Die subjektive Wahrnehmung einer Krisensituation

  • Irgendwie befremdlich, das ausgerechnet in einem Survivalforum für so was Simples wie ein Heizungsausfall nach Hilfe vom Staat/EVU etc. geschrien wird.

    Ich glaube nicht, dass WIR hier im Previval Forum nach dem Staat schreien.;)


    Wie andere hier bereits richtig geschrieben haben: Du wirst es nie schaffen, 100% der Menschen zu erreichen.


    Bei den HiOrgs gehen wir davon aus, dass bei einer Großschadenslage welcher Art auch immer, die die Errichtung von Notunterkünften oder ähnliches erforderlich machen, wir von 10% der insgesamt betroffenen Personen im Schadensgebiet ausgehen. Sprich: Die Größe der Notunterkünfte wird niemals für 100% ausreichen. Sollen sie auch nicht. Wir fangen im Schadensfall oder Evakuierungsfall jene auf, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht selbst helfen können.

    Sei es, dass sie nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, da diese entweder viel zu weit weg wohnen oder so dicht bei, dass sie selbst im Schadensgebiet liegen.


    Bei einem Heizungsausfall in einer Großstadt den betroffenen Bürgern nun vorzuwerfen, sie hätten nicht vorgesorgt, empfinde ich als einigermaßen vermessen. Unabhängig davon, dass wie Miesegrau es schon richtig schreibt, viele es schlicht und ergreifend verlernt haben und wie Ben es schon richtig schreibt, so etwas in Westeuropa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen sehr selten ist, wird es vielen Bewohnern von Mietwohnungen insbesondere in Großstädten schlicht und ergreifend an den Möglichkeiten fehlen.


    1.) Es gibt hier, aus gutem Grund, gesetzliche Bestimmungen, die dem entgegenstehen. Heißt: In Wohnungen darf nicht mal so eben eine offene Feuerstelle eingerichtet werden. Und gerade bei Wohnungen in der Hand von Genossenschaften oder Immobilienverwaltungsgesellschaften wird der Vermieter etwas grundsätzliches dagegen einzuwenden haben. Von Vorschriften zu Feinstaub, Wartung etc. fange ich gar nicht erst an zu reden. Oftmals gibt es auch gar nicht mehr die technische Möglichkeiten, weil die Kaminschlote entweder nicht mehr vorhanden sind oder der Querschnitt durch die neue Heizungsanlage reduziert werden musste, um ein Versotten des Kamins zu verhindern.


    2.) Raummangel 1: Viele Großstadtwohnungen sind nicht gerade luxuriös bemessen in ihrer Grundfläche, so dass die Familien froh sind, dass das Wohnzimmer, in dem dann zum Beispiel der Kamin stehen würde, groß genug ist, um Sofa, Tisch und einer kleinen Schrankwand Raum zu bieten. Ich habe genügend Familien kennengelernt, die in Wohnungen leben, da wäre auch mit gutem Willen nicht ausreichend Platz für einen Kamin. Von den Küchen ganz zu schweigen. Wo würde man in heutigen modernen Küchen noch den Platz für einen Herd mit Feuerstelle bereit halten können? Meine Oma hatte sich seinerzeit den Luxus gegönnt, neben dem elektrischen Herd noch einen Herd mit offener Feuerstelle in der Küche zu haben. Die Küche war aber mehr als doppelt so groß wie selbst die großen Küchen in modernen Mietwohnungen heute. Und zu allen Seiten stand dieser Herdofen frei, weil sonst die direkt daran stehenden Möbel ein thermisches Erlebnis der besonderen Art über die Zeit gehabt hätten.


    3.) Raummangel 2: Wenn man mit Fernwärme versorgt wird oder sonst irgendeine Art der Zentralheizung hat, besteht in der Regel keine Notwendigkeit, sich redundante System zuzulegen. Meine BEVA und ich würden zum Beispiel nicht frieren, solange wir Strom haben, weil wir in einem Wasserbett schlafen, dass mit elektrischen Heizmatten gewärmt wird. Und für ganz miese Tage hat sie noch eine elektrische Heizdecke. Und wir haben ganz viele Wolldecken. Und wenn es richtig aasig kalt wird und das nicht ausreichen wird, dann holen wir die Pferdedecken aus dem Keller. Aber einen elektrischen Radiator oder einen Heizstrahler? Meine Onkel hatten so etwas in ihren kleinen Kellerbutzen bei meinem Opa im Haus, damit sie keine kalten Füße am PC bekamen. Aber die Kellerräume hatten auch keine eigene Heizung. So einen kleinen elektrischen Heizstrahler könnte man vielleicht noch sich in den Kleiderschrank stellen. Aber bei elektrischen Radiatorheizungen wird der Platzbedarf schon wieder anspruchsvoller.


