... die Krise in die Verlängerung geht und jahrelang dauert

  • Gestern in einem Gespräch mit meiner BEVA: Was machen wir eigentlich mit unseren Aquarien, wenn mal länger der Strom ausfällt? Da war erstmal Ratlosigkeit auf beiden Seiten. Okay, in einer Krise tatsächlich eher Luxusprobleme. Wir würden für eine Weile trotzdem privat eine Weile aushalten und Kochen können. Und wenn der Stromausfall regional bei uns länger anhalten sollte, dann haben wir ohnehin ganz andere Probleme, was die Aquarien und Co angeht. Aber zumindest wäre unsere Versorgung mit Strom, warmen Essen und dergleichen dann in jedem Fall gesichert, da wir beide dann über den KatSchutz versorgt würden (Stichpunkt: Einsatzkräfteverpflegung/-versorgung und da haben wir vor einigen Wochen bereits einigermaßen vorgesorgt.)


    Hat jemand eine Idee, wie man Aquarien kostengünstig einige Tage über Wasser halten kann (Pumpe, Heizung, Licht), ohne sich da gleich in Unkosten stürzen zu müssen? Ich würde ungern ein Moppel nur für die Aquarien da hinstellen müssen.:| Im Zweifelsfall wären die Aquarien bei einem längerfristigen Stromausfall ein Totalausfall. Wäre schade, aber im Rahmen des "Akzeptablen".


    In unseren Firmen läuft derzeit alles noch _einigermaßen_ normal. Hygienemaßnahmen wurden hochgefahren. Wer Kinder unter 12 hat oder einer Risikogruppe angehört darf im Home-Office arbeiten, soweit möglich. Die Abstandsregeln werden rigoros umgesetzt. In der Firma meiner BEVA zum Beispiel in der Form, dass der die Vorschicht eine halbe Stunde früher nach Hause fährt, die Folgeschicht die Büroräume gründlich durchlüftet und alles desinfizieren soll und noch einiges mehr.


    Ich bin gespannt, wie sich die Lage in den nächsten Wochen noch entwickelt. Heute Morgen habe ich aber zumindest wieder 1050er Weizenmehl beim Rewe bekommen. Leider aber noch immer kein Roggenmehl.:( Nicht, dass wir noch etwas haben, aber ich wollte unsere Vorräte nicht ohne Not leerlaufen lassen.

  • Große Aquarien, vor allem mit Warmwasserfischen sind gewaltige Stromfresser (lt. hier braucht ein 500l-Aquarium mit 28°C 1.880kWh/a). Mit Photovoltaik eher schlecht aufzufangen, da der größte Heizbedarf jahreszeitlich mit dem geringsten PV-Ertrag einhergeht.


    Ich würde auf Raumtemperatur-Besatz umstellen, die heimischen Fische sind halt nicht so bunt...und bei anhaltendem Stromausfall den Fischbesatz rausnehmen. Das Wasser stellt aber eine nicht zu unterschätzende Brauchwasser-Reserve da.


    Und wenn es alle ist, würde ich im trockengelegten Aquarium Indoor-Farming betreiben: Gemüse anbauen.


    Grüsse

    Tom

  • Aquarienkomponenten sind leider fast alles AC d.h. ohne wechselrichter geht es nicht. Am ebsten mal enrgiekostenmessgerät anschließen und den Tagesbaedarf ermitteln. Den Heizbedarf im Winte rkann man schon etwas reduzieren in einer Kriese, aber unter 2 kWp wird es wohl je nach Zahl und aUsstattung der Aquarien nicht klappen. März bis Oktober kommt man mit deutlich weniger aus, wenn der Akku min 4 Tage puffern kann.

  • Fairlanes Szenario geht auch in meine Richtung. Ich rechne mit einer zweiten und dritten Welle im Herbst 2020 und Frühjahr 2021, in dessen Folge viele als geheilt aber mit Folgeschäden entlassene Patienten weltweit aufgrund Ihrer Vorerkrankung - sprich aus der ersten Wellte geschädigten Lunge - sterben werden. Die Letalität wird deutlich höher sein, da die Zahl vor allem an Lungenschäden vorerkrankter Menschen auch höher sein wird als jetzt.


