Gasmangel: Auswirkungen & Vorsorge

  • Russland stellt Gaszahlung nicht sofort auf Rubel um:

    Also bekommen wir eine Gnadenfrist, hoffentlich nutzen Politik und Wirtschaft die gewonnene Zeit gut.

    Wieso wir?


    Russland wird schon gute Gründe haben, warum es den Gashahn entgegen der Drohung erstmal doch nicht selber abdreht. Eine Gnadenfrist für uns gehört da ganz sicher nicht dazu :-)

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Das Nette bei der aktuellen Berichterstattung ist die Darstellung, daß ja zuerst die Industrie und die Großverbraucher beim Gasbezug abgeschaltet werden,

    da ja die Haushalte einen gesetzlichen Anspruch auf eine Versorgung haben. Hört sich ja ganz nett und beruhigend für den durchschnittlichen Haus-/Wohnungsgasheizer an.

    Für mich hört sich das nicht beruhigend an, sondern geradezu grotesk dämlich.


    Da sitzt also Lieschen Müller barfuß im tiefsten Winter in der auf 25°C geheizten Wohnung, weil man gönnt sich ja sonst nix, während die Industrie herunter fährt und die Stromversorgung vorm Kollaps steht?


    ich würde immer zuerst den Haushalten das Gas zumindest stundenweise abdrehen als den Kraftwerken.


    man kann das Gas ja für ein paar Stunden Stunden am Tag laufen lassen 8ob das technisch derart schnell regelbar wäre weiß ich nicht), das reicht dann schon, um die Gebäude auf einer "Grundwärme" zu halten.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Wie würde denn eine z. B. stundenweise Abschaltung von privaten Verbrauchern in der Praxis funktionieren?


    Gibt es dafür überhaupt Möglichkeiten das computergestützt zu machen? Oder müssen da Servicetrupps ausrücken und an diversen Knotenpunkten abschalten? Und zum richtigen Zeitpunkt wieder einschalten?


    Wie vertragen Gasheizungen einen plötzlichen Druckverlust? Kommen die damit klar und wenn das Gas fließt geht es weiter oder ist da mit vielen Störungen und Technikereinsätzen zu rechnen?


    Fragen über Fragen...

  • Wie vertragen Gasheizungen einen plötzlichen Druckverlust? Kommen die damit klar und wenn das Gas fließt geht es weiter oder ist da mit vielen Störungen und Technikereinsätzen zu rechnen?

    Eigene Erfahrung mit unserer Heizung: das Gerät geht auf Störung und erfordert einen manuellen Eingriff.

  • ich würde immer zuerst den Haushalten das Gas zumindest stundenweise abdrehen als den Kraftwerken.

    Die Versorgung der Haushalte ist keine politische sondern eine technische Entscheidung. Aufgrund der niedrigen Drücke, können sie am längsten versorgt werden.




    Haushalte sind aber die Gasverbraucher, die den geringsten Gasdruck brauchen und könnten daher auch technisch am längsten versorgt werden. Zudem würden die Vorräte in den heimischen Gasspeichern laut Regulierungsbehörde beim Haushaltsbedarf deutlich über die laufende Heizperiode hinaus ausreichen.

  • Russland wird schon gute Gründe haben, warum es den Gashahn entgegen der Drohung erstmal doch nicht selber abdreht.

    Stimmt. Was würde eigentlich mit den Pipelines und der ganzen Fördertechnik passieren, wenn die quasi von jetzt auf gleich auf Null runtergefahren würden?

    aus DE gesendet...

  • Die allerwenigsten Gasanlagen lassen sich ferngesteuert abschiebern. Bei den ungeschützten Großverbrauchern mit Hochdruckanschlüssen wird über die Fernauslesungen der Messeinrichtungen geschaut, ob die notwendigen Reduzierungen vorgenommen wurden. Ist dies nicht der Fall, wird vom Service-Personal manuell vor Ort abgedreht. Stundenweise wird so etwas eher nicht funktionieren.


    Sollten die Ortsnetze mit den Privatkunden abgeschaltet werden müssen, besteht die Gefahr, dass Luft in die Leitungen gerät und sich dabei ein zündfähiges Gemisch bildet. Nach einem kompletten Druckverlust müssten die Gasleitungen sehr aufwändig „gespült“ und wieder mit reinem Gas befüllt werden. Ein riesen Aufwand, deshalb wird man dieses Szenario so lange wie möglich vermeiden.

  • Bitte können wir jetzt einen eigenen PV/Wärmepumpe Thread haben?

    Oder noch besser den hier umbenennen in den PV/Wärmepumpe Thread und einen Gasmangel Thrad eröffnen?






    die Wirtschaft begrüßt die Notfallwarnung. <=hmm, wie soll ich das deuten?