    Ich kann Großstadtwohnungsbewohner an dieser Stelle sehr gut verstehen. Warum sollte ich mir den ohnehin schon knapp bemessenen Raum noch mit einer Radiatorheizung zustellen, die ich im günstigsten Fall nie und im schlechtesten Fall für einige Tage benötige? Da fahre ich doch lieber zu Freunden und Verwandten...

  • Na ja vielleicht ist dieses Forum auch der falsche Ort solche Fragen zu stellen, da wir in den Grundzügen ja auch scheinbar auf einer groben "Wellenlänge" sind. Stellt diese Fragen mal in einem PC Forum oder für Finanzen. Da werden die Antworten grundsätzlich anders ausfallen. Ich behaupte einfach mal das 80% der hier im Forum angemeldeten User über einen Heizungsausfall nur müde lächeln würden. Warum? Weil wir uns schon damit beschäftigt haben. Ob nun der Staat bei 15°C für den Otto Normalverbraucher Hotel oder Notunterkunftsplätze bereitstellen muss, finde ich auch etwas übertrieben. Bei Menschen mit Handicap bzw. bei alten Menschen finde ich es schon berechtigt Möglichkeiten bereit zu stellen. Mir fällt grad auf, dass ich diesen Text bei 17°C Raumtemperatur schreibe;).

  • ....bei mir ist es ein "Notfall" wenn GEFAHR FÜR LEIB UND LEBEN besteht, und es nicht nur ein wenig ungemütlich wird!


    Von den 15000 sind vielleicht 100 tatsächlich betroffen, und die können dann gerne in das vorbereitete Hotelzimmer, oder in eine Turnhalle mit Heizung, auch da lässt es sich ohne Gefahr überleben....


    Die anderen sollten dann mal einfach Omas teuer erkaufte Kamelhaardecke von der letzten Kaffeefahrt nehmen, und sich Gedanken über ihr Leben machen.....

    Ich finde das ganze auch völlig überzogen!


    Echt Luxussorgen!


    Gruß EZS

  • Für Österreich gesprochen besteht der Unterschied zwischen "Krise" und "Katastrophe" nur darin, wer zahlt.


    "Es ist eine Krise!" - darf ein jeder schreien

    "Das ist eine Katastrophe" aus dem Mund eines Behördenvertreters und schon gelten andere Spielregeln in Sachen Infrastruktur, Manpower, Finanzierung und Aquise von Objekten.


    Ich kann Maresi hier schon sehr gut verstehen: Der Ausfall einer Heizung ist jetzt nichts, was nicht jederzeit und auch öfter als man denkt, im kleinen überall bei uns passiert. Ich bin im Dezember 2012 in meine Neubauwohnung gezogen - am Tag nach dem Einzug (und dementsprechenden "Herumspielen" an einer für mich komplett neuen Bodenheizung) war die Wohnung kalt - inkl. Warmwasser. Die Erleichterung war (für mich) groß als sich die neuen Nachbarn gleich mal mit "ists bei euch auch kalt?" vorgestellt hatten ;)


    Alles in alle: Ja ist lästig, aber nichts, was man nicht für einen gewissen Zeitraum der Fehlerbehebung aushalten kann.


    Zum Thema "Niemand kennt jemanden der..." würde ich einfach mal empfehlen, mit der älteren Generation zu quatschen. Ich kenne definitiv jemanden, der echten Hunger erfahren musste, der sein Wasser jeden Tag noch vom Dorfbrunnen holen musste, der Geschwister wegen nicht vorhandener Versorgung verloren hat und der von so etwas wie einem "Auto" nur was mitbekommen hatte, wenn das einzige Auto in der näheren Umgebung wieder mal unterwegs war. ;)

  • Du wirst auch im besten Fall* niemals mehr als 40 bis 50% der Bevölkerung haben, die gut auf Krisen vorbereitet sind. Das heißt mit Notvorrat und alternativen Heiz- und Kochmöglichkeiten.


