Wann vom Bug-In zum Bug-Out?

  • Sobald der nächste Lockdown kommt, reichen selbst 4.000 Liter Diesel nur bis zum nächsten Ortsschild

    Womit wir wieder bei der Frage der Fragen für Prepper sind:


    Wann ist der richtige Zeitpunkt die Biege zu machen...


    ^^

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Mit meinem BOV (Nissan Patrol) musst du schon verdammt viele Ressourcen aufwenden, um mich an der Weiterfahrt zu hindern. Wo ein Wille, da ein Weg!

    Das einzige was mich vor echte Probleme stellen könnte ist ein größerer Fluss. Alles andere ist machbar (ggf. mit Umwegen und vermutlich hie und da ausreichende Bakschisch).


    Allerdings sind die meisten meiner BO-Szenarien solche, die keine bewaffneten Konflikte beinhalten. Sondern eher Sachen wie langanhaltender Blackout oder großflächige ABC-Kontamination.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Also wer keinen Weg aus seiner Wohnumgebung vorbei Absperrungen kennt und findet hat noch ein Stück Erkundungsarbeit vor sich. Große Flüsse sind da schon eine viel größere Herausforderung.

    Im großflächigen Blackout ist das rechtzeitige absetzten eher am schwierigsten, weil es einfach passiert und fast überall gleichzeitig.
    Da werden die Straßen nach 500-600 km Reise verstopft sein.
    Im ABC scenario wird das ähnlich sein, die Distanz aber größer.

    Gruß

    Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • Womit wir wieder bei der Frage der Fragen für Prepper sind:


    Wann ist der richtige Zeitpunkt die Biege zu machen...


    ^^

    Momentan jedenfalls nicht, ich war eine Weile am überlegen ob es für mich Sinn macht an meinen Zweitwohnsitz "zu verlagern"

    Doch da die Virus Situation Europaweit recht schlecht aussieht bringt der Ortswechsel gar nichts.

  • Jetzt mal ehrlich, auch wenn ich mich damit ungeliebt mache. Glaubt ihr wirklich bei einem über Länder greifendes Szenario, das ihr mit eurem Vehikel mehr als 500 km schafft.

    Da bin ich völlig bei Dir. Ich zitier mich mal ausnahmsweise selber:

    Zitat

    Ich halte es aber für wenig wahrscheinlich, dass ich bei einem eingetretenen Großereignis (Blackout, Krieg o.ä.) überhaupt so weit ungeschoren durchkomme.


    Eine "long distance escape" macht nur dann Sinn, wenn man einen gewaltigen Informationsvorsprung vor dem Rest der Gesellschaft hat. Wenn ich dagegen an jeder Ortschaft (z.B. bei einem Blackout oder einer Pandemie mit Ausgangsbeschränkungen) an einer Straßensperre stoppen muss und mein Weiterfahren begründen können muss, geht das mit der Langstreckenflucht schon in die Hosen.

    Bei einem AKW-Unfall in weniger als 150km Entfernung würde ich allerdings sehr schnell die Koffer packen und mich mit der Familie 500-700km absetzen. Zu den Schwiegereltern im Norden. Umgekehrt, würde ich bei einer ähnlichen Situation im Norden die Schwiegereltern bei uns aufnehmen bzw. holen. Da ich in 2.000-5.000km Entfernung nicht wirklich viele persönliche Kontakte habe (wenn man mal Tunesien, Griechenland und Türkei ausklammert), wüsste ich keinen Grund, mich soweit abzusetzen. Zumal ich dann dort immer der Fremde sein werde. Hier und bei unserm Schwiegereltern-SO bin ich bekannt, kenne das Umfeld, die Nachbarn, die Mentalität usw.

    Wenn nicht ausgerechnet ein AKW meine Heimatregion unbewohnbar macht oder Krieg ausbricht, wüßte ich keinen Grund, mich in einer Krisenlage abzusetzen. Hier bin ich vernetzt und kann mein Schicksal besser beeinflussen, als woanders.


