COVID-19: Erfahrungen & Austausch

  • Ich vergesse immer Dein Land. Wo ist das gleich wieder?


    Glaubst Du denn, die o.g. Zahlen stimmen auch nur ansatzweise?

    Ich lebe in Paraguay.


    Die 3 Toten stimmen definitiv.

    Bei den Infizierten bin ich mir sicher, daß es wie in allen anderen Ländern auch, viel mehr gibt, unerkannt, weil ohne Symptome.


    Ich möchte aber daran erinnern, daß unsere Schulen und Universitäten schon am 10. März geschlossen wurden, da erzählte euer Spahn noch, daß das Virus ungefährlich sei und Deutschland alles im Griff habe.

    Der Flughafen und die Grenzen waren 10 Tage später dicht, da hieß es bei euch noch, die Schließung der Grenzen wäre eine unangemessene Reaktion.

    Aus China durfte schon seit Mitte Februar niemand mehr einreisen.

    Seit dem 14. März ist hier außer Supermärkten, Ferreterias ( kleine Baumärkte ) und Farmácias alles dicht.

    Da hat die Regierung erstaunlich und unerwartet schnell reagiert.


    Es ist gut, durch Dich hier zu erahren, wie es auf der anderen Seite der Kugel zugeht.

    Danke nochmals und

    bleibt gesund

    Gerne.

    Über Lateinamerika wird in euren Medien so gut wie nicht berichtet. Höchstens mal über Venezuela oder Brazil.

    Und das zumeist sehr negativ.


    Uns geht es gut, allerdings glaube ich, daß ich das Virus schon durch habe.

    Drei Tage lang hatte ich ekelhafte Halsschmerzen, so als hätte ich eine offene Wunde gleich hinter der Zunge.

    Aber das ging durch gurgeln mit kolloidalem Silber und Salbeibonbons schnell wieder weg. Dann noch etwas Husten, aber nicht schlimm.

    Meine StaZu hatte und hat gar nichts.


    Da die Regierung mit dem Auswählen der bedürftigen Familien nicht in die Puschen kommt, hat unser Gouverneur schon mal gehandelt.

    Heute wurden in den Schulen große Lebensmittelpakete an die Familien mit Kindern verteilt. Und zwar an alle.

    Auch meine Schwester kam in den Genuß.

    Es enthält u.a. 10 kg Mehl, 6 kg Reis, 3 Liter Speiseöl, 4 kg Nudeln, Locrillo, Salz, Zucker, Mate, usw.

    Ich finde das besser als die Geldzuwendungen, die die Regierung verteilen will.

    Denn das Geld kann ja für andere Dinge verwendet oder, leider, auch vertrunken werden.


    So wie es aussieht, wird die Ausgangssperre wohl bis zum 27. April verlängert werden.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Gestern ungeplanter Weise kurz bei Lidl gewesen (wg. Spontangrillen/ der Lidl Grill muste ja bei dem schönen Wetter mal eingeweiht werden.)

    Hab mir den Einkaufswagen geholt und innen im EIngangsbereich stand eine Mitarbeiterin ohne Maske mit Handschuhen und sprühte den Griff

    vom Wagen, den ich ja gerade noch ebrührt hatte mit Desinfektions ein und wischte diesen ab.


    Ich fragte die Frau, was das denn bringen soll. Besser wäre es doch die Wagen nach dem Abstellen zu Desinfizieren.

    Ich lies die ratlose Frau zurück und sprach sie dann nochmal beim Rausgehen an. Da sagte sie dann nur, dass Lidl ja mehr tut als andere Märkte...

    aus DE gesendet....

  • Ich fragte die Frau, was das denn bringen soll. Besser wäre es doch die Wagen nach dem Abstellen zu Desinfizieren.

    Ich lies die ratlose Frau zurück und sprach sie dann nochmal beim Rausgehen an. Da sagte sie dann nur, dass Lidl ja mehr tut als andere Märkte...

    In der Tat sind die Angestellten eines Supermarktes (egal ob Kaufleute, Kassierer/innen oder Sicherheitskräfte) eigentlich "arme Säue": Teilweise selbst nur unzureichend geschützt (keine Handschuhe, keine Schutzbrillen, keine Mund-Nase-Masken und schon gar keine FFP3-Masken etc.) und in der Regel immer mit unzureichenden, teilweise sogar falschen Informationen versorgt.