    • Anordnung an Endverbraucher, Verbrauch von Erdgas zu reduzieren

    Soviel zum Thema Endverbraucher aka Privathaushalte würden bei der höchsten Alarmstufe des Notfallplan Gas in Deutschland verschont bleiben. Ich frage mich nur, wie man das dann überwachen will, wenn die Haushalte zwischen, sagen wir spontan, täglich zwischen 1400 und 0200 den Gasverbrauch einzustellen haben?

    aus DE gesendet...

  • Bitte können wir jetzt einen eigenen PV/Wärmepumpe Thread haben?

    Oder noch besser den hier umbenennen in den PV/Wärmepumpe Thread und einen Gasmangel Thrad eröffnen?

    Habe meinen eigenen Beitrag gemeldet mit der Bitte den Faden aufzuteilen.


    Sorry, wollte hier nicht Off




    Soviel zum Thema Endverbraucher aka Privathaushalte würden bei der höchsten Alarmstufe des Notfallplan Gas in Deutschland verschont bleiben. Ich frage mich nur, wie man das dann überwachen will, wenn die Haushalte zwischen, sagen wir spontan, täglich zwischen 1400 und 0200 den Gasverbrauch einzustellen haben?

    Mir ist keine technische Möglichkeit bekannt das auf den einzelnen Verbraucher runter zu überwachen, wenn dann nur bei Verteilstationen.

    Allerdings ist und bleibt die Frage wie ernst die "Endverbraucher" das dann nehmen und vor allem auch mittragen würden...


    Grüße

  • Von der Vorstellung, Gasheizungen mal eben abstellen, und wieder anfahren zu können, sollte man sich grundsätzlich befreien. Egal ob die private Einzelanlage oder eine größere Mehrkesselanlage. Ferngesteuert, oder einzeln abgeschaltet. Die Inbetriebnahme ist jedes mal ein Trara. Wenn die Leitung belüftet war kriegt ein Unkundiger das überhaupt nicht mehr zum Laufen. Das nur mal als Hinweis an diejenigen die denken, das könne man wie ein Elektrogerät einfach so an- und abschalten. Das geht nicht. Bei gewerblichen und undustriellen Anlagen dürfte das nicht anders sein.

  • Soviel zum Thema Endverbraucher aka Privathaushalte würden bei der höchsten Alarmstufe des Notfallplan Gas in Deutschland verschont bleiben. Ich frage mich nur, wie man das dann überwachen will, wenn die Haushalte zwischen, sagen wir spontan, täglich zwischen 1400 und 0200 den Gasverbrauch einzustellen haben?

    So eine untertägige Reduzierung für wenige Stunden bringt gar nichts. Die großen Pipelines und Hochdruckleitungen fungieren als Pufferspeicher, es kann also durchaus einige Zeit mehr Gas entnommen als eingespeist werden. In diesem Falle sinkt zwar der Druck im Leitungssystem ab, das wird aber in den Regelanlagen der Ortsnetze kompensiert. Man kann also beispielsweise eine 16 Bar -Leitung bis auf zwei Bar herunterfahren. Durch die Regelanlagen bleibt der Druck in den Ortsnetzen dennoch konstant.


    Bei Großverbrauchern ist das Abstellen insofern weniger problematisch, weil die Leitungen abgeschiebert werden, bevor kein Druck mehr vorhanden ist. Dadurch wird das Wiederanfahren vereinfacht. Kommt aber auch auf die jeweilige Kundenanlage an.

  • Ist es nicht auch so, dass beim Schließen der Gaszufuhr durch den Betreiber die in jedem (Privat)Haushalt montierte Gasmangelsicherung auslöst und nur durch den Versorger wieder entriegelt werden darf? Ich erinnere mich an eine Gasstörung bei uns im Dorf wo die Gaszufuhr unterbrochen war und die örtlichen Mitarbeiter von Haustür zu Haustür gingen um die Gasmangelsicherung zu entriegeln. Bei uns klingelten sie gegen 21:00, da lief unsere Heizung aber schon wieder seit Stunden :smiling_face: .

    Viele Grüße aus Schleswig-Holstein, Leo

  • Stimmt. Was würde eigentlich mit den Pipelines und der ganzen Fördertechnik passieren, wenn die quasi von jetzt auf gleich auf Null runtergefahren würden?

    Laut einem Bericht gestern, gibt es aus dem Westen keine ausreichenden Pipelines Richtung China für die Russen.


    Wenn Europa das Gas also nicht bekommt, dann müssen die das Gas einfach in die Luft blasen (oder verbrennen), weil es wohl nicht ohne weiteres möglich ist, die Gasförderung auf den Feldern plötzlich zu stoppen.


    Man müsste also Gas im Wert von Milliarden

    vernichten.

