Auskühlen der Wohnung nach Heizungsausfall verlangsamen

  • Am längsten Warm bleibt es in Räumen, die möglichst wenig Kontakt zu Außenwänden haben und wo auch wenig m³ Luft "reinpassen". Ein innenliegendes Badezimmer dürfte hier recht lang halten.

    Ich zieh mir lieber dicke Socken und eine Jacke an und hock mich ins Wohnzimmer, als im zur Tropfsteinhöhle gewandelten innenliegenden Badezimmer oder Gästeklo zu ersticken.


    Ich weiß aber auch nicht von welchen Szenarien ihr da so ausgeht. Wenn ein Kältewirbel mit -150°C, bekannt aus populären SciFi Filmen, über den Ort wabert und die rennenden Leute auf der Straße angeblich in Sekunden zu Eis erstarren denke ich vielleicht auch darüber nach. :-)


    Ich habe daher noch einen zweiten Ratschlag: Probiert es doch einfach mal aus. Stellt mal zwei Tage die Heizung ab (und wenn die Familie rebelliert dann halt nur in einem Zimmer) und verbietet Euch warmes wasser aus der leitung und dann schaut Euch an was so passiert, wenn ihr bei 15°C oder vielleicht 10°C (wenn es überhaupt so kalt wird) wohnen müsst. Ich wette, das ist bestensfalls unangenehm und ungewohnt, aber in keinster Weise schlimm.


    Danach sieht man das evtl entspannter.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Ich hab diesen Heizer in der Garage. Der Kaufpreis war vor einigen Jahren so bei 80 Euro, wenn ich mich erinnere. Die Stunde Vollastbetrieb kost halt 3 Euro. Das is mal so. https://www.amazon.de/gp/produ…sc=1&tag=httpswwwaustr-21 Wenn im Winter was lackiert werden muß, oder ein versulztes Diesel-Kfz wieder mobil werden soll. Kann aber auch in jeder Wohnung, wo ein 3 x 16 A Elektroherd drin ist, betrieben werden. Das Teil geht etwas anders als die üblichen 2 KW Heizlüfter zur Sache. Meist regelt der eingebaute Thermostat innerhalb weniger Minuten wieder runter. Wenn man das in den Wohnungs-Flur stellt kann man eine 100 m2 Wohnung mollig warm damit kriegen.

    Wenn Du ein 100m² Haus bei -16°C mit 7kW komplett molllig warm bekommst ist es schon sehr gut gedämmt.


    Wenn Du in einer Wohnung haust hast Du idR keine Starkstromsteckdose, ich zumindest hab keine. Der E-Herd ist fest verkabelt. Da man ein vergleichbares Ergebnis aber auch mit 7 Stück 1000W Heizlüftern an Schukosteckdosen erzielen kann (mit 1000W ist man bei Schuko auch auf Daerlast sicher, bei 2000W Dauerlast hängt es schon von der Qualität der Instalaltion ab) braucht mans aber nicht.


    Das Problem ist natürlich, dass die Hausnetze auf sowas nicht ausgelegt sind. Man muss also hoffen, dass sonst keiner im Haus auf die Idee kommt mit signifikanter Leistung plötzlich elektrisch zu heizen.

  • Wenn Du in einer Wohnung haust hast Du idR keine Starkstromsteckdose, ich zumindest hab keine. Der E-Herd ist fest verkabelt.

    Empfehlung, im Fall einer Eigentumswohnung, wenn da noch ein Plätzchen frei ist: Direkt neben die Unterverteilung so eine rote Kraftstromsteckdose montieren lassen. Oder die Wand nach hinten, oder seitlich, durchbohren und dort setzen. Absicherung über die Herdsicherungen mit 3 x 16 A.

