familien teilweise in erheblichen Maße hatten.


    Gerade letzteres hat auch bei meiner BEVA die Erkenntnis reifen lassen, dass gewisse Rücklagen doch gar nicht so verkehrt sind.

  • Wer behauptet, dass Corona überstanden ist? Weltweit hat die Pandemie ihren Höhepunkt noch nicht mal erreicht.

    Ich glaube, wir werden spätestens im Herbst wieder alle brav zuhause sitzen (Lockdown) und das Reisen wird wieder massiv eingeschränkt. Was spricht dagegen, sich einen Umzugskarton mit Hygienematerial einzulagern? Klopapier, Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Flüssigseife. Jetzt gibts das Zeug im Überfluss und zu stark fallenden Preisen. Das sind einmal 50 Euro investiert und die Sachen sind einige Jahre haltbar. Ich würde da gar keine Diskussion aufkommen lassen...


    Was Lebensmittelvorräte/Wasser/Notbeleuchtung/Kochmöglichkeit/Fluchtgepäck angeht: die Mindestempfehlung der Zivilschützer (wie dem BBK) sollte man ja eh zuhause haben, Corona hin oder her. Da fahr ich doch keine Vorbereitungen zurück, wenn es weniger Corona-Beschränkungen gibt. Das Zeug ist da, wird eingelagert und vergängliches wird rotiert.


    Ich würde die jetzige Situation als Verschnaufpause sehen, bevor es im Herbst/Winter wieder mit Einschränkungen weitergeht. UNd ich würde die Zeit nutzen, um z.B. meine Homeoffice/Homeschool-Bedingungen zu optimieren, aufgeschobenes zu erledigen (Autoreparaturen, Zahnbehandlungen etc.). Und wenn es dann doch nicht so schlimm kommt, mich freuen. Und falls die zweite Welle dann doch heftig zu uns kommt, entspannt bleiben, weil ich nicht losrennen muss, um mich mit anderen um Nudeln oder Klopapier balgen zu müssen.


    Grüsse

    Tom


    JHP22062020.jpg

    (Quelle: Johns Hopkins Covid-19 Dashboard vom 22.6.2020)

  • Da darf ich mich wohl Glücklich schätzen - meine Liebste hat den, im Zuge der Krise vergrößerten, Vorrat schätzen gelernt ;)

    Durch mehr Masse habe ich auch mehr Auswahl eingelagert. Das kam wirklich gut an!


    Damit das zusätzliche Zeug Platz findet, wurde mir bereits ein neuer Schrank genehmigt. Dann ist alles versorgt, nix fällt mehr ins Auge und kann zu Streitigkeiten führen :)

    Vielleicht lässt sich dein Problem so mildern?

    Ich kam, ich sah, ich ähm...was war da noch :/

  • Ich will die Vorbereitung auch nicht zurückfahren, wir sind aber ein kleiner Haushalt mit wenig Geld und bis auf ein paar übrig gebliebene Beschränkungen ist Corona doch ziemlich aus dem Fokus verschwunden. Und damit hat sie ja nicht mal Unrecht.

  • Ich teile die Einschätzung von tomduly


    Noch ist Corona nicht vorbei, noch haben meiner Meinung nach weder die Spätfolgen des Lockdowns sowie die auf uns zukommende Börsen- und Wirtschaftskrise voll zugeschlagen. Auch diverse Ereignisse wie in Dijon oder Stuttgart zeigen dass sich wohl etwas im Umbruch befindet und sich eine "Normalität" von 2019 wohl noch etwas hinzieht.


    Ich nutze die derzeitige Pause um das Eine oder Andere zu Verbessern, Lücken im Lager zu schliessen und nebst der Erholung noch etwas über mein Konzept nachzudenken. Immerhin war der Lockdown bei allem Negativen eine gute Chance zu sehen ob meine Vorbereitungen funktionieren (haben sie!) oder nicht.

    Gerne halte ich mein Vorbereitungs- und Bereitschaftslevel noch länger hoch als möglicherweise nötig und nutze die Zeit wo alle Läden offen haben um die Vorräte auch in Bezug auf Virenschutz aufzustocken.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Concideratus bezweifelt ja auch nicht das alles bereits vorbei und vergessen ist....


    Praktische Tipps für sein Problem sind gefragt!


    Mein Vorschlag; darüber offen sprechen.

    - Was denke ich wie sich das ganze entwickelt?

    - Habe ich Angst vor etwas?

    - Ergeben sich Nachteile aus den Vorräten?

    - ...


    Bei geringem Budget einfach ab und an z.B. eine Dose mehr einpacken. Fällt finanziell nicht ins Gewicht und summiert sich mit der Zeit.

    Die Rotation ist so auch kein Problem!