    So erst kürzlich im örtlichen Supermarkt (großer Vollsortimenter) erlebt:

    Kunden wurden angewiesen, einen Einkaufswagen mitzunehmen. Meine BEVA fragte den Sicherheitsmann, ob er es ernst meine, dass sie für ein Kilo Mehl einen Einkaufswagen mitnehmen müsse. Ja, unbedingt, war die Anweisung. Gut, hat sie dann murrend so hingenommen. Auf der anderen Seite bin ich OHNE Einkaufswagen zeitgleich in den Markt gekommen und wurde nicht mal darauf angesprochen. Zumal er sagte JEDER müsse einen Einkaufswagen mitnehmen. Geschenkt. Aber sein Hinweis, dass es eine Anordnung des Landes sei? In unserem Bundesland hat die Landesregierung dummerweise in dieser Hinsicht keine Befugnis. Das muss, leider oder Gott sei Dank, das wird sich noch zeigen, jeder einzelne Landkreis in Form einer Allgemeinverfügung erlassen. Was bei uns die Landesregierung machen kann: eine Muster-Allgemeinverfügung zu erlassen. Wir sind halt nicht die Bayern, wo der Ministerpräsident von oben den Katastrophenfall ausrufen kann. Das kann seine Vorteile haben, wenn es darum geht, Landesmittel freizuschalten. Und auch Rechtssicherheit für ehrenamtliche Katastrophenschützer zu schaffen.


    Meiner Meinung nach grassiert unter der Bevölkerung, aber auch bei Behörden und Politikern eine beängstigende kritische Masse an Halbwissen und Unwissen. Ich nehme mich da nicht aus und behaupte nicht, dass ich alles über dieses Virus und seine Bekämpfung weiß. Aber ich wage zu behaupten, dass ich als Biologe (ich hatte Immunologie sogar als 2. Nebenfach in der Abschlussprüfung, auch wenn sowas wie Virusinfektionen da natürlich nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtpaketes ausmachen) einen etwas "tieferen" Einblick in die Materie habe. Zumal ich aus beruflichen und ehrenamtlichen Gründen auf Quellen zugreifen kann, die der breiten Masse nicht zugänglich sind.


    Und wenn jemand die aktuell geltenden Maßnahmen für überzogen hält: Macht euch mal klar, was exponentielles Wachstum wirklich bedeutet! Von daher ist es für mich unverständlich, warum nicht bereits zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt sehr viel rigoroser vorgegangen wurde. Zum Beispiel mit konsequenter Quarantäne für jeden, der aus einem potentiellen Risikogebiet kam und dergleichen. An der Stelle hat man auch in Deutschland einen sehr frühen Zeitpunkt des Eingreifens verpasst. Nun muss man mit sehr viel schärferen Maßnahmen zuschlagen, um die relativ milden, wenn auch rigorosen, Maßnahmen auszugleichen, die in der Frühphase eben nicht ergriffen wurden...

    aus DE gesendet...

  • Ich war heute bei Lidl und hatte auch so ein Erlebnis. Bei uns sitzt ein junger Mann mit einer Security Warnweste neben dem Wagenhäuschen auf dem Parkplatz. Wenn er nicht gerade am Handy beschäftigt ist sprüht er die Griffe der zurück gebrachten Einkaufswagen ein. Leider wischt er das Desinfektionsmittel sofort wieder weg, sodass es gar keine Wirkung entfalten kann. Ich habe schon überlegt ob ich was sagen soll, aber ich hatte nicht den Eindruck das seine Deutschkenntnisse dafür reichen.

    Was mir an Fachwissen und Intelligenz fehlt mach ich mit (hier könnte ihr Produkt stehen) wieder weg.

    aus DE B/BB

  • Ich halte die Darstellung für falsch und unfair.


    Den ersten Ausbruch hat Deutschland hervorragend unter Kontrolle bekommen, obwohl in kürzester Zeit 14 Leute infiziert wurden darunter auch welche ohne Symptome und Kinder, obwohl China seinerzeit noch die Falschinformation streute, dass die sich gar nicht infizieren können.


    Zeitgleich hatte meines Wissens Deutschland den ersten funktionsfähigen SARS-CoV-2 Test entwickelt.