    Wenn noch weiterer PLatz in der Unterverteilung ist, 3 zusätzliche 16-er Automaten setzen lassen. Was hatte ich da schon dran: Kühlanhänger fürs Straßenfest, Baukran für die Dacherneuerung meines Nachbarn, Schweißgerät, Aktenvernichter, und eben o.g. Heizlüfter. Was spricht noch für einen solchen Anschluß: z.B. eine Saunakabine oder eine ordentliche Waschmaschine mit der die Wäsche nicht nur abgestaubt wird (Energie- und Wassersparmodell) und die gefühlte 3 Stunden für einen Durchgang braucht. Sowas hier z.B.: https://www.miele.de/haushalt/…at=11049650&name=PWM_507_[EL_DP]

  • Ich zieh mir lieber dicke Socken und eine Jacke an und hock mich ins Wohnzimmer, als im zur Tropfsteinhöhle gewandelten innenliegenden Badezimmer oder Gästeklo zu ersticken.


    Ich weiß aber auch nicht von welchen Szenarien ihr da so ausgeht. Wenn ein Kältewirbel mit -150°C, bekannt aus populären SciFi Filmen, über den Ort wabert und die rennenden Leute auf der Straße angeblich in Sekunden zu Eis erstarren denke ich vielleicht auch darüber nach. :-)

    Vielleicht auch mal das ganze Posting lesen und nicht nur den Teil, der einem einen tollen Reply beschert ;)

    Ich füg es dir aber gern nochmal ein:

    Zitat

    Ansonsten: Die Wohnung schützt einen ja auch weiterhin vor den direkt einwirkenden Elementen wie Nässe und Wind - Vereinfacht gesagt: wenn man sich gscheid anzieht und halt nicht gerade nur mit der Unterflack (=Unterwäsche ) halbnackt hinhaut, wird das trotzdem schon einiges bringen. Zum Thema Notheizung hat Miesegrau schon fast alles gesagt, was in einer Mietwohnung ohne Aufwand zu bewerkstelligen ist und die Eigenleistung unserer Körper in Sachen Heizung ist nicht zu unterschätzen.

    Wichtig ist es hier, trotz alledem um einen Luftaustausch bzw. ein Ablüften der Feuchtigkeit bemüht zu sein.


    Ich hatte direkt nach meinem Einzug in meine neue Wohnung das "Vergnügen" einen Totalausfall der Heizung im Dezember mitzuerleben - Muss aber sagen, dass sich die Temperatur zu meinem großen Erstaunen wirklich lange gehalten hat, ohne dass wir große Maßnahmen gesetzt hatten. Am Tag 2 hatte ich mir dann einen elektrischen Konvektor besorgt und damit war das Thema gegessen. Die Neubauten sind dahingehend wirklich schon sehr gut isoliert.

    Ich beheize bei mir im Winter nur das Badezimmer - der Rest der Wohnung hält auch so seine 21-22 Grad ohne weiteres Zutun (ist eine Sandwichwohnung zwischen Erdgeschoß und Dachgeschoß) und alles andere wäre mir schon zu warm.

  • Kleines Beispiel:

    2 Erwachsene, ein Kind ca. 200 Watt

    So ist es, und mit diesem Argument wurde auch einst meine Beschwerde, am Arbeitsplatz wäre es zu kalt (17°) abgeschmettert. Sobald sich der Raum füllt, würde es ohnehin wärmer!

    Hintergrund: Eine Privatfirma hat das Heizsystem für 5 Jahre übernommen und durfte den eingesparten Gewinn zum Vorjahr behalten.;)

  • Solche Verträge sind natürlich ein Freibrief für Schindluder jeder Art!

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Wie bereits von vielen gesagt, die Fenster mit Isolation oder möglichst dickem Stoff (Decken, Tepich o.Ä) abdecken. Habe ich in Schottland bei vielen alten Hotels gesehen. Da auch dort drüben Einfachverglasungen noch viel zu sehen sind, hatten die Hotels in den Bars, Speisesälen etc. immer dicke Vorhänge vor den Panoramafenstern, die dann bei kaltem Wetter einfach zugezogen wurden. Minimiert aber halt auch die Sonneneinstrahlung, die gegeben Falls aufwärmt.

    Bei uns im unbeheizten und nicht isolierten Anbau (ca 8*4m) der über eine 8m breite Glastürfassade verfügt hatten wir letzte Woche (-5 Grad Aussentemperatur) dank der Sonne trotzdem 14 Grad!!! Raumtemperatur.


    Ich denke deswegen sollte man die Fenster unbedingt mit etwas verschliessen, was man bei Sonnenschein auch schnell wieder demontieren kann.

