Erfahrungen mit Alkylatbenzin?

  • Hat jemand Erfahrungen mit Alkylatbenzin im Bezug auf Auto und/oder Moped/Motorrad?? Ist jemand schon Mal mit Alkylatbenzin gefahren?


    Kurze Erklärung dazu:


    Benzin ist von der Haltbarkeit nicht uneingeschränkt lagerfähig. Meine Überlegung geht nun Richtung Alkylatbenzin z.B. Aspen 2/4. Nicht gerade kostengünstig, indes gibt's Haltbarkeit Garantien 10 Jahre. Bei Benzin spricht man im allgemeinen von etwa 6 Monate bis 1 Jahr (durchaus auch länger, ohne Garantie).


    Für die Not im Notfall wäre das zwar keine kostengünstige, allerdings eben eine sichere Alternative, quasi als NotNotReserve für Auto/Krad.

  • Ich hatte Alkylatbenzin im Zweitakter - und bin wieder davon abgekommen. Rein gefühlsmässig wird der Motor mit Alkylatbenzin heisser. Bei Fahrtwind- bzw. gebläsegekühlten Motoren vor allem bergauf nicht zu unterschätzen.


    Die Haltbarkeit von Normal Bleifrei sehe ich entspannt. In einem meiner KFZ habe ich seit 5 Jahren den selben Sprit drin, läuft immer noch damit an und hat einen ruhigen Leerlauf. Vielleicht liegt es aber auch daran dass der V8 sich schon mit 89 Oktan zufrieden gibt (Werksangabe).


    Alkylatbenzin habe ich allerdings für meinen Coleman vorrätig - würde aber nicht zögern den Sprit durch den Motor zu jagen.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Ich habe da einige Erfahrungen damit gemacht.


    Angefangen hat das, nachdem ich eine alte Vespa, Baujahr 1964 komplett restauriert habe. Den Vergaser hatte ich komplett zerlegt und ultraschallgereinigt. Sie lief einwandfrei. Nach der Winterpause sprang sie ganz schlecht an und lief auch nicht besonders. Also, Vergaser ausgebaut und zerlegt. Alle Messingdüsen waren voller Grünspan. Ich habe den Vergaser also wieder gereinigt, den Benzintank entleert und neu betankt. Sie lief wieder das ganze Jahr. Dann kam die nächste Winterpause und im Frühjahr das selbe Problem.


    Nach langem hin und her und vielen Vermutungen, sprach ich zufällig mit einem alten KFZ Meister und der meinte, "Ist ja klar, in den heutigen Benzintreibstoffen ist ein Bioethanolanteil, sprich Alkohol. Dieser ist Hygroskopisch und verestert mit Luftsauerstoff und Wasser zu Essigsäure. Der Vorgang reduziert die Zündfreudigkeit des Treibstoffs und zersetzt dir die Messingdüsen".

    (Ob ich den chemischen Dingsdongs da korrekt wiedergegeben habe, weiss ich nicht, also seid bitte gnädig falls das nicht ganz richtig ist)


    Er empfahl mir, entweder die Kiste leer zu fahren, mit Aspen/Alkylatbenzin zu betanken oder den Sprit-Stabilisator von Liquymoly beizumischen ( https://www.liqui-moly.de/unte…hlaf-des-motors-1996.html ).


    Letzteres habe ich getan und siehe da, seither springt das gute Stück nach der Winterpause problemlos an.


    Ein ähnliches Problem habe ich bei Motorsense und Motorsäge festgestellt. Wenn man die Dinger längere Zeit nicht verwendet, dann springen die superschlecht bis gar nicht an. Seit ich Aspen zur Lagerung tanke, ist das auch kein Problem mehr.


    Fazit: Moderner Benzin ist nicht lange haltbar und macht nach wenigen Monaten schon Probleme, zumindest in einfachen Motoren. Moderne KFZ Motoren können damit eventuell besser umgehen aber ideal ist das sicher auch nicht.


    LG. Nudnik

  • Zitat

    Ein ähnliches Problem habe ich bei Motorsense und Motorsäge festgestellt.