    Grüsse

    Tom

  • Womit wir wieder bei der Frage der Fragen für Prepper sind:


    Wann ist der richtige Zeitpunkt die Biege zu machen...


    ^^

    Wenn der "sichere Fluchtort" 3000km entfernt ist lautet die Antwort:


    egal, Du bist eh zu spät.


    Selbst wenn Du 12h schneller bist als alle anderen, so sind doch Millionen näher an Deinem Ziel dran als Du selbst.


    Das Szenario muss aso eins sein, wo nur Du auf der Flucht bist und sonst keiner.

  • Mit meinem BOV (Nissan Patrol) musst du schon verdammt viele Ressourcen aufwenden, um mich an der Weiterfahrt zu hindern. Wo ein Wille, da ein Weg!

    Das einzige was mich vor echte Probleme stellen könnte ist ein größerer Fluss. Alles andere ist machbar (ggf. mit Umwegen und vermutlich hie und da ausreichende Bakschisch).


    Allerdings sind die meisten meiner BO-Szenarien solche, die keine bewaffneten Konflikte beinhalten. Sondern eher Sachen wie langanhaltender Blackout oder großflächige ABC-Kontamination.


    Das ist immer eine Kosten-Nutzen Abwägung.


    Wenn Du bei Corona eine Sperre durchbrochen hätteste, hätte man Dich am Leben gelassen.

    Umgekehrt war aber das Risiko es nicht wert, das zu versuchen.


    Wenn es das Risiko mal wert sein sollte, weil z.B. ein Virus grassiert, dass jeden zweiten umbringt, dann wird man Dich auch nich am Leben lassen.


    Das Militär muss (aus der Warte der eingesperrtem , nicht aus Sicht der Eidämmung) auch nicht 100% aller Fliehenden aufkläen und töten, für eine erneute Kosten-Nutzen Abwägung tun es -aus Deiner Warte betrachtet- ja auch 90% aller Fluchtfahrzeuge, die mit einem Feuerball enden.


    MfG

  • Es sei denn sie können erklären wie sie das mit all den bekannten und unbekannten Schwierigkeiten schaffen wollen, solch eine Strecke unbehelligt zurückzulegen, oder zumindest lebend.

    Kennst du die Mad Max Filme? ^^



    Womit wir wieder bei der Frage der Fragen für Prepper sind:


    Wann ist der richtige Zeitpunkt die Biege zu machen...


    ^^

    Diese Frage wird wohl in den meisten Fällen mit "Wäre ich doch..." beantwortet werden.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Vor ewigen Zeiten hab ich mal einen Roman gelesen, der in den 1980ern nach einem Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion spielte. Ein Überlebender schlug sich mit einem Motorsegler von Kalifornien bis nach Kanada durch. Er nutzte die Thermik über den heißen Gebieten im Südwesten und hangelte sich an Kleinflugplätzen entlang, war mit seinem Holzflugzeug für Radar quasi unsichtbar und bei abgestelltem Motor auch nicht von Abwehrraketen mit Infrarot-Zielsuchkopf detektierbar. Er zapfte bei seinen Zwischenstopps das Benzin von verlassenen Sportflugzeugen in verstrahlten Regionen ab und kämpfte sich so bis in den unzerstörten Norden durch.

  • Ihr kämt vermutlich an einigen Militärposten vorbei, aber nicht an allen.

    Im echten Krisenfall werden euch die Soldaten im Idealfall ein Mal anrufen und bei Nichtbefolgen der Anweisungen einfach schiessen.

    Nicht zu vergessen diejenigen, die es auf eure Ausrüstung abgesehen haben und auch nicht zimperlich sein werden bei dem Versuch, sie euch abzunehmen.


    Kennst du die Mad Max Filme? ^^

    Nette Abendunterhaltung.