    Mit der ersten Welle werden wir klar kommen, die Maßnahmen und Restriktionen werden greifen aber zu viel zu schnellen Lockerungen und Rückfall im sorglosen Umgang miteinander führen. Die zweite Welle, spätestens die dritte Welle führt aufgrund der Schnelligkeit und der mangelnden Möglichkeit der Vorbereitung (z.B. massive Aufstockung der Intensivbetten, des Fachpersonals etc.) zum Kollaps mit Verwerfungen in nahezu vielen Bereichen unserer Wirtschaft und Gesellschaft.


    Man kann das mit einem Abnutzungskrieg vergleichen, in dem Welle für Welle die Verteidiger solange zermürbt, bis die Verteidigungslinie bricht. Macron hat es verstanden und es nicht umsonst auch wörtlich als Krieg definiert.


    Wie können wir uns auf solch ein pessimistisches Szenario vorbereiten? Hab ich aktuell noch keine Antwort. Aber ist es nicht unsere Passion, auch Lösungen zu solchen Szenarien gemeinsam zu entwickeln?

    "In jedem Krisenfall benötigt es Menschen wie uns mit Weitsicht, die Stabilität gewährleisten und Sicherheit ausstrahlen. Verlasst euch nicht darauf, dass andere oder der Staat diese Rolle ausfüllen."

  • Ich nehme mir mir jetzt mal einen Teilaspekt raus, die Ernährung. Die Hilferufe nach Erntehelfern sind ja nicht zu überhören und sogar aus manchen politischen Ecken kommt die Ansage, dass es in Teilbereichen zu Verknappungen kommen kann. Basis ist für mich erst mal der Selbstversorgungsgrad in Deutschland (https://www.ble.de/SharedDocs/…_blob=publicationFile&v=5).

    Davon ausgehend sehe ich zwei Szenarien:

    - die Grundversorgung mit Energiespendenden Produkten bleibt sichergestellt: dann dürfte es am ehesten im Bereich Gemüse und Obst zu Engpässen kommen (Selbstversorgungsgrad in Deutschland um die 30%)

    - es brechen Energielieferanten weg: Aktuell produzieren wir bei den Grundnahrungsmitteln mehr als benötigt, wenn aber von extern manches nicht nachkommt (nehmen wir mal an die Nudeln) und daher vermehrt Kartoffeln gegessen werden, schwindet dieser Überschuss.


    Ich halte eher Szenario 1 für wahrscheinlich, mein Fokus liegt daher erstmal auf viel Gemüse im eigenen Anbau. Um Szenario 2 auch zu berücksichtigen, werde ich als Energielieferant dieses Jahr auch Kartoffeln anbauen, erst mal als Test, um zu sehen was hier geht und was nicht. Dass das notwendig wird sehe ich erst wenn die Krise länger als ein Jahr dauert, diese Saison daher noch Übung.

    Beim Gemüse stelle ich mir auch die Frage, was soll ich anpflanzen? Da nehme ich als Näherung erstmal folgende Tabelle der pro Kopf Verbrauchs: https://www.bmel-statistik.de/…aten/GBT-0070004-2019.pdf

    Die Tomaten stechen dabei besonders hervor. Gleichzeitig sind wichtige Produzenten besonders betroffen. Also sowohl Anbau wie auch Bevorratung in diese Richtung intensivieren. Weiter Wurzelgemüse und Lauchgewächse (also alles was man für Suppe, Brühe etc. braucht. Danach kommen Salate und sonstige Gemüse. Kürbis etc. wächst eh außerhalb der Beete. Kräuter die Standards, spezielleres für das auch Fläche fehlt (Brotgewürz) etwas mehr einlagern.