    Für die Akzeptanz; Einfach mal kochen was den Partener gerade anmacht, sei es ein Curry, was ganz ausgefallenes oder was auch immer.

    Aus Erfahrung kann ich den Erfolgt bestätigen :)

    Ich kam, ich sah, ich ähm...was war da noch :/

  • Man muss auch nicht immer alles zusammen machen. Wenn deine Freundin strikt gegen Vorratshaltung ist, dann ist es natürlich schwierig. Wenn es ihr hingegen egal ist und nur selbst nicht damit belastet werden will, dann kannst du ja eine Kiste mit wichtigen Sachen, zwei Packungen Klopapier und drei Kästen Wasser in den Keller legen. Das kostet auch nicht die Welt. Für rund 50 Euro über zwei Monate hinweg eingekauft kommt man schon ziemlich weit auf dem Weg zu einem Krisenvorrat.

  • ....und bis auf ein paar übrig gebliebene Beschränkungen ist Corona doch ziemlich aus dem Fokus verschwunden. Und damit hat sie ja nicht mal Unrecht.

    Nun,die Tatsache das der Fokus der Medien nicht mehr ausschliesslich auf "Corona" liegt sagt aber nicht aus das wir damit "durch" sind.


    Ab und zu mal beim Einkaufen für einen Zehner mehr in den Einkaufswagen legen ist dann wenig spürbar - dann hast Du aber wenn es zu einem zweiten Lockdown kommt etwas in der Hand.

    Das könnte Euch dann im Falle eines lokalen Ausbruchs - so wie jetzt in Gütersloh/Warendorf- viele unnötige Wege und Risiken ersparen ;)

  • Hallo zusammen,

    jetzt wo Corona überstanden scheint will meine Freundin die Vorbereitungen wie zum Beispiel Vorräte und Ausrüstung wieder massiv zurückfahren. Ich habe gehofft den Vorbereitungslevel halten zu können, aber je mehr Lockerungen eingeführt werden umso schwieriger wird es für eine Krisenvorbereitung zu argumentieren.

    Habt ihr auch dieses Problem und was kann man dagegen tun?

    Ich habe das Problem nicht, ich unterstütze meine Frau in ihren Projekten und sie unterstützt meine.

    Ganz allgemein denke ich, Krisenvorbereitung sollte eigentlich Schulfach sein.

    Einfaches Survival, Pfadfinder-Praxis .. sowas sollte eigentlich jedes Kind schon mal gelernt haben.


    "Was kann man dagegen tun?"

    Der lieben Freundin erklären, das ist mein Hobby, aber du kannst mitmachen. Lass uns mal Brot backen, was braucht man dafür.

    Vieles macht einfach Spaß zusammen, das bindet auch die Beziehung und muss nicht unbedingt mit "Krisenvorbereitung" erklärt werden.

    Aber wenn es mal eng wird, ist man froh wenn man manches schon eingeübt hat.

  • Wir sind gerade in einer "Lessons learned" Phase, nach dem ersten Durchlauf. Aus den Erfahrungen der letzten Wochen und Monate sollten wir mitnehmen was uns geholfen und was uns behindert hat.

    Unabhängig von Netflix & Co denke ich das Bücher und Spiele etwas sind das gegen die Langeweile helfen kann und das war sicher eines der größten Probleme.


    Ist Corona jetzt vorbei oder sind wir nur in einer Pause und es kommt wieder was? Egal, das sollte uns nicht davon abhalten die vergangenen Wochen nochmal zu betrachten und für die Zukunft daraus zu lernen.


    Mein persönliches Resümee ... Es hat alles gepasst, nur mehr Vorsorge für die Verwandtschaft wäre nicht schlecht.

  • Ist Corona jetzt vorbei oder sind wir nur in einer Pause und es kommt wieder was? Egal, das sollte uns nicht davon abhalten die vergangenen Wochen nochmal zu betrachten und für die Zukunft daraus zu lernen.


    Mein persönliches Resümee ... Es hat alles gepasst, nur mehr Vorsorge für die Verwandtschaft wäre nicht schlecht.

    Ich schätze, dass wir "nur" in eine Verschnaufpause haben. Die Ausbrüche in den Landkreisen Gütersloh und Göttingen haben gezeigt, wie fragil das System ist und wie sehr es davon abhängt, dass JEDER sich wenigstens rudimentär an die Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen hält.

    Ich betone es gerne nochmal: Deutschland ist bisher mit Kontaktbeschränkungen relativ gut durch diese Pandemie gekommen. Natürlich haben die Einschränkungen der Geschäftsausübungen in den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie und Event-/Freizeitgestaltung, um nur einige Bereiche zu nennen, sicherlich erhebliche Spuren hinterlassen und es wird im Nachgang sicherlich auch eine nüchterne Analyse darüber erfolgen müssen, ob künftig weniger harte Einschnitte ähnliche Erfolge bringen würden.