    Die restlichen 50 bis 60% werden auf so eine Krise unvorbereitet sein. Solche Menschen lassen wir als Gesellschaft dennoch nicht frieren.


    *nach einer mehrjährigen intensiven Werbekampagne des BBK im Bezug auf Notvorrat

    Finnland beweist das Gegenteil.

    Aber da ist auch die Kommunikation eine ganz andere.

    Würde man wollen, würde es gehen. Klarerweise müsste unsere Regierung in DACH da erst mal über eine selbst errichtete Hürde hüpfen. Aber je länger man das hinauszuzögert, desto schwieriger wird es.

    Noch dazu besteht jetzt noch die Möglichkeit, aktiv gegenzusteuern. Ist die Krise (zB Blackout) erst mal da, wird es heftig.

    Ein Freund von mir vergleicht das immer mit einem Mistkäfer, der seine Kugel bergauf schiebt: Mit jeder Umdrehung wird die ScheiBe-Kugel größer und schwerer. Bis sie irgendwann zu schwer wird und den Mistkäfer einfach überrollt.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Finnland beweist das Gegenteil.

    Aber da ist auch die Kommunikation eine ganz andere.

    Ja, es gibt so einige Länder wo das gut klappt, weil den Menschen das ab Geburt eingetrichtert wird.


    Das würde aber im krisenverwöhnten DACH Raum Jahrzehnte brauchen, um hier ein breites Umdenken zu erreichen.

  • Als Kind musste ich auch im Winter vom Schlafzimmer durch Wohnzimmer und Flur raus auf den um das Haus führenden Balkon ca. 12 Meter ums Eck auf das außen angebaute Plumsklo gehen. Wenn dann bei 10 Grad Minus die Kronjuwelen im frisch von unten aufsteigenden Wind hängen weis man was kalt ist. Auch an den außenliegenden Schlafzimmerwänden befand sich eine hübsch glitzernde Eisschicht. Im Wohnzimmer gab es einen Kohleofen und in der Küche ein ebensolcher Herd auf dem auch das warme Wasser zubereitet wurde. War damals völlig normal und keiner weiteren Erwähnung wert.

    Das ist jetzt 50 Jahre her und ich gönne es jedem der diese Erfahrungen nicht machen musste. Aber genau deswegen fände ich es zwingend notwendig wenn das hoch bezahlte Staatsfernsehen seinen Bildungsauftrag endlich mal ernst nehmen und die Menschen mit Informationen bezüglich möglicher Krisen versorgen würde. Was spricht dagegen dem BBK eine kurze Sendezeit vor oder nach der Tagesschau für genau solche Themen einzuräumen? Dafür wäre es durchaus möglich etwas seichte und verblödende Unterhaltung zu streichen.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Was spricht dagegen dem BBK eine kurze Sendezeit vor oder nach der Tagesschau für genau solche Themen einzuräumen? Dafür wäre es durchaus möglich etwas seichte und verblödende Unterhaltung zu streichen.

    Ich denke man hat Angst davor das eventuell das Gefühl in der Bevölkerung entsteht der Staat könnte im Zweifelsfall nicht für jeden Sorgen (was meiner Meinung nach nicht möglich ist und wenn jeder vorbereitet wäre auch nicht nötig wäre damit die Leute nicht schon nach wenigen Tagen anfangen zu hungern,...) Das würde dann eventuell dazu führen, das Rufe laut werden das zu ändern, frei nach dem Motto warum selber tun wenn es auch andere für einen tun können, das kostet wieder Geld.... oder noch schlimmer man müsste sich eingestehen das man in den letzten Jahren da etwas verschlafen oder schlicht ignoriert hat.

  • Zum Thema "Niemand kennt jemanden der..." würde ich einfach mal empfehlen, mit der älteren Generation zu quatschen.

    Hatte geschrieben "ICH kenne niemanden..."

    Mein Vater ist der Sohn einer Bauernfamilie, da gab es immer "was Recht`s" zum beißen.

