Was hilft bei innerer Unruhe und Nervosität?

  • Habt ihr ein paar Tipps was bei ständiger Nervosität oder innerer Unruhe helfen kann?

    Habt ihr dahingehend Erfahrungen gemacht, was hilft euch in solchen Situationen?


    Mir geht es ja gut und ich bin auch stressresistent bzw. nimmt mich nichts so schnell mit. Meine Freundin hingegen dreht gerade etwas am Rad. Ihr Restaurant kann halt nicht aufsperren und die Gesamtsituation nimmt sie halt mit. Will da jetzt nicht herzlos rüberkommen aber ich bin halt der Meinung, kann man jetzt nicht viel dagegen machen, anderen geht es genauso.

    Da mir so ein Verhalten halt völlig fremd ist (also zumindest hab ich keinerlei persönliche Erfahrungen, kenne es nur bei anderen) wäre es schön etwas Hilfe zu bekommen. Und ja ich weiß es ist egoistisch, aber es betrifft ja auch beim tägliches Leben.

    Meine Tipps wie Wellnesswochenende oder Yoga (nur für sie) fallen ja alle flach.

  • Gehört ihr das Restaurant, oder arbeitet sie dort?


    Wenn sie dort arbeitet und momentan auf Kurzarbeit ist, würde ich über neue berufliche Perspektiven nachdenken und mit dem Arbeitsamt über Zuschüsse/Kostenübernahme verhandeln. Das würde das Problem an der Ursache angehen. Ich gehe davon aus, dass "danach" nicht wie vorher sein wird und viele Restaurants/Beherbergungsbetriebe und auch Einzelhändler für immer ihre Pforten schließen werden.


    Zur Symptomlinderung würde ich autogenes Training oder ein Akupressurband (schlaffördernd, welches auf H7 Shenmen drückt) empfehlen.

  • Habt ihr ein paar Tipps was bei ständiger Nervosität oder innerer Unruhe helfen kann?

    Habt ihr dahingehend Erfahrungen gemacht, was hilft euch in solchen Situationen?

    Mir scheint, sie hat sowas ähnliches wie nen Lagerkoller. Sitzt wahrscheinlich mehr oder weniger den ganzen Tag zu Hause und kommt ins grübeln.


    Wie Weltengänger schon richtig schreibt, kann es ein Weg sein, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt eine neue berufliche Perspektive sich zu erarbeiten.


    Eine andere wäre: Laufen/Walken. Mein Oberweldwebel bei der grünen Truppe gab uns den Tipp, den Stress mit Laufen abzubauen. Den ganzen Tag nur rumzulungern und zu grübeln führt zu nichts. Sich aktiv sportlich zu betätigen ändert zwar nichts an der Gesamtsituation (die Restaurants bleiben ja trotzdem auf unbestimmte Zeit geschlossen bzw. in seinem Fall wäre die Camproutine ja trotzdem da), aber es ändert den persönlichen Blick auf die Gesamtsituation.

  • 1. Konkret die Auslöser dafür dokumentieren:

    - Angst vor Verdienstausfall

    - Angst vor Verlust der Existenz

    - Verlust von Reputation, das Gefühl als Loser dazustehen

    - etc.


    2. Sachlich diese einzelnen Punkte auseinandernehmen:

    a) Der Trigger: "dann stehe ich als Loser da"

    führt zu

    b) Analyse & Relativierung bzw. Konkretisierung: "bei wem konkret hast du diese Befürchtung wie ein Loser dazustehen?" Bsp: "Bei meinen Eltern" Antwort: "sprich mit Ihnen darüber, ich denke, du wirst sehen, dass Sie das niemals von Dir glauben würden" Sollte sich herausstellen dass die Befürchtung richtig war, hat man zwar ein weiteres Problem (nämlich den Familienzwist) aber kann weiter daran arbeiten. Sollte sich die Befürchtung als falsch herausstellen, ist schon mal negativer Druck abgebaut



    Evtl. muss sie auch einfach mal "Dampf" ablassen, sprich sich körperlich total verausgaben. Da helfen Boxhandschuhe und eine Pratze um den ganzen Frust mal rauszulassen, inkl. Kampfschreie - das hilft gerade bei introvertierten Menschen mal ganz gut.

  • Mir hat früher mal, in einer Lebenskrise, autogenes Training sehr geholfen.

    Lässt sich relativ einfach mit einer CD erlernen.


    Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass mir Meditation (mit einem Mantra) mehr bringt.

    Praktiziere ich täglich.

    Wenn man das mal verinnerlicht hat, springt in Stresssituationen dann ganz automatisch das Mantra ins Bewustsein und man fährt runter.


    meint

    der Boxer

    Das Leben ist das, was dazwischen kommt, wenn man alles geplant hat

  • Raus in`s Grüne, das Wetter ist ja zur Zeit herrlich.


    Und dann mal ein paar Stunden gar nichts machen.

    Nennt sich jetzt wohl auch "Waldbaden"


    Handy vorzugsweise ausgeschaltet mitnehmen....

  • Johanniskrauttee wirkt stimmungsaufhellend. Bei leichten depressiven Verstimmungen empfehlenswert, bekommt man in Apotheken und Drogerien.

    Bei permanenter "Aufregung" schüttet der Körper ziemlich viel Histamin aus. Empfindliche Menschen oder jene mit Abbauschwäche (Histaminintoleranz) empfinden dann oft innere Unruhe und könnten "aus der Haut fahren". Ein Antihistaminikum wie bei Allergien kann da Erleichterung bringen.

    Bewegung und dergleichen wurden eh schon genannt...

  • ...wie zOSh geschrieben hat wir hinter der Unruhe Angst stehen. Mit dieser muss sie sich auseinander setzen sonst wird das immer schlimmer und man weiss nicht wie lange der Lockdown noch im Gastgewerbe andauern wird. In erster Linie musst du zuhören und ihre Ängste ernst nehmen, dann fühlt sie sich verstanden und geborgen was ihr helfen wird.


    Es wird dir auch nix bringen total logisch ran zu gehen, da stecken Existenzängste hinter (Job oder eigener Laden je nachdem wie ihre Situation ist). Denen muss sie sich stellen und du musst Unterstützer sein.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • So spontan und ohne die exakten Umstände zu kennen würde ich empfehlen:

    - Johanniskrautdragees (habe ich auch mal während eines Jahres genommen)

    - Bei schönem Wetter einen entspannenden Spaziergang machen

    - eine "ich Zeit" definieren. Dies kann beispielsweise eine Stunde pro Tag sein, in der sie etwas macht, was ihr gefällt. Dabei versuchen möglichst nicht an die Probleme zu denken. (kann man danach wieder machen)

    - aktiv nach Lösungen zum Problem suchen kann auch schon helfen. Egal ob die dann angegangen werden oder nicht. Aber es kann schon helfen, wenn man sich bewusst macht, dass man noch Möglichkeiten hat und nicht machtlos ist.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Bei mir helfen Sport jedweder Art (Laufen, Radfahren, Kampfsport, Krafttraining, Klettern,...), Wandern / Spazierengehen, Meditation und Yoga. Außerdem entspanne ich auf dem Schießstand, was Deiner Freundin aber vermutlich nicht weiterhilft ;)

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Nur so am Rande.

    Bogenschiessen ist wohl eine der besten Sportarten um runterzukommen.

    Ohne innere Ruhe wird man immer ein schlechter Schütze sein. Nur wer ganz in sich ist trifft gut.

    Zumindest sieht man die eigene innerer Unruhe sofort Schwarz auf Weiss, oder beim Pfeilsuchen.

    Aber das dürfte generell für alle schiessenden Sportarten gelten.


    Sonst atmen wie die SEALs. Vier Sekunden einatmen, vier Sekunden Luft halten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden halten und wieder von vorne beginnen. Holt den Puls und die Nerven schnell runter. In kürzester Zeit und kostet nichts. Kann überall ausgeführt werden.

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  • Ich hatte das auch schon während einer besonders Stressigen Zeit mit familiären Problemen etc.. Ging so weit, dass ich Panikattacken hatte inkl. Schwindel bis zum Umfallen, Herzrasen und Todesangst. Was hat mir geholfen:


    - Rational an die Ängste gehen, sie analysieren und gegebenenfalls versuchen mit rationalen Argumenten zu entkräften (schwierig ich weiss)

    - Weniger Kaffee trinken (hab von 6 Tassen auf 2 Espressi reduziert) hat mir unglaublich geholfen

    - Mit Menschen reden die einem nahe stehen

    - Raus aus der Wohnung und aus den üblichen Gedankengängen. Egal ob Natur, Sportplatz o.Ä.

    Improvisation ist, wenn niemand die Vorbereitung bemerkt.

  • Mir helfen Spaziergänge/Bushcraft, Radel fahren, Beschäftigung mit dem ÖPi. Handwerkliche Tätigkeiten wie schnitzen, Messer schleifen usw. lassen mich regelrecht in Meditation versinken.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Was hält Deine Freundin von einer Psychotherapie? Die Vorschläge bisher sind sicherlich lieb gemeint. Oft helfen Betroffenen solche Massnahmen zur Abwehr von negativen Gedanken nicht. Wenn Kompensationsmechanismen nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, oder einfach nicht gelernt wurde, solche für sich zu nutzen kann das Erlernen dieser Fähigkeit durch die Hilfe vollkommen unabhängiger Dritter oft sehr hilfreich sein. Muss ja nicht eine Langzeittherapie von 100h über Jahre sein, aber so ein paar Stunden zur Stabilisierung sind da durchaus hilfreich.


    Alle Gute übrigens und schöne Grüße unbekannterweise,


    Sie ist da sicherlich nicht alleine mit den Schwierigkeiten


    DocAlmi

    Ordnung ist das halbe Leben. Ich bin eher an der anderen Hälfte interessiert.:nono:

  • DocAlmi


    Dir sind aber auch die Vorrausetzungen und Wartezeiten bekannt, bis es überhaupt zur ersten Sitzung kommt?

    Und einen Therapeuten zu finden, der noch Patienten aufnimmt ist aktuell noch schwieriger geworden.


    Bis dahin sind die bisherigen Ratschläge doch schon mal was.


    zomliv hat das mit der Freundin jetzt auch nicht so dramatisch beschrieben...


    Grüße


    MvO

  • Ich sag da nur, Männer seid vorsichtig! Johanniskraut ist nicht gut für's Libido!

    (Pfefferminze übrigens auch nicht.)

    Und das ist nicht Blabla sondern wissenschaftlich belegt. Quelle: Urologie am Ring


    Fazit nach zu viel Johanniskraut dürfte wohl sein: "Das Probleme be(steht ?) noch, aber es regt mich nicht auf."

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