    Die zurück geholten aus Wuhan und auf den Kreuzfahrtschiffen wurden in Quarantäne gestellt und auch das hat wahrscheinlich sehr gut funktioniert


    Beim zweiten Ausbruch war Pech dabei mit der Karnevalsveranstaltung. Deutschland hat auch dort sofort und massiv gehandelt und hätte auch das möglicherweise noch unter Kontrolle gebracht.


    Im Hintergrund hat Deutschland Anfang März die Beschaffungsstrategie zentralisiert und so (wahrscheinlich) deutlich größere Mengen an Schutzausrüstung beschafft, als anders noch möglich gewesen wäre.


    Was nicht mehr unter Kontrolle zu bringen war, waren hunderte oder tausende infizierte Urlauber aus Südtirol und Ischgl. Dazu muss man sagen, dass zu diesem Zeitpunkt Südtirol immer noch behauptete, es gäbe dort nur zwei Infizierte (obwohl es wahrscheinlich bereits 10.000nde waren) und dass Ischgl selbst dann noch felsenfest behauptete, es gäbe dort keinen Ausbruch als Flugzeuge voller Infizierter von dort in Island landeten.


    Dagegen bist Du dann als Regierung machtlos, diese Informationen hatten wir ja erst als es bereits zu spät war.


    Darüber hinaus kommt Deutschland mit der Krise bisher im Vergleich sogar sehr gut klar. Wir nehmen sogar Intensivpatienten aus mittlerweile drei anderen Ländern auf.


    Ich finde das Krisenmanagement gut bis sehr gut. Ich habe es schon mal erwähnt: Ich möchte in der Hinsicht derzeit mit keinem Land tauschen.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Das Krisenmanagement ist halt im förderalen System sehr unterschiedlich.


    Mein Insiderinfos aus einem Gesundheitsamt einer sehr großen dt. Großstadt lassen mich zweifeln, ob logisches Denken sich noch durchsetzen wird.

    Wenn das Gesundheitsamt es intern nicht mal schafft Hygieneregeln vorbidlich umzusetzen, wie soll dass dann mit dem 0815 Bürger klappen?

    aus DE gesendet....

  • Ich habe heute meinen wöchentlichen Supermarktbesuch bei Lidl ebenfalls erledigt

    und hatte den gleichen Gedanken dem Desinfizierpersonal mitgeteilt. Antwort:

    "Besser als nix." Ja, nee, is klar.

    Meinen Einkaufswagen habe ich vorher selber desinfiziert, aber das ist doch echt

    panne, wenn sich zwei Kunden den Wagen in die Hand geben und dieser "zwischen-

    durch" mal desinfiziert wird.

  • Handschuhe sind meiner Einschätzung nach wirkungslos bis kontraproduktiv. Die Haut tötet Viren wesentlich schneller ab als Latex oder Nitril und Hände kann man problemlos waschen und das Virus ist weggespült, an den handschuhen bleibt das Virus hingegen noch eine ganze Weile aktiv.

    ...

    Ich selbst trage daher keine Handschuhe, ich sehe für mich die Gefahr als größer, dass ich die Viren über die Handschuhe verschleppe als über die Hände.

    ...

    Ich trage beim Einkaufen Handschuhe.

    Allerdings ziehe ich diese aus, nachdem ich den Einkaufswagen wieder zurückgestellt habe und desinfiziere danach noch die Hände.

    Also gibt es da bei mir nix mit Viren verbreiten.


    Noch eine skurrile Beobachtung von meinem heutigen Wocheneinkauf.

    Vor mir stand an der Kasse eine Dame mit OP-Mundschutz an der Kasse und hielt schön die 2 Meter Abstand ein.

    Doch nach der Kasse zieht sie noch im Geschäft den Mundschutz ab, steht hinter dem Kassenbereich, wo alle Kunden vorbeigehen müssen, und wartet auf eine Kollegin, die ihr beim Anstehen zugewunken hat.

    Ich nehme an, dass diese beiden dann beim Gespräch auch keine 2 Meter entfernt standen...

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Wenn das Gesundheitsamt es intern nicht mal schafft Hygieneregeln vorbidlich umzusetzen, wie soll dass dann mit dem 0815 Bürger klappen?

    Good Point.