    Der Vater meiner Mutter war Konditor und da war auch immer irgendwas da, also hier gab es keinen Hunger.


    Es ist mir durchaus bewusst das es nach dem Krieg viel Elend und Hunger gab:

    Mein Vater meinte, das damals viele Städtler kamen um ihren Besitz gegen Schinken, Brot und Eier im Dorf einzutauschen

    Und wenige Tage vor Kriegsende wurde noch ein Bauer hingerichtet der "schwarz" geschlachtet hatte.



    Grüße


    MvO

  • Irgendwie befremdlich, das ausgerechnet in einem Survivalforum für so was Simples wie ein Heizungsausfall nach Hilfe vom Staat/EVU etc. geschrien wird. Wenn in einem EFH die Heizung ausfällt, und man deshalb ins Hotel mag, zahlt das auch nicht der Hersteller der Heizunganlage. Technische Systeme können nun mal ausfallen, damit muss man rechnen und leben.

    Was man beim Ruf nach dem Staat nicht außer acht lassen darf:

    In vielen dieser Fernwärmegebiete herrscht ein behördlich angeordneter Anschlußzwang an die Anlage. Verbunden mit dem Verbot einer eigenen autarken Heizungsanlage. Als Prepper wäre ich damit in die Illegalität getrieben, wenn ich mein eigenes Öfchen auf Verdacht im Keller stehen hätte? Weiteres Problem sind dann die in solchen Gebieten oftmals fehlenden Schornsteine, etc.

    Und das die Fernwärmeanlage mal ausfallen könnte, ist in diesen Vorschriften nicht bedacht. Da wird dann halt der Kathastrophenfall ausgerufen.

    So würde ich als Betroffener auch auf den Staat losgehen, wenn mir dieser verbietet vorzusorgen.

    Umgekehrt, ohne Anschlußzwang, wird da halt auch kein rechter Schuh draus: In unserer Nachbarschaft hat der örtliche Versorger https://www.s-w-w.com/fileadmi…sww_flyer_schoenbrunn.pdf ein Holz-Heizkraftwerk gebaut, inkl. Rohrnetz innerhalb der Gemeinde. Bei den Einfamilienhäusern haben sich nur 2 von ca. 40 Einfamilienhäusern anschließen lassen.

  • Ja, es gibt so einige Länder wo das gut klappt, weil den Menschen das ab Geburt eingetrichtert wird.


    Das würde aber im krisenverwöhnten DACH Raum Jahrzehnte brauchen, um hier ein breites Umdenken zu erreichen.

    Ja, das glaube ich prinzipiell auch. Allerdings muss man irgendwann damit anfangen, denn von alleine wird das nichts. Leider fehlt mir der Glaube, dass es einen politischen Willen dazu gibt, hier etwas zu ändern. Daher werden wir als mitteleuropäischer Zentralraum sehenden Auges genau so in den Blackout rennen wie wir es mit der (Corona-)Pandemie gemacht haben: Jeder weiß, dass die Möglichkeit da ist, und keiner tut was. Bis auf einen Haufen rechter, egoistischer und auf einen Weltuntergang hoffender Verschwörungstheoretiker namens Prepper...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Daher werden wir als mitteleuropäischer Zentralraum sehenden Auges genau so in den Blackout rennen wie wir es mit der (Corona-)Pandemie gemacht haben

    Richtig - noch dazu mit einem anerzogenen Egoismus, der es mittlerweile moralisch rechtfertigen kann, dass Leute den Strom aus den Notstromgeneratoren dann lieber für ihre Smartphones und Insta-Stories nutzen als die Krankenhäuser damit zu versorgen (dramatisiert) weil: ICH ICH ICH

  • Eigentlich sollte man annehmen, dass eine globale Krise dafür sorgt, dass sich mehr Menschen mit der Krisenvorsorge beschäftigen.


    Entweder ist das nicht so, oder die Corona Pandemie ist für viele Menschen noch nicht Krise genug.

  • Warum sollten die Menschen sich vermehrt damit befassen? Schliesslich hat man bei der Mehrheit erfolgreich das Denken abgeschafft. Der Kühlschrank bestellt selbst, Alexa bestimmt die Musik und die Temperatur im Haus, kann auch Futter ordern, das Smartphone mit den vielen Apps kontrolliert die Termine, Gesundheit und wissen die Götter was sonst noch, das Auto bremst, parkiert und fährt inzwischen beinahe selber.

