Keine erhöhte Gefahr von Blackouts durch die Energiewende

  • Ach was, wir nutzen einfach die Rotationsenergie der Solarplatten um eine Dunkelflaute zu überbrücken. Außerdem haben wir noch die riesige Energiereserve die im im Netz gespeichert ist. Ist doch alles genau ausgerechnet von den Kobolden einer gewissen Fachfrau mit perfekt getürktem Lebenslauf.8o

  • Derzeit sind in D 17 Gaskraftwerke in Planung bzw. in Bau.* Gesamtkapazität rund 10,5 GW. Lässt man diese zu 50% eines Jahres laufen, entspricht das rund 46TWh Stromproduktion. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen lag 2020 mit 246 TWh bei knapp über 50% der gesamten Stromerzeugung.

    Wenn nun wie in diesem Jahr die Erzeugung der Erneuerbaren um 20% niedriger ist und man das aufs ganze Jahr 2021 hochrechnet, dann müsste man also aktuell einen Rückgang von 246 TWh x 20% = 49 TWh in der Stromproduktion kompensieren. Das liegt also im Bereich des machbaren mit den derzeit geplanten Gaskraftwerken.

    Wenn natürlich der Anteil der Erneuerbaren an der Gesamtstromproduktion weiter steigt und Kohle- wie Atomkraftwerke zunehmend wegfallen und künftig vermehrt elektrische Verbraucher (Autos, Luftwärmepumpen, Klimaanlagen, H2-Elektrolyseure) hinzukommen, steigt natürlich auch die Schwankungsbreite des Angebots bei den Erneuerbaren, die man ggf. kompensieren muss.


    Ich meine das Fraunhofer ISE hat mal ausgerechnet, dass man ca. 70 zusätzliche Gaskraftwerke dafür benötigen würde. Bei einem europaweiten Stromverbund mit großer Überkapazität an Erneuerbaren könnte man die Schwankungsbreite gering halten, damit man nicht unnötig viel Erdgas verstromen muss, da es zum einen nur von bestimmten Ländern bezogen werden kann, von denen man sich abhängig macht und die Nutzung von Erdgas natürlich auch CO2 freisetzt.


    *Einige der geplanten Gaskraftwerke sind derzeit auf Eis gelegt, weil sich die Investition für Unternehmen nicht rechnet. Ggf. müssten staatliche Betreiber die Kraftwerke errichten (oder zumindest der Staat vorfinanzieren).

  • Moin zusammen,


    eine Frage an die technikversierten:


    Wäre es nicht möglich und evtl. günstiger, Kohlekraftwerke auf Gas umzurüsten?


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Technisch gesehen ja.


    Woher der Dampf für die Turbine kommt ist eigentlich egal, es wird sich wahrscheinlich im Aufwand nicht rechnen

    eine Anlage umzubauen.

    „Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“

  • Technisch gesehen ja.


    Woher der Dampf für die Turbine kommt ist eigentlich egal, es wird sich wahrscheinlich im Aufwand nicht rechnen

    eine Anlage umzubauen.


    Bei Gaskraftwerken gib es erst eine Gasturbine und mit den Abgasen wird dann noch ein Dampferzeuger betreiben.


    Und einfach einen Gasbrenner in den Kessel einbauen fubktioniert bei Grossanlangen auch nicht. Da stimmen weder die Temperaturen noch das Strömungsverhalten, die Abgasreinung ist eine anderen, von der ganzen Regeltechnik mal abgesehen.


    Sinn mach es, ein Gaskraftwerk an die Stelle eines Kohlekrafwerkes zu bauen, wenn man die ganzen Stromtrassen weiter nutzen kann.

  • Moin,


    ich hatte vor einigen Jahren einen Bericht gelesen, dass im Raum München vermehrt mit Geothermie-Kraftwerken getüftelt würde (Testen, wieviel dort gewonnen werden könnte).


    In der Eifel sollte das ja (auf jeden Fall?!?) klappen. Gibt es dazu aktuell Bestrebungen solche Kraftwerke in D zu errichten? Oder sind die Leistungen hier in D zu gering?


    Danke für meine Wissensaufhellung durch euch!


    Grüße

    zero

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Es gäbe auch die Möglichkeit, die aus Sonne und Wind umgewandelte Energie in thermischen Hochtemperaturspeichern zwischenzulagern. Wenn man dazu die Kohlekraftwerke umbaut wäre sogar schon ein großer Teil Infrastruktur vorhanden. Das klingt für mich jedenfalls logischer als zu Stoßzeiten Atomstrom aus Frankreich zu kaufen oder Überschüsse in norwegischen Pumpspeicherwerken zwischenzuparken.

  • Moin, der BR hat wohl einen weiteren "Angst vor dem Blackout ist Rechts" Artikel rausgebracht und der "bayrische Youtuber" hat sogleich wieder geantwortet.




    PS: Ich distanziere mich natürlich sofort und erkläre hiermit dass ich Akkugeräte nur im Haus habe und Kabelsalat zu vermeiden.

    Ausserdem habe ich volles Vertrauen in unser Energienetz und würde mir niemals nicht einen Notstromer zulegen!

  • Was meint ihr?

    Im Endausbau ist ein Stromversorgungssystem aus Solar + Wind + Speicher + Gas wesentlich resilienter als eins aus AKW + Kohle + Gas.


    Die Netze sind dichter, die Kumulrisiken vieler kleiner Anlagen auch kleiner und in der weit überwiegenden Zeit des Jahres stehen deutlich mehr Reserven zur Verfügung als bisher. Der Ausfall von 100% AKW Strom ist ein Desaster, der Ausfall von 100% Solarstrom ist alltägliche Praxis.


    Was wir haben ist der Pfad von A nach B, da kann es schon mal hakeln.


    Was wir ebenfalls haben sind neue Bedrohungen wie die Angriffsmöglichkeiten durch Hacker, die es früher so nicht gab. Ich hab aber weniger Bauchschmerzen, wenn Hacker 100.000 Solarparks hacken als 10 AKW, auch wenn dann in beiden Fällen der Strom weg sein mag, etwas vereinfacht formuliert.


    Selbstverständlich wird es eines Tages wieder einen Stromausfall geben, so wie es die früher auch gab und man kann nicht vorher sagen, weshalb (sonst gäbe es keinen). Das ist nun mal die Statistik, nichts ist zu 100% sicher (auch kein Atomkraftwerk).


    Chiemgau-Outdoor hat hier eine große Zuhörerschaft zu diesem Thema gefunden. Eine Nische, die offenbar auf den monetarisierten Youtube Kanälen bisher noch unentdeckt war. Ich hätte ich auch nicht gedacht, dass man mit Blackout Phatansien dort viel Geld verdienen kann, da kann man in der Hinsicht nur gratulieren. Solche Geschichten zu erzählen und Geld damit zu verdienen ist natürlich vollkommen legitm.

    Die Zuschauerschaft rekrutiert sich eben aus seinen Prepper-Zuschauern (und vielleicht zunehend Gegnern der Energiewende, davon wird es mehr geben als Prepper), nicht aus der Energiewirtschaft.


    Dass die Laien (zu dem Thema), die seinen Kanal anschauen, einem anderen Laien glauben, der ihnen irgendwas vom Pferd herbei phantasiert, von dem er nur sehr eingeschränkt eine Ahnung hat ist auch legitim, aber irgendwie auch schade.


    Die Berichte der Bundesnetzagentur (da sitzen die Leute, die davon wirklich was verstehen) zu lesen ist wahrscheinlich weniger bequem, da glaubt man lieber an die Verschwörung des Rundfunks :-(


    MfG

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Solange andere Länder nicht den gleiche Enegiewende-Fimmel haben ist alles gut. So können wir bei Bedarf Atomstrom aus Frankreich und Tschechien, Kohlestrom aus Polen, usw., für teures Geld einkaufen.

    Dir ist vermutlich bisher entgangen, dass andere Länder uns bei der Dekarbonisierung der Stromversorgung teilweise weit voraus sind, so z.B. Dänemark oder UK.


    Dass Deutschland hier Vorräter wäre ist eine Phantasie.


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    Untergangsprophet kann in Deutschland ein sehr, sehr einträglicher Beruf sein, wir sind ein Volk, das sich gerne von solchen leuten über den Tisch ziehen lässt.

    Der eine erzeugt Klickzahlen und monetarisiert Blackout-Vorsorge mit Generatoren und Nahrungsmittelpülverchen, andere sind noch viel krasser. Ein Mr. Dax hat hunderte Millionen Euro Anlegergeld in seinem Crash-Fonds, der die leute Abermillionen Euro Verluste bveschert und ihn selber sehr, sehr reich macht und trotzdem gibt es offenbar hunderttaiusende die felesnefest daran glauben, dass der Crashprophet richtig liegen muss.


    Dass der durch die Einnahen einen extremen Interessenskonflikt hat und eher kein interesse an einer ausgewogenen Darstellung haben kann scheint vielen Leuten nicht in den Sinn zu kommen.


    Ich habe es aufgegeben Leute belehren zu wollen.


    Die Energiewende kommt so oder so, da es dazu keine Alternative gibt. Sie kommt so oder so viel zu spät und die Katastrophen sind überwiegend anderer Natur, aber das Kind liegt schon im Brunnen.


    Und wenn die Leute sich für viel Geld Speilzeug bestellen wollen ist mir egal. Ich muss aber noch an mir arbeiten, einfach ignorieren zu können, wenn leute stundenlang Youtube Geschwafel anschauen wollen oder allen möglchen Mist glauben und verbreiten, aber ich werde zunehend besser darin, die einfach tun zu lassen. hab ich auch in der Pandemie gelernt, da großartig zu diksutieren mit Leuten, die nicht diskutieren wollen ist fruchtlos. Die Weichen sind längst gestellt.


    Was mich etwas traurig stimmt ist, dass dieses Zeug mit den Klickzahlen auch immer weiter nach oben kommt und immer mehr Leute so schelchte Information bekommen, aber im Grunde ist das auch nicht mein Problem.


    MfG

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  • Die Berichte der Bundesnetzagentur (da sitzen die Leute, die davon wirklich was verstehen)

    ... und verstehen unsere Entscheidungsträger das auch, und bringen Lösungen auf den Weg?

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:
    - aus Oberfranken in DE -

  • ... und verstehen unsere Entscheidungsträger das auch, und bringen Lösungen auf den Weg?

    Das Energiethema ist auf höchster Ebene extrem Lobby- und Wahlkampf getrieben und nur geringer von fachlichen Zwängen durchsetzt. Man will/muss den Wählern gefallen und dem deutschen Wähler gefällt vor allem, wenn sich einfach nix ändert.

    da die politischen Mienungen nicht kongruent und in sich schlüssig sind haben wir leider auch kein glaubwürdiges in sich schlüssiges Energie- und Klimakonzept. Weder im BUND noch auf Länderebene.

    Ich darf die Kritik äußern, eines davon habe ich selber mitverfasst.


    Die Fachebene darunter hat aber die nötigen Kompetenzen, wenngleich es bei Technologiepfaden schon unterschiedliche Mienungen gibt, aber das ist auch eher von Parteilinien getrieben (die man nur ungern ändert, weil man ja zugeben müsste, falsch gelegen zu haben, das mag der deutsche Wähler auch nicht)

    als fachlich begründet. Siehe Kohlepolitik der Kohleländer oder die Vorliebe der FDP für eFuels.


    Wir haben auch seltene Gegenbeispiele. Man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Frau Merkel aus fachlicher Erkenntnis nach Fuskushia 2011 die deutschen Reaktoren abschalten ließ und nicht aus wahltaktischen Überlegungen. Man hatte dort einfach das Risiko vorher schlichtweg unterschätzt und dann neu bewertet.


    Übrigens gabs da auch keinen Blackout und keine massiven Atomstromimporte wie behauptet (aber ne enge Situation im März 2012, aber das war komplexer und der Wegfall der deutschen AKW spielte dort nur eine Rolle unter vielen)


    Und nochmal. Blackouts in Zukunft sind wahrscheinlich. Sie wären auch ohne Energiewende wahrscheinlich. Und ich bereite mich auch darauf vor, es ist halt nun mal ein klassisches Prepperszenario so wie eine Pandemie und ich würde mir wünschen, dass es da auch bessere Notfallmechanismen gäbe. Ein Argument gegen die Energiewende sind blackouts für mich aber auf keinen Fall.

    Sollten die deutschen AKW 2023-2024 abgeschalten sein und die starke Restzerfallswärme auch weg sein mache ich drei Kreuzzeichen, wenn wir bis dahin ohne schweren atomaren Unfall im egenen Land überstanden haben.


    Dann ist ein Katastrophenverstärker und Apokalypsengenerator bei einem künftigen längeren blackout zumindest im eigenen Land weitgehend entschärft.


    Die wahrscheinlichkeit auf einen s-GAU in unseren Nachbarländern schätze ich in den nächsten 30 Jahren (natürlich weitgehend ins Blaue) auf 20-30%, mir ist das viel zuviel.


    MfG

  • ich habe ja generell überhaupt kein Problem mit der Energiewende. Weg von fossilen Brennstoffen ist mittelfristig der einzige Weg. Und Atomstrom ist ja nun auch nicht das gelbe vom Ei. Dezentralisierung hat riesige Vorteile denn wenn vielerorts Strom in geringeren Mengen produziert wird muss das auch nicht ewig weit durch Europa transferiert werden was die Verluste und und Risiken von Blackouts später mal drastisch reduzieren wird.


    ABER: das geht nicht von von heute auf morgen und die Politik bremst das unnötig aus. Ohne Speicher kommen wir da nicht weit und wenn das nicht gefördert wird steigt die Gefahr von Blackouts wie im Video beschrieben massiv an.

    Für die Nacht und ein paar Tage ohne PV Ertrag reicht lokal eine Batterie aber wenn der keine Mann sich da auch über den Winter komplett autark machen will bleibt dem Eigenheimbesitzer (fast nur) eine Kombination aus Batterie (Kurzzeitspeicher) und Wasserstoff (Langzeitspeicher) und das kostet aktuell so um die 80.000 bis 100.000€ (Kompett inkl. Solar) Produkt | Home Power Solutions. Würden z.B. Gemeinden dazu angehalten solche Anlagen zu bauen wäre das deutlich wirtschaftlicher. Gleiches gilt für "Power to X".

    Im großen Maßstab bräuchte auch nicht jeder seinen eigenen Wasserstofftank. Man könnte versiegte Erdgasquellen als Speicher für Wasserstoff nutzen.


    Den Gedanken z.B. Kühlschränke oder Erdwärmepumpen als Energiespeicher zu nutzen (wenn Strom da tiefer kühlen bzw. höher aufheizen) finde ich zwar sinnvoll aber was von außen über das Stromnetz steuerbar ist stellt auch eine riesige Gefahrenquelle da. Wenn ein Hacker in ganz Deutschland zig Millionen Verbraucher zusammen an- oder ausstellen kann reicht das wohl um Ärger zu verursachen.


    Gleiches gilt für den Gedanken die privat verbauten Solarakkus und E-Autos virtuell als Energiereserve zusammen zu schalten. Davon mal ab: wer gibt 10.000€ für einen Batteriespeicher aus und lässt dann ohne ein Konzept der Vergütung seinen Speicher durch Erhöhung der Ladezyklen von außen künstlich altern ohne dafür einen Gegenwert zu erhalten?


    Bis (ich glaube) 2038 soll die Energiewende geschafft sein und keine fossilen Brennstoffe mehr genutzt werden aber wie kann es dann sein das z.B. Balkonkraftwerke jetzt gerade erst legalisiert wurden?


    Warum werden Kommunen nicht dazu getrieben durch Anreize oder Verpflichtung lokale Lösungen anzustreben?


    Zusätzlich sollte auch die Windenergie mehr Einzug im kleinen Stil haben. Windparks gut und schon aber was ist mit Kleinwindanlagen z.B. auf Dachfirsten (wo der Wind schon durch die Dachfläche gesammelt wird). Auch hier gibt es kaum marktreife (teure) Produkte.


    Erschwerend hinzu kommt die Bürokratie bei Genehmigungen und Anmeldung. Auch das schreckt einige ab.


    Zu guter Letzt ist Energie sparen natürlich auch ein wichtiger Aspekt. und das fängt bei Straßen- und Ampelbeleuchtung oder billigen Netzteilen mit hohem Standbyverbrauch oder völlig übermotorisierten, schweren Autos an (bitte nicht auf den Schlips getreten fühlen, falls Du solch ein Auto fährst aber auch hier kann ein leichter konzipiertes Fahrzeug mit weniger Leistung den gleichen Spaß machen und braucht dann auch noch in der Herstellung weniger Energie - Stichwort Entwicklung vorantreiben, teurer versteuern oder was auch immer). Energie, die nicht benötigt wird, muss auch nicht erzeugt und gespeichert werden.


    Bei Strom sind wir in D aktuell bei ca. 50% aus erneuerbaren Energien aber auf den gesamten Energiebedarf betrachtet schaffen wir nur ca. 20%. Das müsste sich also um das 5 fache steigern und dementsprechend groß müssen auch die Speicher werden. Zusätzliche Pumpspeichermöglichkeiten sind kaum noch verfügbar. Das ist also kaum eine Lösung und alle! Autobatterien in Deutschland würden unseren Strombedarf nicht mal für eine Stunde decken. Um kurzfristig Spitzen abzudecken bestimmt sinnvoll aber nichts um einem ganzen Land über den Winter zu helfen ;-)


    Die Politik müsste hier viel mehr Anreize schaffen und die Forschung bzw. Weiterentwicklung zur Marktreife massiv voran treiben und den Kauf (mehr) unterstützen. Durch Verkauf an die breite Masse würden auch die Preise massiv sinken (s. Solaranlagen in den letzten 20 Jahren) und die Technik könnte man wieder in andere Länder verkaufen.

    Einmal editiert, zuletzt von Milty ()

  • ...Ohne Speicher kommen wir da nicht weit und wenn das nicht gefördert wird steigt die Gefahr von Blackouts wie im Video beschrieben massiv an.

    In dr Primärregelung sind Speicher im für uns relevanten markt längst dominierend. Das ist innerhalb von ca. 5 Jahren passiert, offenbar unbmrkt von den meisten Leuten.


    In andren Bereichen kommen sie, als netzbooster und zur Reduzierung von Lastgradienten, vielleicht bekommen sie sogar einen eiegne Markt als Erstaz für rotierende Massen so wie in UK.


    Das passiert alles "von selber", die Marktmechansimen funktionieren.


    das tun sie auch im arbitragemarkt, also das was sich der laie unter einem stromspeicher vorstellt. Ich sammle den Überschuss und hebe für schelchte Zeiten auf. Hier sind batteriesepciher heute und in naher Zukunft meiner Ansicht nach Unfug.

    man bracht sie nicht und sie haben praktisch keinen Nutzen für extrem hohe Kosten. Wozu soll man sowas bauen.


    strom aus einer WKA oder PV anlage kostet heute 5ct/kwh. wenn Du davon 20% weg wirfst 8also dramatisch mehr als heute üblich) kostet der Strom eben 6ct/kWh.

    Im Vergleich zu den Kosten für einen Batteriespeicher und ggf zusätzlichen Netzausbau ist das Kleinkram.


    Was wir brauchen ist mehr Flexibiltät in der Residuallast und das passiert ja auch. (ist ja nicht so, dass die Betreiber der Kraftwerke und Netze keine Ahnung von ihrem Geschäft hätten)

    Was leider nicht so schnell kommt wie es ideal wäre, wären stärkere Netze, aber das hat weniger technische oder Kostengründe sondern liegt an Planungsverfahren und Genehmigungsprozessen in Deutschland, weil gegen jeden Meter neue Stromleitung werden heute nun mal Klagen erhoben und Bürgerinnitiativen gestartet.

    Die verhindern die projekte zwar nicht, aber verzögern sie um einige Jahre und machen es halt teurer.


    In 10 Jahren mag die Situation anders aussehen, aber heute braucht die Energiewende keine (Batterei-)speicher im Stromnetz abgeshen von Spezialanwedungen. Wir müssen den Solarstrom nicht speichern, wenn abregeln viel, viel billiger ist.


    MfG

  • Bis (ich glaube) 2038 soll die Energiewende geschafft sein und keine fossilen Brennstoffe mehr genutzt werden aber wie kann es dann sein das z.B. Balkonkraftwerke jetzt gerade erst legalisiert wurden?

    Weil die irreelvant sind. Selbst wenn man ultra optimitsich auf 5 Millionen Balkonen ja 400W installieren würde wären das 2GW. Das wäre dennoch nur Kleinkram. Das dient dem Wohlfühlen dieser 5 Millionen und dafür ist es auch okay. Technisch egal. Da der Schaden auch nicht groß ist (solange technisch sauber gemacht!) muss man auch nicht dagegen sein.

    Den Gedanken z.B. Kühlschränke oder Erdwärmepumpen als Energiespeicher zu nutzen (wenn Strom da tiefer kühlen bzw. höher aufheizen) finde ich zwar sinnvoll aber was von außen über das Stromnetz steuerbar ist stellt auch eine riesige Gefahrenquelle da. Wenn ein Hacker in ganz Deutschland zig Millionen Verbraucher zusammen an- oder ausstellen kann reicht das wohl um Ärger zu verursachen.


    Kühlschränke sind irrelevant, Wärmepumpentarife haben idR seit Jahren eine Steuerkomponente. Selbiges kommt für Wallboxen. Auch für Industrieanlagen hat man entsprechende Tarife.

    Ist also alles da oder im kommen, was aktuell Sinn ergibt.

    Bei lastvaraiblen tarifen für elektrische heizung und ePKW ist noch Potenzial, das hat aber weniger mit technischen Hürden zu tun als mit regulatorischen. Ist z.B. die Kommune bereit auf Einnahmen durch die Konzessionsabgebe zu verzichten, wenn Herr Müller dann heizt, wenn der Wind weht? Derzeit ist sie das nicht und daher wird es so auch nicht gemacht. Dar der Heizstrom für Herrn Müller billiger werden, indem er für allem anderen teurer wird (dynamische EEG Umlage?)


    Davon mal ab: wer gibt 10.000€ für einen Batteriespeicher aus und lässt dann ohne ein Konzept der Vergütung seinen Speicher durch Erhöhung der Ladezyklen von außen künstlich altern ohne dafür einen Gegenwert zu erhalten?


    Die heutigen Heimspeicher bringen für die Energiewende rein garnichts, sie sind Ressourcenvebrauch für Leute, die solche Dinge zur individuellen "optimierung" wollen und zum Spaß an der Technik, teils leider auf Kosten der anderen Marktteilnehmer. (hier werden die o.g. Punkte nämlich akzeptiert)


    Zusätzlich sollte auch die Windenergie mehr Einzug im kleinen Stil haben. Windparks gut und schon aber was ist mit Kleinwindanlagen z.B. auf Dachfirsten (wo der Wind schon durch die Dachfläche gesammelt wird). Auch hier gibt es kaum marktreife (teure) Produkte.

    Kleinwindkraft ist zu 99% nur Spielzeug.

    Die Musik spielt bei Wind nun mal über 100m Höhe.


    Ich hab lieber 1 große Anlage mit 3500 Volllaststunden als 100.000 kleine Anlagen, die nur bei sehr starkem Wind Strom liefern, wen ihn sowieso niemand braucht und keinerlei Systemedienstleistungen erbringen können.

    Bei Strom sind wir in D aktuell bei ca. 50% aus erneuerbaren Energien aber auf den gesamten Energiebedarf betrachtet schaffen wir nur ca. 20%. Das müsste sich also um das 5 fache steigern und dementsprechend groß müssen auch die Speicher werden.

    Zum Glück haben wir in den drei Hauptbereichen große Effizientsteigerungen durch (EE-)Strom.


    Abwärme der thermischen Kraftwerke entfällt. primärenergetisch erstezt 1kWh Solarstrom z.B. 3kWh Atomstrom (wenn ich 20% Solarstrom im Jahresverlauf weg werfe ersetzt 0,8kWh von 1kWh Solarstrom dann eben 2,4kWh Atomstrom)

    Der e-PKW ist primärenergetisch 4x effizienter als der Verbrenner

    die Wärmepumpe ist ca. 3x effizienter als die Öl oder gastherme


    Nachteile hat man durch Speicher (der Bedarf ist selbst bei 100% EE Strom weit kleiner vorgetsellt) sowie bei der Synthese von Wasserstoff und Kohlenwasserstoffen aus Strom. Aber das sind dann Nischen.


    Als Größenordnung werden wir mit ca. 1000TWh/a Strom in Deutschland hinkommen, wobei wir einen Großteil des Wasserstoffs und der Kohlenwasserstoffe importeiren werden.


    Das ist in 30 Jahren gut machbar, selbst mit heutiger Technologie.


    Dabei sollte eine Battereispeicherkapazität um die 100GW / 300GWh bereits ausreichen können. (kann auch mehr werden, das hängt einfach von den Kostenentwicklungen diverser Pfade ab, ab welchen Vollzyklen/Jahr da Batterien noch rentabel sind)


    Wenn man die alle 15 Jahre ersetzen würde macht das 20GWh Batterien pro Jahr.


    Im Vergleich zu dem, was gerade im Moment an Fertigungskapazität vor allem auch in Deutschland neu aufgebaut wird ist das Kleinkram, der für die Stromnetze so nebenbei abfallen wird:


    https://battery-news.de/index.…gung-in-europa-juni-2020/


    Der Umbau der Stromversorgung ist technisch schon längst viel, viel weiter als den meisten offenbar bewusst ist und nein, da sitzen keine Trottel, denen man erklären müsste wie es geht.


    MfG


    PS: Ihr erinnert Euch vielleicht noch an die Diskussionen zu den ePKW und die allgemeine Erheiterung im Forum zu dem politsichen Ziel: 1 Millionen ePKW bis 2020. Ich habe damals schon gesgat, dass man das Ziel fast exakt erreichen wird (6 Monate daneben bei einer exponentialfunktion über 12 jahre ist praktisch eine Punktlandung) und genau so ist es gekommen.

    Auch der weitere Ausbau der ePKW wird sehr schnell kommen. Wasserstoff ist in diesem Bereich quasi tot und so wie es aussieht setzt sich die Batterie wohl auch bei den schweren LKW durch.

    4 Mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Cephalotus

    wie sieht es aktuell bei den Fusionskraftwerken aus an dehnen schon seit Jahrzenten geforscht wird? Gilt die Fusionskonstante noch immer ("in 50 Jahren ist es soweit", egal wann man fragt)?

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

    aus DE B/BB