Taschenlampe, auch für normale Zeiten

  • Ich habe seit einiger Zeit das Modell "MH 23" immer in der Jackentasche dabei.

    Die macht sehr viel Licht und ist allzeit mitnehmbar.

    Das hat sich als sehr praktisch erwiesen.


    Mit welchem Modell habt ihr gute Erfahrungen gemacht ?

  • Hi !


    Das ist eine schwierige Frage...

    Es kommt ja darauf an, was Du willst, was eine Lampe für Dich können muss.


    Ich schau mir mal Dein Modell an:

    Leuchtkraft, Modi und Energiebetrachtung:


    Reichweite: 294 Meter bei maximaler Leuchtkraft

    Turbo (1800 Lumen) für ca. 30 Minuten*
    High (760 Lumen) für ca. 1 Stunden 45 Minuten
    Mid (260 Lumen) für ca. 4 Stunden 45 Minuten
    Low (55 Lumen) für ca. 21 Stunden
    Lower (1 Lumen) für ca. 330 Stunden
    Strobe
    SOS
    Beacon
    *theoretischer Wert, da die ATR Temperaturregelung der Lampe die Leistung nach einigen Minuten runterregelt um die LED zu schützen.

    Betrieben wird die Lampe mit Nitecore 18650HP Akku, per USB aufzuladen, Ladedauer unter Umständen erheblich.

    Preis: Was ich auf die schnelle gefunden habe um die 140 Euro.


    Jetzt frag ich mich, was kann ich damit.

    Ich muss regelmässig, am besten zu Hause, laden.

    Das macht es unpraktisch für einen mehrtägigen Aufenthalt im Wald. Und ich kann nicht nur erschwert auf andere Energiequellen (z.B. Batterien) umsteigen.


    Dann frag ich mich, was passiert wenn ich die anmache.

    1.) Ich sehe ziemlich gut, solange sie an ist. Meine Dunkelheitadaptation ist aber dahin, wenn ich sie ausmache, ich brache dann etwa 20-30 Minuten, bis ich wieder meine maximale Sehkraft bei Dunkelheit habe, wenn ich sie auslasse.

    2.) Ich werde gesehen bzw. meine Position wird sichtbar. Laut BSH ist bei Positionslichtern auf Schiffen eine Tragweite von 2 nautischen Meilen vorgeschrieben. Diese Tragweite hängt natürlich von Umgebung (Nebel/regen etc.) ab, aber deine Lampe ist in Lichtleistung jenseits und darüber hinaus. Du musst davon ausgehen, dass Deine Lampe auf voller Power etwa 5 oder mehr Kilometer gesehen wird.

    Das kann gut sein, wenn du in den Bergen auf Dich aufmerksam machen willst, das kann aber mies sein, wenn Du mal nicht gesehen werden willst.

    3.) Clip hin oder her, ich brauche dafür 50% der mir zur Verfügung stehenden Hände.


    Deswegen habich vorher gesagt, das für meine Zwecke so ein Teil ein echter shit-magnet ist, denn ich verrate sofort meine Position.

    Ich bevorzuge nur dann Kontakt zu haben, wenn ich es will. Also: Ich will sehen und möglichst nicht gesehen werden.

    Da bieten sich Restlichtverstärker an oder Infrarotsichtgeräte/Wärmebildkameras.


    In Ermagelung solcher aufwändiger Geräte bleibt nur eine Lampe.


    Zwischeneinschub:

    Lage: Ich bin mit noch einem auf etwa 1800m unterwegs, die Hütte, in der ich übernachten wollte ist vernagelt/abgebrannt. Ich bin eh zu spät dran, weil mich ein Wetterumschwung überrascht hat. Es wird dunkel, es ist nebelig und die Stimmung neigt sich dem Tiefpunkt, weil kein Futter mehr in der Tasche und es fängt irgendwas zwischen Hagel und Schnee zu fallen an. Bah.

    Blick auf Karte im Restsonnenlicht zeigt einen Abstieg in die nächste Ortschaft, Zeitbedarf etwa 4h, viele Abzweigungen...

    Also, ab dafür und Absteigen.

    Aus geschätzen 4h werden 6, ich muss zwischenzeitlich etwa 20 mal auf eine Karte schaun, der Weg ist rutschig und holprig und mein Kumpel hat seine Lampe gestern geschrottet. Super...