    Deshalb verkaufen sie es wohl doch lieber an uns, egal ob gegen Rubel oder nicht.

  • Man müsste also Gas im Wert von Milliarden

    vernichten.

    Deshalb verkaufen sie es wohl doch lieber an uns, egal ob gegen Rubel oder nicht.

    Also ist das Gerede von "wir stoppen den Export von Gas an das feindlich gesinnte Europa, wenn sie nicht in Rubel zahlen" nur eine nicht erfüllbare Drohkulisse?

    aus DE gesendet...

  • Ich bin nicht sicher ob eine tägliche zeitweise Abschaltung der Gasversorgung überhaupt einen Sinn hätte. Was die Wohnung in der Zeit auskühlen würde das wird sie dann doch wieder hochgeheizt wenn das Gas wieder fließt. Unterm Strich spart das nichts ein. Da würde es wirklich nur helfen wenn die Leute umdenken und die Temperatur etwas reduzieren.

    Was mir an Fachwissen und Intelligenz fehlt mach ich mit (hier könnte ihr Produkt stehen) wieder weg.

    aus DE B/BB

  • Die Info, dass man ein Gas-Förderfeld nicht mal so eben runterdrehen kann, hab ich gestern auch mitgekriegt. Offenbar besteht dann das Risiko, dass der Gastrom aus den Bohrungen stockt oder nicht mehr in Gang kommt, wenn er einmal angehalten wurde. Das Gas müsste tatsächlich vor Ort abgefackelt werden. Es einfach ausströmen zu lassen, wäre aus Klimasicht absolut fatal: das Treibhauspotenzial von Methan ist 28mal größer, als das von CO2. Also dann lieber "sinnlos" verbrennen.


    Russland bzw. Putin hat sich da in eine gewaltige Sackgasse manövriert. Mit der konkreten Drohung, das Gas abzustellen, hat er bei den Europäern den "Wir-müssen-russisches-Gas-ersetzen"-Turbo aktiviert. Ganz egal, ob er nun das Gas tatsächlich abstellt oder nicht, seine bisherige Kundschaft läuft ihm absehbar weg. Deswegen wohl auch die eilige Beschwichtigung Putins an Scholz gestern, dass Europa weiterhin in Euro/Dollar zahlen dürfe... Ob frei gelogen oder Putin mittlerweile gar keinen echten Einfluss mehr auf die Geschehnisse im Kreml hat, wissen wir allerdings nicht.


    Die andere Frage ist, ob wir aus ethischen Gründen nicht auf das Gas aus Russland verzichten müssten? Oder wenigstens der Ukraine schweres Equipment zur Bekämpfung russischer Artilleriestellungen, die ukrainische Städte zerstören, in großer Stückzahl zukommen zu lassen.

  • Ich bin nicht sicher ob eine tägliche zeitweise Abschaltung der Gasversorgung überhaupt einen Sinn hätte. Was die Wohnung in der Zeit auskühlen würde das wird sie dann doch wieder hochgeheizt wenn das Gas wieder fließt. Unterm Strich spart das nichts ein. Da würde es wirklich nur helfen wenn die Leute umdenken und die Temperatur etwas reduzieren.

    Die Energiemenge ergibt sich aus der Leistung der Heizung in kW multipliziert mit den Betriebsstunden pro Tag .


    Wenn ich im Beispiel eine 20kW Therme habe und nur 5 Stunden Gas bekomme kann ich auch nur100kWh am Tag verheizen. Wenn ich bisher an einem solchen Tag 200kWh verheizt habe wäre das somit eine erzwungene Reduktion.

    Die mit stark überdimensionierten Heizungen wären gewissermaßen im Vorteil und die Gaslieferung müsste man dann zentral von der Außentemperatur abhängig machen.


    Das Argument, dass der Druck in den Leitungen der Hausanschlüsse aber nicht schnell genug bzw garnicht unabhängig von anderen Verbrauchern geregelt werden kann, mag allerdings zutreffen. Damit kenne ich mich überhaupt nicht aus.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • So eine untertägige Reduzierung für wenige Stunden bringt gar nichts. Die großen Pipelines und Hochdruckleitungen fungieren als Pufferspeicher, es kann also durchaus einige Zeit mehr Gas entnommen als eingespeist werden. In diesem Falle sinkt zwar der Druck im Leitungssystem ab, das wird aber in den Regelanlagen der Ortsnetze kompensiert. Man kann also beispielsweise eine 16 Bar -Leitung bis auf zwei Bar herunterfahren. Durch die Regelanlagen bleibt der Druck in den Ortsnetzen dennoch konstant.

    Und kann man die Ortsnetze an eben dieser Stelle nicht "einfach" von der Gaszufuhr temporär abtrennen? Die Speicherkapazität der Ortsnetze dürfte ja sehr gering sein.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.