Rat benötigt: Heizung in Haus

  • Hallo zusammen,


    Wir haben eine Haushälfte geerbt, welches wirklich uralt ist (17. Jahrhundert) und in Massivholzbau erstellt wurde.


    Das Haus wird nun auf "umbau-standard" isoliert (0.25 W/m2K) und die Fenster werden ersetzt.


    Aktuell hat das Haus keine Zentralheizung, und kein wasserführendes Heizsystem.


    Einzig ein uralter Kachelofen, welcher aber baufällig ist (hat ein Ofenbauer und ein Kaminfeger bestätigt) und deshalb ersetzt werden muss (auch Sicherheitsgründe).


    Wie würdet ihr vorgehen für eine Heizung?


    Ziel:

    -> Legal (z.B. mit Strom heizen ist in der Schweiz nicht erlaubt, nur als "Ergänzung" (Komfort-Heizung))

    -> Günstig (z.B. gewisse Dinge, die man selbst machen kann)

    -> Im Rahmen der Möglichkeiten (Es fallen weg: Wärmepumpe mit Erdsonde, Solar oder Photovoltaik auf dem Dach, Erdgas, Heizöl)

    -> Prepper Gedanken (multi-Fuel, Holz welches man selbst beschaffen könnte wäre bevorzugt, usw.)


    Kreative Lösungen sind gefragt. Wobei es vermutlich gar nicht so viele Möglichkeiten gibt.

  • Anomen


    Ich könnte mir folgendes vorstellen: Primär einen Heizölbrenner und sekundär einen für Festholz bzw. Pellets. Beide Brenner speisen einen Speicherkessel.


    Wenn ein Sensor im Holzbrenner hohe Temperatur erkennt, schaltet eine Elektronik die Heizölzufuhr ab, und Du heizt, bzw. erzeugst Dein Warmwasser nur mit Holz. Frag mal einen Heizungsbauer.


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Falls Du genügend Platz hast würde für Deine Anforderungen mE eine Kombination Sinn machen.

    Im Mittelpunkt ein großer Speicherkessel oder nach Bedarf auch 2.

    # Brennholzvergaser

    a) Scheitholz manuelle Zufuhr

    b) Pelett automatische Zufuhr

    Je nachdem was Du bevorzugst oder wie Du zuhause bist.

    Am besten ist auch hier beides und per Heizungssteuerung wählen.

    Meine Steuerung ist von Solvis und ich bin sehr zufrieden gibt aber noch andere gute.

    Ich habe einen ETA Scheitholzvergaser im "alten" Zweifamilienhaus (Übergangszeit mache ich den einmal am Tag voll / wenn es kalt ist schon 2mal)

    Es ist aber bei mir immer jemand im Haus.

    Die Möglichkeit der Ergänzung eines "Pelletbrenners" habe ich bedacht und Platz ist für das Gerät und die Lagerung vorhanden.

    Da ich aber zu Selbstkosten auf Holz zugreifen kann noch keinen Bedarf (scheint bei Dir auch so zu sein). Sicher aber wenn ich älter werde...

    # Eine moderne Gastherme scheint bei Dir ja nicht zu passen. Das ist schade weil günstig und platzsparend. Das ist in meinem Fall das Backup falls alles andere nicht geht.

    # Zur Behaglichkeit einen Kamin (optional und wenn Du den Aufwand betreiben möchtest wasserführend dann sollte aber der Speicher wirklich groß sein)

    # Du schreibst Solar (ich gehe mal davon aus du meinst Solarthermie) ist keine Option.

    Ich kenne die Situation vorort nicht aber das würde ich nochmals prüfen. Selbst ein "Aufsteller" im Garten oder an der Fasade macht wirklich Sinn.

    Für mein System empfinde ich das als perfekte Ergänzung im Sommer bis in die Übergangszeiten hinein. Sonne kostet nichts. Flächenbedarf hält sich in

    Grenzen, nahezu wartungsfrei und wird oft gefördert.

  • Ein Ofen heißt zumindest, dass ein Kaminzug vorhanden ist. Das heißt in jedem Fall würde ich wieder einen Kamin-Ofen oder einen Küchenherd vorsehen. Ggf. kann dieser wasserführend sein und einen Warmwasserspeicher füttern. Das würde den Preppergedanken teilweise mit umsetzen.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Anomen


    Wenn das Gebäude seitens Heizungstechnik nie wirklich saniert wurde würde ich einen Spezialisten für solche Gebäude hinzuziehen.