    Lösung:

    Ich brauche eine Kopflampe weil ich meine Hände brauche. Diese soll mindestens 6h leuchten. Sie soll batteriebetrieben sein, denn ich hab nen dreifachen Satz Batterien dabei, weil ich noch andere Geräte damit betreibe. Sie muss ausreichend Licht machen, damit ich hinter meinem Kumpel gehend für ihn und für mich den Weg ausleuchten kann. Ich möchte sie gerne auf Rotlicht umschalten können, damit ich beim Karte lese mir meine Augen nicht gar so sehr verblende.

    Ich habe so eine Lampe, eine kleine Petzel 30 Euro Lampe mit rotlicht, die habe ich mir etwas umgebaut für bergsteigerische Zwecke, das Batteriefach trage ich am Körper, damit bei Eiseskälte auch noch Licht kommt. Mir sind schon Batterien "eingefroren". Überm Helm getragen bei -30°.


    fazit:

    Mit Deiner Lampe wäre ich deutlich schlechter dran.



    Dennoch: Es hängt ja von der Situation ab.


    Also ich finde, Deine Frage sehr schwer zu beantworten.

    Meine eierlegende Wollmilchsau für den FeldWaldundWieseneinsatz unter Vermeidung von Fremdkontakten (ich möchte für das menschliche Auge unsichtbar bleiben) ist eine mittlerweile nicht mehr kaufbare Stirnlampe von Petzl, mit Rotlicht. Das feine daran ist, dass ich das Rotlich separat einschalten kann, ohne vorher alle weissstufen incl. blinklicht durchschalten muss. Als Ersatz habe ich eine noname china nachbauwasweissich für 10 Euro, die das auch kann und die eigentlich ganz zuverlässig ist.

    Ordnung ist das halbe Leben. Ich bin eher an der anderen Hälfte interessiert.:nono:

  • Ich nutze als EDC eine Emisar D4.

    Die kann von fast nix (ich schätze 1 lm) bis 4000lm stufenlos. Lasst sich sowohl auf niedrigster als auch auf höchster Stufe einschalten oder auf der letzten genutzten. Somit verrate ich nicht zwangsläufig meine Position wenn ich es nicht will. Kann aber auch massiv schlagartig blenden, wenn die Situation es erforderlich macht.


    Läuft mit 18650 oder 18350 Akkus, davon hab ich meistens ein paar reserve dabei.


    Du kannst sie normal in der hand halten oder aber mit einem Kopfband (einer anderen Lampe) seitlich am Kopf/Helm befestigen.


    Wenn ich eine Tour wie in DocAlmis Beispiel unternehme, habe ich ohnehin mehrmals eine Lampe dabei und da dann natürlich auch eine richtige Kopflampe.


    Für kurze Momente ( z.b. Mal eben was festschrauben ) kann ich die Lampe auch einfach kurz mit dem Mund halten.


    Als EDC also im Normalfall finde ich sie super. Da stört es ja nicht, wenn ich meine Position verrate, ist manchmal sogar von Vorteil, z.b. wenn ich im Dunkeln mit dem hund Laufe.



    Das Nachfolgemodell kann lt. Beschreibung auch buntes (incl rotem) Licht. Dazu kann ich allerdings nichts sagen.


    Gekostet hat sie ca 40 Euro bei Intel-outdoor. Im großen Fluss gibt es die auch für deutlich teurer.



    LG Bulli

  • Hey,


    also ich habe eine Fenix RC05 im Rucksack sowie OLIGHT® I3E EOS LED Mini Taschenlampe mit Schlüsselanhänger (90 Lumen) am Schlüsselbund. Die beiden reichen mir vollkommen für den Alltag um mal schnell was zu schauen in der Dunkelheit (Olight) oder eben im Zweifel auch etwas auszuleuchten (Fenix).


    Zuhause warten dann noch diverse andere Lampen/Stirnlampen, aber darum geht es ja nicht.


    VG

    Wer bei der Planung versagt, plant sein Versagen.

  • Meine momentane "Lieblingslampe" ist die Nextorch TA30. Eine hochwertige Taschenlampe, Einhandbedienbar mittels Drehring, wo die Leuchtmodi I, II, III und Stobe einstellbar sind. Dazu ein Taster an der Kappe für "taktisches" Licht, also drücken an, loslassen aus.