    Improvisation ist, wenn niemand die Vorbereitung bemerkt.

  • Weil ja einige erwähnten, dass Rolläden bei gutem Isolierglast fast nichts bringen: Das sehe ich anders. Die Fenster in meinem Haus haben einen sehr niedrigen Wärmedurchgangswert (besitzen also sehr gutes "Isolierglas"). Ich hab meine FBH im Wohnzimmer derzeit auf Frostschutz eingestellt, da ich das Zimmer mit einem Kaminofen mit Kohlebriketts (Deputat meines Vaters 8)) heize, und zwar täglich um die gleiche Zeit und bei entsprechend stabiler Außentemperatur (in den letzten Wochen nachts -10°C, tags -5°C) mit gleicher Menge. Es ist also von halbwegs konstanter Wärmefreisetzung des Ofens über nacht auszugehen.

    Lasse ich die Rolläden (zwei bodentiefe Terassenfenster, jeweils 2m breit, 2 normale Fenster) komplett herunter habe ich frühmorgens 3K mehr im Wohnzimmer gegenüber geöffneten Rolläden. Der Effekt ist nicht die Isolation durch die Rolläden, sondern das Unterbinden der freien Konvektion an der Fensteraußenseite. Sobald Konvektion (Strömung) stattfindet, steigt der Wärmeübergang logarhitmisch. Wichtig ist natürlich, die Rolläden komplett zu schließen.

    Letztes WE war ich nicht zuhause, ich hatte am Fr. früh den Kaminofen so geheizt, dass nachmittags 24°C im Zimmer waren, da war etwa die Hälfte der Kohle verbrannt, üblicherweise hält die Glut etwa 24h, sollte also spätestens Sa. früh erloschen sein. Sa. abend waren noch 20°C im Zimmer (ich habe eine Wetterstation von TFA mit Hub -> Fernabfrage). Sonntag abend, als wir wieder nach Hause kamen, waren noch 17°C im Zimmer. Meine Wetterstation zeichnet alle Temperaturen auf, in den beiden Nächten herrschten -12...-16°C, tagsüber waren es -9°C. Die Rolläden waren komplett geöffnet. Das Zimmer ist 56m² groß und hat zweieinhalb Außenwände sowie eine Tür zum Flur, ist alo ziemlich ungünstig bzgl. Auskühlen. Allerdings haben die Wände die Wärme tatsächlich ziemlich lange gehalten, mit geschlossenen Rolläden wäre es noch deutlich wärmer gewesen.

  • Das Problem Heizungsausfall im Winter hatten wir auch schon mal. Seitdem wird man sensibler bei dem Thema.


    Kurze Infos zu unserer Situation. Wir haben ein 2-Familienhaus Bj. 1900 mit Doppelverglasung und ohne Außendämmung und ohne wirkliche Dachdämmung. Die Kamine (innen wie auf dem Dach) hat der Vorbesitzer leider bis auf einen entfernen lassen als das Dach neu gedeckt wurde. Leider ohne einen Vollwärmeschutz des Daches (war ihm zu teuer). Einzige "Dämmung" die wir nachträglich gemacht haben sind Dämmplatten auf die Speicherdecke (Holzbalken + Lösch) verlegt. Das half dann schon ein wenig.


    Als Notfall Reserve bei Heizungsausfall haben wir:

    - 5x Halogenheizer 1200 Watt (Strom)

    https://www.obi.de/elektrische…1JBQuOEAQYBSABEgJQG_D_BwE

    - 2x 11kg + 1x 5kg Gasflaschen (nutzen wir eh für den Weber Grill im Garten) mit einem Gasheizstrahler 4,4 KW (ist in der Wohnung zwar verboten aber in der größten Not macht es SCHNELL schön warm. Da ist Lüften das A und O) Gaswarner sind auch vorhanden. Sowas immer nur kurze Zeit unter Aufsicht anmachen! Beim Verbrauch von 200-300g/Stunde kommt man extrem lang mit einer 11kg Flasche über die Runde. Mehr wie 15min am Stück braucht man nicht zu heizen, dann ist es mollig warm (habe es schon einmal getestet).