    Etwas kritisch hinterfragen ist unerwünscht, da gilt man sehr schnell als Idiot, Rechtsextremist oder wird kaltgestellt. Das Selbe passiert wenn die eigene freie Meinung nicht der öffentlich genehmen Meinung entspricht.


    Überspitzt? Zynisch? Sarkastisch? Realität?


    Das darf jeder schweigend für sich selber entscheiden.

    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

    Benjamin Franklin

  • Warum sollten die Menschen sich vermehrt damit befassen? Schliesslich hat man bei der Mehrheit erfolgreich das Denken abgeschafft.

    Ich denke nicht, dass es das ist. Im März 2020 hat man ja an den Hamsterkäufern gesehen, dass der Mensch in einer Notsituation durchaus seinen Urinstinkten nachgeht. Viele haben einen Vorrat angelegt. Natürlich ohne Maß und Ziel. Aber immerhin ein Vorrat. Als man dann aber sah, dass nicht wie aus Italien und Südamerika gemeldet die Leichen auf der Straße rumliegen, haben die Menschen sich rasch wieder beruhigt.


    Und nach 1 Jahr Pandemie sehen die Leute, dass sie weiter einkaufen gehen können wann immer sie wollen. Die sogenannten "Lockdowns" verdienen ihre Namen nicht und wiegen die Menschen in falscher Sicherheit, meiner Meinung nach.

  • Ich denke nicht, dass es das ist. Im März 2020 hat man ja an den Hamsterkäufern gesehen, dass der Mensch in einer Notsituation durchaus seinen Urinstinkten nachgeht. Viele haben einen Vorrat angelegt. Natürlich ohne Maß und Ziel. Aber immerhin ein Vorrat. Als man dann aber sah, dass nicht wie aus Italien und Südamerika gemeldet die Leichen auf der Straße rumliegen, haben die Menschen sich rasch wieder beruhigt.


    Und nach 1 Jahr Pandemie sehen die Leute, dass sie weiter einkaufen gehen können wann immer sie wollen. Die sogenannten "Lockdowns" verdienen ihre Namen nicht und wiegen die Menschen in falscher Sicherheit, meiner Meinung nach.

    Bei mir hat es was gebracht. Ich habe bis vor der C-Krise auch nur das da gehabt was ich täglich esse, so wie viele in meinem Alter, war also fast täglich einkaufen. Irgendwann macht man sich Gedanken was ist eigentlich wenn ich nicht aus dem Haus komme, welche Gründe könnte das außer einer Quarantäne noch haben oder was könnte einen Einkauf verhindern. So kam ich zum Thema Blackout und zu dem Schluss das ich an meinem Verhalten was ändern möchte. Inzwischen gehe ich nur noch etwa alle zwei Wochen einkaufen und mit meiner Vorbereitung bin ich soweit zufrieden das ich denke einen Monat schaffe ich ohne Probleme.

  • Bei mir hat es was gebracht. Ich habe bis vor der C-Krise auch nur das da gehabt was ich täglich esse, so wie viele in meinem Alter, war also fast täglich einkaufen.

    Du hast dich, wie viele andere auch, im Internet umgeschaut. Viele haben sich Rat und Hilfe im Internet geholt. Sie haben recherchiert und Filme angeschaut. Einige der neuen User in diesem Forum sind tatsächlich erst im Rahmen der C-Krise zu diesem Forum gekommen. Viel mehr werden wahrscheinlich bei ihren Recherchen ebenfalls über dieses Forum gestolpert sein, aber auch gleich wieder weiter gezogen sein, weil die Beiträge in diesem Forum dann doch eher unaufgeregt und nicht reißerisch vom Weltuntergang erzählen. Und etlichen wird das nicht in ihre Filterblase gepasst haben.


    Auch wir befinden uns natürlich in unserer eigenen Filterblase und mögen andere beurteilen, ob unsere besser ist als die der anderen. Aber ich schätze den angenehmen Umgangston in diesem Forum. Und wenn wir auch nur einen wie dich, SteelMechanic, von einer sinnvollen, maßvollen Vorsorge überzeugen konnten, dann ist es all die Zeit und Mühen wert. ;)


    Und wie Ben schon richtig schreibt: Die Lockdowns in Deutschland verdienen ihren Namen nicht, weil sie einfach nur lasch sind im Vergleich zu Frankreich etc.