    Bei meinem Motorsägenkurs (will bei uns der Forst sehen) hat uns der "Forstwirtschaftsmeister" der den Kurs durchgeführt hat auch explizit dazu geraten kein Biosprit zu nutzen wenn die Maschinen längere Zeit nicht genutzt werden. Bei ihnen (den Profis) wäre es egal, da die ganzjährig genutzt werden.

  • Hallo,


    laut Hersteller ASPEN ist die 4T-Version "für alle 4-Taktmotoren geeignet". Im Leitfaden zu den 2T- und 4T-Produkten schreibt der Hersteller was von anfänglicher Rußentwicklung, wenn man einen 4-Takter von Tankstellenbenzin auf ASPEN-Sprit umstellt, weil die durchs normale Benzin entstehende Rußschicht im Motor abgebaut wird.


    Ich nutze 4T in allen Kleingeräten, die selten laufen (Rüttelplatte, Motorpumpe, Stromerzeuger etc.)


    Grüsse

    Tom

  • Vielen Dank für Eure Erfahrungswerte 👍


    Ich denke die Entscheidung ist gefallen: ich werd beim nächsten Angebot gut zugreifen, ist ja nicht wirklich günstig, da lohnt das Warten. Oder ich nehm den 10% Gutschein vom Toom, der müsste zum Geburtstag wieder ins Haus flattern 🙂

  • Bei meinem Motorsägenkurs (will bei uns der Forst sehen) hat uns der "Forstwirtschaftsmeister" der den Kurs durchgeführt hat auch explizit dazu geraten kein Biosprit zu nutzen wenn die Maschinen längere Zeit nicht genutzt werden. Bei ihnen (den Profis) wäre es egal, da die ganzjährig genutzt werden.

    Hier bitte unterscheiden zwischen Biokettenöl, welches sehr gerne nach einiger Standzeit verharzt und dann die Kettenschmierung verhindert UND "Biosprit" Alkalytbenzin, welches sich für länger stehende Motorsägen durchaus eignet, da es sich nicht zersetzt, wie es der selbstgemischte Sprit sehr gerne macht.


    Klar ist es teurer, aber ob ich im Jahr 10€ ausgebe für den Sprit + Ärger oder 20€ ohne Ärger dass die Maschine nicht anspringt und mit deutlich reduziertem Gestank, da fällt mir die Entscheidung nicht schwer.


    Enthält das "Premiumbenzin" auch schon Ethanol? Evtl als Alternative...


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    Da es mich doch interessiert hat, habe ich mal google befragt. Herstellerauswahl rein zufällig.

    "

    Werden bei Shell V-Power Kraftstoffen Ethanol oder Biodiesel zugemischt?

    Nein, bei Shell V-Power Racing wird kein Ethanol zugemischt8 und Shell V-Power Diesel wird ohne Zumischung von Biodiesel hergestellt.9

    "

    Einmal editiert, zuletzt von Mr.Burns () aus folgendem Grund: Die Neugierde hat überwogen, siehe letzter Abschnitt

  • Ich habe drei kleinere Kanister Alkylatbenzin für die Gartengeräte, welche im Notfall auch durch die Stromerzeuger gejagd werden können. Bisher sind keine Probleme damit festzustellen.

  • Mein husqvarna Händler des Vertrauens gab mir den Tipp auf keinen Fall alte 2-takt Geräte die schon ihr Leben lang mit selbst gemischt laufen auf Aspen umzustellen.

    Da kann es dazu führen das das Aspen Ablagerungen in Schläuchen und Motor löst und die dann n kolbenfresser oder so.


    Keine Ahnung ob es so ist, aber der Mann wird es wissen.

  • Hei,


    die Haltbarkeit ist garantiert nicht mit Alkylat Benzin vergleichbar, weil immer noch leichtflüchtige Bestandteile enthalten sind, die schneller abhauen und das Gemisch dann zündunwillig wird. Alkylatbenzin ist da einfach etwas reiner und hält dadurch länger. Mal sehr laienhaft ausgedrückt...