    Und nicht zu vergessen, warum der immer durchkommt. Er ist bewaffnet und kann sich wehren.

    Das könnt ihr also schon mal vergessen, weil ihr es nicht sein werdet. ( Ich gehe mal davon aus, daß ihr gesetzestreue Bürger seid und keine illegalen Waffen im Bettkasterl bunkert. )

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Denkt bei einer derartigen Flucht auch daran, rechtzeitig auf die im jeweiligen Landkreis üblichen Kennzeichen umtauschsenken.


    Bei einem Blackout dürfte relativ schnell Anarchie herrschen und die Polizei wird nicht jedes Nummernschild überprüfen. Wenn reihenweise gestrandete Fahrzeuge "rumliegen" könnte man sich daran bedienen. Die Polizei wird sich in diesem Fall kaum um eine Anzeige seitens des Besitzers wegen gestohlenen Kennzeichen kümmern.

    Solltet ihr allerdings mit Passauer Nummernschild in Flensburg zu sehen sein, könnte es komische Blicke von Seiten der "Ureinwohner" und Ordnungshüter geben.

    Besser man tarnt sich.


    Meint zumindest der Offroader

  • Ich denke, dass jeder seine eigene Idee davon hat, wann Bug-In nicht mehr sinnvoll ist. Bei mir sind es wie gesagt einige wenige, dafür aber um so unangenehmere Szenarien (eben großflächige ABC-Kontamination und die Ursachen, die dazu führen).


    Ich denke auch, dass ich nicht unbedingt einen Informationsvorsprung benötige. Allerdings habe ich mir ganz klare "Triggerpunkte" definiert, wo ich nicht auf Rettung warte sondern die Flucht nach vorne antrete.

    Vll. kennt ihr ja das Frosch-Experiment. Ich will nicht dieser Frosch sein. Daher werde ich bei einer definierten "Wassertemperatur" die Reißleine ziehen.


    Aber zurück zum Thema:

    Sehe ich nicht so. Siehe z.B. Syrien: Die, die gleich mit der ersten Welle weit genug abgehauen sind, sind jetzt (mehr oder weniger gut integriert) seit Jahren in Deutschland, Schweden, Österreich oder sonst wo in Europa. Die anderen hängen gerade in der Türkei oder Lagern wie (ehedem) Moria. Da bin ich lieber bei der ersten Welle dabei. Und wenn ich 12h früher ankomme als der erste, der vor verschlossenen Türen stehe: Damit kann ich leben...


    Noch dazu ist es so, dass die Absperrmaßnahmen ja Zeit benötigen. Man kann nicht in wenigen Stunden alle Zugangspunkte (bzw. Fluchtpunkte) sofort abriegeln. So etwas benötigt Zeit. Je früher man dran ist, desto wahrscheinlicher gelingt ein "Durchschlüpfen".

    Gerade im Blackout-Fall z.B. rechne ich auch nicht mit Straßensperren. Zumindest nicht in den ersten Tagen (warum auch? es gibt für alle Blaulichteinheiten und das Heer wichtigeres zu tun).


    Ich halte hier blockierte Straßen durch liegen gebliebene Fahrzeuge als die wahrscheinlichere Barriere. Und die wiederum kann man mit einem echt geländegängigen Auto (also keinem 4x4 mit 15cm Bodenfreiheit) leichte mal umfahren als mit einem reinen Straßenauto.


    Ben: Kann man die letzten Beiträge in einen anderen Thread auskoppeln?!? Ist sicher auch ein geeignetes Thema für einen eigenen Thread, und "zerschießt" den aktuellen Faden weniger...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Ich denke auch, dass ich nicht unbedingt einen Informationsvorsprung benötige. Allerdings habe ich mir ganz klare "Triggerpunkte" definiert, wo ich nicht auf Rettung warte sondern die Flucht nach vorne antrete.

    Vll. kennt ihr ja das Frosch-Experiment. Ich will nicht dieser Frosch sein. Daher werde ich bei einer definierten "Wassertemperatur" die Reißleine ziehen.

    Bitte schreibe doch etwas mehr zu den Triggerpunkten.

    Bin mir sicher, dass dieses sehr viele hier interessiert....

  • Für mich zur Zeit das relevante Thema ist ein AKW-GAU in Tihange. Luftlinie 206Km, in südwestlicher Richtung

    (jetzt wisst ihr wo ich wohne ;)).

    Wenn ich eine Windgeschwindigkeit von 20 bis 30 km/h ansetze, bleiben uns etwa 6 bis 7 Stunden, bis die

    Wolke bei uns im Münsterland ist. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in NRW aus Südwest beträgt

    im Jahresmittel 14km/h. Vielleicht bleibt uns ja mehr Zeit...

    Plan:

    Da ich am Heimatort arbeite, informiere ich unverzüglich meine Gattin, die 20km entfernt arbeitet. Während

    ihrer Rückfahrt hole ich die Kinder aus der Penne, ohne Diskussionen vor Ort. Zeitansatz hierfür sind 30min.

    Idealerweise fliegt der Trümmerhaufen Tihange tagbsüber/nachmittags und/oder am Wochenende auseinander,

    ungünstig wäre nachts nach 23 Uhr.

    Wir haben es durchexerziert; innerhalb von 50min schaffen wir es, unser BOV inklusive Wohnwagen startklar

    zu machen. Jeder hat seine Aufgabe. Fluchtrucksäcke und Dokumententasceh sind gepackt, ebenso Lebensmittel-

    kisten, Bug out Boxen, Medikamente etc. TK-Ware wird in den Kühlschrank des WoWas verfrachtet.

    Der Wohnwagen ist fertig aufgerüstet, nur der Wassertank und die -kanister müssen gefüllt werden (Kinderarbeit).

    Die Dieselkanister (25l) werden verstaut. An Bord sind insgesamt 32kg Propan (damit kann man auch bei kühlem

    Wetter den WoWa ein Weile beheizen). Weiter gehe ich ungefragt nicht ins Detail um nicht zu langweilen.

    Bei Südwestwind fahren wir Richtung Kassel und dann nach Südostdeutschland, bei Nordwest- oder Westwind

    Richtung Nordsee oder weiter Richtung Schleswig/Dänemark.

    Wir hatten das Thema letzte Tage: Ich glaube an die Sitzfleischqualität des durchschnittlichen deutschen Bundes-

    bürgers, der erstmal Bammel hat, seinen irdischen Besitz in Form von Grund und Boden, Whirlpool und Kachelofen

    zu verlassen und uns so einen Vorsprung bzw. Vorteil in Form von nichtverstopften Straßen verschafft.

  • Militärische Straßensperren sind ja keine Mauern, die auf die Straße gebaut wurden, sondern eher filter, die nur bestimmte KFZ durchlassen.

    Mit dem richtigen Papier (Ich meine damit nicht Geld) kommt man auch gewaltlos durch so einen Checkpoint, und kann die leeren Straßen benutzen.

    Können Beamte, Soldaten oder Angestellte im öffentlichen Dienst, oder sogar Firmenmitarbeiter, die für die Behörden arbeiten, vielleicht solche Bescheinigungen erhalten?


    Bug out ist wirklich die allerletzte Maßnahme, wenn alles andere ausgeschlossen ist. Alle Vorräte sind zuhause, Vernetzung ist zuhause usw.


    LG

    Bo

  • Momentan jedenfalls nicht, ich war eine Weile am überlegen ob es für mich Sinn macht an meinen Zweitwohnsitz "zu verlagern"

    Doch da die Virus Situation Europaweit recht schlecht aussieht bringt der Ortswechsel gar nichts.