    Wenn wir als Labor nicht die Möglichkeit hätten, in bedeutsamen Mengen 70%-igen Alkohol für die Flächendesinfektion und, versetzt mit Glycerin für die Handdesinfektion, selbst herzustellen, dann würde es wahrscheinlich bei uns ähnlich düster aussehen. Wobei für die meisten Haushalte eine regelmäßige Flächendesinfektion und Handdesinfektion ja auch kontraindiziert ist, da die langfristigen Nachteile (Resistenzen, kaputte Haut und damit potentiell Gefahr für zum Beispiel Pilzinfektionen der Haut) die kurzfristigen Vorteile (Virus vielleicht platt, subjektives Gefühl der Sicherheit) überwiegen werden.


    Wie Concideratus ja schon richtig schrieb, muss man dem Desinfektionsmittel auch Zeit geben, seinen Job zu machen. Und da fehlt den meisten schlicht und ergreifend das nötige Wissen. Selbst ich muss immer wieder nachlesen, welches Desinfektionsmittel in welchem Bereich eingesetzt wird und wie lange die Einwirkzeiten sind. Wird all das nicht beachtet, wird aus einer punktuellen Kontamination sehr schnell eine flächendeckende Kontamination.


    Cephalotus: die ersten Quarantäneeinrichtungen waren sehr professionell und effektiv. Aber die haben auch "nur" 100 irgendwas Patienten gehabt. Für genaueres müsste ich meine Mails der letzten Wochen durchgehen. Aber eines muss uns auch klar sein: der logistische und personelle Aufwand, der dort betrieben wurde, wäre für ganz Deutschland nicht umzusetzen gewesen. Den Platz und das Personal hätten wir gar nicht gehabt.


    Natürlich ist die "2. Infektionswelle", die genau genommen eigentlich die erste ist, zumindest für Deutschland, die viel kritischere: viele, in der Regel unkontrollierte Kontakte auf irgendwelchen Karnevalsfeiern und mindestens ebenso viele in der Regel unkontrollierte Kontakte bei Karnevalsflüchtlingen und Skiurlaubern... Was glaubt ihr, warum in Hamburg pünktlich zum Ende der Winterferien Mitte März die Fallzahlen explodierten? Da kann ich die an Hamburg angrenzenden Bundesländer such ein Stück weit verstehen, dass sie keine Hamburger Touristen über Ostern haben wollen...

    aus DE gesendet...

  • Good Point.

    Wenn wir als Labor nicht die Möglichkeit hätten, in bedeutsamen Mengen 70%-igen Alkohol für die Flächendesinfektion und, versetzt mit Glycerin für die Handdesinfektion, selbst herzustellen, dann würde es wahrscheinlich bei uns ähnlich düster aussehen. Wobei für die meisten Haushalte eine regelmäßige Flächendesinfektion und Handdesinfektion ja auch kontraindiziert ist, da die langfristigen Nachteile (Resistenzen, kaputte Haut und damit potentiell Gefahr für zum Beispiel Pilzinfektionen der Haut) die kurzfristigen Vorteile (Virus vielleicht platt, subjektives Gefühl der Sicherheit) überwiegen werden.


    Wie können denn behüllte Viren Resistenzen gegen eine Desinfektion mit Alkohol entwickeln?



    Laut den von mir konsumierten Meldungen kommt eine Übertragung über Oberflächen bei SARS-CoV-19 praktisch nicht vor, selbst dann nicht, wenn Kranke und Gesunde zusammen in einer Wohnung leben, das Virus also überall tagelang an den Oberflächen pappt.


    Zuhause muss ich daher auch nur wenig desinfizieren, mein Bedarf an Desinfektionsmittel ist daher nur sehr klein. Mittlerweile desinfiziere ich noch meine Schutzbrille vom Einkaufen und das war's.


    Die Ansteckungsgefahr über Einkaufswägen erscheint als äußerst gering, solange man sich nicht mit den Händen an die Schleimhäute greift. Wenn so ein Einkaufswagen nun von 50 Leuten am Tag angefasst wird und 1 von 1000 infiziert ist liegt die Wahrscheinlichkeit bei 5%, dass ein Infizierter den eigenen Wagen angefasst hat.

    jetzt wird der Einkaufswagen "unzureichend" desinfiziert, von den 50 die ihn anfassen tatscht also tatsächlich einer noch auf den Virus drauf.