    Ob es soweit kommt, dass einzelne Nahrungsmittel länger ausfallen? Keine Ahnung, bin insgesamt sogar eher optimistisch, aus Vorbereitungssicht ist es aber meiner Meinung angezeigt, da die eigenen Fähigkeiten auszuloten.

  • [...]

    An die Performance von einer "normalen" Influenza-Welle(zu der Corona bis dieses Jahr ja auch gehörte, wurde ja nie differenziert betrachtet) kommt Corona doch immer noch lange nicht heran. https://www.tagesschau.de/inland/grippe-129.html    https://www.aerztezeitung.de/M…serkrankungen-306776.html

    Mir ist nicht klar, warum immer noch diese Zahl von 25'000 Todesfällen kursiert, bzw. überhaupt geglaubt wird :/ denn tatsächlich waren es in der viel zitierten Influenza-Saison 17/18 "nur" 1664 Todesfälle, die Laborbestätigt an der Grippe gestorben sind:

    https://de.statista.com/statis…rtalitaet-in-deutschland/


    Bei der kursierenden Zahl von "25'000 Tote" handelt es sich um eine sog. "Übersterblichkeitsrate", unter folgendem Link erklärt ein Arzt, wie diese Zahl errechnet wird (bis zum Ende lesen):

    https://www.aerzteblatt.de/arc…-die-Zahl-der-Todesfaelle


    Das RKI erläutert das auch selbst in den FAQ:

    Die influenzabedingte Sterblichkeit (Mortalität) kann durch statistische Verfahren aus der Zahl der Gesamttodesfälle oder aus der Zahl der als „Pneumonie oder Influenza“ kodierten Todesfälle geschätzt werden. Dieser Ansatz wird gewählt, weil bei weitem nicht alle mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle als solche erkannt oder gar labordiagnostisch bestätigt werden. Die Zahl der mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle wird – vereinfacht dargestellt – als die Differenz berechnet, die sich ergibt, wenn von der Zahl aller Todesfälle, die während der Influenzawelle auftreten, die Todesfallzahl abgezogen wird, die (aus historischen Daten berechnet) aufgetreten wäre, wenn es in dieser Zeit keine Influenzawelle gegeben hätte. Das Schätz-Ergebnis wird als sogenannte Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) bezeichnet. In Deutschland wird, wie in vielen anderen Ländern, die Zahl der Gesamttodesfälle für die Schätzung verwendet. Das Schätz-Verfahren ist im Epidemiologischen Bulletin in den Ausgaben 10/2011 und 3/2015 ausführlich erläutert.

  • Gestern in einem Gespräch mit meiner BEVA: Was machen wir eigentlich mit unseren Aquarien, wenn mal länger der Strom ausfällt? Da war erstmal Ratlosigkeit auf beiden Seiten...

    Was in Prepperforen immer zieht ist die 3er Regel.


    Warum nicht auch bei Aquarien?


    3 Minuten ohne Sauerstoff ist wohl auch für Fische ein Problem, also würde ich mich auf die Luftzufuhr konzentrieren.


    3 Tage ohne Wuchslicht wird das Aquarium schon überstehen, also nur eine Minimalbeleuchtung als Orientierungslicht für die Fische und ggf den Wasserfilter hin und wieder laufen lassen.


    Wärme hängt vermutlich von der Fischart ab. Da hilft vielleicht eine dicke Styroporpackung außen drum rum (reflektiert auch gleich das spärliche Notlicht)? Und ggf notfalls händisch mal ein paar Liter Wasser entnehmen und auf dem Gaskocher erhitzen?


    Was ist da so der Energiebedarf für Membranluftpumpe, gelegentlich filtern und 12h Notlicht a 5W? 100Wh am Tag?


    So würde ich das angehen, hab aber von Aquarien auch keine Ahnung.


    MfG

  • Was meinst Du mit Luftzufuhr und 3min bei Fischen?