    Für mich hat das durchaus Sinn gemacht, aus der Großstadt in die Ostdeutsche Pampa zu fliehen.

    Hier habe ich einen großen Garten, die Kontakte beschränken sich auf eine kurzen Plausch mit den Nachbarn, den Packtetboten, alle 4-5 Wochen

    eine Einkaufsfahrt, Seit dem 04.03. 1x Arzt. 2x Frisör, 1x KFZ-Werkstatt.

    Seitdem war ich nur 1x wegen Steuerunterlagen in der Wohnung, nächste Woche fahre ich noch einmal (Winterklamotten, Batterien Thermostate tauschen,

    Gefrierschrank leeren und Sicherungen raus.


    Zeit zwischen Entschluss, abzuhauen und Abfahrt 2h (dann war das Auto bis Oberkante voll), weniger Verkehr als üblich.

    An einen konkreten Trigger kann ich mich nicht mehr erinnern, war wohl eher ein Bauchgefühl.

    Das Büro habe ich mit den Worten "das bekommt man nicht wieder eingefangen" verlassen und wollte weg sein,

    ehe es Abrieglungen wie in China oder Italien kommt.


    Glück gehabt, mit den Reisebeschränkungen ging es erst später los und hier gab keine Hetzjagt auf Zweitwohnungsbesitzer.

    Auch mit den Job zähle ich mit zu den Privilgierten. Singel, Möglichkeit zum Home-Offce und Internetanbindung hier seit Januar besser als in meiner Stadtwohnung.


    Das die Infektionszahlen hier immer noch nur einen Bruchteil betragen, hatte dabei keine Rolle gespielt.

    Eine Reisegruppe aus Ischgl brachte dann auch ein paar Tage später das Virus in den Landkreis gebracht.

  • Können Beamte, Soldaten oder Angestellte im öffentlichen Dienst, oder sogar Firmenmitarbeiter, die für die Behörden arbeiten, vielleicht solche Bescheinigungen erhalten?

    Wenn eine Straßensperre - z.B. bei einem Feuerwehreinsatz oder einer Geiselnahme - nur dazu dient, Gaffer abzuhalten, dann reicht sicher die passende Uniform, das passende Fahrzeug oder ein Dienstausweis. Als es im Frühjahr mit aufgrund von Coronoa-Verordnungen mit Beschränkungen der Personenfreizügigkeit losging, erstellten viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten selbstgebastelte "Passierscheine", weil man je nach Verordnung ja einen "triftigen Grund" brauchte, um sich straflos draußen bewegen zu können. Kam dann in der Praxis nach meinem Wissen nicht oder nur selten zur Anwendung.


    In China riegelten sich viele Ortschaften im Umfeld von Wuhan mit Straßensperren ab und verwehrten allen Fremden den Zugang - aus Angst vor dem Virus. Auch akkreditierte Journalisten mit staatlichem Begleiter hatten keine Chance. Je nachdem für wie gefährlich ein Virus von den Leuten vor Ort eingeschätzt wird, dürfte ein Passierschein, egal wie wichtig er aussieht, nutzlos sein. Bei manchen dieser Roadblocks hätte man zumindest einen (gepanzerten) Radlader oder ähnlich schweres Gerät benötigt. Und selbst wenn man diese Sperre irgendwie umfahren könnte, man ist in dem Gebiet dahinter nicht willkommen.


    Andere Sperren gibt es aus ganz praktischen Gründen: wenn z.B. die Strecke dahinter schlicht "physikalisch" blockiert ist, weil z.B. ein Abschnitt durch einen Murenabgang verschüttet ist, oder eine Brücke nach Hochwasser/Erdbeben instabil geworden ist. Dann nützt mir auch ein Sonderrecht nichts, ich komme maximal bis ans Hindernis.