    Da sind wir also bei 0,1%, dass man den Virus anfasst. Die schlechte Desinfektion hat also die Ansteckungsgefahr bereits weiter um den Faktor von vielleicht 10-50 reduziert (je nachdem wie lange das Virus dort auch ohne Desinfektion ansteckend geblieben wäre)


    Dass dieses Virus dann über die Haut verschleppt wird und zur Ansteckung führt gilt als extrem unwahrscheinlich, also vielleicht 1:10.000 (fiktive Zahl).


    Mir erscheint die Gefahr, dass einem ein Aerosol im Supermarkt ins Auge fliegt um mehrere Größenordnungen höher.


    Jetzt haben wir natürlich heute 50 Millionen neue Virenexperten in Deutschland und ich bin da auch nur einer davon. Wer es anders sieht soll das auch anderes machen.


    Ich selbst versuche mich in Krisen auf das Kernproblem zu fokussieren und mich nicht mit meiner Ansicht nach unwichtigen Details vom Wesentlichen abzulenken.


    Das Kernproblem im Supermarkt ist nun mal, das Virus einzuatmen. Auch 1,5m Abstand bieten keinen Schutz, sie reduzieren nur die Wahrscheinlichkeit. Gut für die gesamte Herde, fürs Individuum mit etwas Pech halt nicht.


    sagen wir also - fiktive Zahlen - die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung über die Atemwegen im Supermarkt ohne Abstand liegt bei 1:1.000, die Wahrscheinlichkeit mit Abstand liegt bei 1:10.000 und die Wahrscheinlichkeit über den schlecht desinfizierten Einkaufswagen und die Hände liegt bei 1 zu 1 Million, was tu ich dann?


    Meine Antwort: ich trage eine wirkungsvolle Maske und fokussiere mich darauf, diese Maske korrekt zu tragen und abzunehmen und mir nicht ins Gesicht zu tatschen...


    Damit bin ich dann bei meinen fiktiven Zahlen bei 1 zu 1 Million. Mit Handschuhen, einer wahren Desinfektionsmittelorgie, ohne Maske aber mit Abstand wäre ich bei 1 zu 10.000.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

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  • Wie können denn behüllte Viren Resistenzen gegen eine Desinfektion mit Alkohol entwickeln?

    Für behüllte Viren ist Desinfektion mit einem auf Alkohol basierenden Desinfektionsmittel natürlich der "Goldstandard". Aber: die meisten benutzen zum einen das Desinfektionsmittel nicht richtig, da läuft dann mal ein Ethanol-Molekül am Virus vorbei und das war es dann aber auch (nicht mindestens 30 Sekunden Einwirkzeit etc.) und zum anderen ist Sars-Cov2 nicht der einzige Übeltäter auf der Welt. Für Bakterien und Pilze ist eine schlampig durchgeführte Flächendesinfektion ein Geschenk des Menschen.


    Das Gros der Bakterien und Pilze werden zwar durch die Desinfektion platt gemacht. Aber jene, die überleben, weil sie eine vielleicht spontane Mutation in ihrem Genom tragen, werden dadurch positiv selektiert, können sich verbreiten und die Resistenz weitergeben, weil der Konkurrenzdruck durch andere Bakterien und Pilze ohne diese Resistenz fehlt.


    Resistenzen bei Organismen sind ja nicht aus reinem Selbstzweck. Der resistente Organismus muss zusätzliche Ressourcen und Energie aufwenden, um die Resistenz leisten zu können. Zum Beispiel in Form von Enzymen, die Inhaltsstoffe des Desinfektionsmittel abbauen.


    Falscher Aktionismus führt daher meiner Meinung nach zu einem trügerischen Gefühl von Sicherheit, die so nicht gegeben ist.


    Und ja, ich entscheide auch situativ, ob ich im Supermarkt eine Maske aufsetze oder nicht und Handschuhe trage ich nicht. Dafür werden nach dem Verlassen des Geschäftes die Hände richtig desinfiziert und bei nächster Gelegenheit gründlich mit Wasser und Seife gewaschen.

    aus DE gesendet...

  • @ cephalotus

    dann bin ich aber mit Maske, Schutzbrille/Visier/ Handschuhen und Desinfektionsorgie bei 1 : 1010000

    und wenn ich nur zweimal pro Woche zum Einkaufen gehe, bin ich bei 1 : 2020000

    Ich denk mir, daß alles sinnvoll ist, was das Risiko der Infektion irgendwie reduziert.