    Aber: Deutschland hat nicht wie Frankreich, Spanien und Italien, um einige Staaten zu nennen, eine Ausgangssperre verhängt. Wenn man das so sehen möchte, passiert dies erstmalig in den Kreisen Gütersloh und Göttingen, wenn dezidierte Wohnblöcke/Wohnhochhäuser als Hotspot identifiziert wurden und zur Durchsetzung der Quarantänemaßnahmen ein Bauzaun und ein Polizeicordon zur Absicherung und Überwachung der Quarantänemaßnahme abgestellt wurden.

    Große Teile der Bevölkerung in Deutschland haben verstanden, dass Abstand halten, reduzieren der persönlichen Kontakte auf das Notwendigste und das Tragen einer Mundnasenbedeckung sinnvolle Mittel sind, um Übertragungsketten zu unterbrechen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

    Bei allen schweren Hotspot-Coronaausbrüchen, angefangen bei Heinsfeld im Rahmen von Karnevalsveranstaltungen bis hin zu den aktuellen Ausbrüchen in Göttingen und Gütersloh, hat sich gezeigt, dass das nicht Einhalten von Abstandsregelungen, Hygienemaßnahmen und Tragen von Mundnasenbedeckungen ihren Beitrag zu den Ausbrüchen hatten. Bei den frühen Ausbrüchen bestand ein Großteil der Regelungen noch gar nicht, insofern kann man den Teilnehmern und Veranstaltern keinen unmittelbaren Vorwurf machen, gleichwohl in anderen Staaten bereits epidemische Ausbrüche vorkamen und auch in Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits im süddeutschen Raum eine Quarantänestation für Rückkehrer aus u.a. China betrieben wurden.


    Was die Vorsorge FÜR die Verwandschaft angeht, so sehe ich da diese in ihrer eigenen Verantwortung. Sind schließlich erwachsene Leute und wenn sie Fragen haben, dann stehe ich Ihnen gerne mit Rat und Tat soweit möglich zur Seite. Aber ich werde niemandem meine Hilfe aufdrängen. Meine Schwester und ihr Mann sind hinreichend versorgt. Er ist bei der Berufsfeuerwehr (einschließlich Rettungsdienst), daher ist davon auszugehen, dass die beiden bestens mit Informationen versorgt sind und entsprechende Maßnahmen getroffen haben. Ebenso mein Vater, der als Rentner sich seines "ich bin Risikogruppe" auch durch diverse einschlägige Vorerkrankungen bewusst ist und auch bereits vor Corona ausreichend Vorräte in der Wohnung und dem Keller hatte und "seit Corona" seine Einkäufe aufs Nötigste beschränkt und der wöchentliche Großeinkauf von meiner Schwester und ihrem Mann erledigt wird, damit er nicht unnötig durch die Geschäfte toben muss. Der Rest der Verwandtschaft ist mir herzlich egal. Die sehen mich eh als "das Schwarze Schaf" der Familie.:S

  • Bei uns Business as usual.

    Wir hatten vorher von allem reichlich im Haus, haben während der Ausgansgsperre und jetzt während der Quarantäne immer sofort wieder alles nachgefüllt und manches etwas aufgestockt.

    Probleme hatten wir damit nicht, denn im Gegensatz zu euren Ländern gab es bei uns keinerlei Engpässe.

    Es gab und gibt Hefe, sowohl frisch als auch trocken, Nudeln und Klopapier in rauen Mengen.

    Habe jetzt aber Hühnerklein und einen Mix aus Karotten, Kürbis und Kartoffeln in mehreren Portionen eingefroren, weil einer unserer Hunde ein Nierenproblem hat und ich jetzt für ihn koche.

    Ansonsten könnten sie ab morgen wieder für Monate Ausgangssperre verhängen, ohne daß wir Mangel leiden müssten.

    Ich hoffe aber, daß dies nicht der Fall sein wird.

    Uns reicht es jetzt nämlich.


    In Sachen Vorsorge ziehen wir beide an einem Strang und sind uns seit Jahren einig.

    Genau dieses Szenario kam in unseren Überlegungen eher nicht vor, jedenfalls nicht so, wie es gerade passiert.

    Aber trotzdem hat alles gepasst.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Habt ihr auch dieses Problem und was kann man dagegen tun?

    Ganz im Gegenteil. Anfangs war die Dame des Hauses komplett dagegen, aber hat es dann irgendwann akzeptiert, stellenweise sogar mal mitgewirkt. Die derzeitige Krise hat sie auf 100% für Vorsorge gedreht. Widerstand gibt es diesbezüglich keinen mehr.