    Bei FW-Einsätzen unserer örtlichen Feuerwehr kann ich als Stv. des Bürgermeisters auch die Sperren "überwinden" - quasi von Amts wegen. Dazu habe ich aber keinen Dienstausweis oder einen Passierschein - man kennt sich auf dem Dorf. Aber schon beim Nachbarort hört meine "Macht" wieder auf.


    In der tunesischen Sahara gerät man auch alle Nas lang an einen militärischen Checkpoint, an dem man sich ausweisen muss, eine Namensliste aller Passagiere und ihrer Passnummern abgeben oder alle Mann in ein Kontrollbuch eintragen. Für Touren in bestimmte Gebiete braucht man einen behördlichen Permit. Aber auch in offiziell frei zugänglichen Gebieten wird gerne kontrolliert. Letztlich geht es den Militärposten darum, einen Überblick darüber zu behalten, wer sich in dem Abschnitt herumtreibt, für den sie verantwortlich sind. Will man in deren Abschnitt übernachten, wird man von einer Streife irgendwann weitergeschickt, weil sie sich diese Verantwortung nicht ans Bein binden wollen, bzw. ihre Ruhe haben wollen (die Außenposten schieben manchmal eine sehr ruhige Kugel und wollen nicht, dass man sieht, wie sie abhängen). Andere, vor allem weit draußen in der Pampa, freuen sich dagegen über jeden, der vorbeikommt, kochen nen Tee oder nötigen einen gleich zur Übernachtung, backen Brot - und spekulieren darauf, dass am Ende ein paar Dosen Bier für sie herausspringen.


    Da ist auch ne Menge Psychologie im Spiel und wie man als Reisender ggü. dem Kontrollposten auftritt und wie frei die Postenbesatzung ihre eigenen Entscheidungen treffen kann. Das hängt wiederum von deren Vorgesetzten ab. Wenn die ausgerechnet an dem Tag, an dem man durch die Kontrolle will, am Posten erwartet werden, kann es sein, dass man riesige Probleme bekommt, bis hin zur Verhaftung. Wenn die Postenbesatzung weiss, dass sie in den nächsten Tagen auf sich allein gestellt ist, dann wird sie versuchen, ihren privaten Vorteil aus der Begegnung mit dir zu ziehen, das kann von Geldforderungen/Beschlagnahmen (die eigentlich dann Raub sind) reichen bis hin zu einem netten persönlichen Abend am Lagerfeuer und regelrechter Verbrüderung führen.


    Man muss sich halt im Klaren sein, dass man als Fremder, der sich einem Kontrollposten nähert, diesen erst mal in Alarmstimmung versetzt. Aus Sicht des Postens ist man eine potenzielle Bedrohung. Deshalb fährt man auch nicht unaufgefordert bis an die Barriere heran, sonder hält mit einigem Abstand davor am Wegrand. Entweder kommt dann einer oder gibt ein Handzeichen. Wenn nicht, steigt man aus und gibt sich als unbewaffnet/harmlos zu erkennen und bringt sein Anliegen vor. Das ist in einer nicht-militärischen Lage die einfachste Methode, um herauszufinde, warum die Sperre da ist und ob es eine Chance gibt, durchgelassen zu werden. In einer militärischen Lage würde ich grundsätzlich vermeiden, in der Gegend herumzufahren und mich womöglich auch noch einem Kontrollposten zu nähern. Das kann schiefgehen, wenn man als Bedrohung eingestuft wird.


    Grüsse
    Tom

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Ich denke es kommt bei einem Kontrollposten auch auf das Fahrzeug an!

    Kommt einer mit seinem alten Corsa, offensichtlich leer, und hat einen guten Grund - der darf wohl eher passieren.

    Steht da allerdings ein fetter Pickup mit XXL Schlammreifen, einem riesigen Aufbau sowie Unmengen an Ausrüstung - da wird garantiert genau hingesehen.


    Aber wie man´s macht wird´s am Ende nicht passen ;)

    Ich kam, ich sah, ich ähm...was war da noch :/