  • Ich verstehe auf Laienlevel sehr wohl, wie Mutationen entstehen.


    Nicht verstehen kann ich, welche Mutation ein Virus gegen 70% Alkohol immun machen sollen.


    Das ist für mich so wie die Vorstellung, Menschen könnten durch Mutation immun dagegen werden, durch Kopf abschneiden zu sterben.


    Alkohol war vor 100 Jahren gegen behüllte Corona Viren genauso wirkungsvoll wie es das heute ist und Coli Bakterien konnte man vor 100 Jahren mit abkochen genauso töten wie man das heute kann. Dagegen bilden sich keine Resistenzen, egal wie häufig oder wie falsch man das macht.


    Das ist nun mal das "Kopf abschneiden".


    Antibiotika hingegen haben völlig andere Wirkmechanismen, dagegen können sich selbstverständlich Resistenzen bilden und das passiert ja auch.


    Ein vermeintlich falsch desinfizierter Einkaufswagen ist in jedem Fall erheblich besser als ein nicht desinfizierter Einkaufswagen und da selbst ein nicht desinfizierter Einkaufswagen nicht gefährlich ist für die, die sich nicht an die Schleimhäute fassen und die, die später die Hände gründlich waschen, stört mich das nicht die Bohne.


    Weitaus problematischer ist, dass immer noch fast alle Leute hier ohne Mundschutz im Supermarkt herum laufen. Damit bin ich quasi gezwungen einen professionellen FFP Schutz und eine Schutzbrille zu tragen, um mein Ansteckungsrisiko nahe Null zu bekommen, wenn mir z.B. 0,1% zu hoch ist.


    Momentan bin ich am erlernen, wie oft ich einkaufen gehe. Normal sind so 3x die Woche (ich kaufe viel Frischware und kaufe mit dem Rucksack ein), in der Krise dachte ich mit 1x pro Woche hinzukommen. Das sind aber Einschhränkungen im Konsum, denn einiges an Obst hält sich bei mir nicht so lange z.B. Himbeeren oder Bananen.

    Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich daher vermutlich doch bei 2x pro Woche landen werden, obwohl es natürlich nicht unbedingt nötig wäre. Aber nach ein paar Wochen fehlt mir das Verständnis dafür noch einen Tick mehr Rücksicht zu nehmen wenn ich mir anschaue, wie 90% der Leute dort selbst mit zehntausenden Toten in Europa da noch immer scheinbar vollkommen sorgenfrei herum laufen.


    ich bin keine Risikogruppe, ich trage FFP3 Masken, also was solls?

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • @ cephalotus

    dann bin ich aber mit Maske, Schutzbrille/Visier/ Handschuhen und Desinfektionsorgie bei 1 : 1010000

    und wenn ich nur zweimal pro Woche zum Einkaufen gehe, bin ich bei 1 : 2020000

    Ich denk mir, daß alles sinnvoll ist, was das Risiko der Infektion irgendwie reduziert.

    Das Risiko verringert sich nur dann, wenn Dich die Summe der Maßnahmen nicht dazu verführt, bei den Hauptmaßnahmen sorgloser oder schludriger zu werden, also Du dennoch sehr sorgsam auf den Sitz von Maske und Brille achtest, Dir dennoch nicht ins Gesicht fasst, solange die Hände nicht gründlich gewaschen wurden und solange Du Dir eben die Hände trotzdem gründlich wäschst.


    Von mir weiß ich, dass ich nicht so sorgfältig bin, wenn das Prozedere immer komplexer und länger wird, daher eben bei mir der Fokus auf das Entscheidende und das möglichst gründlich und exakt.


    Bei 2x erhöht sich das Risiko natürlich (ist aber nicht exakt doppelt so hoch, denn bei 6 mal würfeln ist die Chance auf eine 6 auch nicht 100%).


    Es geht hier auch nicht ums Recht haben, das kann jeder gerne so tun wie er will, ich bin auch kein Corona-Experte.


    Ich wollte nur meine Überlegungen zu dem Thema darlegen, das kann man auch so sehen und so übernehmen oder eben auch nicht.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    2 Mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Ein vermeintlich falsch desinfizierter Einkaufswagen ist in jedem Fall erheblich besser als ein nicht desinfizierter Einkaufswagen und da selbst ein nicht desinfizierter Einkaufswagen nicht gefährlich ist für die, die sich nicht an die Schleimhäute fassen und die, die später die Hände gründlich waschen, stört mich das nicht die Bohne.

