Wann hat man "genug" vorgesorgt?

  • Hi,


    Hintergrund ist natürlich aktuell COVID-19, aber sicherlich auch für andere Bereiche interessant.


    Ich überlege gerade, wann es "genug" der Vorbereitung ist oder besser, ist es noch sinnvoll weitere Anschaffungen zu tätigen.


    Lebensmittel, Hygiene, Wasser, und Medikamentenvorräte sollten für ca. 2 Monate reichen.

    Desinfektionsmittel, 20 FFP3 Masken sind auch vorhanden sowie noch ggf. hilfreiche Ausrüstung (div. Möglichkeiten zu kochen, Mikropour, Wasserfilter...) und wahrscheinlich nen große Menge an Sachen, die man nicht braucht.


    Klar ich könnte jetzt noch Halbmasken mit entsprechenden Filter oder sogar Vollmasken besorgen, und hier noch und da noch. Aber all das sind Investitionen die jenseits einer 100€ Grenze liegen (für 2 Personen) (für einzelne Produkte wie Halbmasken + Filter). Damit komme ich aber auch nur einen bestimmte Zeit.


    Aber als Student in einer Mietwohnung sind die Möglichkeiten begrenzt und keiner Weiß wie lange die Pandemie dauert. Ob mir nun die Masken/Filter nach 2 oder 3 Monate ausgehen, wenn die Pandemie ein Jahr dauert (fiktiv) spielt ja eig. keine Rolle - oder?


    Dann lieber irgendwo einen Schlussstrich ziehen und hoffen, dass die Vorbereitungen ausreichen und es einfach auf sich zukommen zu lassen.


    Wie denkt ihr dazu bzw. wie setzt ihr das Ganze um?


    VG


    wit4r7

    Wer bei der Planung versagt, plant sein Versagen.

  • Es hängt von der persönlichen Risikobewertung und dem technisch und platzmäßig Machbaren ab. Grundsätzlich würde ich zwei Monate Autonomie ebenfalls als Ziel sehen und habe das verwirklicht, so dass ich bei Nahrungsmitteln, Wasser, Hygiene und Leuchtmitteln nicht mehr groß etwas ausbauen würde. Insofern bin ich klar für einen Schlussstrich. Grundsätzlich halte ich mehr Bau- und Reparaturmaterial für nötig, habe dafür aber einfach keinen Platz. Ähnlich sieht es mit einer Insel-Solaranlage aus: Die wäre grundsätzlich sinnvoll, nur habe ich keinen sichern Platz, um sie zu lagern und aufzustellen, so dass ein kleines Wander-Panel auf absehbare Zeit das einzige in diese Richtung bleiben muss.


    Die aktuelle Situation hat mir schon eine gewisse Unterversorgung an Handdesinfektion deutlich gemacht. Da hatte ich nur den Bedarf für eine Grippesaison vorrätig. Seit gestern dürfte ich mir mit Ethanol-Wasser-Gemisch notdürftig über mehrere Monate helfen könne und wenn die angekündigten Lieferungen in den nächsten Tagen tatsächlich ankommen, sollten genug Ausgangsstoffe für einige Liter selbst gemischtes Desinfektionsmittel nach WHO-Vorgaben da sein. Wenn sich die Lage normalisiert hat, werde ich da sicher nochmal etwas an professionellen Mitteln nachbestellt.


    Vielleicht kommt langfristig auch noch ein bisschen was zur Flächendesinfektion und eventuell auch Atemschutz hinzu, von dessen Sinnhaftigkeit ich aber insgesamt nicht allzu sehr überzeugt bin.

  • Gegen Alles und Alle kann man sich unter vernünftigen Umständen nicht absichern - und selbst dann wird noch irgendein Ereignis eintreten welches Dich überrumpelt.


    Auch Platz, finanzieller Aufwand und in normalen Zeiten die Legalität wird Dich stoppen. Als Doomsday-Prepper zu enden steht bei mir auch nicht auf der Liste.


    Fazit:

    Vorsorgen ja, soweit es die Möglichkeiten und die eigene Vorstellungskraft erlauben.

    Viel wichtiger: Leben geniessen und nicht nur an das denken was passieren könnte, denn ein gewisses Restrisiko bleibt immer.


    Und in der Regel endet das Leben sowieso tödlich (wer will schon ewig Steuern zahlen...)