    Grüße


    Tom

  • ...na hauptsache ihr lagert es dann auch im Stahl-Kanister!

    Wenn ihr den sprit innerhalb von zwei Jahren aufbraucht, ok, aber 10 jahre im Kunststoff kanister....da werdet ihr staunen, wie viel fehlt, und wahrscheinlich die zündwilligen Bestandteile....


    Ich hatte mal Waschbenzin im 10L Kanister....

    5 jahre kühl gelagert, und nur noch halb voll!

  • Hallo zusammen,


    das was EZS da zu den Plastik Kanistern schreibt, kann ich nur bestätigen.


    Man schaue sich mal die Gefäße von Alkyd Benzin in den Baumärkten an. Da sieht man ziemlich genau, was schon länger rum gestanden hat.

    Inzwischen haben die wohl gelernt und verkaufen das Benzin jetzt in undurchsichtigen Gefäßen, damit man nicht mehr so einfach den Schwund des schon länger gelagerten Benzins von aussen sehen kann....


    Gruss, Udo

  • ich kenne das Benzin nicht. Bei diesel ist es besser KEIN biologischer anteil zuhaben . Das hält mehrere jahre auwärts(10<) aber man bekommt es leider nicht so einfach am besten Heizöl für den generator zu nützen.

  • Mein ältester Benzinkanister enthält Benzin aus dem Jahre 1997 -> läuft, brennt


    In meinem Zweitaktenders -Aggi ist seit 2012 eine zeitgenössische Mischung drin, da ich es nur einmal im Hahr für ne halbe Stunde Probelaufen lasse, ist der Tank noch lange nicht leer. -> läuft problemlos


    In unserem 4Takt-Aggi haben wir Sprit aus 2016 -> läuft ohne Prbleme.


    Was ihr immer habt ;-)


    PS: Bei allen Zweitaktern, bei denen es möglich ist, sperre ich den Benzinhahn und lasse die Vergaser dann leerlaufen.


    Gruß


    TID

  • Hei,


    ich hab mal Benzin aus nem Kunststoff Bootstank in den Rasenmäher gekippt. War vielleicht 5 Jahre alt.

    Wie noch frischer Sprit im Vergaser war, ließ er sich starten. Dann ist er !aus! gegangen und sprang nicht wieder an.

    Erst nachdem ich den kompletten alten Sprit entfernt hatte, lief er wieder.

    Wie wenn Wasser im Tank gewesen wäre...


    Grüße


    Tom

  • @ Sugiman: Heizöl enthält eine Menge Schwefel, was den (modernen Common Rail) Motoren in der Regel nicht gut tut.

    Ausserdem ist Heizöl eingefärbt um Steuerhinterziehung durch den Zoll leichter aufdecken zu können.....


    Gruss, Udo

  • Heizöl enthält eine Menge Schwefel, was den (modernen Common Rail) Motoren in der Regel nicht gut tut.

    ja da hast du recht ich habe aber einen Generator extra so bauen lassen das er Heizölverbrennt und in der Schweiz als Privat Person (nicht gewerblich) und fixer Standort darf man bei uns Heizöl nützen.

    Gruss Fäbu

  • Zum Heizöl und Diesel vergleich halte ich mich hier dran

    und nach einem Längeren Gespräch mit mein Heizöl Dieler hat sich herausgestellt es gibt auch

    Heizöl in Diesel Qualität Kostet 0,02-0,03€ Pro 100 Liter Mehr Ist aber Quasi Diesel mit allen Adjektiven und Max 10 ppm Schwefel ist aber Rot eingefärbt (Heizöl eben)

    kommt seit ca 5 Jahren in meinen Heizungstank Läuft in der Heizung ohne Probleme und auch in meinem Diesel Aggregat ohne Probleme wird im Harfen (Steuerfrei Bezirk) auch in den Fahrzeugen Legal genutzt

    davon habe ich immer min 3000 bis 6000 Liter da

    Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist !