Bundeswehr bereitet sich nicht auf Blackout vor

  • Das ist jetzt ein Witz oder?8|

    Ich fürchte nein. ;(


    Ich bin schon am Überlegen, ob ich eine entsprechende Anfrage an den Bundestag stelle... Oder das BBK. Das Bundesministerium für Verteidigung kann sich ja gerne mal auf "streng vertraulich. Nur für den Dienstgebrauch/geheim" zurückziehen. Aber ich fürchte, solange der neue Bundestag nicht konstituiert ist und wir wieder eine Regierung haben, wird sich da auch niemand für interessieren.

  • Ich. Vielleicht klingt das naive aber ich habe eigentlich noch Vertrauen in die Staatlichen Organe. Auch wenn nicht immer alles rund lauft funktioniert für gewöhlich das meiste doch sehr gut.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • "wird die Thematik im Rahmen der Zukunftsanalyse betrachtet."


    Schon seit langer Zeit wird die Thematik im Rahmen der Zukunftsanalysen betrachtet und dies wird wohl auch weiter so geschehen.

    Unfassbar dass die deutschen Truppen so easy ausser Gefecht zu setzen sind.


    War das nicht in Jugoslawien so, dass Graphit- oder Graphenstaub seitens der NATO über Kraftwerken abgeworfen wurde um Kurzschlüsse hervorzurufen?

    Die Taktik scheint also auf "unserer" Seite der Allianz bekannt zu sein. Wieso sichert man sich nicht ab?

  • Anfrage an das Bundesministerium für Verteidigung, Deutschland


    Diese Anfrage bezieht sich auf genau diese Fragestellung und nimmt auch konkret Bezug auf die aktuellen Bestrebungen des österreichischen Bundesheeres hinsichtlich einer Unterstützung bei einem Blackout.


    Sehr bezeichnend finde ich die Antwort auf diese doch sehr konkrete Anfrage... Achtung für zartbesaitete Gemüter: die Antwort könnte erschüttern...

    Ach du sch.... Wenn die anderen europäischen Staaten das genau so handhaben, dann ist u.u Österreich die einzige Licht-Insel. Das wird eng wenn alle zu uns kommen. "Ironie Ende" 😭

  • Die Bundeswehr kann bei einem Blackout nicht nur "nicht helfen", sondern:

    Zitat
    Grundsätzlich stützt sich die Bundeswehr zur Sicherung ihrer Grundbetriebsfähigkeit und Kommunikation auf eine zivile – also gesamtstaatlich – zur Verfügung gestellte Energieversorgung ab. Ein großflächiger und länger anhaltender Stromausfall kann auch die Bundeswehr vor große Herausforderungen stellen

    Strom weg = Bundeswehr weg.


    Echt übel. Aber gut, gibt es noch das THW, moment was hat dazu der Stefan von Outdoor Chiemgau gesagt? Er ist ja selbst im THW. :huh:

    Einmal editiert, zuletzt von Ben () aus folgendem Grund: Zitat gefixt

  • Am ehesten dürften die Energieversorger und besonders die Versorgungsnetzbetreiber technisch auf einen Blackout vorbereitet sein. Bei denen ist das Abschalten und provisorische Ersetzen von Stromversorgungen ja Tagesgeschäft, wenn es z.B. um Wartungsmaßnahmen oder Reparaturen nach Sturmschäden geht.


    Die Bundeswehr verfügt über tausende Stromerzeugungs-Aggregate, da sie ja bei Einsätzen "im Feld" auch ohne eine Kabeltrommel, die in der Kaserne eingestöpselt ist, funktionsfähig sein muss. Also komplett stromlos ist sie nicht. Es gibt auch Treibstofflager. Über die Mengen an Stromaggregaten kann man sich ungefähr ein Bild machen, wenn man die Angaben der einschlägigen Hersteller und natürlich die regelmäßigen Ausschreibungen zur Beschaffung von Stromaggregaten anschaut. Das liest sich dann z.B. so:


    Lindenberg-Anlagen GmbH: "1990 - Aufträge für die Bundeswehr über den Bau von 2.500 Stück Stromerzeugern"

    Geko Eisemann GmbH: "...so konnten wir zur Zufriedenheit der Bundeswehr neben den über 200 Aggregaten 2 kW auch nahezu 500 Stromerzeuger mit einer Leistung von 5kw [in 2011] ausliefern."


    2020 gab es eine Ausschreibung für eine Anzahl mittelgroßer SEAs:


    "Gesamtmenge bzw. -umfang:
    — bis zu 15 Stück SEA 200 kW und
    — bis zu 23 Stück SEA 50 kW sowie jeweils 1 Satz Zeichnungen und Nachbaurechte."


    Im September 2021 dann eine größere Ausschreibung:


    "...Rahmenvereinbarung über bis zu 1 000 Stück handelsüblicher 2 kVA Stromerzeuger für den weltweiten Einsatz......Rahmenvereinbarung über bis zu 800 Stück handelsüblicher 6 kVA Stromerzeuger für den weltweiten Einsatz...

    ...Rahmenvereinbarung über bis zu 120 Stück handelsüblicher 30 kVA Stromerzeuger für den weltweiten Einsatz..."


    Usw.


    Beim Militär gehe ich daher davon aus, dass es bei einem Blackout schnell wieder handlungsfähig ist.


    Aber gut, gibt es noch das THW

    Die THW-Stützpunkte haben in der Regel immer einen Themenschwerpunkt, den sie bedienen können, z.B. "Räumen", "Wasserversorgung" oder "Elektroversorgung". Das sind die sogenannten Fachgruppen. Jede FGr kann sich selbst eine Zeit lang autark versorgen, aber nur die Fachgruppen Elektroversorgung können Strom in nennenswerter Menge für andere bereitstellen.

    Deutschlandweit gibt es momentan 120 FGr Elektroversorgung, die 2019 neu definierte Sollstärke liegt bei 132 Fachgruppen, d.h. es werden weitere aufgebaut. Die Ausstattung dieser Fachgruppen ist einheitlich: 1 LKW geländegängig mit Ladebordwand und 7t Nutzlast, 1 Netzersatzanlage 200kVA auf Anhänger, 1 Netzersatzanlage 650kVA auf Anhänger, 1 Hubsteiger mit 12m Arbeitshöhe.


    Grüsse

    Tom

    2 Mal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Die Bundeswehr verfügt natürlich für ihren eigenen Bedarf im Felde über viele verschiedene SEA.
    Fernmelde-, Instandsetzungs-, Sanitätsanlagen und Feldmäßige Unterkünfte usw. können autark betrieben werden. Das war aber auch nicht die Frage….

    Die Bundeswehr kann aus meiner Sicht nicht, bei gleichzeitigem Betrieb von o.a. Anlagen, ihre SEA abgeben um damit z.B. zivile Tankstellen oder Trinkwasserbrunnen zu betreiben.

    Den Auftrag haben die nicht und deshalb bereitet sich die Bw nicht spezifisch auf einen Blackout vor, schon gar nicht auf einen Großflächigen und langanhaltenden Blackout.


    Tsrohinas

  • tomduly :


    Bezüglich Notstromaggregaten und deren Treibstoffversorgung und der strategischen Ölreserve hier mal ein Empfehlungsschreiben vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz:


    Link


    Die darin genannten Zahlen des Ist-Zustandes und die Problemfelder die angesprochen werden sind sehr interessant. Schöne Abendlektüre.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

    Einmal editiert, zuletzt von Ben () aus folgendem Grund: Link gefixt

  • Hier der Infoflyer der Stadt Reutlingen, wie sie sich für den Fall eines Blackout aufgestellt hat.


    Die Broschüre ist nüchtern, bringt es aber auf den Punkt, auch was die Eigenverantwortung von Bürgern und Unternehmen angeht. Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht.

    Reutlingen geht von einem Tagesverbrauch von 48.000l Diesel für die kritischen Infrastrukturen in der Zuständigkeit der Stadt aus (inkl. Turnhallen als Anlaufstellen für die Bevölkerung, Rathäuser, Feuerwehren, Rettungsdienst und technische Betriebe der Stadt). Die Stadtwerke Reutlingen (FairEnergie und FairNetz) übernehmen im Fall des Falles die Rolle des Betreibers der diversen Notstrom-Anlagen.

  • Reutlingen geht von einem Tagesverbrauch von 48.000l Diesel für die kritischen Infrastrukturen in der Zuständigkeit der Stadt aus.

    Das sind vier große Tanklastzüge jeden Tag nur für den Diesel der Netzersatzgeräte? 😳 Das ist schon mal eine Ansage! Dabei hat Reutlingen nicht einmal 120.000 Einwohner... 🙄 Wenn ich das jetzt für Hamburg extrapoliere... 🤷

  • Das sind vier große Tanklastzüge jeden Tag nur für den Diesel der Netzersatzgeräte? 😳 Das ist schon mal eine Ansage! Dabei hat Reutlingen nicht einmal 120.000 Einwohner... 🙄 Wenn ich das jetzt für Hamburg extrapoliere... 🤷

    Na jaaa,wenn man dann mit einrechnet das wohl schlagartig im Blackout-Fall die meisten Logistik-LKW nicht mehr benutzt werden , ist man in HH mit dem Ölhafen gar nicht mal so schlecht dran...

    Wird nur schwer werden den Bedarf per Schöpfkelle in die Tankwagen zu kriegen.

    Wäre interessant zu wissen ob die Betankungsanlagen in den Raffinerien mit Generatoren versorgt sind bzw. wenigstens an eine Einspeisung für das THW gedacht wurde...