    Der Lithium-Ionen-Akku ist dabei, der hat seinen eigenen USB-Anschluss, so dass man Ihn vielseitig laden kann. Zwei CR123a sind auch möglich.

  • Immer am Schlüsselbund habe ich eine Fenix E12.

    Damit habe ich genug Licht für den jeden plötzlichen Bedarf.

    Eine Mignonbatterie lässt sich in jedem Laden oder an der Tankstelle besorgen, Ersatz ist sowieso in der Jackentasche, im Auto, daheim...


    Als Backup in der Jacke eine Fenix E15 weil die CR123-Batterie "ewig" lagerbar ist.


    Wenn im voraus klar ist dass ich Licht brauchen werde entweder Fenix LD50 oder Fenix TK40, je nach dem ob ich eher Flutlicht oder einen Spot haben möchte. Wobei mir die LD50 fast zu groß und die TK40 viel zu groß ist für EDC.


    Im Rucksack mit dem ich zur Arbeit gehe noch eine Stirnlampe Petzl e+Lite mit sehr bescheidener Lichtausbeute, aber aufgrund der CR2032 Batterie "ewig" lagerbar und ausreichend für Reparaturarbeiten vor der Nase um die Hände frei zu haben oder um sich den Weg auszuleuchten bei einer unfreiwilligen Nachtwanderung.


    Grüße,

    J.

    If you are looking to government for the answer, you obviously don´t understand the problem.

  • Die E12 ist auch mein Favorit für "immer dabei". Um Taschenlampen mit AAA-Batterien mache ich immer einen Bogen, Leistungsbedarf im Wattbereich und die geringe Speicherkapazität der Micro-Batterien passen imo nicht zusammen. Bei Mignon-Batterien geht das mit dem "Leistungsgewicht" halbwegs.


    Von hochpreisigen Taschenlampen habe ich bisher die Finger gelassen. Statt 120 Euro für eine gebe ich lieber 60 Euro für ein halbes Dutzend ALDI-Taschenlampen aus, die dann als Streuartikel in jedem Auto, Rucksack, Küchenschublade etc. untergebracht sind. Im Auto vorzugsweise mit Lithium-Batterien, im Haushalt mit Eneloop-Akkus.


    Brauche ich Batterielicht zum Arbeiten, dann will ich die Hände frei haben. Bei Taschenlampen fängt dann immer das Gebastel an.


    Outdoor bedeutet das Stirnlampe. In meinen Anoraks findet sich immer eine Petzl Tikka, im Tourenrucksack die Petzl Duo (gebraucht günstig zu bekommen und dann auf LED-Leuchtmittel umrüsten). Die Duo kenn ich noch aus aktiven HöFo-Zeiten und halte die nach wie vor für einen sehr brauchbaren Kopf-Scheinwerfer.


    Für Arbeiten am Fahrzeug oder bei Stromausfall in Haus&Hof haben sich die Akku-Arbeitsscheinwerfer der Discounter bewährt.


    Grüsse

    Tom

    • Ich habe immer eine Fenix E05 in der Hosentasche, solide kleine Lampe mit der ich schon alles Mögliche angestellt habe
    • auch in der Hosentasche ist ein wieder befüllbares Feuerzeug mit eingebauter LED
    • wenn ich vorher weiß ich benötige mehr, liegt eine Fenix LD20 R5 griffbereit 
    • die LD20 liegt auch neben einer Conrad Kurbellampe, eher eine Funzel. 
    • und ich habe noch diverse Taschenlampen auf Halde die sich so über die Jahre angesammelt haben

    Klar, beim Wandern bzw. Klettern halte ich eine Taschenlampe für wenig sinnvoll... obwohl ich dank Ausfall einer Black Diamond Spot schon Nachts im Winter mit der LD20 rumgezockelt bin, die ich als Backup im Rucksack hatte. Geht ja um Taschenlampen.


    Ich kenne Rettungsdienstler die nach wie vor Maglite mögen, da spielt auch der Selbstschutz Gedanke eine Rolle.


    Ich denke es hängt wie DocAlmi schon sagt vom Nutzungsprofil ab.


    Für den einen sind Touren in den Bergen persönliche "normalen Zeiten". Der nächste geht am Strand spazieren und möchte nicht über Treibholz stolpern oder nicht im Treppenhaus im dunkeln stehen.