    Hintergrund dazu:

    Einer meiner Freunde hatte ein min. 400-jähriges Bauernhaus erworben, bei dem nur Elektrizität und Isofenster nachgerüstet wurden. Im Rahmen des Umbaus, nachdem er wegen durchgefaultem Balken im Keller wieder zu sich kam hat er einen lokalen Zimmermann aufgeboten um den Balken zu ersetzen. Was sein absolutes Glück war - dieser Zimmermann hatte schon diverse solcher Häuser aus reiner Neugier studiert. Nebst dem neuen Balken bekam er auch noch eine "Zeitreise" in die Konstruktionsart von vor 400 Jahren. In diesem Fall war das Holzhaus so ausgelegt dass die Aussenwände doppelwandig geführt waren und alle Räume durch den zentral eingebauten Kachelofen beheizt wurden. (Ja, Minergie konnten schon die ungebildeten Bergbauern...)

    In der Folge davon wurden die Resturations- und Umbaupläne nochmals umgekrempelt um dieses einfache, optimale Heizsystem nicht zu zerstören. Der Kachekofen wurde dabei revidiert, gewisse Zwischenwände erhalten und ganz wichtig im Keller die Fenster wieder durch feinmaschigen Draht und der Betonboden durch Kies ersetzt um die Umluft des Hauses wieder herzustellen. Genau wegen der Fenster im Keller moderte der Balken weg. Für ihn hatte dies nun den Vorteil dass er mit sehr geringen Aufwand an Holz und Zeit die Hütte im Winter warm bekommen hat, die Ölheizung fiel weg, der Keller hat im wieder hergestellten Originalzustand Sommer wie Winter 4°C...


    Was Du auch machst, ich gönne Dir deine Erbschaft und hoffe Du kannst sie lange geniessen.

  • Anomen: Ein Kachelofen besteht ja meistens aus einem eisernen Ofeneinsatz und dem mit einigem Abstand drumherum gemauerten Teil mit den den Kacheln, in dem die Warmluft erzeugt wird und ggf. einer Sitzbank. Sowas ist heute in neu kaum noch zu bezahlen. Wenn der gemauerte/gekachelte Teil noch erhaltenswert ist, würde ich überlegen, ob man den Ofen durch einen neuen Ofeneinsatz nicht wieder fit bekommt. Ein Heizeinsatz für Stückholz/Kohle kostet in D so ab 1500 Euro plus Einbau durch einen Ofenbauer. Dürfte in CH ähnlich sein. Je nachdem wie der Kachelofen im Haus ausgeführt ist, beheizt er über Warmluftkanäle verschiedene Räume und Etagen, das ist sehr simpel, aber effektiv und wird über Lamellengitter an den Auslässen "geregelt".


    Damit wäre Deine Grundanforderung "Heizen mit Holz, welches man selbst beschaffen könnte" schon mal erfüllt.


    Alternativ könnte man den Kachelofen auch rausreissen und durch einen Kaminofen ersetzen, unterm Strich wird das aber nicht viel billiger sein und man verliert die u.U. vorher vorhandene Möglichkeit, andere Räume mitzuheizen.


    Von Kachelöfen mit "Wassertasche" für eine Zentralheizung halte ich nichts, denn dann muss man den Kachelofen einheizen, wenn man Heizwärme irgendwo im Haus (oder Warmwasser) benötigt. Das kann dazu führen, dass es in dem Raum mit dem Ofen viel zu warm ist.


    Niedertemperaturheizungen (= alle Wärmepumpen-Systeme) scheiden bei einem alten Bau aus, weil man sonst überall Boden- oder Mauerwerksheizungen einbauen müsste, bei einem Holzhaus kaum möglich. Ein System mit Heizkörpern benötigt höhere Vorlauftemperaturen (50-60°C), damit die Heizkörper genügend Konvektion der Raumluft erzeugen können.


    Nachteil an Stückholzheizungen ist, dass jemand da sein muss, der den Ofen bzw. Kessel befeuert, sonst bleibt oder wird die Bude kalt. Ein weiterer Nachteil ist zumindest bezüglich "Komfort-Öfen" die Feinstaubproblematik, da die Öfen mehr oder weniger unkontrolliert verbrennen, das führt dazu, dass in Ballungsgebieten mit Feinstaubproblem die Nutzung solcher Öfen zunehmend eingeschränkt oder ganz verboten wird (dann fängt man wieder von vorne an).


    Etwas mehr Komfort bieten Pellet-Einzelöfen, die einen eingebauten Vorratstank für ca. 20-30kg Pellets haben und temperatur- bzw. programmgesteuert selbsttätig an- und ausgehen können. HIer läuft auch der Verbrennungsprozess relativ gut kontrolliert und staubarm ab (Saugzug-Gebläse, Lambdasonde). Damit kann man z.B. ein Wochenende unbeaufsichtigt überbrücken. Nachteil: man muss die Pellets in die Wohnräume schleppen und die Asche raus schaffen (Dreck, Staub). Und man wird Pellets als Sackware kaufen (15kg-Säcke), die ist deutlich teurer als lose Pellets, die per Silowagen angeliefert werden.


    Ich würde immer eine automatische Heizung haben wollen und dann noch ein stromloses Backup-System. Das kann dann z.B. die klassische Öl-Zentralheizung sein, das ist zwar schlecht für den Klimaschutz, aber praktisch bei einem Stromausfall: mit dem Heizöl kann man ein Notstromaggregat betreiben (in D sogar legal, wenn das Aggregat stationär betrieben wird). Bei Ölheizungen läuft halt die Zeit ab, in D dürfen ab 2025 keine neuen Ölkessel mehr in Betrieb genommen werden. Entsprechend dürfte sich in den Jahren danach das Heizölangebot allmählich verknappen und deutlich verteuern (CO2-Steuer). Schätze mal, dass die Lage in CH ähnlich sein wird. Die in den 1980ern noch überall existierenden Kohlehändler sind auch ausgestorben, so wird das auch mit Heizölhändlern passieren.


    Bleibt eine Gas- oder eine Pelletheizung noch im Rennen.


    Flüssiggas oder CNG mit Lagertank ist sehr teuer, die Tanks müssen alle paar Jahre geprüft werden und halten nicht ewig und man muss den klobigen Tak irgendwo im Garten unterbringen. Wenn keine Erdgasleitung am Grundstück liegt, scheidet Erdgas auch aus. Ausserdem hängt man beim Stadtgas von der Versorgung aus dem Leitungsnetz ab, man hat keinen Speicher zuhause. Gasthermen haben halt den Charme, neben sehr hoher Effizienz auch sehr kompakt zu sein, da braucht man eigentlich gar keinen Heizraum dafür.


    Der Platzbedarf und die Anschlusstechnik an die Zentralheizung sind bei klassischer Ölheizung und Pellet-Zentralheizung vergleichbar. Wo man 5.000l Heizöl in Tanks unterbringt, passen auch 5t Pellets hin. Ich würde die Pelletheizung nicht zu groß dimensionieren, sonst läuft sie zu oft im Teillastbetrieb und da ist der Wirkungsgrad nicht so hoch. Hat man den richtigen Kessel, braucht man auch keinen Pufferspeicher für die Pelletheizung (der bei einem Stückholzkessel zwingend ist, um die in kurzer Zeit anfallende Verbrennungswärme zwischenzulagern) und spart sich gute 8-10 Kubikmeter Raumvolumen, die man sonst für die Pufferspeicher mit mehreren tausend Litern Wasserinhalt, sowie der Verrohrung und Pumpen bräuchte.


    Die Pelletpreise werden langfristig sicher deutlich ansteigen, weil durch das Ende der Ölheizung in einigen Jahren sehr viele Bestandsbauten auf Pelletheizungen umgerüstet werden dürften, denn (Luft-)Wärmepumpen rechnen sich nur bei sehr gut gedämmten Häusern mit Boden- oder Wandflächenheizung. Derzeit besteht ein Überangebot an Sägemehl durch die gute Auslastung der Sägewerke und somit gibts auch genügend Stoff für Pellets. Dazu kommt das Überangebot an Käferholz. Wenn das aber mal abgearbeitet ist, wird Holz wieder zur Mangelware, denn die Förster müssen klimabedingt die Waldbestände von Fichten auf andere Hölzer umstellen (u.a. Tanne, Eiche...) und Labholz ist nix für Pellets und es dauert 40-50 Jahre, bis man Ertrag hat. Wie man Bestandsbauten in 20 Jahren beheizt, dürfte eine spannende Frage werden. Aber vielleicht muss man dann ja eher kühlen, als heizen...


    Langer Rege kurzer Sinn:

    • prüfen, ob der Kachelofen mit einem neuen Einsatz gerettet werden kann:
      • wenn ja => technisch einfache, aber umfassende Hausheizung (Stückholz)
      • wenn nein => durch Kaminofen ersetzen, dann hat man eine technisch einfache Notheizung (Stückholz) und Kaminfeuer ist im Winter immer gut
    • wenn das Haus dauerhaft bewohnt werden soll, automatische Heizanlage mit wasserführenden Heizkörpern einbauen:
      • Flüssiggas: Brennstoff auf Dauer zu teuer
      • Heizöl: Auslaufmodell wg. Klimaschutz/CO2-Kosten
      • Holzpellets: relativ teure Heizkessel (Öl: 3.000€, Pellet: 15.000€), aber ausgereifte Technik, Brennstoffkosten bisher immer günstiger als Heizöl
    • wenn das Haus nur gelegentlich bewohnt werden soll (Wochenende, Ferienwohnung), könnten einzelne Pelletöfen auch eine Lösung sein
    • überlegen, ob Solarthermie zur Warmwasser-Erzeugung nicht sinnvoll wäre, dann kann man im Sommer die Zentralheizung komplett abschalten und hat trotzdem immer Heisswasser. Kostet ca. 5.000€ fertig montiert für ein EFH. Alternativ kann man auch einen elektrischen Durchlauferhitzer mit z.B. 21kW Heizleistung nehmen, der ist die ersten 10 Jahre bei durchschnittlichem Warmwasser-Verbrauchsverhalten günstiger (Anschaffung und Einbau ca. 1.000€, Stromkosten ca. 400€/a)

    Und nicht vergessen: staatliche Fördermöglichkeiten und steuerliche Abschreibungen nutzen! Da geht im Bereich der energetischen Sanierung ziemlich viel. Allerdings darf man erst einkaufen und bauen, wenn man den schriftlichen Förderbescheid in der Hand hat. In D werden Pelletheizungen derzeit mit 35% Zuschuss auf die förderfähigen Kosten gefördert. D.h. wenn der Kessel 10.000€ kostet, kriegt man 3.500€ vom Staat. Die EU fördert zudem die "Entwicklung ländlicher Raum" (ELR) mit viel Geld. Da bekommt man sogar im unterentwickelten Deutschland ordentliche Zuschüsse bei der Gebäudesanierung von Altbauten (in D sind es bei Privatleuten 30% der Sanierungskosten, gedeckelt auf 20.000€), wenn man das alles geschickt kombiniert, komtm da ganz nett was zusammen. Das Schöne an der ELR-Förderung ist, dass auch eigene Arbeitsleistungen förderfähig sind: es wird ein fiktiver Stundenlohn angesetzt und man bekommt auf die nachgewiesenen Arbeitsstunden (Rapportheft) auf der eigenen Baustelle 30% Förderung auf den "Stundenlohn". Da die Schweiz in vielen Bereichen EU-Förderprogramme für ihre Bürger "nachbildet", könnte es vergleichbare Programme auch dort geben.


    Grüsse

    Tom

  • Hallo Anomen,

    Wenn du wirklich Versorgungssicherheit willst, bleibt eigentlich nur Stückholz.

    Schau Dir doch mal die TIBA-Herde an:

    https://tiba.ch/herde/


    Auch interessant ist der "Wally"; und meine Heizlösung seit über 10 Jahren:

    https://www.walltherm.com/de.html


    Soll keine Schleichwerbung sein, da ich aber mit beiden Produkten/Firmen gute Erfahrungen gemacht habe, stell ich das hier mal so rein.


    LG, WTG

  • Unser Haus ist von 1847.

    Wir haben im EG und OG komplett Estrich mit Fussbodenheizung gelegt. Die Decken im OG waren aufgrund der Nutzung als Heuboden eh durch, das Ständerwerk und die Balken aber I. O. so das das Gewicht keine Rolle spielte.

    Ansonsten haben wir vor alle Außenwände auf der Innenseite eine 24er porotonwand gesetzt um das Äussere des Hauses nicht zu verändern. Das Dach ist ein Weichdach mit ca. 30cm Stärke, welches von Innen mit 24cm Mineralwolle isoliert ist.

    Insgesamt beheizen wir knapp 600qm mit zwei 20Kw Brennwert Thermen.

    Zusätzlich haben wir 2, im Hausinneren gebaute Kamine mit einer Zuglänge von jeweils 13m mit Kaminöfen dran. Damit können wir das Haus bei totalem Versorgungsausfall trotzdem relativ gut erwärmen. Auf eine wasserbasierte Lösung in Sachen Holzheizung haben wir bewußt verzichtet.

    Fossile Energie an Gas verballern wir derzeit 54KW/qm/Jahr. Dazu kommen noch ca. 1,5to Holz dazu, was ca. 6MW zusätzlich bedeutet, so daß wir in Summe knapp unter 70Kw/qm/Jahr bleiben.


    Gruß


    Tid


    Ps: wir fahren die Thermen und die FbH hydraulisch abgestimmt ohne weitere Regelung den Winter durch. (Also Dauerbetrieb auf kleiner Lsistungsstufe)

    Einmal editiert, zuletzt von T I D ()

  • -> Im Rahmen der Möglichkeiten (Es fallen weg: Wärmepumpe mit Erdsonde, Solar oder Photovoltaik auf dem Dach, Erdgas, Heizöl)

    Da Du ja Heizöl auch explizit ausschliesst bleibt nicht mehr viel übrig...


    In jedem Fall solltest Du den Vorhandenen Kaminzug nutzen um eine Stückholzheizung anzuschliessen ( evtl mit einem neuen "Innenleben" im Schornstein)

    So bist Du versorgungssicher,kannst selbst kostengünsig Dein Holz beschaffen und musst nicht an der Raumtemperatur geizen.


    Dazu würde ich ( das geht ohne großen baulichen Aufwand) ein oder 2 Aussenwandöfen die mit Propangas betrieben werden installieren. So hast Du für den "Notfall" eine zweite Heizmöglichkeit - wenn Du z.B mal krank bist und Holz schleppen nicht geht...


    Hier ein Link zu den Öfen die ich meine :


    https://www.pieper-shop.de/ora…3P6gRUEAQYFyABEgJBmvD_BwE


    Diese Öfen kann man so wohl an einem Schornstein betreiben oder auch mit einer sog. "Aussenwandkalotte" - die bietet einen waagerechten Abgasweg und Windschutz in einem.

    Du hast dabei den Vorteil das die Dinger auch an 30/50 MBar Flaschengas zu betreiben sind - so hast Du baulich kein Problem mit diesen 3000L Fässern die den Garten oder so verschandeln bzw. wenn der Platz nicht vorhanden ist.


    Dazu würde ich mir dann eine 4-Flaschen-Anlage holen, die kann man draussen in der Nähe der Gasflaschen montieren. Wenn Du da mit 4 Stück Flaschen zu je 33 Kg arbeitest reicht die Füllung dann auch eine ganze Zeit.


    https://www.gasprofi24.de/gok-…3wEQOiEAQYASABEgJZU_D_BwE


    Min Vorschlag ist natürlich nicht zum Dauerheizen geeignet ( so weit ich mich erinnere ist Flaschen-Propangas in CH ganz grässlich teuer )

    Aber als Flautenschieber bzw. an kühlen Tagen in der Übergangszeit bestimmt geeignet.


    Wie groß ist das geerbte Haus denn in m² ?

  • Was bedeutet der Ausschluß von "Erdgas" ? gibt es keinen Anschluß an ein Gasnetz ?

    Könnte man auf dem Grundstück einen Flüssiggastank aufstellen /eingraben ?

  • Frage: wie ist die rechtliche Lage in der Schweiz bezüglich Luft-Luft-Wärmepumpen die im Sommer ja auch kühlen können? Gilt das lediglich als Komfortheizung? Kannst du das als vielleicht zulässige Klimaanlage deklarieren? Bekannter heizt sein Haus damit ca. 10 Monate im Jahr und das recht günstig. Im Hochwinter dann Kachelofen aber da hätte man schon viele Monate "heizen" mit erschlagen mit überschaubarem Installationsaufwand.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Wenn Wärmepumpe mit Bohrloch ausfällt, schon mal an eine Luft-Wasser-Wärmepumpe gedacht? Die sind zwar nicht ganz so effektiv wie die Bergwärmelösungen, du sparst dir aber den ganzen Verbrennungskram und kannst dich auch im Alter ohne viel Hilfe (mit 80+ ist eine 16kg Pellets Tüte richtig schwer, von Holz stapeln mal ganz zu schweigen) auf ein warmes Heim freuen.