    Es kann aber auch dazu führen, dass sich andere sicherer fühlen als sie sollten. Die denken dann vielleicht, dass nix passieren kann, weil der EInkaufswagen ja desinfiziert wurde und gehen noch sorgloser durch den Laden als eh schon. Zudem kann die ungeschütze frau als Multiplikator wirken, da sie die 1,5m Abstand nicht eingehalten hat. Ich habe mich dann von ihr weg gedreht und in eine andere Richtung gesprochen.


    Es ist ja keine Rkaetnwissenschaft den Kopf einfach mal kurz anzustrengen und es richtig zu machen.

    aus DE gesendet....

  • Antibiotika hingegen haben völlig andere Wirkmechanismen, dagegen können sich selbstverständlich Resistenzen bilden und das passiert ja auch.

    Sehr viele der Antibiotika-Resistenzen sind hausgemacht, so lange es immer wieder Leute gibt die nach 2 Tagen Einnahme meinen " es geht mir ja jetzt besser,kann ich das Zeug ja weglassen" bzw. in der Tierhaltung das Zeugs wie Bonbons mit in den Schweinetrog fliegt - wundert mich das gar nicht.

    Aus dem Norden von DE bzw. dem Süden von ES gesendet

  • Mal kurz ein anderes Thema, zu dem vielleicht die anwesenden Eltern etwas sagen können: wie geht ihr aktuell damit um, wenn dem Handy eures Nachwuchs der Akku kaputt geht oder das gute Teil herunterfallen sollte?

    Eine Reparatur kommt aufgrund der geschlossenen Geschäfte kaum in Frage. Ist die erzwungene Handy-freie Zeit tatsächlich so einschneidend, wie immer wieder vor der Krise vermutet wurde? Für das Szenario „Stromausfall“ wurde immer wieder mal spekuliert, wie sich die Zeit ohne Handy auswirken könnte. Jetzt haben wir ja (mit Einschränkungen) einen ähnlichen Fall.

    Hat da schon jemand Erfahrungen mit gemacht? Großes Drama oder alles nicht so schlimm?

  • Mal kurz ein anderes Thema, zu dem vielleicht die anwesenden Eltern etwas sagen können: wie geht ihr aktuell damit um, wenn dem Handy eures Nachwuchs der Akku kaputt geht oder das gute Teil herunterfallen sollte?

    Eine Reparatur kommt aufgrund der geschlossenen Geschäfte kaum in Frage. Ist die erzwungene Handy-freie Zeit tatsächlich so einschneidend, wie immer wieder vor der Krise vermutet wurde? Für das Szenario „Stromausfall“ wurde immer wieder mal spekuliert, wie sich die Zeit ohne Handy auswirken könnte. Jetzt haben wir ja (mit Einschränkungen) einen ähnlichen Fall.

    Hat da schon jemand Erfahrungen mit gemacht? Großes Drama oder alles nicht so schlimm?

    Ist mir passiert, mit meinem eigenen Telefon.


    Einsenden geht, denn Reparaturen sind von geschlossenen Geschäften ausgenommen. Ich meine sogar hier in der Gegend Werbung von ner Tech-Reperatur-Firma gelesen zu haben die bei Termin auch Geräte annimmt. Ist bei Auto etc ja auch nicht anders.


    Ich würde versuchen, Ersatz bereit zu stellen denn ich sehe es bei meinen Patenkindern (eigene fehlen noch) dass die mit Ihresgleichen da schon eine gute ausgewogene Kommunikation haben. 5. Klasse. Hilft gegen Lagerkoller. Denn anders als beim Black Out ist ja jetzt auch die direkte, analoge, lokale Sozialisierung verunmöglicht. Wenn die sich treffen durften mit Freunden etc wäre das vermutlich weniger schlimm wenn das Handy kaputt wäre.


    Auch generell würde ich selbst die Handy freie Zeit für mich gern so gering wie möglich halten weil viel Uni-Kommunikation grad übers Netz läuft und man mit dem kleinen Ding schneller reagiert als mit dem PC. Med. Fakultäten sind nämlich von der generellen Schließung ausgenommen.


    PS: Kinder natürlich nur virtuell „gesehen“.