    "aber von Aquarien auch keine Ahnung" :P


    Je anch dem, ob Süß oder Salzwasser sollte der Fokus auf Pumpen und Licht liegen. Wenn man Notstrom mit PV-Anlage hat, kann man ja das Licht nur dann Leuchten lassen, wenn genug Ertrag ist. z.B. 10-16 Uhr Heizung dann ggf. 12-14 Uhr

  • Da das verlangsamen der Ausbreitung von Corona ja scheinbar funktioniert und ein Impfstoff noch nicht vorhanden ist, scheint die "Krise" ja erstmal Normalität zu werden. Da es ja mittlerweile zum guten Ton gehört sich nicht die Hand zu geben und Banken auch nur noch maskiert betreten werden, ist es wenig erstaunlich dass an der breiten Wiedereröffnung von Kitas und Schulen gearbeitet wird. Bin schon gespannt ob die abgeflachte Kurve dann weiter gehalten werden kann. Was meint ihr?

  • Was meint ihr?

    Ich bin der Meinung, dass die Kurve dringend etwas steiler verlaufen muss. Die Kapazitäten der Krankenhäuser waren in der Summe zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd ausgeschöpft. Da ist viel Potential für eine verbreitete Immunisierung verschenkt worden.

  • Ich bin der Meinung, dass die Kurve dringend etwas steiler verlaufen muss. Die Kapazitäten der Krankenhäuser waren in der Summe zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd ausgeschöpft. Da ist viel Potential für eine verbreitete Immunisierung verschenkt worden.

    Das halte ich zwar für ein durchaus nachvollziehbares Argument, aber es ist halt nun einmal nicht so schön mathematisch genau planbar. Da finde ich die Übervorsicht dann doch etwas besser. Und selbst jetzt habe ich genügend Freunde, die im KH arbeiten und echt ganz schön am Limit sind kräftemäßig. Da sind dann zwar rechnerisch gesehen noch Kapazitäten, aber beim aktuellen Personalmangel lassen die sich nicht immer 1:1 in die Wirklichkeit übertragen...

  • Das Problem beim "Justieren" des Kurvenverlaufs ist die Exponentialfunktion. Ein bisschen dran rumdrehen hat sehr schnell, sehr starke Auswirkungen.


    Stichwort Immunisierung: wir dürfen nicht vergessen, dass die Sterblichkeitsrate (bezogen auf die amtlich registrierten Erkrankungsfälle) immer noch teilweise extrem hoch ist: in Belgien rund 16%, Italien rund 14%. Selbst in AT mit 3% und DE mit 4% ist die Sterblichkeit signifikant hoch.

    Nimmt man eine - von Drosten & Co. schon vor Monaten prognostizierte - Durchseuchungsrate von 66% Prozent der Bevölkerung an, damit die "Herdenimmunisierung" effektiv ist, dann reden wir auf dem Weg dorthin von jeweils so vielen Corona-Toten:

    Belgien: 11,46 Mio. EW, 15,76% Covid-19-Sterblichkeit => 1,2 Mio. Tote

    Italien: 60,36 Mio. EW, 13,71% Covid-19-Sterblichkeit => 5,5 Mio. Tote

    Österreich: 8,86 Mio. EW, 3% Covid-19-Sterblichkeit => 177.000 Tote

    Deutschland: 83 Mio. EW, 4% Covid-19-Sterblichkeit => 2,2 Mio. Tote


    Wenn wir optimistisch Streecks Heinsberg-Studie mit 919 getesten Personen zugrunde legen und wie er annehmen, dass sich das auf ganz D hochrechnen ließe, dann hätten wir momentan in D statt der 6.993 Tote/166.152 Erkrankte = 4,2% eine Sterblichkeitsrate von 6.993/1.800.000 = 0,4%, also um den Faktor 10 niedriger. Angenommen, man könnte das auch auf andere Länder übertragen, ergäbe sich folgendes Bild:

    Belgien: 120.000 Tote

    Italien: 550.000 Tote

    Österreich: 17.700 Tote

    Deutschland: 220.000 Tote

    ...meiner Meinung nach auch dann noch keine akzeptablen Werte, wenn sie in zu kurzer Zeit auftreten.