    https://www.obi.de/gasheizer/e…1YvgDVEAQYASABEgLOYPD_BwE

    - 4 Teelichtöfen stehen bei uns im Treppenhaus als "Deko". Diese + 4 PAck Teelichter (a´100 Stück) sind auch eine Notreserve. Die Teile haben wir auch mal einfach so im Winter/Weihnachtszeit im Wohnzimmer genutzt für ein gemütliches Ambiente

    https://www.globus-baumarkt.de…eelichtofen-selber-bauen/

    - Kerzen generell - Da meine Frau fast schon ein Fetisch für Duft-Kerzen hat kauf ich in der Vor-Weihnachtszeit im ALDI immer einen großen Vorrat (100 Stück) von Duftkerzen im Glas. Die kosten da immer 1,- und halten bei Dauernutzung 28 Stunden. Man soll nicht denken was Kerzen an Wärme abgeben!


    Wenn man bei einem Ausfall gar nix hat würde ich empfehlen schnell irgend etwas zu besorgen anstatt kalt zuhause zu sitzen. Meist ist ja nur EINE Sache betroffen. Auch in Corona Zeiten kann man einkaufen gehen. Bei uns gibt es z.b. in REAL + Metro noch ganz normal das gesamte Sortiment. An der Tankstelle kriege ich weiterhin im Tausch Gasflaschen. Bei Baumärkten wird fast überall online Bestellung + Abholung gewährt. Sofern man ein wenig flexibel ist und über ein Auto verfügt kann man in solch einer Situation SCHNELL handeln und sich versorgen. Natürlich nur sofern es sich nicht um einen großen Blackout (Stromausfall Landesweit) handelt.


    PS: Seid vorsichtig bei den kleinen Camping Gasheizungen wie oben beschrieben. Ich hatte auch mal eine und hab sie später (an nen Angler Freund) verschenkt. Funktionierte zwar 1A und der Verbrauch war auch akzeptabel. ABER das Problem ist der Verschluß zu den Gaskartuschen. Ich habe schon oft gelesen das dieser nicht immer richtig "trennt" wenn man auf aus schaltet. Bei meinem Gerät war das auch der Fall. Das kann bei einer Notmutzung in der Wohnung zum Problem werden. Deshalb beim Kauf immer zuerst testen und im Zweifel umtauschen.

  • Mir ist genau das vor ein paar Jahren passiert- Heizung defekt, 3 Wochen, im WInter. Warum die Reperatur so lange dauert hat ist eine andere Geschichte.


    Wir haben mit dem Kaminofen den Wohn-Ess-Bereich angenehm warm bekommen. Konnten dementsprechend auch gut lüften. Das Hauptproblem war tatsächlich die Temperatur und das fehlende Warmwasser. Konstante Temperatur konnte ich in allen Räumen ohne Verbindung zum Kamin deutlich oberhalb 12 Grad halten- für die Kinder wars dann nix.


    VG


    OM

  • Die Kamine (innen wie auf dem Dach) hat der Vorbesitzer leider bis auf einen entfernen lassen als das Dach neu gedeckt wurde. Leider ohne einen Vollwärmeschutz des Daches (war ihm zu teuer).

    Das höre ich leider immer wieder. Da wird entweder, aus Kostengründen, eine langfristig sinnvolle Maßnahme wie bei euch der Erhalt der Kamine, verworfen. Oder es werden Entscheidungen mit einem kurzfristigen Zeit- und Erfahrungshorizont getroffen. Das mag an einer gewissen Ignoranz liegen. Sicher aber auch an der fehlenden Erfahrung. Wer es nie erlebt hat, was es bedeutet, nur mit einem guten Schlafsack im Winter eine halbwegs passable Nachtruhe zu erhalten, der wird bei einer relativen Versorgungssicherheit, wie wir sie hier in Deutschland grundsätzlich nun einmal haben, nicht auf die Idee kommen, sich einen Kamin oder ähnliches in sein Haus zu stellen. Vom nostalgischen Aspekt, dass es für bestimmte Bevölkerungsgruppen/-schichten "einfach dazu gehört", im Wohnzimmer einen Kamin im Wohnzimmer "wegen der Gemütlichkeit" zu haben.