  • Und wenn wir auch nur einen wie dich, SteelMechanic, von einer sinnvollen, maßvollen Vorsorge überzeugen konnten, dann ist es all die Zeit und Mühen wert. ;)

    Das habt ihr definitiv geschafft, vor allem ist das Forum eine große Hilfe bei der Planung der weiteren Organisation. Vor allem Wissen findet man hier ohne Ende und davon kann man nie genug haben. Danke dafür.

  • Ich denke nicht, dass es das ist. Im März 2020 hat man ja an den Hamsterkäufern gesehen, dass der Mensch in einer Notsituation durchaus seinen Urinstinkten nachgeht. Viele haben einen Vorrat angelegt. Natürlich ohne Maß und Ziel. Aber immerhin ein Vorrat. Als man dann aber sah, dass nicht wie aus Italien und Südamerika gemeldet die Leichen auf der Straße rumliegen, haben die Menschen sich rasch wieder beruhigt.


    Und nach 1 Jahr Pandemie sehen die Leute, dass sie weiter einkaufen gehen können wann immer sie wollen. Die sogenannten "Lockdowns" verdienen ihre Namen nicht und wiegen die Menschen in falscher Sicherheit, meiner Meinung nach.

    Im Frühjahr 2020 haben unsere Unfehlbaren von Bern behauptet dass Masken unnütz sind (weil nur in unzureichender Menge verfügbar) - also haben die Leute keine gekauft. Gut für mich.

    Die Medien zeigten Bilder von leeren Regalen wo sonst WC-Papier angeboten wird - also wurde alles an WC-Papier gehamstert was nur geht. Manchmal habe ich mich da gefragt ob die das Zeug futtern oder permanenten Dünnpfiff haben.

    Dann kam in den Medien dass Italien die Pasta - Produktion wegen Covid-19 und Quarantäne zurückfährt. Die Nudelregale erlebten das selbe Schicksal wie die Regale mit Toilettenpapier.

    Irgendwann entschlossen sich unsere Unfehlbaren ihre Meinung zu revidieren und behaupteten nun dass Masken doch helfen (war vor dem Obligatorium Masken zu tragen) - Ergebnis waren leergeräumte Regale wo sonst Masken zu haben waren. Auch die Preise stiegen zeitweise exorbitant. Dieses Verhalten liess bei mir Zweifel aufkommen dass da wohlüberlegte und selbständige Gedanken zur Vorsorge im Spiel waren und noch sind. Es errinnert doch eher an das Verhalten von Lemmingen. Ein Gespräch mit einem Zoologen hat allerdings ergeben dass menschliche DNA sich von derjenigen der Lemminge unterscheidet.


    Geplante und wohlüberlegte Vorsorge findet nach wie vor nur bedingt statt. Es gibt sicherlich einige mehr welche sich kleinere Vorratslager anlegen, da haben zumindest bei uns die Einschränkungen der Öffnungszeiten und der als systemrelevant geltenden Artikel leicht nachgeholfen. Das Gros der Bevölkerung ist aber nach wie vor darauf angewiesen dass der Tankstellenshop bis 22.00 noch etwas zum Verkauf anbietet da sie sonst hungern.


    Auch in meinem Umfeld habe ich leider so einen Fall:

    Platz in traumhaften Ausmass vorhanden, eine Küche vom Feinsten die jeder Gastroküche paroli bieten kann. Dazu genügend finanzielle Mittel um ein Kühlhaus für ein halbes Dorf bauen und füllen zu können. Was steht im Kühlschrank? Etwas Butter, Mineralwasser und die Reste des Take Away vom Vortag. Im Schrank einige Kekse und Salzstangen. Ohne seine Kinder, Freundin und Ex-Frau würde er wohl verhungern da auch die restauranst seit längerem geschlossen sind. Auf meine Frage warum er keine Lebensmittel einkauft kam die Antwort "Weil ich nicht kochen kann"....

    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

    Benjamin Franklin