    Je nach Verlauf der Infektionskurve über mehrere Jahre, bis das "Durchseuchungsziel" von 2/3 der Bevölkerung erreicht ist, müsste man mit diesen zur normalen Todesfallstatistik zusätzlichen Toten pro Jahr rechnen:

    Belgien:

    1 Jahr: 120.000 Tote/a, 2 Jahre: 60.000, 3 Jahre: 40.000, 4 Jahre: 30.000

    Italien:

    1 Jahr: 550.000 Tote/a, 2 Jahre: 275.000, 3 Jahre: 183.000, 4 Jahre: 137.000

    Österreich:

    1 Jahr: 17.700 Tote/a, 2 Jahre: 8.850, 3 Jahre: 5.900, 4 Jahre: 4.425

    Deutschland:

    1 Jahr: 220.000 Tote/a, 2 Jahre: 110.000, 3 Jahre: 73.333, 4 Jahre: 55.000


    Das ist nüchterne Mathematik, basierend auf Streecks optimistischem Dunkelziffer-Ansatz. Man könnte jetzt, frei nach dem Motto "Lieber ein Ende (der Epidemie) mit Schrecken, als ein (Epidemie-)Schrecken ohne Ende", sagen: "Lasst es uns hinter uns bringen, hebt alle Kontaktbeschränkungen auf und wir haben dann halt 220.000 Zusatz-Tote im nächsten Jahr, aber dann ist es ausgestanden." Das ist es aber nicht. Denn unsere momentan niedrigen Corona-Todeszahlen in AT und DE sind wesentlich dem noch gut funktionierenden Gesundheitssystem zu verdanken.


    Lassen wir die Infektionswelle frei laufen, steigen die klinischen Fälle entsprechend steil an. Momentan sterben in D etwa 30% der intensivbehandelten Covid-19-Patienten. Wenn man mal annimmt, dass nahezu alle Corona-Toten vorher auf Intensivstation waren und das Verhältnis gestorbene/genesene Menschen konstant bei 30/70 liegt, kann man aus den Corona-Toten den Bedarf an Intensivbetten herleiten:

    220.000 Tote = 30% der Intensiv-Fälle => 733.333 Intensiv-Fälle gesamt. Laut der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft DKG gab es in D vor Corona etwa 20.000 Intensivplätze mit Beatmungsmöglichkeit und jetzt ca. 30.000. Insgesamt könnte man also 30.000x365Tage = 10,95 Mio. Beatmungstage anbieten. Im Schnitt liegt die Beatmungsdauer pro Covid-19-Fall bei 9 Tagen, man könnte also 1,2 Mio. Fälle pro Jahr rein rechnerisch versorgen. Würde also scheinbar ausreichen.


    ABER: in New York sehen wir gerade ein überlastetes Gesundheitssystem mit knapp 8% Sterblichkeitsrate und es überlebt nur 1 von 10 intensivbehandelten Covid-19-Patienten. Umgerechnet auf unser Modell (mit ursprünglich 220.000 Toten in D bei 4%) ergäbe das 4,4 Mio. Intensiv-Fälle, und wir hätten alleine in D ein gewaltiges Problem, weil wir mit den 30.000 Beatmungsplätzen nur 1,2 Mio. Intensiv-Fälle pro Jahr behandeln könnten. D.h. man müsste die Infektionen über 3-4 Jahre verteilt bekommen.


    Das alles deutet für mich auf dieses Szenario hin:


    Die Maßnahmen zur Verlangsamung der Infektionsausbreitung müssen noch so lange andauern, bis eine 2/3-Immunisierung der Bevölkerung "schonend" erreicht worden ist.

    Im Idealfall haben wir bis nächstes Jahr einigermaßen wirksame Impfstoffe und können z.B. Risikogruppen dann innerhalb von wenigen Wochen/Monaten mit Impfkampagnen aus den Schutzmaßnahmen rausnehmen.