    Also geniessen wir die Zeit welche uns gegeben ist, auch mit unseren Vorbereitungen - der Rest wird sich geben.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Wir haben uns langsam von den empfohlenen 14 Tagen auf ca einen Monat mit Wasser und Lebensmittel hochgearbeitet (für 4 Personen). Mit geschickter Rationierung kommen wir evtl auch auf zwei Monate - das wars dann aber auch. Im Moment schließen wir dank Corona Lücken bei nicht lebenswichtigen Dingen wie Zahnpasta, Duschgel, Waschmittel etc. Das Wunschziel wäre, 3 Monate bequem und ohne Rationierung durchzukommen.


    Wenn die Garage fertig ist, möchte ich noch im Bereich Werkzeug und Baumaterial nachlegen, um beispielsweise zerstörte Scheiben oder ein beschädigtes Dach ordentlich flicken zu können.


    Dann wären da nur noch "Wünsche", wie ein eigener Brunnen oder ein Ofen / Kachelofen

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Man muss auch aufpassen, dass man nicht plötzlich overprepping betreibt. Also sich vom allgemeinen Hamsterwahn anstecken lässt und auf die ohnehin reichlichen Vorräte hektisch noch mal von allem was drauf packt. Ohne Sinn und Verstand.

    Gerade bei einer sich abzeichnenden Lähmung des öffentlichen Lebens und möglicherweise viel Zeit zuhause, sollte man sich auch mal zurücklehnen und besinnen, was einem über Klopapier und Tütensuppen hinaus noch alles wichtig ist: wie verbringe ich die Zeit sinnvoll? Mit wem und auf welche Weise kommuniziere ich? Gibt es Mitmenschen im häuslichen Umfeld, die Hilfe oder auch nur Kontakt benötigen? Usw. Also mehr die soft skills und weniger das Füllen von Vorratsregalen.


    Grüsse

    Tom

  • Moin.


    Wenn etwas nicht zu 100% also perfekt läuft, macht man sich hinterher immer Vorwürfe ("hätteste mal

    mehr gelernt, dann wären ein, zwei Punkte mehr in der Prüfung ´rausgesprungen"). Mehr tun geht immer.

    Aber es ist auch eine eigene Risikoabwägung und Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses - also eigenes

    Augenmaß.

    Mein Augenmaß ist heute aber ein anderes als letze Woche. Darum sind wir ja auch Prepper, machen uns

    Gedanken und sind anderen zwei Schritte voraus.

    Ich für mich persönlich war Anfang Januar fast fertig mit meinen angestrebten Vorbereitungen; es fehlte

    mir nur noch die Schwengelpumpe für den eigenen Brunnen im Garten, das habe ich aber wegen des

    (nicht vorhandenen8)) Winters auf April vertagt.

    Jetzt, wo die Lage eine andere ist, denke ich anders über meinen Vorbereitungen nach, stocke meine

    Vorräte von 4 auf 6 Monate auf, habe einen IBC bestellt und noch anderen Krempel angeschafft.

    War alles nicht geplant vor einem Monat. Und jetzt hoffe ich, dass die Vorbereitungen ausreichen und

    lass es einfach auf mich zukommen. :)

    Mal schaun, wie die Lage in zwei Wochen aussieht und ob ich eventuell noch nachsteuern werde.


    BG


    Duke

  • Kurzum: Nie.

    Wieso? Weil es nur die "dynamische Lage" gibt, wenn man also denkt, man hat einmal alles bedacht, vergisst man den Blick auf die Entwicklungen ganz schnell.


    Aber: Man hat dann vorgesorgt, wenn man seine Szenarien abarbeiten kann. Gehe ich von nem richtigen Doomsday Event aus oder nur von kleinen Störungen des Zivilisationsluxus'? Wenn es nur kleinere Szenarien sind, dann ist man dann durch, wenn man davon ausgeht, die abzuarbeiten.


    Gruß


    Avesjünger

  • Wir sind bei Lebensmittel, Hygiene auf 4-6 Wochen versorgt. Wasser und Strom gibt’s immer wenn die Sonne scheint. Bei Wärme sind wir auf Grund der Gegebenheiten unterversorgt und stark vom öffentlichem Gasnetz abhängig. FFP3 Masken sind nur vorhanden um einen Erkrankungsfall im eigenen Haushalt handzuhaben. Wir haben uns auch bewusst dagegen entschieden hier jetzt aufzustocken und jenen öffentlichen Einrichtungen die Masken wirklich brauchen diese „wegzukaufen“. zwischen den Zeilen der Berichterstattung kann man ja lesen das diese in Krankenhäusern bald ausgehen werden, weil China als größter Produzent keine weiteren in die EU liefert.
    klar haben auch wir Im Jänner Inventur bei unseren Vorräten gemacht und hätten etwaige Fehlbestände aufgefüllt. Jetzt läuft die normale Rotation einfach weiter. Zugegeben mit höherer Aufmerksamkeit nichts zu übersehen. Zur Zeit zu Hamstern ist für mich ein Ausdruck von Panik und Panik ist NIE ein guter Ratgeber auch wenn dies hier, für mich noch immer überraschend, praktiziert wird.