  • Ich bin überwältigt von den vielen Antworten, herzlichen Dank! Werde mir alles in ruhe durchlesen und mir Gedanken machen. :-)


    Ergänzung:

    -> Ganzjährig selbst bewohnt (nicht von mir Persönlich, von einem Verwandten)

    -> leicht erhöht in einem Bergtal (ca. 600m.ü.M.) deshalb eher kalte und etwas längere Winter.

  • Wir standen letztes Jahr vor dem Problem, 200 Jahre altes Holzhaus mit 33 jährigen Ölheizung. Die zwar tiptop in Ordnung war und sicher noch einige Jahre gelaufen wäre, allerdings müsste ich diese 2025 außer Betrieb nehmen.

    Daher umgeschaut was es werden könnte. Kein Fernwärmeanschluß möglich, auch keine Gasleitung. Gas wäre sowieso nicht mein Ding.

    Also geschaut ob Erdwärme oder Luft/Wasser- Wärmepumpe.

    Beides nur mit extremen Umbau des Hauses möglich. Ich wollte nicht im gesamten Haus neue Decken und Böden einziehen für Fußbodenheizung usw.

    Es wurde dann eine Pelletsheizung. Die alten Heizkörper kann ich weiterhin nutzen, kein Umbau im Haus erforderlich.

    Dazu habe ich noch 2 Kachelöfen und einen Sparherd in der Küche, die ich im Herbst oder Frühjahr heize, sowie wenn mal der Strom ausfällt. Oder schlimmsten Fall ich mir irgendwann die Pellets nicht mehr leisten kann ;)

    Warum dann überhaupt eine Heizung? Weil es einfach ist, wenn man nicht zu Hause ist (in meinem Fall in der Arbeit ist) und man nicht in ein total ausgekühltes Haus Abends zurück kommen will. Hatte ich schon, ist wirklich nicht gemütlich.

    Und auch das Alter nicht unterschätzen. Irgendwann bin ich auch 70 plus und da siehts nicht mehr so prickelnd aus, wenn man Holz oder anderes Heizmaterial schleppen muss bzw. einmal im Jahr irgendwohin aufschlichten muss usw.


    Am besten einen Installateur vorort mal suchen und Angebote legen lassen, dazu eine Beratung was wie wo umgebaut werden müsste, damit das zukünftige Heizsystem am Besten funktioniert. Das ist kostenlos und man kann dann aus suchen was besser in die Brieftasche passt.

  • Also geschaut ob Erdwärme oder Luft/Wasser- Wärmepumpe.

    Beides nur mit extremen Umbau des Hauses möglich.

    Ich habe im letzten Winter von Öl auf Bergwärme umbauen lassen. Die einzige bauliche Veränderung am Haus sind zwei Löcher in der Kellerwand für die Flüssigkeitszu- und abführung vom und zum Bohrloch. Zeitaufwand insgesamt 4 Tage: zwei Tage das Bohrloch, ein Tag Einbau und Anschluss der eigentlichen Heizung und ein Tag Demontage der Ölheizung und des Tanks. Luft/Wasser-Anlagen gehen noch schneller da die Bohrerei weg fällt. Die Leitunge und Heizkörper die du bei deiner Ölheizung hast benutzt du einfach weiter.

  • Ja kannst du weiter benutzen, das stimmt, allerdings bei meinen über 30 Jahre alten mit erheblichen Verlusten bzw. weniger Wärmeleistung als man es gerne hätte. Optimal läuft sowas nicht und wir haben im Alpenvorland auch noch teils "frische" Winter. Und bei -5 Grad wollte ich nicht auf Strom umschalten. Anders wäre es bei uns auch nicht gegangen. Daher die Entscheidung für Pellets. Umbau war auch in 4 Tagen fertig (inkl. Ausbau der alten Heizung).


    Deswegen meinte ich ja mal vom Profi anschauen lassen und durch rechnen. Nicht alles was man gerne möchte (ich wollte eigentlich Erdwärme) ist machbar oder sinnvoll.

  • Auch bei ner Pelletsheizung hast du das Problem mit den alten Radiatoren und bei -5 Grad schaltet noch keine Wärmepumpe auf das Elektroelement um, aber jeder wie er will. Zumindest steigen die Pelletspreise in D sicher nicht so exponnentiell wie die des Stroms und wenn du einen Kombikessel genommen hast kannst du auch noch Holz verbrennen wenn du günstig eine Ladung bekommen kannst.