    Im ungünstigsten Fall klappt das mit dem Impfen nicht wie erhofft und wir müssen auf die natürlich Art immunisieren. Dann könnte ich mir eine Stop-and-Go-Taktik vorstellen. Anstelle permanenter Beschränkungen über ggf. mehrere Jahre, macht man einmal im Quartal einen 3wöchigen "Komplett-Stopp" für alle und alles. Das wäre planbar, auch für die Wirtschaft und das Bildungswesen. Der 3-Wochen-Stopp bedeutet strikte häusliche Quarantäne, a la Spanien. Dann laufen sich Infektionsherde nämlich tot: Erkrankte Menschen genesen (oder versterben) in dieser Zeit und können so das Virus nicht weiter tragen. D.h. man hungert die Infektionswelle immer wieder aus.


    Grüsse

    Tom

  • Also aufgrund der nicht ganz unwahrscheinlichen Möglichkeit, auch bei einem leichten Verlauf mit lebenslangen Nachwirkungen geschlagen zu sein, denke ich, dass das Ziel nicht sein sollte die Kurve möglichst an der Maximalkapazität auszurichten, sondern möglichst wenige Infektionen zu riskieren und auf eine fertige Impung zu warten.

    Selbst bei exaktem Verlauf der Kurve an der maximalen Auslastung der Krankenhäuser würde es bis zur Herdenimmunität einige Jahre dauern. Dann haben wir aber eventuell auch entsprechend viele Leute, die nicht oder nur noch eingeschränkt arbeitsfähig sind. Ich denke nicht, dass wir dadurch irgendwas gewonnen hätten. Weder auf wirtschaftlicher, und schon garnicht auf menschlicher Seite.

  • Denn unsere momentan niedrigen Corona-Todeszahlen in AT und DE sind wesentlich dem noch gut funktionierenden Gesundheitssystem zu verdanken.


    Lassen wir die Infektionswelle frei laufen, steigen die klinischen Fälle entsprechend steil an.

    Zwischen "frei laufen" und "ein bisschen mehr wagen" ist aber nochmal ein großer Unterschied. Natürlich wäre das ein Risiko. Das will ich gar nicht bestreiten, aber imho stecken im System so viele Reserven, dass man früher etwas mehr hätte wagen können. Zum Beispiel hätten die Bundesländer im Osten und im Norden den Lockdown weniger krass vollziehen müssen. Genau das scheint umgekehrt jetzt ja Realität zu werden, indem vor allem im Osten die Schutzmaßnahmen früher zurückgeschraubt werden. Anderes Beispiel: Man hätte erst mal die Geschäftsöffnung ohne Maskenpflicht aber bei bestehenden Zugangsbeschränkungen und Abstandsregelungen vollziehen können oder umgekehrt Maskenpflicht, dafür aber ohne Abstände.


    Wie gesagt: Grundsätzlich halte ich viele Regelungen zur Corona-Eindämmung für sinnvoll, aber eben nicht alle und nicht in diesem Umfang. Letztlich ist das aber alles nicht sehr relevant. Unsere Überlegungen hier haben keinen Einfluss auf Entscheidungsträger.

  • Hinterfragen ist wichtig und hilft uns auch dabei das ganze Dilemma zu begreifen. Nicht alles was gemacht wurde ist Richtig in meinen Augen. Man war und ist zu einseitig gerichtet. Kritiker wurden und werden Mundtod gemacht, weil sie in die öffendliche Meinung oder was die verantwortlichen dafür halten, nicht entsprechen. Oder was noch schlimmer in die Verschwörer Ecke gedrängt. Das ist einer Demokratie unwürdig. Wir wissen alle das Wissenschaft nicht nur eingleisig fährt. Es währe auch schlimm wenn es so wäre. Warscheinlich hätten wir dann heute noch nicht mal das Rad erfunden.

    Das Gesetze ausgehebelt werden nur auf Statistiken, die sich morgen schon als falsch herausstellen können. Die Bevölkerung verunsichert, ja sogar in Angst versetzt wird, nur weil Wissenschaftler es so vermuten, denn sicher ist auch heute noch nichts. Man weiß immer noch zu wenig.