    Für mich ist wichtig sich nicht zu früh aus dem lebenswerten normalen Leben zu nehmen und für die Zeit in „Quarantäne“ sinnvolles machen zu können um positive Gedanken behalten zu können. So gibt’s einen Heimtrainer, lustige Bücher, Spiele und ein paar Rohmaterialien für kleine Heimwerker Projekte die dann realisiert werden können.
    Lg

  • Ob es genug war, weißt Du ja nicht vor der Krise, sondern erst nach der Krise, wenn Du sie überstanden hast.

    Daher denke ich „fertig“ ist man damit nie. Es wird weiter getüftelt und verbessert. Auch mal was damals Billiges durch was Hochwertigeres getauscht. Zudem muss vieles regelmäßig gewartet, ausgetauscht und erneuert werden. Allerdings sinkt der finanzielle Aufwand schon mit der Zeit.

  • Hallo zusammen,


    "genug" vorgesorgt im Sinne von "fertig" nie. Das Leben ändert sich beständig: die Kinder werden größer und haben andere Ansprüche, manche eigenen Gewohnheiten ändern sich, und das Umfeld und die Berdohungslage sind auch dynamisch.

    Sicher ist es leichter bei einer bestehenden Vorsorge sich an die o.g. Veränderungen anzupassen, als wenn man von Vorne beginnt, aber man muss auch immer "dran" bleiben.

    Wir betreiben Vorsorge nun über 10 Jahre: angefangen mit ein paar Vorräten in einem kleinen Schränkchen, damals waren wir noch zu dritt udn wohnten in einer 3-Zimmerwohnung mit kleinem Keller.

    Zwischenzeitg hat sich sowohl die Wohnsituation als auch die familiere Situation verändert, und wir sind mit der Vorratshaltung in unseren Augen ausreichend aufgestellt.
    Dennoch haben auch wir jetzt (wie schon öfter in diesen Jahren) wieder die Lage überdacht nochmal etwas ergänzt, insofern sind wir für den Moment "fertig" bzw. es ist aus unserer Sicht "genug", aber dies wird sich auch wieder ändern, je nach dem wie die wietere Lage sich entwickelt.


    Gruß,

    Paddy

  • Hallo zusammen


    Ein für mich wichtiger Punkt, abgesehen von Platzverhältnissen, Finanzen usw. ist für mich die "Einfachheit der Mittel und Konzepte".

    Ich glaube man kann effektiv "überversorgt" sein. Nicht im Sinne der Anzahl eines einzelnen Produktes, aber im Sinne der Vielfalt.


    Sollte eine Krise kommen und ich habe die Auswahl zwischen 25 verschiedenen Wasserfiltern, 83 verschiedenen Trekkinglöffeln, die ich wahlweise in 5 verschiedene Rucksäcke stopfen könnte. Das alles am besten noch eingelagert in einem überfüllten Vorratsraum, bin ich überzeugt, dass Zuviel Energie, Fokus und Zeit für solche Auswahlverfahren draufgehen.



    Liebe Grüsse

  • Also ich/wir haben uns, als wir begonnen haben, eine Grenze von 6 Monaten gesetzt, aus Platzgründen in einer Wohnung in Wien, und auch um nicht komplett zu "verpreppen". :)

    Aktuell sind wir für ca. 6 Monate, je nach Bestand 1 Monat + oder - versorgt.

    Das beinhalten Nahrung, Hygieneartikel, Licht, Wärme (über zusätzlichen Kaminofen in der Wohnung), Hundefutter, Katzenfutter, Alkohol (wir trinken nicht viel), Nikotin (leider teilweise immer noch).


    Um länger vorzusorgen, macht für uns in einer Wohnung keinen Sinn, wenn etwas so lange dauern würde das uns das Futter ausgeht, haben wir noch ganz andere Probleme.

    Auf alles vorbereiten ist nicht möglich, dann muss improvisiert werden.