    Und hier setzt ein Staat die Daumenschrauben an, oder besser nicht nur ein Staat, sondern die ganze Staatengemeinschaft. Immer nach dem Motto, was gut für den Einen ist kann für uns nicht schlecht sein. Das nenne ich den Zug der Lemminge.

    Anstaat das sich Pro und Contra zusammengesetzt hätten um einen Plan zu erarbeiten, aber nein,die Volksvertreter beschwichtigten und sprachen von einer harmlosen Grippe. Wertvolle Zeit wurde vergeudet, aber davon spricht heute keine Sau mehr. Man macht einfach eine 180° Wende und fertig.

    Und was ich daran am schlimmsten finde, alle, bis auf einige Ausnahmen machen mit. Erst jetzt melden sich einige kritische Stimmen, aber die werden mit Gegenargumenten niedergeknüppelt, auch wenn diese Gegenargumente nicht das halten was die Kritiker kritisieren.

    Wie kann es sein das ein Minister für Gesundheit so viel Macht mit dem neuen Infektionsschutzgesetzes bekommt ohne je eine medizinischen Ausbildung genossen hat. Sich nur auf Experten zu verlassen reicht da meiner Meinung nicht mehr. Wie soll ich ohne eine derartige Ausbildung sagen was richtig oder falsch ist. Auch der WHO Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus ein äthiopischer Biologe, wurde genau wegen seiner Haltung zu diesem Themen in Äthiopien massiv kritisiert. Gerade wegen dem Umgang mit Epidemien wird dem ehemaligen äthiopischen Gesundheitsminister schwere Vörwürfe gemacht.

    Bedingt durch einerseits zögerlichen Verhalten und anderseits überzogener Massnahmen sehe ich für die Zukunft schwarz.

    Solange das nur ein Hin und Her bleibt und die Verantwortlichen nicht ihre Hausaufgaben machen, werden wir noch lange mit C-19 leben müssen.

  • Vereinzelt liest man schon von möglichen ersten Ausläufern einer zweiten Welle, es könnte also bald wieder losgehen.

    Wenn dem so ist, dann wäre sie erstaunlich früh dran. Ich hätte tatsächlich erst im Herbst/Spätsommer damit gerechnet.

    Wenn ich mir aber anschaue, wie viele Menschen dieses Virus auf die leichte Schulter nehmen und als "einfache Grippe" abtun. Selbst jene, die nachweislich eine SARS-CoV2-Infektion durchgemacht haben, es eigentlich aufgrund ihrer Ausbildung besser wissen sollten (auch wenn es "nur" Rettungssanitäter ist) und sich auf eine Immunität verlassen, die tatsächlich noch immer nicht hinreichend belegt werden konnte.


    Wenn mich derartiger Leichtsinn, und derartige Ignoranz und Arroganz aufregen würde, käme ich ja gar nicht mehr auf einen normalen Puls.

  • Wenn dem so ist, dann wäre sie erstaunlich früh dran

    Vielleicht ist es auch nur die jagt nach Lesern die zu solchen Schlagzeilen führt.

    Wenn ich mir aber anschaue, wie viele Menschen dieses Virus auf die leichte Schulter nehmen und als "einfache Grippe" abtun.

    Da kenne ich auch welche. Besonders gut sind die Diskusionen darüber warum man für eine leichte Grippe die Wirtschaft so massiv schädigt.

    "Noch einen Lockdown überlebt Deutschland nicht, dann sind alle pleite und Arbeitslos." tönt es von meinen Vorgesetzten.

  • "Noch einen Lockdown überlebt Deutschland nicht, dann sind alle pleite und Arbeitslos."

    Ist halt wie bei einem Feuerwehreinsatz...


    Kaum ist der Großbrand unter Einsatz von Leib&Leben gelöscht, kommt der Vorwurf:


    "Ihr habt viel zu viel Wasser zum Löschen benutzt und damit alles Kaputt gemacht" :cursing:

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü